Schöneiche in alten Ansichten Band 1

Schöneiche in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinz Biskup
Gemeente
:   Schöneiche
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5602-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schöneiche in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Obwohl die Mehrzahl der mittelalterlichen Dörfer im Berliner Raum im Landbuch Kaiser Karls IV. aus dem Jahre 1375 erstmalig erwähnt sind, so sind sie doch in jedem Falle älter, vielleicht sogar vor den Städten Berlin und Cölln gegründet worden, so ist es bei Schöneiche auch anzunehmen.

Schöneiche. Kreis Fürstenwalde/Spree, liegt am östlichen Rand von Berlin, es ist reich an reizvollen Gegensätzen. Auf einer Fläche von ca. 17,5 Quadratkilometern findet man alle typischen Landschaftsformen. Da ist die Barnimer Hochfläche mit der eiszeitlichen Schmelzrinne, das Fredersdorfer Mühlenfließ mit seinen Wiesen und ehemaligen Gaststätte 'Der kleine Spreewald', da ist auch im Süden das Berliner Urstromtal mit seinem ausgedehnten Kiefernwald. Wir finden das ehemalige Gutsdorf Schöneiche an einem Ufer und das ausgesprochene Ackerbauerndorf Kleinschönebeck am anderen Ufer des gleichen Baches, aber auch am gleichen Bach weiter südlich, die Siedlungen Fichtenau und die Gartenstadt Schöneiche aus dem Anfang unseres Jahrhunderts. Für die Entwicklung und Anlegung eines Ortes ist und war von jeher die Wasserversorgung bestimmend. Sie ist hier durch das Fredersdorfer Mühlenfließ - zur slawischen Zeit Senitz genannt - gegeben. Schon in der Mittleren Steinzeit war die Gegend besiedelt, ebenso in der Jüngeren Steinzeit sowie Bronzezeit.

Es ist damit belegt, daß das Gebiet Schöneiche ununterbrochen besiedelt war. Das slawische Wort 'Senitz' für das Fließ bedeutet 'Heubach ' und zeigt die Verwendung des weiten Wiesengeländes zu jener Zeit an.

Bei der Besitzergreifung des Gebietes durch die Deutschen im Mittelalter spielte dieses Fließ dieselbe Rolle. Von Kleinschönebeek wissen wir, daß seine erste Wassermühle in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Zisterziensermönche angelegt worden ist und zwar im jetzigen Ortsteil Fichtenau. Demnach muß zu dieser Zeit auch das Dorf Kleinschönebeck bestanden haben: es hatte keinen Rittersitz.

Ganz anders als im Ackerbauerndorf Kleinschönebeck ist die Entwicklung des Gutsdorfes Schöneiche .. Berliner Bürger wechselten mit märkisehen Junkern oft den Besitz ab, wobei die Junker ihren Gutsbesitz auf Kosten der Bauern vergrößerten, so daß vier Bauernhöfe und fünf Kossätenhöfe zum Opfer fielen. So umfaßte das Gut 1850 etwa 529 ha, während es bei der AnJegung des Rittersitzes im 13. Jahrhundert höchstens 90 ha hatte. Von 1928 bis 1945 gehörte das Gut Schöneiche der Stadt Berlin.

Bis um die Jahrhundertwende lagen die beiden Dörfer am Ufer des Fredersdorfer Mühlenfließes in stiller Abgeschiedenheit. Erst der Bau der Vorortbahn Berlin-Erkner zog das schöne Tal mit seinem reichen Waldbestand in den Bannkreis des Berliner Ausflugsverkehrs. Am 1. April 1939 wurdén die beiden Orte Schöneiche und K1einschönebeck zu einer Großgemeinde zusammengelegt.

Willst Du besser sein als wir, lieber Freund, so wandre! So hat einmal Johann Wolfgang von Goethe es ausgedrückt. Wandern gehört heute zu den ganz besonders wertvollen Freizeitbetätigungen für die 'sitzgewohnten' Menschen unserer Zeit. Ob man mit der Straßenbahn, dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß nach Schöneiche kommt, sollten die wertvollen Denkmale und ihre Geschichte Beachtung finden.

Ein historischer Kern Schöneiches befindet sich im Ortsteil Kleinschönebeck. Das Dorf ist ein altes Straßenangerdorf aus der Zeit der Besiedlung der Mark Brandenburg in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Gestalt des langgestreckten Angers und der sich teilenden Dorfstraße , an der zu beiden Seiten die Höfe liegen, überliefert bis heute die in Jahrhunderten gewachsene Struktur eines Bauerndorfes ohne Gutsanlage. Kleinschönebeck ist Beispiel für ein verhältnismäßig armes Dorf, in dem auch die Seperation (Flurneuordnung) nur einige stattliche Bauernhäuser in der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts entstanden sind. Der Dorfanger von Kleinschönebeek heißt heute Dorfaue (unter Denkmalschutz). Eigentümlich ist es, daß das alte Straßenangerdorf nicht mitten in der Ackerflur ,sondern an deren Rand liegt. Die Bauernhäuser mit ihren Gärten und Hauswiesen reichen im Nordwesten bis an das Fredersdorfer Mühlenfließ, das die ehemalige Grenze zur Schöneicher Flur darstellte.

In der Dorfaue Nr. 8 findet man das Heimatmuseum. die Dortkirche, ein gut erhaltener Feldsteinbau aus dem 15. Jahrhundert, umgeben von dem alten Dorffriedhof mit einer Feldsteinmauer, sowie ein altes Spritzenhaus, umgeben von wertvollen Baumbestand, und dem Dorfteich.

Der zweite historische Kern Schöneiches, ist das Gutsdorf Schöneiche, es befindet sich in der Dorfstraße und An der Reihe. Die Schloßkirche, einstmals ein frühgotischer Feldsteinbau, wurde 1725 als Barocker Putzbau mit Turm von dem Gutsherren Severin Schindler umgestaltet und erweitert. Bereits im Jahre 1786 erwähnt Friedrich Nicolai in seiner 'Beschreibung der königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam' die gutgebaute Schloßkirche. Dieser Bau befindet sich seit 1985 im Besitz der Gemeinde Schöneiche und wird seit diesem Zeitpunkt restauriert. Das 1765 erbaute barocke Schloß, wurde leider 1949 abgerissen.

Der Fachwerkspeicher, An der Reihe, wurde 1749 auf Anordnung Friedrichs 11. zu dem Zweck erbaut, im Kriegsfalle Raufutter für die Kavallerie aufzubewahren. Der Speicher mit Stilmerkmalen des Barock, im Grundriß ein verschobenes Rechteck. Er besteht aus dem Erdgeschoß, Obergeschoß und Dachgeschoß. Im Mansarddach befindet sich eine Mitteltür , in die ein Aufzugserker mündet.

Das Lützow Haus, ehemaliges Jägerhaus in der Dorfstraße 14, wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Nach mehreren Urnbauten ist von der ursprünglichen Innengestaltung nichts mehr erhalten. Seine geschichtliche Bedeutung erhielt das Haus

durch den Freiheitskämpfer Adolfvon Lützow, der hier, vom Mai bis September 1809 eine Verwundung ausheilte, die er sich bei einem Gefecht bei Dodendorf mit französischen Truppen zugezogen hatte.

Vis à vis des Lützowhauses befindet sich das Straßenbahndepot der Schöneicher Straßenbahn. Diese Straßenbahn verkehrte am 28. August 1910 zwischen dem Vorortbahnhof Friedrichshagen und der Haltestelle Schöneiche-Schloß zum allerersten Mal. Wer mehr wissen möchte, kann bei der Verwaltung der Straßenbahn alles erfahren. Dort werden auch Sonderfahrten mit einem historischen Zug angeboten.

Die Senitz oder das Fredersdorfer Mühlenfließ

Die Ablagerungen der letzten Eiszeit gestalteten mit einer Mächtigkeit von 30 m bis 180 m unsere Bodenformen. So entstand der Barnirn, eine Moränenscholle , die mit ihrer hohen Kante parallel zum Oderbruch verläuft und eine höchste Höhe von 158 m über dem Meeresspiegel bei Bad Freienwalde aufzuweisen hat. Die Scholle ist begrenzt vom Oderbruch im Osten, von Spree und Havel im Süden und Westen und vom Finowtal im Norden. Schöneiche liegt in der Mitte des südwestlichen Schollenrandes.

Als die Gletscher abzutauen begannen, nagte sich die Schmelzwasser durch das Eis in den Boden und bildete eine Schrnelzwasserrinne . Teil einer solchen, ist auch das Bett der Senitz gewesen. Der Hauptabfluß der Rinne vom Garnengrund über Kessel-, Fänger-, und Bötzsee erfolgte durch das der Stienitz-, Kalk-, und Flakenseerinne, die bei Woltersdorf-Erkner in das Berliner Urstromtal einmündet. Da die Rüdersdorfer Kalkberge den abfließenden Wassermassen ein großes Hindernis entgegensetzten, entstand das Senitzbett als eine deltaartige Abzweigung. Als das Eis geschmolzen war und das Ouellwasser durch die Täler floß, trocknete das Hauptbett aus, und nur eine schmale Wasserrinne blieb übrig, die die in vielen Win-

dungen und Abzweigungen durch die inzwischen grünenden Wiesen des alten FluBbettes schlängelte. Nach und nach sank der Wasserspiegel noch mehr ab, die Verbindung zwischen den Garnengrundseen hörte auf, und heute entspringt die Senitz (Fredersdorfer Mühlenfließ) im Elsterwerder nördlich vom Kesselsee. Ihr Lauf bis zur Mündung in den Müggelsee ist ca. 50 km lang, sie trieb auf der Länge acht Mühlen. Sie durchfließt den Kessel-, Fänger- und den Bötzsee, dann führt ihr Lauf nach Eggersdorf, biegt dort nordwestlich ab zur Bruchmühle, wendet sich wieder nach Süden an Petershagen vorbei nach Fredersdorf und Vogeldorf zu, bis ihr Wasser in Schöneiche die Grenze zwischen den alten Dörfern Schöneiche und Kleinschönebeck bildet. In viele Arme aufgeteilt durchfließt die Senitz unseren Ort. Im Ortsteil Fichtenau verläßt die Senitz Schöneiche, um im Rahnsdorfer Wald auf Berliner Gebiet das alte Urstromtal zu erreichen und in den Müggelsee zu münden. In früheren Zeiten war das Fließnetz weitverzweigter als heute. Ein Wasserarm verlief vom Kleinschönebecker Müblengebiet östlich der Brandenburgischen Straße und versandete später. Die Niedcrung, in der die Mühle, Badeanstalt und der Kleine Spreewald liegen, sowie der Erlengrund an der südlichen Ortsgrenze waren große Sumpfgebiete. Die Anlage des Mühlteiches nach 1451 und der Ausbau des Grabensystems, das den Kleinen Spreewald bildet, trugen wesentlich zur Entwässerung bei. Ebenso sind durch Fließlaufbegradigungen im Ort, im ehemaligen Kurpark Fichtenau, an der Seestraße, in der sich ein See befand und im Rahnsdorfer Wald viele tote Schleifen und Tümpel verschwunden.

Wie uns Funde der Stein- und Bronzezeit zeigen, ist Schöneiche altes Siedlungsgebiet. Im 6. Jahrhundert wurden wendische Siedler vom Stamme der Lutitzer in unserer Gegend ansässig, und zwar in der Niederung südlich des Schloßparkes. Der Fischreichtum der Senitz und die weiten Wiesentlächen der ehemaligen Schrnelzwasserrinne gaben dafür den Aus-

schlag. Die im Frühjahr überschwemmten Gebiete brachten guten Wiesenwuchs und damit reiche Heuernte. So nannten die Lutitzer in ihrer slawischen Sprache das Fließ senca, d.h. Heubach, daher noch heute der Straßenname Heuweg, der zum Fließ parallel läuft. Später lautete der Name eingedeutscht Senitz. Im oberen Teil des Fließlaufes ist der Name das Hohe Fließ, um die Jahrhundertwende führten die Kartographen den Namen Fredersdorfer Fließ ein,

Eine neue Bedeutung gewinnt die Senitz, als um 1250 Zistersiensermönche ins Land kamen und die ersten Wassermühlen anlegten. Solch eine Mühle stand im heutigen Ortsteil Fichtenau, gegenüber der Bruno-Hi-Bürgel-Schule. Ihre Fundamente wurden in den dreißiger Jahren bei Bauarbeiten freigelegt. Sie lag an dem schon erwähnten, bis 1451 ganz versandeten Wasserarm und wurde deshalb in dieser Zeit an die jetzige MühlensteIle verlegt.

Oft gab es Überschwemmungen. 1712 schreibt ein Pfarrer, daß er wegen des Wassers oft nicht wisse, wie er ein Steinwurfweit aus seinern Haus kommen solle. Erst 1870-1880 entschließt man sich, die Straße von der Mühle bis zur Dorfkirche und die Schöneicher Straße aufzuschütten. Ebenso erhalten die Ufer Schutzwälle. Und dennoch sucht das Hochwasser unseren Ort immer wieder heim. 1929 und 1940 standen die Rahnsdorferstraße und die Brandenburgischestraße (früher Mühlenstraße, Kaiser-Wilhelm-Straße, A. HitierstraBe, Ernst-ThälmannStraße , ab 1992 Brandenburgische Straße) völlig unter Wasser. In den letzten dreißig Jahren wurde das Fließ weiter reguliert und begradigt, dabei gingen viele Iandschaftliche Reize verloren. Nachzutragen wäre noch, 1770 gab es Bernühungen das Fließ-Senitz bis nach Eggersdorf anzustauen, um es schiftbar zu machen.

Schloll

Scliöneiclie oei Friearic sagen

1. Im Jahre 1765 wurde das barocke Schloß von dem damaligen Besitzer Friedrich Wilhelm Schütze auf den alten Grundfesten des ehemaligen Rittersitzes der Quastens und Krummensees errichtet. Friedrich Wil helm Schütze war Hofbankier Friedrichs des Großen.

2. Schloß Schöneiche war ein zweigeschossiger, freistehender Putzbau von 11 malS ACHsen mit Walmdach. Der letzte Besitzer des Gutes Schöneiche, Amtsrat Wrede, verkaufte 1928 das Gut an die Stadt Berlin. Ein Teil der Äcker wurde dann als Rieselfelder umgenutzt. Das Schloßgebäude wurde als Aufbauschule für Mädchen genutzt.

3. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1945 das Schloß zwar geplündert, aber es war als Bau noch komplett. 1946 herrschte in Schöneiche Typhus, da wurde das Schloß als Lazarett und Quarantänestation genutzt. 1949 beschloß die Gemeindeverwaltung Schöneiche, das Schloß abzureißen, um aus den zu erwartenden Baustoffen Neubauernhäuser zu bauen. Dieses gelang nicht, da die Ziegelsteine (Handstrichziegelluftgetrocknet) aus dem Mauerverband herausgerissen bald zerfielen.

4. Bildnis des Friedrich Wilhelm Schütze , gestorben 1794. In der Schloßkirche befindet sich sein Grabmahl, das von J. Gottfried Schadow 1798 geschaffen wurde.

Schënekhe.

Kirche - Partie am Rittergut.

5. Die Schloßkircne Schöneiche ist ein frühgotischer Feldsteinbau, der 1725 als barocker Putzbau erneuert und erweitert wurde. Der im Westen angebaute Turm wurde 1725 neu hinzugefügt und mehrfach erneuert (1830, 1879, 1906, 1932 und 1989). Der Oberbau des Turmes ist aus Holz, durch Pilaster gegliedert, mit reichem, um die Zifferblätter verkröpften Gebälk ausgestattet. Den Abschluß bildet eine geschweifte Haube, die mit Schiefer verkleidet ist. Sie trägt eine achteckige Laterne, errichtet um 1830. Über dem Kirchenschiff, oberhalb des Gesimses und der Kehle, befindet sich eine flache Putzdecke. Der Chor ist nur durch die Wandeinziehung vom Schiff abgesetzt.

6. Bliek durch den gepflegten Schloßpark von Schöneiche zum Schloß, im Vordergrund das Fredersdorfer Mühlenfließ (die Senitz). Aufnahme von 1908.

7. Der Getreidespeicher ist ein Fachwerkbau mit Stilmerkmalen des Barock, im Grundriß ein verschobenes Rechteck. Er besteht aus Erdgeschoß, Obergeschoß und Dachgeschoß. Im Mansardendach befindet sich eine Mitteltür, in die ein Aufzugserker mündet. Der obere Teil des Daches ist mit Schiefer gedeckt, der untere Teil mit Biberschwänzen. Der Speicher wurde etwa 1749 auf Anordnung Friedrichs 11. zu dem Zweck erbaut, im Kriegsfalle Raufutter für Kavallerei aufzubewahren.

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