Schmölln in alten Ansichten Band 2

Schmölln in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Günter Schneider
Gemeente
:   Schmölln
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6532-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schmölln in alten Ansichten Band 2'

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39 Der Eingang des letzten Schützenhauses am darauffolgenden Tag nach dem Brand am 6. November 1916. Ein Schmöllner Feuerwehrmann der Brandwache steht noch am rechten Bildrand vor dem Gebäude. Man kann erkennen, wie total das Schûtzenhaus ausgebrannt ist. Mehr zum Haus im Text des Bildes Nr. 66 im ersten Band. Der geschätzte Brandschaden belief sich auf 80 000 Mark. Dieser Betrag abzüglich der Summe für die Aufräumungsarbeiten in Höhe von 4 781 Mark wurde auch von der Versicherung ausgezahlt. Allerdings lasteten noch 73000 Mark Hypotheken auf dem Schützenhaus. Dazu kommt noch, daß in wenigen [ahren

die 1nflation einsetzte. Deshalb unterblieb möglicherweise ein Neuaufbau des Schmöllner Schützenhauses und dieser Gasthof mit Übernachtung und Ausspanne geriet fast in Vergessenheit. Er

stand auch nur zwölf jahre, nachdem sein Vorgängerbau immerhinneunzig Iahre alt wurde, ehe er 1902 abbrannte. Für beide gebrauchte man die Bezeichnung Schießhaus oder auch Schützenhaus.

40 Eine große jubiläumsausstellung zum 7 5jährigen Bestehen des Schmöllner Gewerbevereins fand vom 8. bis 12. September 1910 auf dem Gelände des Schützenplatzes an der Ronneburger Straße statt. Eine Ausstellungshalle wurde nur für diesen Zeitraurn in leichter Bauweise errichtet. Schon 1865 und

1885 fanden ähnliche Ausstellungen, nur etwas kleiner, statt. Wie man damals schrieb: 'Der Zweck des Gewerbevereins ist lediglich das gemeinsame Bestreben, Werke der Kunst und Gewerbetätigkeit auf eine höhere Stufe der Vollkommenheit zu bringen.' Vorn rechts steht das zweite

Schützenhaus, das 1903/04 erbaut wurde und 19 16 abbrannte. Mehr über dieses Haus im Text zum Bild Nr. 66 im ersten Band. links im Bild ist die von den Schützen erbaute, noch heute genutzte

köpfen, die meist größere Dimensionen vortäuschen.

Turnhalle zu sehen. Die AusstellungshaJle ist etwas kleiner gewesen, wie sie hier auf der gemalten Postkarte erscheint. Man findet das auch bei den zu damaliger Zeit gemalten Fabrikanlagen auf den Brief-

41 Einiges über das 'Schießhaus' wird schon im Text zum Bild Nr. 65 des ersten Bandes ausgesagt. Dieses Bild zeigt es nach der Aufstockung im jahre 1884. Aber schon 1623

gab es hier eine 'Schießhûtte' in deren Nähe ein unscheinbares Häuschen als Schanklokal stand. In ihm wurde bei Gelegenheit des Schießens die Gast- und Schankgerechtigkeit ausgeübt. In das im Bild zu sehende neuerbaute 'Schießhaus' lud im 'Altenburger Intelligenzblatt' der Wirt Köhler 1 81 7 zu zwei verschiedenen Tagen zum 'Oertenschmaus' ein, ein geselliges Beisammensein, das jeder selbst finanzieren mußte. Köhler wird als ein weltweit gereister Mann bezeich-

net. Das Haus bot Ausspanne, Übernachtung und gute Küche und erregte dadurch Neid und Mißgunst bei den anderen Gastwirten in der Stadt. 1871, nach seiner Rückkehr aus dern Krieg, pflanzte der

damalige Schießhauswirt Benndorf eine Eiche, die heute als kräftiger Baum noch steht. In dem überfüllten Schießhaussaal hielten die beiden Altenburger Revolutionäre Douai und Erbe im

Revolutionsjahr 1848 brennende Reden an die Schmöllner Bevölkerung.

42 Ein Blick von der Sommeritzer Straße etwa in Höhe der Maschinenfabrik Sylbe & Pondorf über den Bahndamm hinweg zum Pfefferberg, genauer noch zum Galgenberg und zum Weihberg. Rechts oben ist der Aussichtsturm im Bild. Das in den jahren 19201 92 2 von der Stadtverwaltung gebaute Neubauviertel, der 'Hammelhof" genannt, gab es noch nicht, aber das 1897/98 erbaute Elektrizitätswerk kann man in der rechten Bildhälfte sehen. Dahinter steht die Gerberei der Schmöllner Holzschuh- und Lederstiefelfabrik ]. G. Schaller & Söhne, die später Landrnaschinen-Iählers kauften und heute noch nutzen. Etwa in der Bildmitte über der Sprotte

das schon aufgestockte erste Schießhaus, das 1902 abbrannte, daraus ergibt sich, daß das Foto um 1900 aufgenommen wurde. Auf der Fläche vor uns bis zum Bahndamm stehen heute mehrere

Wohnblöcke, die zu DDR-Zeiten entstanden. unter anderem auch ganz rechts ein altersgerechtes Wohnheim.

43 Der Regenschirm am Kapsgraben war eine Unterstellmäglichkeit bei schlechtem Wetter fûr Fußgänger, die über den Pfefferberg wanderten und vom 'Ernst-AgnesTurrn' (Aussichtsturm) kamen und über die "Ieufelsbrûcke' vom Galgenberg aus zur städtischen Sandgrube am Kapsgraben hinüber wollten. Beides, den 'Regenschirm' und die "Ieufelsbrûcke' , gibt es schon lange nicht mehr, aber von hier aus hat man, wie das Bild zeigt, einen herrlichen Bliek über das Sprottental bis Schloßig und hinaus nach Posterstein und Selka, auch der Schafberg zwischen Schmölln und Sommeritz mit seinen 292,5 Metern ist zu erkennen. In der Mitte des

Bildes liegt der Lehmgrund. Die "Ieufelsbrûcke' ist in dem Büchlein 'Führer für Schmölln S.A. und Umgebung' 1905, auf der Seite 18 abgebildet. Rechts die als Strich zu erkennende Straße

ist die heutige B 7 nach Schloßig, zur Zeit der Aufnahme die 'Geraer Chaussee'. Das ganze Sprottental von hier bis Posterstein ist heute ein 562 Hektar großes Landschafisschutzgebiet.

44 Die Gaststätte zur 'Lohsenburg' entstand an Stelle des Kaffeehauses 'Ottos Hóhe', das 1883 abbrannte. Siehe auch das Bild Nr. 44 im ersten Band. Die Lohsenburg war jahrzehntelang eine gutgehende Gaststätte mit großem Saal, der wegen Baufälligkeit Anfang der 193 Der Iahre abgerissen wurde. Wie auf dern Bild zu sehen, führte eine breite steinerne Freitreppe hinauf zum SaaIeingang. Im vorderen Gebäudeteil, der heute als Wohnung noch besteht, lagen die Gasträume und der Speisesaal, Rechts das kleine Haus gehörte als Vorraum zur angebauten Kegelbahn. Dahinter liegt in den vorderen Lohsen der Kirchenwald, links erkennt man die

offene Sandgrube hinter dem Eichberg, etwa dort wo ehemals der Arbeiterturnverein Turnplatz und Heim hatte, und heute das Bürgerhaus steht. Über den ganzen Vordergrund erstreckt sich der

obere städtische Sportplatz, die Weiden am Fuß des Hanges stammen noch von dem damals dort offen fließenden Klingelbach.

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4.1 An Stelle des 1828 abgerissenen Heiligen-Geist-Spitals (mehr dazu Bild Nr. 14 des ersten Bandes) wurde aus städtischen Mitteln am oberen Ende des unteren Friedhofes dieses Armenhaus oder Spital gebaut, im Volksmund 'Spitter genannt. Es ist die Nr. 1 an der gleichnamigen Hospitalstraße; diese Straße geht auf dem linken Bildrand an der Friedhofsmauer entlang hinunter zur Gößnitzer Straße. Das Spittel beherbergte einst verarmte Einwohner von Schmölln und den Totengräber. Heute aber nicht mehr, schon in den 193 Der [ahren wohnte hier der Friedhofsverwalter. Zu DDR-Zeiten wurde das Dach als Wohnung ausgebaut und auf das schöne Fachwerkhaus kam ein nicht zum Haus passender Aufbau. Die mächtige, weit ausladende Kastanie am Friedhofseingang macht diesen Schmöll-

ner Winkel malerisch. Die Verlegung des Gottesackers vom Kirchhof hierher scheint um die Reformation erfolgt

zu sein. 1874 entstand die kleine Leichenhalle auf den unteren Friedhof, in deren Nähe auf der Grabstätte von

Bürgermeister Hase ein Gingkobaum steht.

46 Die Abzweigung der Hospitalstraße von der Góßnitzer Straße. Letztere geht weiter den KeIlerberg hinauf bis zum Fischerschen Gut auf der einen, und zum Hochdruckbehälter an der Prießnitzstraße auf der anderen Seite, Es ist die alte Fernver kehrsstraße 7, die in Gößnitz endete, heute führt sie als B 7 über Altenburg nach Geithain. Der Berg hat seinen Namen von einigen Kellern, die rechts und links im unteren Teil in den Berg getrieben wurden. Die Scheune in der Mitte des Bildes gibt es nicht mehr, in ihr stand jahrelang der für Pferdebespannung gebaute leichenwagen der Kirchgemeinde Schmölln, den stets Oberenders schwe-

re, schwarze pferde zogen. An Stelle der Scheune steht heute ein Ferngasdruckverstärker. Am linken Bildrand verläuft die Mauer des unteren Friedhofs. links am Eingang ist eine mittelalterliche Sand-

steintafel eingemauert mit einem, heute leider verwitterten, christlichen Spruch. Sie stammt möglicherweise vom 1828 abgerissenen Hospital 'Zum Heiligen Geist'.

47 Der Kummersche Kirchsteig in Richtung Pforte. Links zwischen den Bäumen und dem Scheunengiebel ist eine 'Schlammfange' . Das hatte man in Schmölln mehrfach auch auf dem Pfefferberg und in den Lohsen angelegt, um bei starkem Regen die Abwasserrohre allmählich zu belasten und nicht zu verstopfen. Die Scheune gehörte zu Pischers Gut, später Baums Gehöft, und brannte Anfang der 1930er Iahre ab. Rechts hinter dem Zaun ist der Aufgang zu [ahns Villa. In der Mitte des Bildes stößt auf die heutige Rudolf-Seyfarth-Straße der 'Kummersche Kirchsteig'. Der heutige Ortsteil Kummer war schon immer eingepfarrt,

und dadurch dieser Steig ein

vielbegangener Fußweg. Möglicherweise ergibt sich daraus der spätere Pfortendurchbruch 1686 in die Stadtmauer, von hier erreichbar über mehrere Treppenstufen.

48 Ein Bliek von der oberen Schule links in die SchulstraBe; in deren Mitte der Dachreiter der Hospitalkirche 'Zum heiligen Geist'. Die SchulstraBe in Richtung Brauereiberg bezeichnete man früher von der pforte-Einmündung am Eichberg entlang auch 'hinter der Stadt'. Nach rechts geht der Bliek von der Schule aus in die damalige Hohe Straße, in deren Mitte die Gaststätte 'Zur Sonne' zu sehen ist. Diese Straße, nach 1945 in Alfred-NitzscheStraße umbenannt, verblieb nach 1990 zwischen Kellerberg und Sonne bei dieser Bezeichnung, in Erinnerung an einen SchmöllnerWiderstandskämpfer, dessen Geburtshaus die Nr. 21 ist. Eine

Gedenktafel weist daraufhin, daß er am 14. Oktober 1944 im Kampf gegen den Faschismus sein Leben verlor. Der Teil zwischen 'Sonne' bzw. Feldstraße und Bürgerhaus vorbei an dem Schulgebäude

erhielt den Namen 'RudolfSeyfarth-Straße', nach dem verdienstvollen Heimatforscher, der lange Zeit als Rektor hier tätig war. Im Haus in der Mitte des Bildes bestand die Bäckerei Prager.

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