Schönberg in alten Ansichten

Schönberg in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus-Peter Räsenhöft
Gemeente
:   Schönberg
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6057-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Schönberg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Einleitung

Schönberg ist sicherlich bereits im vorigenjahrtausend von den Germanen und Wenden besiedelt worden. Im Heimatmuseum kann man Grabungsfunde aus der näheren Umgebung besehen, die mit dem 2. [ahrhundert n.d.Zw. datiert sind.

Der Ort liegt, damals strategisch günstig, auf einem kleinen Hügel, eingeschlossen vom Sumpfgebiet der Maurineniederung und der Rupensdorfer Bäk. Die hügelige, sehr reizvolle Landschaft ist von dem Grundmoränenzug derWeichsel-Eiszeit geprägt, der sich von der Holsteinischen Schweiz, quer durch Norddeutschland zur Mecklenburgischen Schweiz verfolgen läßt. Die erste urkundliche Erwähnung, mit der Bischof Heinrich 1219 auf Zollanteile an der Dassower Brücke verzichtet, hat Schönberg 1994 gefeiert.

Die Geschichte Schönbergs ist eng mit der Ratzeburgs verbunden. Zu Beginn des 12. [ahrhunderts wurde von der Ratzeburger Kirche St. Georg zum Berge das Bistum gegründet, 1154 übergab der damalige Graf von Ratzeburg Heinrich von Botwide dem BischofEvermod unter anderem das Land Boitin mit 250 Hufen, dessen Mittelpunkt Schönberg war. Aus Sicherheitsgründen wurde 1158 mit dem Bau des Domes auf der Halbinsel im Ratzeburger See begonnen. Die natûrlichen Grenzen des Landes Boitin waren die Flüsse Wakenitz, Trave, Stepenitz und Maurine. Dazu gehörten außerdem die Dörfer Ziethen, Rörnnitz, Farchau und Klosterfelde sowie die Domhalbinsel. Später wurde das eine oder andere Dorf dazugekauft oder wieder verkauft. Die Stadt Ratzeburg gehörte den Grafen von Ratzeburg und war damit dem Lauenburgischen zugehörig. 1261 gelang es Bischof Ulrich, die Vogtei des Landes Boitin den Erben des Herzogs Albrecht abzukaufen, Damit harte der die Grundlage der Landesherrlichkeit und die hohe Gerichtsbarkeit, die erst 1949 mit der Auflösung des Amtsgerichtes Schönberg aus diesem Landstrich verseliwand. 1181 erreichte das Bistum die Reichsunmittel-

barkeit. Nach der Schlacht von Bornhöved 1227 erhielt der Ratzeburger Bischof das Land vom Kaiser Friedrich II zu Lehen und war damit freier Reichsfürst.

Seit 1270 wohnten die Bischöfe in Schönberg, hier wurden auch die meisten Bischöfe gewählt und ihr Amt eingeführt. Sie war die einzige Stadt im Bistum bzw. Fürstentum Ratzeburg, obgleich sie kurioserweise erst 1822 das Stadirecht erhielt. Charakteristisch für dieses Land war, daß es in ihm nur freie Bauern gab, die dem Bischof abgabepflichtig waren; und einige Domänen, aber keine Güter. Diese Tatsache hat die Dörfer mit ihren stattlichen Höfen geprägt.

Nach fast 500 [ahren seines Bestehens fiel das Bistum Ratzeburg durch den Westfálischen Frieden 1648 an Mecklenburg. 17 0 1 wurde das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz aus dem Stargarder Kreis geschaffen. Damit der erste Herzog von Mecklenburg-Strelitz die Stellung eines Reichsfürsten bekleiden konnte, erhielt er das Bistum Ratzeburg dazu. Durch die räumliche Trennung von dem im Osten Mecklenburgs liegenden Landesteil blieb die Eigenständigkeit erhalten, Die Verwaltung erhielt ihr Amtsviertel im vorigen Iahrhundert an der Stelle, wo 1270 der Bischof seine Wasserburg baute.

Die lange Verbindung des Ortes Schönberg mit dem Bistum erklärt den stattlichen Bau der St.-Laurentius-Kirche, war sie doch mehrere [ahrhunderte eine Bischofskirche. Zum Kirchspiel Schönberg gehören bis heute 24 Dörfer.

Die wirtschaftliche Entwicklung Schönbergs war ebenso eng mit der des Bistums verbunden wie die politische. Die großen Hungersnöte und Pestzeiten hinterließen ebenso ihre Spuren wie die großen Kriege. Durch die günstige Lage an den Hauptverbindungswegen zwischen Lübeck und Schwerin, Lüneburg und Wismar konnten sich die Bewohner der Stadt schnell von den Katastrophen der Zeit erholen, zumal es

ein fruchtbares Land war und die Abgaben an die Bischöfe moderat waren.

Mitte des vorigen Jahrhunderts erlebte die Stadt ihre letzte große Blütezeit, 1871 lebten in ihr 3 0 19 Einwohner mit etwa 2 00 Handwerksund Gewerbebetrieben. Durch den Bau der Eisenbahnlinie HamburgStettin 1 870 wurde die Stadt an die große weite Welt angeschlossen und viele Einwohner verloren sich in ihr. Ein ähnlicher Effekt ist nach der Wiedervereinigung Deutschlands spürbar.

Ebenfalls in der Mitte des vorigen Iahrhunderts entstanden die stattlichenAlleen, die Marienstraße wurde gebaut und bis zur Stadtgrenze mit Kastanien bepflanzt, während die Straße nach Ratzeburg ab SiemzerTor (TappenhägerTor) und die Straße nach Lübeck ab unterem Kalten Damm durchgängig mit Linden bepflanzt wurden. In den dreißiger Iahren wurden die Hauptstraßen neu gepflastert, so daß sich die Stadt bis heute von vielen typischen Mecklenburgischen Kleinstädten optisch abhebt. 1905 wurde die Eisenbahn nach Dassow gebaut, die während des Dritten Reiches bis nach Pötenitz verlängert wurde. Sie wurde 1952 als Reparationsleistung wieder abgerissen. Die Bahn nach Rehna ist über den Planungszustand nicht hinausgekommen.

Die Maurine ist seit der umstrittenen Barbarossa-Urkunde von 1188 ein echter Grenzfluß, trennte sie doch immer das Land Boitin, das Bistum, das Fürstentum oder die Enklave von Mecklenburg-Strelitz von Mecklenburg, beanspruchten außerdem die Hansestadt Lübeck und ihre Fischer bis ins 20. Iahrhundert hinein die Hoheits- und Fischereirechte auf der Stepenitz und Maurine bis zum Hafen Schönbergs richtig gelesen, Schönberg hatte einen Hafen. Die Maurine war schiffbar und viele Baumaterialien kamen im vergangenen [ahrhundert per Segel- oderTreidelkahn bis an das Mühlenwehr. Leider liegen mir davon keine Aufnahmen vor.

Die Geschichte dieser kleinen Stadt mit ihrem Umland konnte hier nur angerissen werden. Dänische, schwedische, französische Besetzungen gab es auch. Die sehr reichhaltige Volks- und geschichtskundliche Sammlung des Schönberger Heimatmuseums gibt darûber Auskunft.

Klcus- Peter Räsenhöft

Wappen. Links das gemeinsame Wappen der beiden mecklenburgischen Großherzogtümer. Rechts das Wappen des Fürstentums Ratzeburg, das Kreuz als Zeichen der Bischöfe, die Krone als Zeichen der Reichsunmittelbarkeit. (Gezeichnet 1896 von Johannes Hempel, Lehrer an der Kunsthochschule in Hamburg.)

2 Panorama über den Oberteich aus dem Sumpfgebiet hinter dern heutigen Prolliussteig aus dem vorigen Iahrhundert. Es fehlen die jetzt stattlichen Bäume um den Kirchhügel und in den Gärten.

3 Blick aufKirehe und 'Sabower Tor', dem alten, südlichen Ausgang der Stadt, Hier hatte die 'Sabower Strat' eine Furt, den einzigen Übergang über die Maurine.

4/5 Die Skyline von Schönberg/Mecklenburg um 1905. Die heute die Kirche überragenden Bäume sind hier noch nicht zu sehen. Der Oberteich sieht viel größer aus, als er heute ist. Die dominierenden

Schönberg j'?feckl.

Schelmen unterhalb der Kirche sind längst dem Zahn der Zeit oder des Feuers gewichen. Der Kirchturm hat nach alten Zeichnungen vor dem

1 7. [ahrhundert eine Spitze gehabt, die jedoch durch

Brände vernichtet wurde. Am Südwestgiebel der Ollndorfer Schule ist in Augenhöhe ein Wandfries zu sehen, der an die Begegnung des Bischofs Wittorp mit Kaiser Karl IV. im Oktober 1375 erinnert.Auf

diesem Wandfries trägt die Schönberger Kirche noch ihre stolze Spitze.

6 Blick auf die Kirche von der Marienstraße aus. Die Marienstraße mit der Brücke wurde um 1840 gebaut.

7 Blick aufKirehe und Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Krieges 1 870/71 aus der Siemzer Straße. Der Adler auf der Säule ging im Zweiten Weltkrieg verloren.

8 Bliek auf die Kirche vom Markt. Es muß ein Festtag gewesen sein, denn die Fahne des Fürstentums weht am Rathaus. Vor dem Kirchturm ist das einzige im Freien stehende lutherdenkmal Mecklenburgs zu erkennen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek