Schmelz in alten Ansichten Band 1

Schmelz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Lorenz Schmitt
Gemeente
:   Schmelz
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0866-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schmelz in alten Ansichten Band 1'

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19. Mit der Wasserkraft der Prims wurde die Mühle betrieben und die Abnahme garantierten alte Wasserrechte. Ein Wehr aus schweren Steinen staute den Fluß oberhalb der Rauschen. Durch eine Klause vor dem Mühlenkanal regelten die Müller den Zulauf zur Radkammer. Nicht selten brachte Hochwasser die Mühle und ihre Bewohner in Bedrangnis. Vorn Starkstremmotor ist das klappernde Mühlrad in den Ruhestand versetzt worden.

20. Als am 29. September 1869 im Gasthaus Dezes in Bettingen die Bettinger-Schmelz versteigert wurde, waren die Immobilien in Lose aufgeteilt. Im ersten Los waren Herrenhaus mit zwei Gebäuden links und rechts vom Eingang mit dem Garten, der Kohlenscheuer und dem Waaghäuschen, im zweiten der Hüttenplatz mit Hochofengebäuden, Wasserrad, Ober- und Untergraben und Wassergerechtigkeit, im dritten bis siebenten sieben Arbeiterwohnungen, im zehnten Wasch- und Backhaus, im elften Schreinerei, Schmiede und Magazin. Die anderen Lose enthielten Wiesen und Ackerland. Die späteren Besitzer, Poller-Steinrücke, gaben dem Wiegehäuschen eine Gnadenfrist. So blieb es als Erinnerung an den Betrieb der Eisenschmelze.

21. Nachdem Johann Ludwig Poller aus Außen 1897 die alte Schmelze erwarb, gründete er das Sagewerk. Jahrzehntelang war das Werk Abnehmerin für Holz aus den Wäldern der Umgebung. Die Erben und Nachfolger des Gründers betreiben heute noch einen Großhandel in Holz. Unser Bild aus den dreißiger Jahren zeigt den 'roten Baus' beim Splintschlagen an einem Buchenstamm, der anschließend zur Gattersäge gerollt und zu Bohlen geschnitten wird.

22. Ein erstrangiger Wirtschaftsfaktor und Aktivposten irn Haushalt unserer Gemeinden war lange Zeit der Wald. Waldarbeiter waren das ganze Jahr beschäftigt, im Sommer in den Kulturen, im Winter beim Holzeinschlag. Die Abtriebsf1ächen wurden sogleich wieder aufgeforstet. Brenn- und Nutzholz waren mehr gefragt, als geliefert werden konnte. Im Staatsforst Großer Horst, dessen Waldf1äche Bettingen und Limbach verbindet, schafften fast ein Lebenlang die Männer auf unserem Bild. Von links: Franz Hero aus Limbach, ebenfalls von dort Franz Harig, mit ihren messerscharfen Äxten, Johann Leidinger aus Bettingen mit der großen Bügelsäge und Johann Berg aus Limbach mit der Trummsäge.

23. In Abstimmung mit dem Forstamt Lebach erstellte der in Bettingen residierende Förster Paul Röder die Forstwirtschaftspläne, regelte den Holzverkauf und übte die Jagdaufsicht aus. Das staatliche Forsthaus stand in der Saarbrücker Straße (heute Autohaus Jenal). Den ihm 'Zustehenden' hat er in Gailhof auf der Pürsch auf die Decke gelegt. Die Aufnahme entstand im großen Forsthausgarten. Der Dackel hieß Lumpi, Lumpi hörte aufs Wort. Herr Röder rief: 'Lumpi, kommst du her oder net? ' Darm kam Lumpi - oder net.

24. Eine stattliche Zahl von Beschäftigten der Melaphyr-Hartsteinwerke Oster & Cie Michelbach stellt sich auf dem Betriebsgelände dem Fotografen. Sie kamen aus dem Primstal und den Dörfern des Hochwaldes. In der Brecheranlage wurde der harte Stein über Siebanlagen verschiedener Größe aufbereitet und als 'Packlage', 'Steinschlag' und 'Split' dem Bahn- und Straßenbau zugeführt, Wegen seiner hohen Druckfestigkeit und großen Zähigkeit ist der Stein auch heute noch gefragt. Über die Schüttelrutschen konnte das Fertigmaterial von der Rampe direkt in die Eisenbahnwaggons geleitet werden.

25. Von Westen her haben sich Arbeiter mit Bohrer und Brechstange Stück für Stück in den unberührten Fels gefressen. Mit der Kipplore über Feldgleise schaffen die Schlepper das Grobmaterial zum Brechwerk. Unförmige Stücke waren mit dem langen Handhammer zu bearbeiten. Das Handwerk des Steinabrichters ist so gut wie ausgestorben. Im Horstbruch hatte sich die Fertigkeit Pflastersteine zu produzieren durch Familien vererbt. Es gehörte Geschick dazu, mit wenigen Schlägen die bekannten Formen aus dem unregelmäßigen und zähen Stein zu richten. Auf der Lore, mit dem Hammer in der Hand, sitzt Albert Willems, neben ihm steht Alfred Backes (Suppe), neben diesem Johann Ott und Mätz Frank. Die Namen der beiden anderen Männer konnte ich nicht ermitteln.

26. Viele Häuser in Hüttersdorf und Buprich sind aus Sandsteinen gebaut, die in der Hinchelkaul gebroehen wurden. Es ist ein Buntsandstein von blau-roter Farbe, der sich gut bearbeiten läßt. Der Bruch ist aufgelassen. Damals fuhr der Unternehmer Fuchs aus Piesbach mit seinem vollgummibereiften Lastauto von diesen Steinen ins Nalbacher Tal. Junge Hüttersdorfer fahren hier mit dem Kuhwagen Abraum zur Seite. Die braven Kühe haben Namen: Zu der Hand 'Schulli', von der Hand 'Schäk'. Der Fuhrmann mit den steifen Gamaschen ist Heinrich Valentin. Die Kreuzhacke schwingt Peter Schröder, der schwarze Friseur. Auf dem Wagen von links nach rechts: Wendels Henz (Johann Schmitt), Schreder Johann, Theisen Jupp (Josef Engstier) und Albert Schreder, der Wassermann. Der den Stock apportierende Hund gehört zum Fuhrwerk.

27. Wenn der Außener Bergmann seine sechzig Zentner Deputatkohlen vom Bettinger Bahnhof heimschaffte, war das ein schwerer Arbeitstag für seine Kühe, Das Dreigesparm zieht im Schritt-Tempo den schwerbeladenen Kastenwagen den steilen Berg hinauf. Mit dem Hernrnstein in der Hand geht der Fuhrmann am Hinterrad und läßt die Tiere nicht nur einmal verschnaufen, Die meisten Außener Kühe trugen Klaueneisen auf beiden Seiten. Am Ende der Fahrt sah die Hausfrau die Zugtiere nur schne.beicheln. Den Melkeimer konnte sie an diesem Tag in der Milchkammer lassen. Bildmitte: Die Außener Kapelle.

28. Vom Schmelzer Kuppen her gesehen, erkennt man die ersten Häuser der Trierer Straße. In der Vormittagssonne liegt das Gasthaus Groß-Jäb mit seiner Terrassenbalustrade, daneben das Haus Jung und dahinter der Kinosaal der 'Schrnelzer-Lichtspiele'. Die Abzweigung zum Sagewerk ist noch ohne feste Decke. Der fast in der Biegung geparkte Opel P4 bildet kein Verkehrshindernis. Das Dreirad mit Bizepsantrieb des beinamputierten Invaliden kann gemächlich links fahren. Wenn der Bergmannsbauer seinen Wagen Grünfutter eingebracht hat, ist die Straße für lange Zeit von jedem Verkehr frei. Die Freiluft- Telegrafenleitung hat schon vier Isolatoren.

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