Schmelz in alten Ansichten Band 2

Schmelz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Lorenz Schmitt
Gemeente
:   Schmelz
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4880-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schmelz in alten Ansichten Band 2'

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69. Rechtschaffen müde und hungrig kommen 'PauIa' und 'Frieda' mit ihrem jungen Fuhrmann Hermann Krämer auf dem 'Bielenberg' in Buprich an. Es ist heiß und die Sonne steht hoch im Mittag. Rechts vorne sehen wir Ackergeräte: die schwere eiserne Egge, den Hebebock zum Wagenradwechsel und die Handhabe des Häufelpfluges. Im Hintergrund stehen Johann Krämer und der Nachbar Matthias Scherer.

70. Mit ihrem Kuhgespann fahren die Michelbacher Frauen Christine Müller-Becker und Elisabeth Becker geborene Spaniol, Heu ein. Auf der Kuh reitet, aber nur für die Zeit der Fotoaufnahme, der Bub Joachim Becker.

71. Für die Hüttersdorfer war der Stichtag für den Beginn der Kartoffelemte der Tag nach der Kirmes von 'Heilig-Kreuz' (14. September). Meist waren es sonnige Herbsttage und von früh bis spät war man auf den Beinen in der Feldflur. Die Mahlzeiten wurden im Acker gehalten. Keiner konnte sich über mangelnden Appetit beklagen. Die Geschwister Schmitt (Lombennikels aus Lilienhaus) haben 'im Rinket' alles aus und wahrscheinlich 'Ehrhahn'. Fein säuberlich liegen die Kartoffeln auf der 'Strau' zum Trocknen. Nach dem Kaffee, der im 'Hädenkessel' gebracht wurde, geht es ans 'Räffen' und auslesen: die Dicken, die Setzkartoffeln und die Kleinen (Futterkartoffeln). Beim Zubinden werden die Säcke gezeichnet durch Beibinden von Kartoffelkraut für die Dieken und 'Schießmehl' (Ackermelde ) für die Setzkartoffeln.

72. Ziegen werden wegen ihrer Milch, des Fleisches und ihrer Häute gehalten. Zickelsfleisch mit grünem Salat um die Osterzeit welche Delikatesse. Das wußten die Leute in unseren Dörfern schon immer. Wo keine Kühe die Milch für den Haushalt lieferten, standen fast in jedem Haus eine oder mehr Ziegen. Die anspruchslosen Tiere springen und klettern gern. Erstaunlich ist ihre Milchleistung. Die durchschnittliche Jahresmenge wird mit 950 Kilo, mit 3,5% Fett, angegeben. Waren es um 1930 noch etwa 600 allein in Bettingen und Außen, ist die Zahl der Ziegen hier fast auf Null zurückgegangen. Bei einzelnen Liebhabern sieht und hört man ab und zu Vertreter dieser zutraulichen Tiere, Bis in die Nachkriegsjahre wurde die Weiße Deutsche Edelziege hier gehalten und gezüchtet. Zwei dieser kinderfreundlichen Milchziegen zeigt unser Bild auf der Weide im noch siedlungsfreien Gelände hinter der Forsterstraße in Bettingen.

73. Auch Schweine wurden bei uns nicht nur in Bauernhäusern gehalten. Der kleinste Hausbesitzer konnte Platz schaffen für die Haltung und Mast von ein oder zwei Schweinen. Bis zum Aufkommen der Stallmast brachte der Hirt aus allen Häusern das schmalköpfige, magere Herdenschwein in die Waldatzung. Diese Art der langbeinigen, schlanken Tiere mit gestreektem Kopf und dem deutlichen Borstenkamm auf dem Rücken, wurde bei uns gehalten bis sich durch Zuchtauswahl und Einkreuzung das frühreife Schwein mit starkem Fettansatz, kurzem Kopf mit der eingedellten Nasenlinie durchsetzte. Das Prachtstück auf unserem Bild gehört sicher zu der erstbeschriebenen Art. Der Haus-Metzger 'Zenner-Jäb' aus Goldbach präsentiert den Schlachtkörper an Leiter und Sielscheit vor dem Steffes-Haus, Sträßer-Engstler, in der Nachtweidstraße in Bettingen. Großvater Kar! EngstIer , Schwiegersohn Peter Sträßer und Johann Daun haben mehr oder weniger geholfen.

74. Die Auscheter Jagd hatten lange Zeit Fabrikbesitzer aus Saarlouis-Fraulautern gepachtet. Als Aufseher war keiner besser geeignet als Nikel Schedler, genannt 'Schedler Dick' aus Limbach. Er bepflanzte die Wildäcker und beschickte die Winterfütterungsplätze. Für die Herbstjagden besorgte 'SchedlerDick' die Treiber und verwertete die Strecke. In der Mitte zwischen den Waidmännern aus der Stadt und seiner Frau 'Gret' steht er im 'Rûhrt-euch!' mit geschulterter Doppelflinte und umgelegtem Patronengurt, gefüllt mit Schrotpatronen. Die vierbeinigen Jagdbegleiter liegen gehorsam 'down' zu füßen im Gras. Frau Gret kannte man in den Dörfern des Theel-Ill-Prims- und Bohnenta1es als letzte 'Gänglerin' in Devotionalien. Rosenkränze bot sie zum Kauf und nahm Reparaturaufträge an. Selbst Meßstipendien konnten bei ihr untergebracht werden (für die Mission). Der junge Mann im unwaidmännischen Sonntagsanzug mit Fernglas und Flinte könnte ihr Sohn Johann sein. Der Knabe ist Franz Harig, das Mädchen dessen Schwester Anneliese Harig, spätere Frau Töttel aus Limbach.

75. Im Kriegsjahr 1915116 wurde die Abteilung 'Schewieser-Berg' im Hüttersdorfer Gemeindewald ohne Rücksicht auf das Abtriebsalter von Kiefern-Stammholz kahlgeschlagen. An der Westfront brauchte die Truppe das Holz zum Graben- und Stel!ungsausbau. Unter Aufsicht und Anleitung des pensionierten Bergmanns und Gastwirts Georg Reuter, genannt 'Reuter-Schorsch', wurde die Kahlhiebfläche sogleich mit Fichten aufgeforstet. Das Foto zeigt die Waldarbeiterinnen aus Hüttersdorf mit ihrem Aufseher. Von links, obere Reihe: Lenehen Bril!, spätere Frau Holz, Maria Trouvain, spätere Frau Brill, Gretel Neusius, spätere Frau Groß. Untere Reihe, von links: Gretehen Trouvain, spätere Frau Jast, Soldat N.N., Til!a Neusius, spätere Frau Barth, Berta Pfeifer, Georg Reuter, Juichen Blandfort, Maria Emanuel geborene Sehmitt und Caeeilia Wilhelm, spätere Frau Herrmann.

76. Am südlichen Ausgang von Schmelz, heute Primsweiler- und Körpricher Straße, befand sich in den dreißiger Jahren eine prächtige Allee. Von der Primsbiegung bis zum Ortseingang von Hüttersdorf war der 'Ale Wä' (Flurnamendeuter sehen darin 'Alter Weg') auf beiden Seiten mit der Nordamerikanischen Platane bepflanzt. In Licht und Schatten liegt hier die für den aufkommenden Fahrzeugverkehr zu eng gewordene Landstraße, damals eine beliebte Promenade. Wenn im Herbst die bunten Blätter und die kugeligen Fruchtköpfchen von den alten Bäumen rieselten, hatten auch die Kinder ihre Freude. Die Stihl-Säge warf die immer noch gesunden Veteranen in wenigen Stunden auf ihre Längsseite, und es wäre im Nachhinein zu hoffen, daß das wertvolle Nutzholz eine wirtschaftliche Verwendung gefunden hätte. Dieses nicht mehr neue, angegilbte Foto mag den Schluß unserer Schmelzer 'Alten Ansichten' bilden.

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