Schmölln in alten Ansichten Band 2

Schmölln in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Günter Schneider
Gemeente
:   Schmölln
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6532-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schmölln in alten Ansichten Band 2'

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49 Das Wohnhaus des'I'ischlermeisters Louis Thomas in der Bergstraße Nr. 1. Es lag in derVerbindungsgasse zwischen Berg- und Ronneburger Straße hinter dem 'Kreuz'. Hier ist Schmöllns ältester Stadtteil, nicht nur, daß dieses Viertel beim großen Stadtbrand 1 77 2 verschont blieb, sondern hier war bis in die Bergstraße hinein das erste Ansiedlungsgebiet von Schmölln, noch bevor rechts der Sprotte das heutige Zentrum entstand. In alten Kaufurkunden von in der Nähe liegenden Grundstücken heißt es 'auf dem alten Markte'. Daß hier in der Bergstraße die Besiedlung Schmöllns ihren Anfang nahm, hatte sicher auch seinen Grund,

daß (nach Rabold) in unmittelbarer Nähe oben auf dem Pfefferberg, noch vor der Klosteranlage, eine slawische Fluchtburg bestand. Im Zuge der neuen Straßenführung der Bergstraße fielen in den

achtziger [ahren des 20. Iahrhunderts dieses und die angrenzenden Häuser der Spitzhacke zum Opfer, und die Einfahrt in die Stadt hat eine ganz andere Gestaltung.

50 Anschließend an das vorhergehende Haus des Tischlermeisters Louis Thomas, dem Pfefferberg zu, stand die Werkstatt mit Möbel- und Spiegellager. Vor der Werkstatt steht die Familie Thomas mit ihren Tischlergesellen und zwei Lehrlingen. Das Tischlerhandwerk ist in Schmölln schon im 16. Iahrhundert genannt, und ein Schriftstück aus dem Iahre 1677 besagt, daß zu dieser Zeit in Schmölln elf Tischlermeister tätig waren. Die Werkstart nutzte noch monatelang der Elektrobetrieb Knorr, dann kam auch dieses Hintergebäude zum Abriß. Jetzt ist etwa hier bei der neuen Straßenführung der Bergstraße die Haltebucht der Omnibuslinie Altenburg-Gera. Heute ist dieser Standort nicht wieder zu erkennen, soviel hat sich an dieser Stelle vor allem nach der Wende verändert,

und die alte Ausfahrt aus der Stadt endet in einer Wendeschleife, die neue Ausfahrt geht unter der Bahn entlang. quert die Uferstraße und führt über eine Sprottenbrükke zur Einmündung in die

B 7. Ein Teil des heutigen Verkehrsaufkommens der B 7 zweigt hier ab zum neuen Schmöllner Autobahnanbinder in Schönhaide.

51 Das Haus Bergstraße Nr. 53 ist von der Bausubstanz wie sie im 18. Jahrhundert in Schmölln an vielen Stellen vcrhanden war. Auf dem Erdgeschoß liegt gleich das Dach. Unten befanden sich der Flur, die Wohnstube und die Küche, oben unter dem Dach lagen die Schlafkammern. Dieses hier kaufte die Stadtverwaltung 1934 und riß es kurz danach ab, Zudem stand es über 2 Meter in die Straße hinein und verengte sie. Das Grundstück wurde nicht wieder aufgebaut, nur ein Bretterzaun stand auf der neuen Baufluchtlinie und dahinter stellte eine zeitlang der gegenüberliegende Speditionsbetrieb Graupner seine Pferdewagen ab, Hier in der Berg-

straße haben sich einige alte Häuser erhalten, allerdings nicht erdgeschossig wie das Haus auf dem Bild, sondern mehrgeschossig, teilweise in Fachwerkbau, oft schmal, ei-

nes nur zwei Fenster breit, oft liebevoll gepflegt und wieder hergerichtet.

52 Eine Winteraufnahme aus derWolmung von Kommerzienrat Hermann Donath, dem Gründer der Schmöllner Knopfindustrie, ûber seinen Garten und die Hausmûhle zum Pfefferberg. Am linken Bildrand geht der 'Schwarze Steg' über die Sprotte, er war eine schnelle Verbindung für Fußgänger in die Stadt, leider ist er heute nicht mehr öffentlich. Rechts daneben Hermann Donaths Gartenhaus, in der Mitte des Bildes das alte Mühlengebäude der Hausmühle mit hohem Schornstein, denn sie war bereits auf Dampfantrieb umgestellt. Davor die steinerne GartenstraBenbrücke über den Hausmühlgraben, der hier in die Sprotte mündete. jetzt ist alles

verrohrt und die Brücke gibt es nicht mehr. Rechts im Hintergrund verläuft die Häuserzeile der Bergstraße. Über der Hausmühle ist das Sängerhäuschen zu sehen, mehr dazu imText des Bildes Nr. 47

im ersten Band. Ganz rechts hinter Bäumen steht das erste Gebäude der ehemaligen Zahnbürstenfabrik von Friedrich [ahn. Dem linken Bildrand zu ist schwach auf dem Pfefferberg das 'Bellevue' mit

der alten Bebauung zu erkennen.

53 Eine Aufnahme von der Mitte des Schwarzen Steges aus auf die Hausmühle gesehen. Der Name 'Haus' weist auf den alten Eigentümer, die Schloßherren, hin. In der Beschwerdeschnft zur Stadtwerdung von Schmölln ist vom 'Reußen-hus' (Reußenschloß) die Rede. Die Hausmühle ist im übrigen die älteste Schmöllner Mühle und wird schon 1 347 erwähnt. Erst hatte sie Mühlenradantrieb, spater erfolgte die Urnstellung aufDampfantrieb, das Mühlengebäude hat heute noch ein Stockwerk mehr. Einst war es für die Müller eine verantwortungsvolle Aufgabe, die dazu gehörenden Wehre zu betreuen, denn bei Eisgang und Hochwasser

mußten die Wehre gezogen und reguliert werden. Links im Hausmühlengarten steht die Hausmühlenvilla, zur Mitte zu liegt das Wohnhaus des Hausmüllers an das alte Mühlengebäude angebaut. Rechts

im Bild sieht man die frühere Form der Schmöllner Gaslaternen. Sie waren sechseckig, später rund und mit gußeisernem Pfahl. Diese hier ist auf einem Holzpfahl befestigt.

54 Bliek vom Lindenberg zur entstehendenAugust-Bebel-Straße, früher Hermannstraße genannt, nach dem Bauunternehmer Zimmermeister Hermann Sander, der den Stadtteil erschloß. Auf diesem Bild gibt es noch keine Agnesstraße, Moritzstraße und Lorentzstraße, das Neubauviertel auf Riedmarins Wiesen stand sowieso noch nicht. Rechts im Bild steht die große Stadtgutscheune, dann nach links [ahrs Fabrik. Der untere Teil der Hermannstraße ist ebenfalls noch unbebaut, Ganz schwach sichtbar ist links zwischen Bäumen die eiserne Sprottenbrücke. Verfolgt man auf dem Bild den Verlauf der Sprotte, so sind die Mäander zu erkennen, die

der Fluß bildet, sie wurden bei einer späteren Begradigung beseitigt. Heute liegt das Sprottenbett weiter nach Riedmanns Wiesen zu. In der linken unteren Bildecke verläuft ein kleines Stück des al-

ten Bahndammes, darüber der Weg zur Coßwitzmühle, er ist noch nicht ausgebaut und wurde erst viel später zur Altenburger Straße. Interessant ist ganz rechts im Bild ein Eisenbalm-Einfahrtssignal

aus den Anfängen des Bahnbetriebes.

55 Die Kreuzung Herrnannstraße, Gartenstraße, Agnesstraße. Im Eckhaus Herrnannstraße-Agnesstraße hatte Bernhard Jäger eine Fleischerei, die sein Schwiegersohn Köhler später weiterführte. In der gegenüberliegenden Ecke gab es das Restaurant 'Zum Gambrinus'. Die Agnesstraße wurde nach der damaligen Herzogin benannt. Das Haus Nr. 3 ist das Geburtshaus des Pfarrers Ernst Otto, der zur Nazizeit als heirnlicherThüringer Landesbischof galt. Dieses Viertel entstand zur Gründerzeit, als durch die Industrialisierung die Bevölkerungszahl von Schmölln sprunghaft anstieg. Gab es 1850 in Schmölln nur 3 983

Einwohner, waren es fünfzig [ahre später, 1900, bereits

10 691. So war die Schaffung von Wohnraum sehr nötig. Im wesentlichen präsentiert sich dieser Straßenzug heute fast

unverändert, nur daß sich in derVerlängerung das Neubauviertel um die RobertKoch-Straße anschließt. Agnes- und Hermannstraße wurden nach 1945

umbenannt, die Agnesstraße in Klara-Zetkin-Straße und die Hermannstraße in AugustBebel-Straße.

56 Ein anderes Eckhaus, dem im vorherigen Bild zum Verwechseln ähnlich, aber in einem anderen Straßenzug Schmöllns, in derWilhelmstraße, benannt nach Wilhelm 1., erster Deutscher Kaiser im 2. Reich. Heute ist dieser Straßenname in Karl-LiebknechtStraße umbenannt. Rechts am Bildrand stehen die Linden des Lindenberges und den linken Bildrand bildet die Karlstraße. Sie ist eine Sackgasse und endet am Hintereingang der ehemaligen Gasanstalt. Im auf der anderen Straßenseite liegenden Grundstück, Wilhelmstraße 26, im Bild nicht sichtbar, stieß man 1909 beim Ausschachten des Hausgrundes in 2 MeterTiefe auf eine 20

cm starke Schicht aus Tonen und Kiesen aus der Altstemzeit. Einige Feuersteinfundstücke wurden geborgen, aber auch ein 75 x 85 cm großer, 20 cm starker Block, vermutlich ein Werktisch,

kam zum Vorschein und stand jahrelang im Schulhof der unteren Schule, bis er etwa 1950 zerschlagen wurde und in die Fundamente des dortigen Toilettenanbaus kam.

57 Das Restaurant 'Zur Post', Wilhelmstraße Nr. 1 1 , an der Kreuzung Wilhelmstraße (Karl-Liebknecht-Straße) und Ernststraße (Rosa-Luxemburg-Straße) gelegen. Zwischen dem Restaurantnamen sieht man deutlich den alten deutschen Reichsadler. Damals lag die Reichspost noch unmittelbar gegenüber dem Bahnhof Außerhalb des rechten Bildrandes zweigt nach links die Karlstraße ab. Sie hat bis heute noch ihren Namen nach dem Ökonom Karl Pfauder, dessen Ländereien vor der Bebauung hier lagen. Sein Bauerngut stand in der Ecke Wiesenstraße- Wilhelmstraße; wir kennen es als Schlosserei Reinhard. Die Ecke auf diesem Bild zählte bis zur Gasan-

stalt noch zum Schlepsanger. Die Herkunft des Namens ist ungeklärt. Schon in einem alten Register steht 'Yn der slipsgasse' und im Stadtbuch

von 1516 'Slepsgasse' . Im Zinsregister van 1656 ist van 'Schlepsgasse' und 'Schlepswiese' die Rede, auch werden die 'Schlepsgässer' erwähnt.

Vielleicht stammt das Wort auch vom mittelhochdeutschen 'slépen' (schleifen) ab. (Nach Seyfarth.)

Schmölln, S.-A. WiJhelmstrasse. Blick oen der Ernst-Strasse bis zur Karl-êtrasse.

58 Einiges über die Entstehung der Schmöllner Schuhfabrik wurde schon zu Bild Nr. 58 im ersten Band gesagt. Hier nun die Baustelle des vergrößerten Berriebes Ecke Wilhelmstraße- Wiesenstraße um 1900. 1904 war der Bau bezugsfertig, so wie er heute noch steht. Die Giebelumrisse

des alten 1899 abgerissenen Wohn- und Bûrohauses der Schuhfabrik sind links im Bild am Haus der Kartonagenfabrik Frenzel/Taubert zu sehen. Zur Mitte zu steht heute noch das damals berelts genutzte Produktionsgebäude im Hof.

Das Bild gibt einen Einblick in

eine größere Baustelle um die Wende des 19. zum 20. [ahrhundert. Pferdefuhrwerke als Transportmittel, Holzgeriistbau, Mörtelbehälter aus Holz, Schnurbock, bzw. Schnurgerilst usw. Über die nächste Erweiterung der Schuhfabrik wird zum Bild 59 ausgesagt. 1945 wurde sie enteignet

und war bis 1948 SMADBetneb. anschließend volkseigener Betrieb, Seit 1990 ist die Schuhfabrik wieder eigenständig. Ab 1992 geht die Firma unter dem Namen 'Herkules Schuh GmbH' und produziert nur noch in der Weststraße.

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