Schmölln in alten Ansichten Band 2

Schmölln in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Günter Schneider
Gemeente
:   Schmölln
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6532-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schmölln in alten Ansichten Band 2'

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29 Die Sûdseite des Bahnhofsplatzes. Das Haus am linken Bildrand war die Lederhandlung Bromme, vordem Sattler und Wagenbauer Wesser. Das nächste kleine Haus, Bahnhofsplatz 8, wurde um 1900 abgerissen und ein neues größeres gebaut, in dem sich das Gemüsegeschäft von Niehle befand. Die Nr. 7 und 6 gehörten Kurt Schmidt, der eine Buch- und Papierwarenhandlung führte und später in der Nr. 6 ins Erdgeschoß Schaufenster einbauenließ. Er verlegte zahlreiche Postkarten mit Schmöllner Motiven. Nach 1990 wurden die linken drei Häuser abgerissen. Das Haus Nr. 5 gehörte zur Zeit dieses Bildes dem Weinhändler Sonntag, spater der

Schmöllner Bank e.G.m.b.H., die nach 1990 als Volksbank die Lücke zum Budeschen Haus überbaute. Hier, in Nr. 4, das Haus ganz rechts, war anfangs die Post zur Miete. An das erweiterte Volksbankge-

bäude schließt sich heute auf den ehemaligen Schmidtschen Grundstücken die Raiffeisenbank an. Zu DDRZeiten hieß dieser Platz 'Platz der Neuerer'.

30 Die untere Wiesenstraße, früher Wiesengasse; sie führte auf die Bleichwiesen, nach dem Bericht eines alten Schmöllners befanden sich auf dem jetzigen Bahngelände große Wiesen auf denen vor dem Eisenbahnbau die SchmöllnerWeber ihre Leinenstücke bleichten. Die Ansicht dieses idyllischen Winkels ist heute nicht mehr so wie auf dem Bild, denn um 1938 banten Bocks eine moderne Fischverkaufsstelle dort wo der Zaun steht. In den siebziger [ahren wurde diese aufgestockt und alsWohnung genutzt und verdeckt das kleine Haus zu einem großen Teil. Hinter ihrn geht links die Dammgasse in Richtung Bahnhofsplatz. Ihr Name leitet sich vom Damm des Kleinen Teiches ab, der sich vor der Stadtmauer von der Mittelstraße an über den Bahnhofsplatz bis hierher erstreek-

te. In der Mitte der Wiesenstraße über die Bahngleise hinweg erkennt man am rechten Bildrand noch die linke Seite des Spinnereigebäudes, darüber am Pfefferberg Wagners Villa.

31 Das Doppelhaus Altenburger Straße 4 und 5. Die rechte Seite gehörte Starnmers und die linke Seite dem Dosenfabrikanten Tetzner. Die Dosenfabrikation befand sich in einern Seitengebäude im Hof, allerdings auf dem Bild nicht zu sehen. Heute ist in diesern Seitengebäude die Werkstatt von Elektro-Knarr. Über den Schmöllner Industriezweig der Dosenfabrikation steht schon einiges im Text Nr. 36 im ersten Band. Michael Tetzner kam ebenfalls aus Ponitz wie der Dosenfabrikant Heinrich Iacob,

bei dem er als Lehrling angefangen hatte und später als Werkmeister arbeitete. Tetzner machte sich 1 841

zusammen mit seinem Bruder in Meißen selbständig, weil dort gute Porzellanmaler zur Bemalung der Dosen zur Verfügung standen.

1845 verlegten die Gebrüder Tetzner ihre Produktion nach

Schmölln und die Nachfolger Tetzner und Resch stellten hier bis etwa 1 9 14 Dosen her. Am linken Bilclrand steht noch das kleine Haus auf dessen Grund und Boden später Foto- Eichler ein größeres

Wohnhaus crrichtete, in dessen Erdgeschoß er sein Atelier unterluelt.

32 Die Ronneburger Straße. Auf der linken Seite die Bäkkerei Wilhelm Schulze und ein weiter oben stehendes Haus - auf dem Bild nur als Schatten zu sehen - sie kamen Mitte der 19dreißigerJame zum Abriß. Beide Häuser reichten bis halb auf die Straße. Rechts die beiden Häuser gehörten zum 'Kreuz' und wurden in den 1980er [ahren abgerissen. Heute fehlen hier viele Häuser und man hat einen ganz anderen Bliek, Im Mittelalter stand hier die Holzkapelle 'Zurn heiligen Kreuz' mit dem MarienMagdalenen-Altar. Nach der Reformation wurde sie als Schmiede genutzt. 1396 schrieb man für dieses Viertel 'by dem Crutze'. Man rechne-

te zeitweilig auch den Brükkenplatz dazu und nicht nur, wie später, die beiden wie auf einer Insel stehenden Häuser, umgeben von der BergstraBe, der Ronneburger StraBe und einer Verbindungsgasse. 1 748

war hier auf dem Kreuz ein verheerender Brand. Er brach am 6. Juli abends 7 Uhr beim Hufschmied aus und vernichtete 1 7 Häuser und drei Scheunen. Selbst die Farbe ging in Flammen auf.

33 Ein Blick in die Ronneburger Straße entlang zum 'Hohen Sprung' und zum Blumenberg. Sie ist noch nicht befestigt sondern nur eingekiest. Man kann sich vorstellen. wie bei schlechten Witterungsbedingungen die Straßenverhältnisse hier waren, obwohl dieser kleine Berg hauptsächlich von Pferdefuhrwerken bewältigt werden mußte, denn Kraftfahrzeuge gab es zu dieser Zeit in Schmölln nur wenige. Deshalb zogen jedes Frühjahr Ratsarbeiter mit einem pferdebespannten Kieswagen durch die Stadt und besserten notdürftig die Straßen und Plätze aus. Im Sommer bei starker Staubentwicklung fuhr der wassergefüllte

'Sprengwagen' von pferden gezogen durch die Stadt und befeuchtete die Fahrwege, zur Freude einiger Kinder, die barfuß hinterher liefen und ihre Füße besprengen ließen. Für Fußgänger gibt es we-

nigstens auf der linken Fahrbahnseite einen eingebauten Bürgersteig, der auf der gegenüberliegenden Seite noch fehlt. Das Haus des Tischlermeisters Bauer ist noch nicht gebaut.

34 Die von der Ronneburger Straße beim hohen Sprung abzweigende 'Nödenitzscher Hohle', amtlich heißt sie NódenitzscherWeg. Die Brrkenallee gibt es nicht mehr und links der Hang ist noch nicht aufgeforstet. Das unternahmen Ende des 19.Jahrhunderts Schüler kurz vor ihrer Schulentlassung. Heute ist die Nödenitzscher Hohle nicht mehr, wie auf dem Bild zu sehen, eine Sandstraße, sie ist gepf1astert worden. In der Mitte des Bildes begrenzt ein Zaun den Turnplatz des Älteren Turnvereins von

Schmölln, der bereits 1846 gegründet wurde und somit Thüringens ältester Turnverein ist. Bevor man das Gelände als Turnplatz planierte, gab

es hier einen offenen Steinbruch, der aber nicht mehr genutzt wurde, weil die hier gebrochenen Steine nicht fest genug waren. Links oben auf dem Pfefferberg liegt die Kirschwiese, in ihrer Mirte

steht die 'Lutherbuche'. Die Kirschwiese ist einer der Festplätze beim Pfefferbergfest, das schon seit dem vorigen Jahrhundert erwähnt wird.

35 Der Blumenberg - dazu zählen die Häuser Nr. 48 bis 58 - die oberhalb der Ronneburger Straße stehen. Früher hieß dieser TeilGeraische Gasse' und außerhalb der Stadt 'Geraische Chaussee'. Wo die Nödenitzscher Hohle oder Nödenitzscher Weg abzweigt, ist die hóchste Stelle, man nannte sie einstmals ' der Hohe Sprung'. Der Name Blumenberg kommt sicher daher, weil die Hausbesitzer ihre Vorgärten zur Ronneburger Straße hin schön mit vielen Blumen angelegt hatten. Im Vordergrund die Böschung zur Sprotte, an ihr rechts die Gaststätte 'Zur Reichshalle' und Saupens Bäckerei. Weitere Informationen dazu im Text des Bildes Nr. 53 im ersten

Band. Oben ist der Wald auf dem Pfefferberg zu sehen, der am linken Bildrand in die Felsengruppe der 'Bastei' übergeht. Hier sind die Buntsandstein-Konglomerate schön aufgeschlossen und verleihen

der Landschaft am Pfefferberg einen besonderen Reiz. Vom westlichen Schmöllner Ortseingang bis Saara hat sich die Sprotte in eine größere Buntsandsteinplatte eingeschnitten.

36 Links das große Wohnhaus, Ronneburger Straße 41, wurde von den Gebrüdern Fritzsche erbaut, die dahinter am heutigen Sprottenanger eine Zigarrenfabrik betrieben; diese ist jetzt das Heimatmuseum mit der Museumsschenke im Erdgeschoß. In der Mitte des Bildes sind die heute abgerissenen Stallungen der Weihmühle und dahinter das 191 6 abgebrannte zweite Schützenhaus zu sehen. Die Straße nach Ronneburg geht auf dem Bild noch rechts der Weihmühle vorbei. Heute ist sie begradigt und verläuft links des Mühlengebäudes. Erste Erwähnungen derWeihmûhle gab es schon weit vor der Reformation. Am 2. November 1 72 5 brannte sie

vollständig nieder, 1826 und 1829 erlitt sie weiteren Brandschaden. Mehrere die Mühle betreffenden Lehnsbriefe befanden sich im ehemaligen Stadtarchiv. Die bckanntesten Mühlenbesitzer

sind die Schellenbergs, die über Generationen von 1647 ab hier arbeiteten. Später war auf der westlichen Seite bis in die 1880er Iahre hinein auch eine Holzschneidemühle angeschlossen.

37 Der Bau der Schloßiger Wasserleitung im Iahre 1885 an der Weihmühle. Der Wasserbedarf zum Brauen des Bieres belief sich auf 500 Hektoliter. Diese Menge konnte die damalige Wasserversorgung der Stadt nicht liefern, so daß sich der BrauereibesitzerViktor Grimm veranlaßt sah, auf eigene Kosten vom Wiesengrund zwischen Schloßig und Nödenitzsch aus das Wasser in Röhren nach Schmölln zu leiten. In der Grenzstraße ging die Leitung über die Sprotte, durch das Gelände der Schuhfabrik und bei der Querstraße unter der Eisenbahn hindurch über den Amtsplatz zur Brauerei. Das Verlegen der Wasserlei tung von Schloßig an im Be-

reich der Staatsstraße wurde nur genehmigt, wenn mit der Schloßiger Wasserleitung das Amtsgericht in Schmölln ebenfalls mit Wasser versorgt wurde. Später erfolgte die Rekonstruktion der Wasserlei -

tung, sie ging 1916 in den Besitz der Stadt über. Im Hintergrund das alte 'Schießhaus'. das 1902 abbrannte und abgerissen wurde.

38 Blick von der noch nicht bestehenden Weststraße über die Sprotte zum Aussiehtsturm, dazu mehr im Text der Bilder 42 und 43 im ersten Band. Ganz links vor der Scheune der Weihrnühle der breite Fachwerkbau ist das heutige Stadtmuseum. Um

1 830 betrieben in diesem Haus die Herren Kirchhof und Füchsel eine Ti betfabrikation, ebenerdig war ein sogenannterTrampel, der von einem pferd angetrieben wurde. Die Zigarrenfabrik Fritzsche, die 1863 in Schmölln ihre Produktion begann, war der nachfolgende Nutzer, so daß man noch in den dreißiger [ahren von Fritzschens Fabrik sprach, obwohl es zu dieser Zeit ein rei-

nes Wohnhaus war. Das im Stil der jahrhundertwende gebaute Wohnhaus der Gebrûder Fritzsche gab es noch nicht, wir kennen es als Gumpreehts Haus und es hat heute in der rechten Bildhälfte sei-

nen Standort. Rechts im Bild am Pfefferberg kann man die Sandsteinfelsen des Rotliegenden erkennen, es ist die Felsengruppe der Bastei.

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