Schönebeck / Elbe in alten Ansichten

Schönebeck / Elbe in alten Ansichten

Auteur
:   Britta Meldau und Petra Bosse
Gemeente
:   Schönebeck / Elbe
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6524-2
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schönebeck / Elbe in alten Ansichten'

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Einleitung

'ES IST SCHÖNebeckAN DER EIBE' - dies ist seit 1997 der offizielle Slogan der Stadt Schönebeck. Es ist schön an der Elbe, in vergangenen Tagen und auch heute. Die Älteren werden wehmütig an die Zeiten denken, als nicht nur im Elbviertel noch nahezu jedes dritte Haus eine Gastwirtschaft war und sich ein reger Schiffsverkehr auf der EIbe abspielte. Auf der Schönebecker Saline war immer Betrieb, und ständig wurden am dortigen Kanal Lastkähne be- und entladen. Viele kleine Geschäfte boten ihre Waren an, und vieles war noch persönlicher, intimer. Sogar der Humor war anders. Aber so ist unsere Zeit: schnellebig und schnell vergessend. Da ist es eben entspannend, wenn

man in einer stillen Stunde alte Aufnahmen zur Hand nimmt schmunzeln kann man dann allemal. Aufnahmen verschiedener Orte, die aus einer Zeit stammen, ähneln sich fast immer. Kleidung, Baustile, Institutionen und anderes könnte man austauschen. Doch jeder Ort hat seine eigene Geschichte. Unser Schönebeck vereinigt gleich die Historie von drei Städten und vier Dörfern in sich. Da wäre einmal Schönebeck selbst, an der EIbe gelegen und vorwiegend eine Ackerbürgerstadt bis zum [ahre 1705. Dann gründete hier am Flußufer der preußische König Friedrich 1. die Saline, die zum größten staatlichen Betrieb Preußens werden sollte. Im Gefolge der Salzgewinnung siedelte sich vor allem die chemische und die Metallindustrie an, die Elbschiffahrt entwickelte sich. Die Sole für die Saline kam aus

Elmen, und da wären wir schon beim ersten Dorf. Elmen war anfangs ein kleines Salzsiededörfchen, in dessen Nachbarschaft sich ein Ort entwickelte, der schnell größer wurde: Groß Salze. Salz hatte jahrhundertelang das Primat, hier gab es die Pfänner, deren Bezeichnung von der Siedepfanne abgeleitet wurde. Durch das Salz wurde die Stadt reich, viele Salzherren konnten sich den Adelstitel kaufen. Nachdem man in Elmen Ende des

17. Jahrhunderts alte, verschüttete Solebrunnen wiederentdeckt hatte, nahm die Schönebecker Saline dann die Salzproduktion auf. Dieser Konkurrenz konnten die Groß Salzer nicht standhalten, zumal die Schönebecker 'allerlei neues Zeugs' wie das Gradierwerk einführten, um die Konzentration der Sole vor dem Sieden zu erhöhen. Die pfänner mußten schließlich im [ahre 1797 für 80 000 Taler das Salzwerk an den Staat verkaufen und wanderten nach und nach aus. Das Solbad beim Dörfchen Elmen, das einige [ahre später gegründet wurde, bedeutete die Rettung. Elmen schließlich wurde Ende des 19. [ahrhunderts nach Groß Salze eingemeindet. Seit 1926 trägt Groß Salze den Namen Bad Salzelmen. Frohse schließlich, die dritte Stadt, ist als Königspfalz und als Ort einer mittelalterlichen Schlacht in die Geschichte eingegangen. Die drei beschriebenen Schwesterstädte waren im Laufe der Zeit so zusammengewachsen, daß eine administrative Trennung immer größere Schwierigkeiten bereitete. Nach vielem Hin und Her gelang es 1932, die Orte Schönebeck, Bad Salzelmen

und Frohse zu vereinigen. - Aber halt, das ist noch nicht alles! Es fehlen ja noch die beiden ostelbischen Dörfer Grünewalde und Elbenau, beliebte Ausflugsziele für die Städter! Sie kamen schon 1913 zu Schönebeck, kurz nach dem Bau der Elbbrücke. Felgeleben wagte dann zehn [ahre später den Anschluß nach Schönebeck.

Wir wünschen nun den älteren und auch den jüngeren Lesern und Betrachtern viel Spaß mit dem Büchlein. Die einen mögen Bekanntes wiederentdecken und die anderen etwas von der Lebenswelt ihrer Eltern und Großeltern erfahren.

1 Im Februar 1839 wurden die Fundamente zum Bahnhof in Schönebeck gelegt und anläßlich der Eröffnung der Eisenbahnstrecke MagdeburgSchönebeck am 29. Juni 1839 eingeweiht. Die Lokomotive namens 'Adler' und 13 festlich geschmückte Wagen kamen nach 2S Minuten Fahrt in Schönebeck an. Lokomotiven und Schienen wurden aus England bezagen. Die Personenwagen fertigte man in Berlin an, kaufte aber die Räder in England. Es war ein bedeutsamer Fortschritt im hiesigen Verkehrsleben, als Schönebeck eine Eisenbahnstation bekam. So wie auf dem Foto, das um das [ahr 193ü'geschossen' wurde, ist der Bahnhof auch heute noch

Start und Ziel für viele Reisen und verbindet Schönebeck mittels Schienenstrang mit dem 'Rest der Welt' .

2 So hat seinerzeit ein Billett für die Fahrt mit der Eisenbahn von Schönebeck nach Leipzig beziehungsweise von Magdeburg nach Schönebeck ausgesehen. Damals hatte man selbst bei solchen profanen Dingen wie Fahrkarten Sinn für Schönheit - man beachte die kunstvolle Umrahmung. Der 'Komfort' für eine Reise in der 3. Klasse war der, daß die Wagen über kein Verdeck verfügten, und die Reisenden dem Regen und Wind schutzlos ausgeliefert waren. Außerdem waren nur an den Längsseiten wenige Sitzplätze angebracht, und preiswert war eine Fahrt für Otto Normalverbraucher auch nicht. Ein Maurergeselle beispielsweise mußte damals noch für

fünf Silbergroschen vier Stunden arbeiten. Den Statistiken dieser Zeit kann man deshalb Glauben schenken, die aussagen, daß acht von zehn Personen auf diese unbequeme Weise reisen mußten. Gute alte Zeit!

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3 Im Oktober des [ahres 1887 übergab man dieses prächtige Postgebäude in der heutigen Republikstraße seiner Bestimmung. Davor war die Poststelle auf dem Breiteweg untergebracht und dann zeitweise auf dem Markt, Ecke Nicolaistraße. Aber allmählich wurde es auch dort zu eng, denn die Bevölkerung von Schönebeck wuchs um die Jahrhundertwende stark an,

so daß man sich zum Bau dieses Postamtes entschloß. Anfang Februar 1998 wurde eine neue Hauptpost in der Steinstraße eröffnet. Im denkmalgeschützten Gebäude in der Republikstraße, so war in der örtlichen Presse zu lesen, bleibe vorerst der Briefdienst untergebracht.

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Pos amt

4 pferdchen lauf! Dieses Verkehrsmittel verband 31 [ahre lang - van 1886 bis 1917 die Orte Schönebeck und den Kurort Bad Elmen. Das Foto zeigt die Belegschaft in der Nähe des Betriebshofes der Bahn, am Ende der Friedrichstraße. Die Reise begann am Hotel 'Iandhaus' an der Ecke Bahnhofstraßel Anfang Friedrichstraße und endete im Sommer am Schwanenteich in Elmen, im Winter schon auf dem Salzer Markt. Der Fahrpreis dafür betrug 1 5 Pfennige. Das pferdebahndepot befand sich am Ende der Friedrichstraße. Dort waren etwa 1 6 pferde und sieben Wagen untergebracht. Der stets zu einem Scherz aufgelegte Volksmund drückte den

Verlauf einer Reise folgendermaßen aus:

'In Schönebeck ist's gemütlich, da gibt's eine pferdebahn, I das eine PIerd, das zieht nicht, das andere, das ist lahm. I Der Kutscher, der ist

bucklig, der Kontrolleur kann nichts sehen, I und alle fünf Minuten, da bleibt die Karre stehn.'

Im Ersten Weltkrieg mußte der Verkehr eingestellt werden: Die pferde benötigte

man für das Militär, und das Futter war auch knapp.

5 Der Schönebecker Bahnübergang mit Schrankenbetrieb am Landhaushotel bestimmte jahrzehntelang das Tempo des Straßenverkehrs, als es das Bahnbrückental noch nicht gab. Waren die Schranken an dieser wichtigen Kreuzung geschlossen, ging nichts mehr, wie man hier sehen kann. Schon 1903 hatte man seitens des Magistrats nach Lösungen zur Beseitigung des Problems gesucht. Durchgeführte Untersuchungen kamen nämlich zu dem Ergebnis, daß in der Zeit zwischen 6 Uhr früh und 22 Uhr abends durchschnittlich mehr als 15 500 Personen mit entsprechend vielen Fahrzeugen den Übergang benutzt hatten. Die Schranken waren

in der genannten Zeit wegen des Zugverkehrs viereinhalb Stunden geschlossen. Der Bau eines Fußgängertunnels bedeutete nur eine unzureichende Teillösung. Für die Stadtväter war dies Grund ge-

gewohnten Verkehrslaufes.

Für viele Schönebecker brachte der Bau aber auch Arbeit, denn zeitweise waren bis zu vierhundert Leute beschäftigt.

nug, die Verhandlungen mit der Reichsbahn zu forcieren mit dem Ergebnis, daß man sich einigte, die Straßen abzusenken. Diese Baumaßnahme bedeutete Umleitung, Umstellung und Änderung des

6 Seit über sechzig [ahren haben die Schönebecker nun schon ihr 'Bahnbrückental' , ein Bauwerk, das aus dem Stadtbild wegen des stark gestiegenen Verkehrsaufkommens nicht mehr wegzudenken ist. Weit über eine Million Mark mußten damals, Mitte der dreißiger [ahre, für das umfangreiche Bauprojekt aufgebracht werden. Zunächst wurden als Vorarbeiten die kleinen Verkaufsläden in der Salzer Straße und das Direktionswohnhaus der nahegelegenen Zündhütchenfabrik abgerissen. Die Zufahrtsstraßen wurden gesenkt und die Züge über eine Brücke darübergeführt. Die Veränderung des Bahndammes erforderte auch einen Umbau des Bahnhofes

und der Bahnsteige. Für Fußgänger und Radfahrer, die freilich ihren Drahtesel tragen mußten, gab es in dieser Zeit eine hölzerne Behelfsbrücke, wegen der zwei Absätze liebevoll 'Kamelbrücke' oder auch

'Asthmabrückc' genannt. Für den übrigen Verkehr war gesperrt. Zu welchen Problemen hätte wohl diese GroßbaustelIe in der heutigen Zeit geführt! Mit der Fertigstellung gehörte das Verkehrschaos an

dieser Stelle der Vergangenheit an, wie dieses Foto vom Eröffnungstag, dem 1 S. September 1935, zeigt.

7 Der für damalige Verhältnisse stattliche Bau des 'Landhauses', der geschmackvolle Saal und der herrliche Garten waren immer ein Sammelpunkt der besseren Gesellschaftskreise von Schönebeck. So wie hier auf dem Foto abgebildet präsentierte sich das Gebäude nach 1930. Das Landhaus war auch die Stätte, in der sich unsere Großeltern bemühten, die Tanzkunst zu erlernen. Die Küche war ebenfalls berühmt, und die jungen Mädchen konnten sich hier in Hauswirtschaft unterrichten lassen. Ein Sommertheater bot lange [ahre Gelegenheit, dramatische Stücke zu genießen. Später baute man das Kino 'Astoria'. das zum Treffpunkt für viele

wurde. Auch wissen wir, daß das Gasthaus zeitweilig ein Versammlungslokal für die unterschiedlichsten Vereine

war.

8 Seit dem [ahre 1912 verbindet die Straßenbrücke über die EIbe Schönebeck mit den ostelbischen Ortschaften. Der Magistrat legte den Grundstein für dieses bedeutende Bauwerk im Sommer 1910 , und nach zweieinhalb [ahren Bauzeit, am 30. November 191 2, wurde es dem Verkehr übergeben. Schaulustige aus nah und fern waren herbeigeströmt, und als erstes Fuhrwerk erschien ein mit Kränzen und Fahnen geschmückter Wagen voll Dachpappe und Zement, den eine Schönebecker Firma nach Plötzky schickte. Gleich daraufkam ein Elbenauer Langholzwagen von der entgegengesetzten Seite. Auf dem Strom aber führten Fähre,

Dampfer und Motorboote ihre letzte Überfahrt aus; am Ende des Tages hatten sie ihren Dienst einzustellen. Die imposante Brückenkonstruktion, gebaut von der Firma Klönne aus Dortmund, stellte

eine Sehenswürdigkeit dar, wie auf der um 1915 erschienenen Postkarte ersichtlich ist. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde die Brücke gesprengt. Nach Kriegsende baute man sie in

veränderter Form wieder auf Am 20. Mai 1952 konnte dieser Verkehrsweg der Öffentlichkeit übergeben werden.

Schönebeck a, E,

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Partie an der Eibe mil Brücke

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