Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten

Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten

Auteur
:   Günther Kopfmann
Gemeente
:   Schönwald im Schwarzwald
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6295-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

Vorwort

Dunkelheit liegt auf dem ersten [ahrtausend unserer Heimatgeschichte, Waldesdickicht und Wildnis breitet sich über Höhen und Täler. Wir wissen keinen großen Helden dessen Fuß als erster diese betrat, um Besitz von ihr zu ergreifen. Ein Iäger mochte wohl frohlocken über die ergiebigen Jagdgründe, die zu seinem weiträumigen Besitztum gehörten, das er einzig aus diesem Grunde schätzte. Wohnen wollte er nicht in dieser Einöde, die nur kurze, unfruchtbare Sommer kannte nach langen, harten Wintermonaten. In aktenkundigen Berichten geht bereits früher Schönwald als eines der höchstgelegenen Dörfer Deutschlands hervor. Zwischen 1100 und 1200 gehörte Schonwald zu der alten Herrschaft Hornberg. Als die Burg Triberg auf dem Felsenkoloß mitten im Talkessel unterhalb des Wasserfalls entstand, wurde Schönwald der HerrschaftTriberg zugeteilt. Triberg erwarb darin zunächst nur die Hohe Gerichtsbarkeit über die Untertanen. Mit der Zeit wurde daraus eine Art landesherrliche Gewalt, so daß die zehn Dörfer Schonach, Gremmelsbach, Niederwasser, Nußbach, Schönwald, Rohrbach, Furtwangen, Neukirch, Gütenbach und Rohrhardsberg zusammen mit Stadt und SchloßTriberg die 'HerrschaftTriberg' ausrnachten bis zum [ahre 1805. Die HerrschaftTriberg gehörte bis 1805 zu Vorderöstereich. Schönwald kam 1805 zu Baden.

Ziemlich sicher wird allgemein angenommen, daß Schönwald vom Kloster St. Georgen gegründet wurde, umsomehr, als

schon in frühester Zeit eine Kirche hier bestand, aus deren Turm am 15. August 1524 durchziehende aufständische Bauern von Stühlingen die große Glocke mitnahmen.

Zuerst bestand der Ort aus den mächtigen Schwarzwälder Hofgütern, die den berühmten Steinwurfvoneinander entfernt, die Hochtäler beherrschten. Erst später wuchs nach und nach

rund um die Kirche das Dorf so wie es heute ist. Eigentümlich waren die vielen Hochmoore um Schönwald. Deren Bildung ist unschwer zu erklären: Bei Eruptionen, den Hebungen der Gesteinsmassen und Gletscherwirkungen entstanden auch viele kleinere und größere Lücken, Höhlungen. Diese füllten sich, da das Gestein undurchlässig ist, mit Wasser und teilweise mit Erde. Es bildeten sich Sümpfe, in denen aber zu Zeiten von Trokkenheit, Gräser, Buschwerk und selbst Bäume wachsen konnten. Durch die Überflutung bei Hochwasser vermoderten diese im Laufe vieler [ahrhunderte. Neue Schichten setzten sich darûber, und so entstanden die Moorböden.

Schönwald, ein prächtiges Dörfchen! Wundervollliegt es da in der breiten und flachen Hochtalmulde 1 000 Meter über dem Meeresspiegel. Beherrscht wird es von dem 50Meter hohen Kirchturm, inmitten safug grüner Wiesen und von zwei Seiten fast anstoßenden Tannenwaldungen ein wirklich bezauberndes und wohltuendes Landschaftsbild. Das Dorf bildet jedoch nur den kleineren Teil der Gemeinde Schönwald. Es gehören dazu

noch viele teils in anmutigen Seitentälchen, teils aufhübschen Anhöhen gelegene Zinken und Höfe: Auf dem Bühl, Baslertal, Ecke im Schönbächle, bei der Escheck, Farnberg, Moos, Mûhlenbühl, Fuchsbach, Freiheit, Guten, Höfle, Hölltal, ob der Kirch, Leibereck, Loch mit ob dem Wald, Mosenberg, Mûhleberg, Oberort, Prisen, Sägloch, Schaiben, Schönbächle, Schwarzenbach, Schwarzenmoos, Sterenberg, Straßwald, Tiefenbach, ob dem Wald, Kopfkrätze, Weissenbach und Wittenbach mit ob dem Wald, Berghäusle, Bleimat. Bux, Ecke im Baslertal.

Die jüngeren Schönwälder und die meisten Kurgäste können sich kaum vorstellen, wie man früher in dieser kargen Gegend gelebt hat und wie sich in der Vergangenheit des letzten Iahrhunderts das Bild des Ortes verändert und die Menschen geprägt hat.

Günther Kopfmann

1 Kurhotel Adler

Ein kleines Stück des Widumgutes blieb Allgemeingut d.i. 'Allmed', Es ist der Raum erwa zwischen Kirche-Adler-Falken und Wehrlefabrik. Es war sozusagen eine Zugabe ZUl11 Kirchplatz, eine Art Marktplatz. Auf diesem ' gemeinen Acker' erstand ein Wirtshaus, der spätere ' Adler' das 'Innere Wirtshaus'. Dieses Wirtshaus dürfte also als das erste Haus anzusprechen sein neben Pfarrkirche und Pfarrhof, und kann die Bauzeit bald nach 1500 festgelegt werden. Dieser ältester Adler stand an der Stelle des heutigen Seemannhauses, Hauptstraße 8, [edoch beanspruchte seine Hofstatt die ganze Breite der heutigen neuen Straße. Beim Bau der neuen Straße wurde das alte Haus abgebrochen (1873). Einer privaten Aufzeichnung nach soll der alte Adler erst 1600 erbaut gewesen sein, es könnte also das älteste Haus etwa zufolge eines Brandes bereits durch einen Neubau um 1660 ersetzt worden sein.

Zwischen Kirche, Pfarrhaus undAdler müssen nach 1500 die ersten Häuslein entstanden sein, denn die Bezeichnung 'Äußeres Wirtshaus' beweist 1564 nicht nur, daß noch ein 'Inneres Wirtshaus' da war, sondern eben überhaupt, daß innen noch etwas war. Da wir auch um diese Zeit mit Sicherheit von der Pfarrkirche wissen, so können wir mit Sicherheit von Dorfbewohnern sprechen, die nun hier ihre Häuslein bauten.

Das Wirtshaus war auch der Vorläufer des späteren Rathauses oder Gemeindehauses, was es auch blieb bis ins 19. [ahrhundert,

1894/95 erbaute dann Eduard Riesle das KurhotelAdler, vierstöckig mit Dampfheizung, elektrischem Licht und Wandelgang. Das Foto zeigt das Kurhotel Adler wie ihn die älteren Schönwälder Bürger noch kannten.

2 Dörflein

Das in den zwanziger [ahren aufgenommene Foto zeigt einen markantenAusschnitt des Ortskerns von Schönwald. Es zeigt einen Teil des früheren Ortsteils Dörflein, heute Hauptstraße. links das Haus Hettich, heute Schuhhaus; als einziges altes Haus überdauerte das dritte große Haus an der Landstraße den Dorfbrand. Eine [ahreszahl ist an ihm nicht mehr zu finden, es ist verschiedentlich an- und umgebaut worden.

Kornel Hettich Schuhmacher aus Schonach erwarb 1891 auch die zweite Hälfte dazu, so daß der SohnAugust Hettich, Schuhmachermeister, das ganze Haus besitzt. Diese zweite Hälfte des Hauses läßt sich vor 1812 nicht eindeutig bestimmen. Vielleicht ist sie auch erst um diese Zeit zur selbständigen Wohnung ausgebaut.

Im Iahre 1 889 wurde hier der Enkel Alphans Dold geboren, der 1914 als Pater Oswald im Kloster Münster in Westfalen tätig war.

Auch wurde dieses Haus schon von vielen Handwerkern genutzt: Löffelschmied, Zeugschmied und Uhrenschlüsselmacher. Es ist auch als 's'Kornelis' bekannt. In unserem Dorflebte im vergangenen Iahrhundert ein tüchtiger Handwerkerstand. Rechts sieht man noch das Brunnenhäuschen, vor der Bäckerei Ganter, wo etliche Familien ihre Wasserrechte hatten. Im [ahre 1879 ging dieses Haus (Bäckerei Ganter) an Lorenz Duffner, er richtete rückwärts zum Berg hin die erste Strohhutfárberei ein,

ehe er 1884 und 1889 das neue Wohnhaus mit Fabrik- und Färbereigebäude errichtete.

Manche Entwicklungsspuren in Schönwald sind erhalten und erkermbar geblieben. Der Charakter eines Geschichtszeugnisses wurde angenommen, weil die sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen während des 19. [ahrhunderts dies veranschaulichen,

In Schönwald haben strukturelle und substanzielle Veränderungen dazu geführt, daß viele historische Gebäude und Landschaftsteile zerstört und unkenntlich gemacht wurden. Wo's Dorfzu Ende ging, da fingen einst die Baumwiesen und die Felder an.

Heute sehnt man sich wieder nach dieser dörflichen Idylle zurück, mit Kopfsteinpflaster und beidseitig der Straße Bäume.

3 Strohflechterei

Die Verfertigung der Strohhüte ist das Gegenstück zu der Uhrenfabrikation. Neben der Uhrenindustrie genießt die Strohflechterei in Schönwald wohl die größte Volkstümlichkeit und Verbreitung. Im Iahre 1740 erwähnte man schon das 'Huethstroh', also flocht man bereits um jene Zeit nachweislich Hüte aus Stroh. Es steht nicht fest, in welche Zeit diese Beschäftigung zurückreicht oder wann sie gewerblich erstmals ausgewertet und damit Handel getrieben wurde.

Ein heute kaum mehr bekanntes Gewerbe sicherte im vergangenen [ahrhundert vielen Menschen in Schönwald ihr Dasein. Die Herstellung von Strohgeflechten, Taschen und Hüten diente hauptsächlich zur Selbstversorgung. Es verhalfvielen Schönwäldern zu ihrem kärglichen Brot. Die Gemeinde Schönwald wurde im 18. und vor allem im 19. Iahrhundert das Zentrum der Strohflechterei. Als die Handelskompagnien die Flechtwaren in ihr Sortiment nahmen, wurde die Strohflechterei zu einem einträglichen Gewerbe.

1804 führte Obervogt Dr. Huber die schweizerische Flechttechnik mit gespaltenen Halmen ein. Unermüdlich war sein Einsatz zur Förderung des aussichtsreichen Gewerbes. Erwachsene und Kinder wurden mit der Feinflechterei vertraut gemacht. Durch frühzeitiges Ernten vor der Fruchtreife stieg die Qualität des im Lande angebauten Strohmaterials. Dr. Huber entwickelte einen Halmspalter der Strohhalme in fünfbis zehn Teile trennte. 1809

erwirtschaftete die Strohflechterei und die Strohhutherstellung eben soviel Gewinn wie die Uhrenfabrikation.

Um die Mitte des 18. jahrhunderts ging der 'Gflechtsandresle' der Schönwälder Geflechtshändler Andreas Fehrenbach seinem Gewerbe nach. Alsbald wurde in der Nähe, sprich Furtwangen, eine Flechtschule gegründet. Im [ahre 1882 hat die Strohflechterei ihre wirtschaftliche und lebensnotwendige Bedeutung eingebüßt.

Die gute Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges wurde leider in den letzten Iahrzehnten des 19. [ahrhunderts durch immer mehr bevorzugte billige Importware aus Übersee (vor allem China) kaputt gemacht. So ging die kurze Blütezeit der Strohflechterei schon sehr bald zur Neige.

Auf dem Bild zu sehen Strohflechterinnen im 19. [ahrhundert vor der heutigen Bäckerei Ganter. Lorenz Duffner befaßte sich mit der Strohhutfabrikation; 1884 richtet er die erste Strohhutfärberei dort ein. 1889 wurde das neue Wohnhaus mit Fabrik und Färberei an der Straßenseite errichtet.

4 Dorfhof-AüßeresWirtshaus

Das Foto zeigt den Dorfhof - das Äußere Wirtshaus im Iahre 1890. Es soll angeblich 1621 erbaut worden sein. Das alte Bauernhaus verbrannte im [ahre 1906 um Mitternacht. An seine Stelle trat das Gasthans 'Zum Hirschen'.

Das Hofgut umfaßte im Iahre 1740 Wirtschaft, Mühle, Speicher und Backküche. Ab dem [ahre 1847 war es Wohnhaus mit Schildwirtsgerechtigkeit 'Zum Hirschen'. Dazu gehörten eine Gießerwerkstatt, eine Waschküche, ein Fruchtspeicher, Feld und Wald. Ferner gehörten in den folgenden [ahren getrennt liegende Grundstücke dazu, so die Dorfsäge. 1872 wurde eine Kegelbahn dazu gebaut.

Eine ganz große Seltenheit war der oder waren die Berufe des Siedle [ohann, er war Bauer, Hirschwirt und Glockengießer.

In der Nähe erstellte er zunächst die Glockengießerei und baute neue Häuser.

Als man anfing die Uhrenwerke aus Metall zu fertigen, errichtete Siedle [ohann eine Gießerei von Uhrenbestandteilen und versorgte zahlreiche Uhrenmacher mit den selben. Verschiedene Umstände führten zum Konkurs des Hirschenwirts; 1906 wurde alles verkauft. Siedle selbst kauft statt dessen das Gasthaus 'Zum Storchen' in Freiburg in Breisgau, wo er dann auch stirbt. 1918 kaufte Furtwängler Iosef Fabrikant in Triberg, das ges amte Anwesen.

5 KurhausViktoria

Das KurhausViktoria wurde in den jahren 1896/97 erbaut und zwar anschließend an die Errichtung des Kurhotels Adler 1894/95. Die räumliche Aufteilung beider Häuser ist identisch konzipiert und stammt vom gleichenArchitekten. Im Unterschied zum Kurhotel war das Kurhaus Viktoria nur für Sommerbetrieb vorgesehen und somit ohne Heizung. Die Leitung des Hauses hat des öfteren gewechselt.

Das Kurhaus Viktoria betrieb 1907 bis 191 8 Karl Heinrich Ketterer, während der Sommersaison selbst als Hotel. 1918 bis

1931 stand es leer, wurde nur vorübergehend als Kaffee verpachtet und vom Hotel Adler mitbetrieben. In der äußeren Silhouette hat sich bis zur heutigen Zeit kaum etwas verändert. Verbunden war das dreistöckige KurhausViktoria mit dem Gasthaus Hirschen durch einen überdachten Gang.

Auf dem Foto noch gut zu sehen sind die Pferdekutschen, die auf Gäste warteten; sie fungierten damals als Taxis.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek