Schmelz in alten Ansichten Band 1

Schmelz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Lorenz Schmitt
Gemeente
:   Schmelz
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0866-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schmelz in alten Ansichten Band 1'

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Hotel zum Bahnhof, Primsweiler (Saar)

G esellschaftssaal

Restaurant "OD

Joseph 3Iozlmauu, Telef. Xr. 12 Lebach

9. Joseph Mozimann hatte Katharina Schertz von der Primsweilermühle zur Frau genommen und neben dem Bahnhof sein Hotel-Restaurant gebaut, größer und schöner als das Stationsgebäude. Mozimanns Sprüche und Anekdoten werden heute noch im ganzen Primstal zitiert. Im fensterlosen Keller links im Bild - lagerte das im Winter am Mühlenwehr geschlagene und mit Fuhrwerken angefahrene Eis. Kühlschrank und -truhe gab es noch nicht. Leichtverderbliche Ware wurde im Sommer mit Eisbroeken haltbar gemacht. Der Fotograf hatte das Interesse einiger von der Nachtschicht heimkehrender Bergleute erregt und sie so auf die Platte gebracht.

10. Mit dem Bau der Primstalbahn fällt der Anschlag des Steinbruches an der Westkante des Großen Horst zusammen. Pächter und Initiator war der vormalige Landwirt Oster aus Michelbach. Er gründete die Firma Oster & Cie und lieferte der Eisenbahnverwaltung die Schottersteine für die Gleisanlagen. Auch die seit 1842 ausgebaute Staatsstraße nach Trier brauchte Steinmaterial zum Unterhalt. Seit 1926 ist die Firma Bettinger-Hartsteinwerke Pachterin des fiskuseigenen Gelandes. Das Bild zeigt den noch kleinen Bruch in der zweiten Phase, die alte Michelbacher Brücke und rechts die noch nicht begradigte Kurve der Trierer Straße.

11. Wo sich heute die Siedlung Schattertriesch, mit ihrer 1965 erbauten Kirche 'Sankt Josef' und ihren über vierhundert Einwohnern, erstreckt, war bis in die zwanziger Jahre Triesch- und mageres Wiesenland. Die Familien 'Schettem', die ihre Namen von dem Ort Teterchen in Lothringen ableiten, waren die ersten Siedler. Ihre Häuser standen dort, wo die Prims noch große Kieslöcher freilegte und wo außer dem Viehtrieb der Schatter Müller nichts los war. 'Schettern' ist Haus-, Reinwald Familienname. Die Kreisstraße nach Limbach war mit Obstbäumen bepflanzt. Im Hintergrund des Bildes ist die Auscheter Höhe zu erkennen.

12. Dieser Gruß aus Limbach ist nicht besonders attraktiv, aber sicher ist er alt. Derartige Postkarten beweisen vielleicht die Anspruchslosigkeit der Zeit ihrer Entstehung. Sie sind nicht fotografiert sondern gezeichnet. Am Panorama stimmt unter Umständen die Topographie von Kirschholz, nicht aber die der Siedlung. Historische oder herausragende Gebäude waren nicht vorhanden in Limbach, also zeichnete man das größte Haus am Platz, den Gasthof mit Handlung des Joharm Koch. Die zweispännige Chaise wird vom Kutscher schroff angehalten, der Hausherr kommt dem Gast, offenbar einer Dame, entgegen. Männer mit Hüten sitzen nach südländischer Art an Tischen vor der Schenke. Die Handlung des Johann Koch verspricht alles, was zum Bedarf der Limbacher gehört: Nesteln und Nägel, Kerzen und Kochtöpfe, Hustentropfen und Hanfstricke, aber auch Petroleum, das mit der Handpumpe in die Kännchen der Kunden gefûllt wird. Elektrisches Licht gab es noch nicht.

13. Die Häuser um die Kirche 'Sankt Willibrord' in Limbach stehen heute nicht mehr so, wie es die alte Aufnahme zeigt. Die neue 1906/1908 nach Plänen des Architekten Brand aus Trier erbaute Kirche wurde 1951 und 1976 verandert. Ein Umbau steht bevor. Pfarrer Leo Schommer ist mit den Fachleuten des Konservatoramtes bemüht um den Erhalt der alten Kirche mit ihrem romanischen Turm und dem barocken Sandstein-Pilasterportal an der Westseite.

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14. Gasthäuser gab es eine ganze Anzahl, wenn auch weit weniger als heute. Meist waren sie gut besucht, zumal an Kirmessen und Festtagen. Aber auch sonntags nach der Messe und abends nach der Arbeit. Am Stammtisch wurde Schafkopf gespielt oder Dulles. Der Dulles war eine französische Kupfermünze der frühen Saargebietszeit (1919 bis etwa 1928), auch 'dicker Sou' genannt. Das Gasthaus Jakob Herrmann übernahm 1921 Peter Risch (der ewerschte Risch). Das Foto ist typisch für die Zeit. Im Saal ist Tanzmusik und vor dem Haus stehen die Einspänner, mit denen die Auswärtigen gekommen sind. Heute ist hier der Royal-Music-Center von Schütte und Langenfeld.

15. An der Stelle des heutigen Rathauses plusterten sich um die Jahrhundertwende noch die Gänse und Enten gründelten im flachen Wasser der Prirns, Bei Ablauf des Winterhochwassers bildeten sich Kies- und Sandbänke. Erlen und Weiden schlugen Wurzeln, Kalmus und Wassergräser zwangen den Fluß zu Umwegen. Es bildeten sich Inseln von einer Größe, die ausreichte als Festplatz. Die Aufnahme gewährt einen Bliek auf den Hasenberg mit dem ersten Rathaus, dem erst 1928 ein Flügel angegliedert wurde. Der Turm von 'Sankt Stephan' trägt noch seinen spitzen Hut. Am Bildrand, rechts, steht das 'Däsen-Bauernhaus, in dessen Nachfolgebau heute 'Mie-chen' und Norbert 'allerenerschter' Risch Markteek-Bier zapfen und ausschenken.

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16. Diesmal geht der Bliek von Außen auf Bettingen. Im Vordergrund das erste Haus in der späteren Talstraße inmitten von Garten- und WiesenparzeIlen. Vor der Prims steht noch das Gerberhäuschen, das letzte seiner Art im weiten Umkreis. Die Trierer Straße zur Primsbrücke hin ist eine Allee, der Bahnhof noch keine zehn Jahre alt. Neben dem Rathaus und der alten Schule von 1828 ragen die Häuser der Kaufleute Bernarding und Biel heraus. Der Keller des Bergmannshäuschens ist oberirdisch wegen des hohen Grundwasserspiegels.

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17. Abends um acht Uhr, am 8. Februar 1869, fegte ein ungewöhnlich starker Sturmwind über das Bergdorf Außen. Hundert Häuser wurden beschadigt, vierzehn total abgedeckt, das Holzwerk weggeschleudert und zerbrochen. Die Königliche Regierung in Trier gestattete eine Kollekte in den Kreisen Saarlouis, Saarbrücken und Merzig mit dem Hinweis auf die dürftigen Verhältnisse, in denen die Betroffenen schon bisher lebten und nennt die Gemeinde Außen eine der armsten des Regierungsbezirks. Durch Rescript waren Deputierte für die Hauskollekte ermächtigt: 1. Lehrer Johann Arend; 2. Ortsvorsteher Peter Staudt; 3. Schankwirt Peter Herrmann und 4. Ackerer Joseph Grohs. Das Gasthaus von Josef Merten ist heute Metzgerei und Wirtschaft Basenach.

18. Auf Ruinen ihrer Vorgängerin wurde die Bettinger-Mühle 1706 als Getreidemühle wieder aufgebaut und blieb fortan bis einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg im Betrieb. Generationen von Mennonitenfamilien haben später hier gelebt und gewirtschaftet, Die Mühle ist mit den Namen Schertz, Nafziger, Oesch und Guth verbunden. Das Herrenhaus stand abgesetzt von den Ökonomiegebäuden, die einen Innenhof begrenzten. In der Fassade waren Kopfreliefs eingelassen, die ebenso wie die Simsomamente aus der frühen Produktion der Fayencerie Mettlach stammten.

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