Schmelz in alten Ansichten Band 1

Schmelz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Lorenz Schmitt
Gemeente
:   Schmelz
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0866-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schmelz in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Eine Großgemeinde wie Schmelz kann im Rückblick auf ihre Vergangenheit - die Vergangenheit der vorletzten Jahrzehnte nur die der Teilorte ins Auge fassen, aus denen sie geworden ist, Ihre Teilorte waren Gemeinden mit weniger als fünftausend Einwohnern, Dörfer mit Kirchtürmen, zusammengerückten Dächern und Laubkronen dazwischen. Diese sind längst in der 'Streusaat' von Neubauflächen und Industrieansiedlungen untergegangen. Die 'Konfektion' der neuen Schulen, Bankhäuser und Mehrzweckhallen hat den alten Ortskernen ein Gepräge gegeben, in dem das Gewohnte sich schon fremd ausmacht. Was an Landwirtschaft noch übrigblieb, ist ausgelagert in die Feldmark. Die Reformen nahmen den Teilorten die Eigenständigkeit , zu guter Letzt verlieren sie auch ihre Namen. Die Veränderungen überschlagen sich in einer beängstigenden Hektik.

Eine erste Gebietsreform erlebten Außen und Bettingen am 1. April 1937. Nach dem Zusammenschluß der bis dahin politisch selbständigen Gemeinden nahmen sie den Namen Schmelz an: eine Reminiszenz an die Eisenschmelze, die hier bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Betrieb war. Die kommunale Gebietsund Verwaltungsreform vom 1. Januar 1974 schloß die früheren Gemeinden Hüttersdorf, Primsweiler, Limbach, Dorf und Michelbach unter dem Namen Schmelz mit ein.

Durch Grabhügel, steinzeitliche Werkzeuge und bronzezeitliche Grabbeigaben ist eine frühe Besiedlung nachgewiesen. Keltische Orts- und Gewässernamen, gallo-römische Siedlungsplätze, Münzen- und

Gerätefunde sind Merkmale pulsierenden Lebens vor der Zeit der Völkerwanderung. Die Dorfgründungen der heutigen Teilorte lassen sich in die Zeit der fränkischen Landnahme datieren, wie ihre Namensbildung und das Grabinventar eines Reihengräberfeldes bei Hüttersdorf ausweisen. Bettingen, Hüttersdorf und Limbach sind als Pfarrdörfer im 10. Jahrhundert urkundlich belegt.

Über den Zeitraum des Mittelalters bis zur Französischen Revolution war der heutige Schmelzer Bezirk verschiedenen Herrschaften unterworfen. Hüttersdorf und Michelbach beriefen sich auf Reichsunmittelbarkeit; Außen, Bettingen und Limbach waren lothringisch wie mit Einschränkungen auch Primsweiler und Dorf. Feudalherrschaften fanden ihr Ende in den Revolutionskriegen. Das Gebiet kam unter die de-facto Herrschaft der Franzosen, die 1801 legalisiert wurde im Frieden von Lunéville. Im Zuge der territorialen Neugliederung und Aufnahme der preußischen Verwaltung kam es 1816 zur Bildung der Bürgerrneisterei Bettingen, der zunächst die Orte Außen, Gresaubach, Goldbach, Dorf und Limbach angehörten. 1820 kamen Hüttersdorf und Buprich dazu. Michelbach, bis dahin zum Amt Weiskirchen, Kreis Merzig, und Primsweiler, zum Amt Lebach gehörend, kamen zuletzt.

Unsere Dörfer von einst sind, ob wir es wollen oder nicht, auf dem Weg der Angleichung an die moderne Industriegesellschaft. In der Tendenz Anstatt-Stad t, in der Realität Nochnichtstadt.

Ist es ein Verlust? Die Frage wird mancher verneinen.

Einer wird vielleicht gegenfragen: Gab es das Dorf als Idylle? War es ein Ort von Gemeinschaft und Zufriedenheit? Und er wird behaupten, das sei das Dorf nie gewesen. Für ihn war es stets ein hartes soziales Gefüge aus Interessen und Zwängen, geformt von strengen Gewohnheiten und der ständigen Gegenwart der Gemeinschaft, getragen auch keineswegs von sentimentalen oder sonstwie gefühlsmäßigen Motiven, sondern von der Notwendigkeit des Kampfes ums nackte Dasein, dem Ringen init den Naturgewalten und den Drohungen des Mangels. Der Verneiner wird folgern:

Das hat die Menschen geformt, sie aufeinander verwiesen, sie aber zugleich mißtrauisch gemacht, auf den eigenen Vorteil bedacht und den Besitz zum 'Schutzschild' vor Armut, Hunger, Elend werden lassen. Wer die Frage bejaht , wird aufzählen, was das Leben im Dorf der vorindustriellen Zeit in seiner Besonderheit und seinem Anderssein 'Iebenswert ' gemacht haben kann: das Dorf als Sozialgefüge, gleichsam der zur Gewohnheit gewordene Niederschlag von Jahrhunderten dieses Kampfes. Es hatte die heimlichen Spielregeln, die Maßstäbe dafür, was als normal und richtig galt. Jeder kannte jeden, jeder wußte, was von ihm erwartet wurde und was er vom anderen zu erwarten hatte. Das kann nicht schlecht gewesen sein, wird er resümieren, wenn das Dorf seine Mitglieder zu dem machte, was sie waren, sie prägte, normierte, ihre Individualität einschränkte. Dieser Geist machte sie frei für die Entfaltung in Vereinen, in Parteien, in Freundeskreisen, Interessengemeinschaften oder sozialen Diensten. Frei war auch der fröhliche Zeeher

und Nichtstuer, der lieber 'von der Hand in den Zant' lebte und den Herrgott einen guten Mann sein ließ. Die Teilorte des neuen Schmelz hatten trotz ihrer herrschaftlichen Verschiedenheit in vergangenen Jahrhunderten, bedingt durch ihre geographische Lage zueinander, schicksalhafte, menschliche und kulturelle Gemeinsamkeiten, die ein administrativ gefordertes Zusammenwachsen absurd erscheinen lassen. Verwandtschaftliche Bindungen bestehen von Ortschaft zu Ortschaft seit eh und je. Wer zugezogen ist, wird integriert und soll ebenso wie der ureingesessene Bürger bei der Lektüre dieses Bildbandes mit Vorwitz sehen oder im Rückblick feststellen, wie es früher war.

In der Erinnerung wird viel verblaßt sein. Wenn die aus redaktionellen Gründen beschränkte Auswahl von Ansichten vom Leser als pars pro toto genommen wird, ist es im Sinne des Verfassers. Er dankt an dieser Stelle den Schmelzer Bürgern, die aus ihrem Privatbesitz dem Heimatarchiv Bilder und Postkarten zur Verfügung gestellt haben. Die meisten wurden gesammelt von Herrn Kurt Klein, reproduziert von den Herren Norbert Risch und Friedrich R. Schuh, andere stammen aus der Sammlung Anneliese SchmittLeidinger, Peter Baus, Alfons Scherrmann und Erwin Steimer. Anregungen zum Thema fand ich in einer Rezension von Hermann Rudolph über Arbeiten von A. Ilien und U. Jeggle.

Gress aus

1. In der Neuordnung der Verwaltung unter den Preußen im Jahre 1815 wurde Bettingen Bürgermeisterei, zunächst im Kreise Ottweiler, später im Kreis Saarlouis. Dazu zählten die Ortschaften Außen, Bettingen, Dorf, Goldbach, Gresaubach und Limbach. 1820 wurden Hüttersdorf und Buprich zugeteilt. Bis zum Jahre 1904 war in der Bürgermeisterei kein Verwaltungsgebäude. Seit 1851 bestand Personalunion mit Lebach. Mit der ersten Selbständigkeit erhielt die Bürgermeisterei das erste Rathaus - Bildteil rechts unten. In seiner Nachbarschaft hatte Matthias Biel sein dreistöckiges Hotel-Restaurant und Großkaufhaus, gegenüber J.C. Dittgen sein Gasthaus mit Handlung. Joharm Dittgen, Hotelier und Bierverleger, war im Gasthaus des vormaligen Altbürgermeisters Dezes etabliert.

2. Beim Abbruch der alten Kirche wurde 1959 ein Kupfertäfelchen gefunden mit einer lateinischen Inschrift, die zu deutsch lautet: Im Jahre des Herrn 1755 am 14. Mai wurde diese Kirche wieder aufgebaut, wobei der Hochwurdigste und Gnädigste Herr Theobert D'Hame, Abt in Tholey, den Grundstein legte, zur Zeit, da König Stanislaus regierte und Franciscus Erzbischof war, und allhier Pastor Franciscus Lacroix. Der romanische Turrnstumpf der Vorgängerin war belassen und in den Neubau einbezogen worden. Unter Pastor Friesenhahn (1914-1924) wurde der Turmhut der Kirche erneuert, mit Schallöffnungen versehen und die erste Kirchenuhr eingesetzt.

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3. Pastor Friesenhahn ließ die Kirche auch innen restaurieren und zeitgemäß modernisieren. Eine Heizung war schon etwas Besonderes für diese Zeit. Die Sakristei wurde erneuert, die bishengen Kircheneingänge durch vier große Portale ersetzt. Die Innenansicht zeigt den Hochalter mit Kreuzdarstellung und Assistenzfiguren. Die Seitenaltäre - Gottesmutter Maria (links im Bild) und Sankt Joseph (rechts im Bild) - entsprachen der Frauen- und Männerseite im Kirchenschiff. Im Chorraum das Taufbecken, die Hochkanzel und eine Pieta auf der linken, eine Herz-Jesu-Statue und das alte Chorgestühl auf der rechten Seite, Die beiden Beichtstühle, auf jeder Seite einer, sind nicht im Bild.

4. Was wie eine Luftaufnahme aussieht, ist in Wirklichkeit das Standfoto eines Amateurs von der Ostseite des Himmelberges aus. Flach dehnen sich die noch unbebauten Wiesen hinter Außen und Bettingen sowie vor Hüttersdorf. Die Prims schlägt ihren Bogen um die Mühleninsel. In Krappelroth steht erst ein Haus. Wo die Neusiedlung Schwammheck entstehen soll, erkennt man unschwer die Kleinstparzellierung. Die Besiedlung der Tal- und Blumenstraße steekt noch in den Anfängen. Gegenüber dem Poller'schen Holzlager bestellt ein Kuhbauer sein Ackerbeet.

5. Das Dorfbild von Außen zum Himmelberg hin ist von Gassen und Gäßchen geprägt. Kleine und kleinste Häuschen standen dichtgedrängt aneinander. Als Kienspan, Kerzen und Petroleumlampen die einzigen Lichtquellen hergaben, war die Brandgefahr immer groß. Eine Feuersbrunst vernichtete 1807 in Außen sechzig Häuser. Die Teilansicht läßt die fetten Wiesen in 'Bitzen' erkennen. Die Bettinger Schmelz liegt auf der Außener Seite der Prims. Der Bildausschnitt zeigt auf der Bettinger Seite die Wiesen um das 'Müllenknippchen' bis zur 'Hoekse!' noch völlig unbebaut.

6. 'Sankt Marien' zeigt sich noch ohne Außenputz. Nach den Plänen der Mainzer Architekten Becker und Falkowski 1930/1934 aus 'Außener Bruchsteinen' gebaut, beherrscht die Kirche das Ortsbild. Noch reichen die Äcker und Gärten bis dicht an das Bauwerk. Wo die Kornkästen nachreifen, liegt heute der Friedhof. Das Pfarrhaus war 1921 fertig geworden. Aus der Kapellengemeinde und Vikarie war Außen 1926 selbständige Pfarrei geworden. Die alten Außener erinnern sich an das Ereignis des schweren Transports der Pieta der Eingangsfassade aus der Werkstatt des Bildhauers.

7. Hüttersdorf/Saar, Totalansicht. Die Postkarte bietet einen Bliek auf die drei Ortschaften. links, im Hintergrund, Außen, rechts, Bettingen. Der Primsdurchbruch zeigt schon die angenagten Flanken von Horst und Himmelberg. Heute sind die Lücken in der Bildmitte, rechts und hinten, verschwunden. Hier ist Schmelz zusammengewachsen. Das untere Teilbild zeigt die Dorfmitte von Hüttersdorf. Auf der Straße sehen wir Kuhgespann, Radfahrer und spielende Kinder, kein Auto. Das stattliche Gasthaus Nikel Hoffmann (Behrens) und die 1838/1839 erbaute Schule stehen noch, ebenso die 1851 unter Bürgermeister Reusch, Lebach-Bettingen, erbaute Mauer um den Kirchhof mit den alten Grabsteinen. Das Schwesternhaus wurde 1925 erbaut auf dem Pfarrwittum 'Härenstreng', die zum arrondierten Grund der Herrschaft Hunolstein gehörten. Zunächst wirkten hier zehn Jahre lang Ordensfrauen von der Christlichen Lehre aus Nancy. Am 15. Oktober 1935 kamen Schwestern von der Heiligen Elisabeth aus dem Mutterhaus in Luxemburg.

8. Schon damals wählte der Fotograf für das Hüttersdorfer Panorama den kleinen Homerich als Standort für seinen Apparat. Das Haufendorf ist noch klein. Die wenigen Häuser des älteren Buprich bilden verwinkelte Gassen. Das Schiff der 1723 erbauten Kirche ist seit 1851 erweitert, ihr Turm aber noch nicht um das zweite Schalloch erhöht. Es fehlen auch noch Turmuhr und großer Wetterhahn. Der Moorpuddel trennt die beiden Ortsteile, nur der Kowenhoff zeigt erste Ausdehnungsversuche nach Westen. Der Krämer ist spärlich besiedelt. Heinrich Gerlach kam mit Sensen und anderen Stahlwaren aus dem fernen Sauerland. In Heinrichen-Haus betrieb er eine Gast- und Landwirtschaft. Die ledige Schwägerin Kathrin führte den Kolonialwarenladen. Die Gaststube war holzgetäfelt, verwittert braun, verräuchert von den unzähligen Tabakspfeifen der Mannsleut, die sonntags und werktags nach Feierabend den Branntwein dort tranken.

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