Schmelz in alten Ansichten Band 2

Schmelz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Lorenz Schmitt
Gemeente
:   Schmelz
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4880-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schmelz in alten Ansichten Band 2'

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59. Aus solchen Bauernhäusern kamen die Söhne - den Umgang mit Pferden gewöhnt - zu den KavalJeriegattungen der Kürassiere, Ulanen, Dragoner und Husaren. Unser Bild: Altes Bauernhaus, das breitgegliederte Quereinhaus, wie es typisch ist für das Primstal und seine Umgebung.

60. Der Bauernjunge Karl Herrmann (1870-1930) aus Hüttersdorf kam 1891 zur 3. Eskadron des Husarenregiments König Wilhelm Nr. 7 in Bonn, die er 1894 als Reserve-Gefreiter verließ. 'Im Tannenbusch', früher 'Auf dem Sandt' an der Köln-Bonner Autobahn war der Exerzier- und Paradeplatz der Bonner Ulanen und Königshusaren. Husaren waren leichte, nach ungarischem Vorbild uniformierte Kavallerie-Einheiten von großer Beweglichkeit. Ihre Kleidung war ein Teil der ungarischen Nationaltracht, dem Dolman, mit Schnüren und vielen Knöpfen. Wie die Ulanen und Dragoner führten die Husaren die zwei bis drei Meter lange Stangenlanze, an der unter der Spitze ein Fähnchen angebracht war.

61. Aus dem bäuerlichen Anwesen des vormaligen Bürgermeisters Joseph Dezes wurde das heutige Hotel und die Großbäckerei Dittgen. Im rechten Winkel zum zweistöckigen Bauernhaus sehen wir eine zweite Scheune. Daneben waren die Ställe der Hengste der staatlichen Zuchtstation. Das Arbeitspferd der hiesigen Bauern war eine Mischung aus der Zweibrücker, Eifler, Ardenner und Lothringer Rasse, ein Zugpferd nicht groß, aber stark und ausdauernd. Durch eine Kreuzung mit den Königlichen Landgestüten und Percheron- Hengsten wurde eine wesentliche Verbesserung der Pferde herbeigeführt. Das Percheron ist ein schweres Kaltblut. Als temperamentvolles Zugpferd besitzt es Energie und Arbeitseifer. Es kommt als Schimmel und Rappen vor. Zuletzt leitete die Staatliche Beschälstation in Bettingen Karl Bornemann (alte Fotos zeigen ihn in preußischer Uniform) und das Gestüt trug den Namen 'Wickeroder' .

62. Meiersch Rappen mit Stirnblesse entsprechen nicht mehr ganz den Kennzeichen des Percheron. Ihr hübscher Kopf auf schlankem Hals, der muskulöse Rücken, lassen auf Herkunft aus der Rasse der leichteren und kleineren Ardenner schließen.

Die Mädchen (Bild oben) Therese (Res'chen) Hoffmann, spätere Frau Bauer, Lebach, und ihre Freundin Martha Staub, spätere Frau Hack, Münchweiler/Alsenz, führen die Pferde von 'Meiersch Matz' an die offene Tränke in PrimsweiIer.

Drei fröhlich lachende Mädchen aus 'MeierschHaus' sehen wir auch mit dem Pferdewagen, (Bild unten) zur Feldarbeit unterwegs. Im Damensitz auf dem Seitpferd Therese Hoffrnann, daneben der Landhelfer Hans Frischbier. Auf dem Wagen sitzen Trina Hoffmann, spätere Frau Fuchs, Lenchen Kuhn, spätere Frau Müller (Sipp) und eine Freundin.

63. Allein und auf sich gestellt sehen wir die fünfzehnjährige Trina Hoffmann mit den braven Rappen beim 'Schälen' des Stoppelfeldes nach der Getreideemte in der Flur 'Murtengärten' diesseits der Prims. Der Vater war zwei Jahre zuvor verstorben.

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64. Beim Drusch müssen alle Hände zupacken. In einer Pause wurde ein 'Bild gemacht', vor MeierschScheune in Primsweiler. 'Burns Martha' , Martha Schmitt, zählt die gefüllten Säcke und trägt die Strohbündel weg. Die mobile Dreschmaschine mit Elektromotor und Riementrieb kommt vom Hof des 'Böhmen-Matz' aus Lebach. Obenauf sitzt der Maschinenführer Johann Schäfer, von 'Böhmen' vor Lebach. Neben ihm winken Trina Hoffmann und Helene Frischbier. Vor dem Füllstutzen der Frucht umarmt Martha Staub ihre Freundin Res'chen Hoffmann, Alois Fuchs legt den Arm um Lenchen Kuhn, auf der Leiter sehen wir Anni Hoffmann, andere Helfer werden sich selbst wiedererkennen. Ich konnte sie heute nicht ermitteln.

65. In den vorgestellten Bauernhäusern wurde zu allen Zeiten Brot gebacken, immer soviel Laibe, wie der Backofen aufnehmen konnte. Nur die erfahrene Hausfrau, die schon der Mutter und Großmutter zugeschaut hatte, durfte an diese einfach erscheinende, dennoch schwierige und Wissen verlangende Arbeit herangehen. Die Kunst bestand in der Herstellung und der Behandlung des Teiges sowie der Beobachtung des Backvorganges. Das Produkt war jedenfalls ein braunes, zur Mitte hin helles, duftendes und knuspriges Grundnahrungsmittel. Zu den 'Alten Ansichten' zählt auch ein Bliek in eine 'Backmoul' in der der Brotteig angesetzt und geknetet wurde. Die mit dem Teigschaber abgekratzten Reste an den Seitenwänden und dem Boden bildeten, gut verwahrt, den Sauerteig für den nächsten Backtag. Unser Bild: Die Tischbackmulde aus dem Bauernhaus Mertes-Jochem in Bettingen.

66. Frühlingszeit - Pflanzzeit, auch für die Kartoffel. Wenn die Sonne den Boden etwas angewärmt hatte, brachten unsere Bauern die Saatkartoffeln in das vorbereitete Ackerbeet. Hinter dem Einscharpflug schritt die 'Legerin' in gebückter Haltung und steckte in gemessenem Abstand die Knolle ins Erdreich. Eine Leerfurche deckte den 'Strang' zu. Auf den heutigen Mono-Kultur GroßfIächen trifft man bei uns nur noch selten ein Kartoffelfeld. Im lockeren Verwitterungsboden auf Auschet sehen wir Anton Holzer und seinen Pferdeführer am Pflug. Die Legerinnen sind Katharina und Rosa Holzer. (Bild oben.)

Die Legerinnen mit ihren weißen Kopftüchern, genannt 'Zepp', und den umgehängten Tragesäcken (Bild unten) sind von links: Gertrud Becker, spätere Frau Thome, Maria Becker, geborene Rohnert und Christine Becker, spätere Frau Müller, in der Flur 'Rödelsknopp' hinter Michelbach.

67. Die Limbacher Kartoffelsetzerinnen und der kleine Hosenmatz legen eine Pause ein. Wir sehen das Kuhgespann und den Vorderpflug. Das Rindvieh ging hier nicht im Joch- sondern im Kummetzug. Der Milchertrag war der Arbeitsbeanspruchung entsprechend gering. Es war Braun- oder Fleckvieh aus der Glan- und Birkenfelder-Rasse unter Einkreuzung von Charolais und Simmentalern. Das Glan-Rind hat leicht abwärts gebogene Hörner, ist wie das Simmentaler gut bemuskelt und anpassungsfähig an spezielle klimatische Verhältnisse. Auch die Rinderzucht stand hier unter behördlicher Aufsicht, das heißt, die Deckstation war zentral, die Gemeinde unterhielt den gekörten Zuchtstier, der gegen Aufwandsentschädigung bei einem bestimmten Landwirt stand.

68. Der Bupricher Kuh-Bauer Fritz Scheller führt seine drei Musterexemplare auf saftiger Weide und die Tiere gehen brav 'bei Fuß'. Wenn es richtig ist, daß die natürlichen Kerbungen im Horn der Anzahl der Kalbungen entsprechen, hat die 'Zuderhand' fünfmal gekalbt. Die Kuh ist 'frischmelkend' . Bei guter Frühjahrsweide und Grünfuttergabe kam die gelbgefärbte Grasbutter auf den Tisch, im Gegensatz zu der blassen, fast weißen Winter-, Stall- oder Strohbutter , der die grünen Pflanzenfarbstoffe fehlten.

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