Schmölln in alten Ansichten Band 2

Schmölln in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Günter Schneider
Gemeente
:   Schmölln
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6532-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schmölln in alten Ansichten Band 2'

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9 Vom Amtsplatz aus gesehen der Eingang zur Paulusstraße, früher im Volksmund kurz Baalsgasse genannt. Um 1950 erhielt die Straße den Namen 'Alexander-PuschkinStraße'. Rechts der Gasthof 'Zu den drei Schwànen', an dessen Giebelseite Glaskästen für die Kinoreklame hängen, denn gleich einige Meter weiter im Hoflag der Eingang zum 'Schwan-Kino' oder, wie es genauer hieß, zu den 'Central- Lichtspielen'. Links vom Hofeingang hinter der in Bildmitte zu sehenden Mauer war die zum Schwan gehörende Gaststätte 'Kegelschuppen'. Als er gastronomisch bewirtschaftet wurde, stellte man den Kegelbetrieb ein. Links am Bildrand ist das heu-

te noch stehende BuchhändIer Bauersche Eckhaus. Rechts daneben, halb auf die Paulusstraße gebaut, das Lebensmittelgeschäft van Robert Haase. Es wurde abgerissen, und auf die neue Baufluchtli-

nie zurückgesetzt entstand ein neues größeres Wohn- und Geschäftshaus. Gleich daneben der Giebel des abgerissenen Hupferschen Hauses.

10 Eine Nachtaufnahme in der Paulusstraße mit Blick auf den Gasthof 'Zu den drei Schwänen' . Aufgenommen im Dezember 1935, abends 21 Uhr. Rechts das Haus wurde nach 1935 abgerissen, der 'Schwan' erst 1993. Ein Landsknecht des Dretßigjährigen Krieges Jean Duan heiratete in das Haus des Brauund Röhrrneisters Peter Schmidt auf dem Teichdamm ein und erhielt am 26. März 1662 für dieses Haus die Genehmigung Bier auszuschenken und Fremde zu beherbergen. Wegen seines Namens wurde er von den Schmöllnern 'der Franzose' genannt. Es gab langen Streit rnit dem Besitzer des etliche Iahre älteren 'Schwarzen Bären', weil Duan an seinem Gasthof erst auch ein Schild mit einem schwarzen Bären, das er später golden bemalte, befestigt hatte. Sein Nachfolger hat um

des Friedens willen den Namen 'Zu den drei Schwänen' angenommen. Es sind im Laufe der Jahre über zwanzig Besitzer und Wirte nachweisbar. Älteren Schmöllnern ist der angebaute Schwansaal eine Erinnerung an viele Veranstaltungen, Tanzabende und Bauerntreffen.

11 Westlicher Markteingang, noch mit der alten Bebauung. Rechts 'Kaffee Lazer' oder im Volksmund 'Lazers Ecke' genannt, Am Haus war eine Seilrolle rnit Kurbel an der jeden Abend die Straßenbeleuchtung in der Mitte der Kreuzung am Seil zur Zündung herunter geholt wurde. Zu DDR-Zeiten erfolgte eine provisorische Eckbebauung mit einern Schuhpavillon, Heute, nach der Wende, steht hier über mehrere Grundstücke hinweg ein neuer Geschäftsund Wohnkomplex, beim vorangegangenen Abriß kam ein größeres Stück Stadtrnauer zum Versehein. Die linke Seite ist uns als 'Hutschneiders' bekannt und steht zur Zeit noch so wie im Bild zu

sehen. Diese Ecke wurde spät bebaut, weil bis hierher der große Teich ging und vom Stadtrat der freie Zugang zum Löschwasser gefordert wurde, Am Ende des Schneiderschen Hauses befand sich zum

Marktplatz zu das 'Obere Stadttor' oder auch 'Geraer Tor'; heute erinnert nur noch die Gaststätte 'Zum oberen Tor' daran.

12 Die ehemalige 'Konsumverkaufsstelle 1 ' auf der unteren Marktseite. Auf dem Bild noch ohne Schaufenster. Mit dem konsumeigenen pferdebespannten Transportwagen wird gerade Ware angeliefert. Vordem war in diesem Haus, Markt 23, unter mehreren Besitzern und Pächtern die Gaststätte 'Fûrstenkeller'. Es wird berlchtet, daß 1835 und

1843 große Redouten stattfanden. auch das Festessen zum Osterländischen Sängerfest 1 83 8 fand hier statt. Im Iahre 1848 gab es in den Räumlichkeiten einen großen Festball zur Einweihung der Fahne der Bürgergarde. Mitte des 19. [ahrhunderts erwarb der letzte Wirt die Fürstenkellergerechtigkeit und übertrug

sie vom Markt in seine neue Gaststätte in der äußeren Lohsenstraße. In die ehemalige Konsumverkaufsstelle ist jetzt die Konditorei Iahn eingezogen, deren ehemalige Verkaufsstelle im Haus der Zorn-

Schmiede auf dem Amtsplatz wegen der Bahnüberführung abgerissen werden mußte. Am Markt entstand nach hinten zu, wo früher der Tanzboden des 'Pürstenkellers' lag, ein Neubau und nach dem Markt

hin ein umfangreicher Umbau für die Konditorei.

13 Das im Stil der Gründerzeit von dem Schuhwarenhändler Knelpel erbaute Haus Markt 26 wurde auf dem Grundstück des Knopffabrikanten Fleck gebaut, der zum Markt zu ein kleines eingeschossiges Wohnhaus und zur SchloBstraBe hin eine Knopffabrik besaß; diese brannte im jahr 1900 ab und wurde abgerissen. Auf dem Grundstück der Fabrik entstand durch Auftragen von guter Erde ein Garten. Nach dem Neubau am Markt waren ursprünglich ein Schuhgeschäft und das Delikatessengeschäft von Max Kutschenreuter im ErdgeschoB. Im Mai 1914 wurde Paul Schneider Mitinhaber und 1 932 alleiniger Inhaber, nun ging das Schuhgeschäft über die ganze Hausfront, der Sohn als Nachfolger benannte es in den fünfziger [ahren in Schuhhaus Schneider um. Die umfangreiche Bautätigkeit

um die Jahrhundertwende in Schmölln bereicherte die Stadt durch eine größere Anzahl Hausneubauten mit vielfältigen Schmuckelementen; leider sind vor 1990 diese Zierelemente bei Abputzarbei ten oft abgeschlagen worden.

14 Das Haus Mittelstraße

Nr. 8, die südöstliche Ecke der Kreuzung Mittelstraße- Brandstraße. Damals. 1902, Herrn August Fritzsche gehörig, der wie im Bild sichtbar im Erdgeschoß einen Materialwarenhandel betrieb. Heute, 1998, ist eine Fernsehverkaufstelle hier und deren dazugehörende Werkstatt im verlängerten Gebäude in der Brandstraße. In diesen Räumen war auch einmal das Zollamt, später, hinter einem Rolladentor, die Autorepara turwerkstatt van Willy Härtel. Die Brandstraße hat ihren Namen nach dem großen Stadtbrand von 1 772, da das Feuer am östlichen Ende der Straße in der Adjunkturscheune durch Brandlegung ausbrach,

und das Zentrum und die obere Vorstadt vernichtete. Während die Schloßstraße nach dem im Mittelalter am Westende der Straße gelegenen Reußenschloß benannt wurde, dessen Grundmauern

im August 1995 wieder zum Vorschein kamen und genau vermessen wurden.

15 In der Ecke MittelstraßeBrandstraße hatte der Fleischermeister Willibald Weise seine Fleischerei. Man nannte ihn imVolksmund den 'Mittelweise' , zum Unterschied des anderen Fleischermeisters 'Stufenweise' auf der oberen Marktseite Haus Nr. 6; heute noch führen Stufen zu dieser Fleischerei hinauf Der Laden von 'Mittelweisens' Fleischerei lag, wie auf dem Bild zu sehen, der Mittelstraße zu und zur Brandstraße hin war seine Hofeinfahrt zum Schlachthaus. Um 1960 kam der ganze Eckkomplex durch die Freiwillige Feuerwehr Schmölln kostenlos zum Abriß. Ein erdgeschossiger Flachbau wurde auf dem Grundstück als staatliches Ge-

müsegeschäft errichtet, das zur Zeit als Billard-ImbiB genutzt wird. Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, daB noch im 19. [ahrhundert durch die Mittelstraße ein offener Abwasser-

graben lief Es wird berichtet, daß besonders bei Dunkelheit Bürger in den Graben rutschten und sich arg beschmutzten.

16 Das Textilgeschäft von Richard P. Tetzner. Er begann vor 1902 sein Kleiderstoff-, Leinen- und Baumwollwarengeschäft in der Wiesenstraße 32. Hier in der Mittelstraße 11 baute er auch das erste Stockwerk alsVerkaufsraum aus und führte ein breites Angebot an Textilwaren. Später kaufte er noch das linke Haus dazu und nutzte das Erdgeschoß mit großen Schaufenstern als Ausstellungsfläche. Alle Räumlichkeiten übernahm Anfang der fünfziger Iahre der staatliche Handel HO, erst als Kaufhaus mit vielen Artikeln aus der Industriewarenbranche, dann speziell als HO Kinderkaufhaus. Im Zuge der neuen Straßenfühmng kam nach 1990 alles

zum Abriß, und es entstand ein modernes Geschäfts- und Walmhaus. Früher stand hier, etwa am linken Bildrand, das Mittlere Tor, das erst 151 7 in die Stadtmauer gebrochen wurde. Die Mittelstraße ging

dann rechts weiter über einen Damm zwischen dem groBen und dem kleinen Teich in Richtung Sprotte. Rechts neben Tetzners Haus stand das kleine Leineweberhaus vom Bild Nr. 20 im ersten Band.

1 7 Blick von der Marktstraße (früher Herrengasse) aus auf das Haus derThienemannsehen Erben, das 1870 abgerissen wurde, damit auf dem Grund und Boden der rechte Teil der unteren Schule gebaut werden konnte. Dieses auf dem Bild zu sehende Haus beherbergte seit 1831 die Dosenfabrik von Heinrich Jacob. Mehr darüber imText zum Bild Nr. 36 im ersten Band. Später gab es noch mehrere selbständige Dosenfabrikanten in Schmölln, die ihre 'Müllerdosen' in alle Welt versandten. Tetzner, Cruziger, Lippold und Sachse waren die bekanntesten. Die heute das dreigeschossige Schulgebäude überragende Platane ist hier auf dem Bild noch sehr klein.

Links unten das Fachwerkhaus, Ecke MarktstraßeSchloßstraße ist die Schmidtsche Schlosserei.

Schmidt annoncierte 1910 als Kunst- und BauschlossereiEisenwarenhandlung mit den

Spezialitäten Blitzableiter, Haustelefon und elektrische Klingelanlagen sowie Kleinbeleuchtungsanlagen, Motore und Induktionsapparate. Heute, mit verputztem Fachwerk, gehört es der Familie Jeschko.

18 Bei diesen drei Häusern wird sich mancher Schmöllner fragen, welche Ecke der Stadt könnte das sein? Aber beim Hinzuziehen des nächsten Bildes wird es leichter mit der Standorterkennung. Diese kleinen Häuser, nur mit einem Obergeschoß, gab es in Schmölln viele, die ähnlich aussahen. Bemerkenswert sind auch die im Erdgeschoß angebrachten Fensterläden, die bei Einbruch der Dunkeiheit vor die Fenster geklappt wurden, Rechts geht es auf den 'Saumarkt' , den heutigen Brûckenplatz, und links führte einst, als es die Eisenbahn noch nicht gab, eine hölzerne Fußgängerbrücke über die Sprotte und anschließend über einen Damm, der die

beiden Teiche trennte, zur Mittelstraße. Es gibt Berichte, daß bei Hochwasser oft diese Häuser und die in der Mûhlgasse von der Stadt abgeschnitten waren.

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