Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten

Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten

Auteur
:   Günther Kopfmann
Gemeente
:   Schönwald im Schwarzwald
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6295-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten'

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11 Kübler

Das Foto zeigt RudolfHettich, Altbauer vom Feißenhofim Baslertal, der letzte Kübler in Schönwald.

Die Schönwälder mußten sich in ihren abgelegenen Tälern und auf den einsamen Höfen mit möglich vielem selbst versorgen. So entwickelten sie ein Talent in der Verarbeitung heimiseher Rohstoffe, vorallem Stroh und Holz. Die Entwicklung der vielen Holzberufe ging langsam aber stetig vor sich. Je nach der geschichtlichen Entwicklung befand sich der Wald auf dem Vormarsch in den Zeiten verstärkten Holzbedarfs um 1800.

Das Holz war unentbehrlicher und vielseitiger Roh-und Werkstoff für Haushalte und Gewerbe. Viel Schönwälder finden Freude am traditionellen Tüfteln mit dem Medium Holz. Darum ist das alte Handwerk des Küblers, die alte Küblerei, eine wahre Kunst geblieben. Der Kübler arbeitet ausschließlich mit Schneide-, Spalt- und Hobelwerkzeugen. Der Kübler fertigte neben den klassischen zweihenkligen Rundkübeln, Krautstanden, Badezuber, Brühbütten (für die Schlachtung), Weinbütten und Fischlogel (zur Haltung lebender Fische).

Das wichtigste Werkzeug der Schnefler, ob sie Löffel schnitzten oder Kübel und Schachteln fertigten, war der Schnidesel. Diese einfache Werkbank der Schwarzwälder besteht aus einer Bank mit Aufsatz, und dem Werkstück über einen Hebel mit dem Fuß eingespannt wird, damit man es mit dem beidhändig geführten

Ziehmesser bearbeiten kann. Der Kübler glättete auf diese Weise mit dem Ziehmesser seine Dauben, die er zuvor aus zugeschnittenen Rundhölzern gespalten hatte. Im Setzreiffügte er die einzelnen Stücke zusammen und verband sie mit Holz- oder Eisenringe. Schließlich wurde der ausgesägte Boden von oben in eine kreisförmig ausgefräßte Nut eingesetzt. Ein Satz Kübel bestand in der Regel aus sechs Einzelgefáßen, die wie die Schalen einer Zwiebel in einander paßten. Für ihre Herstellung benötigte ein geübter Kübler 12-14 Arbeitsstunden.

12 Reinertonishof

Einer der ältesten Heidenhöfe in Schönwald ist der Reinettonishof, laut Inschrift am Bug über der Haustür 1 61 9 (MDCXIX) erbaut. Dieser Hof ist also schon über 350 [ahre alt. Im [ahre 1980 wurde er renoviert, es gab keine Erneuerungen. Das Interessante an diesem Hof ist sein erhaltener Urzustand.

Das Schwarzwälder Heidenhaus ist die älteste Hausform des Schwarzwaldes, und ist ganz auf die Bedürfnisse des Viehzûchters zugeschnitten. Die Heidenhäuser sind leicht zu erkennen an ihrer Stellung im Gelände und an der Gestaltung der Eingangslängsseite. Der First und damit die Längsrichtung des Hauses verlaufen mit der Fallinie des Hanges. Das Haus ragt dadurch etwas ins Tal hinaus, wobei die Stallung vorn dem Tal und damit dem Beschauer und derWohnteil der wärmehaltenden Bergseite zugewandt sind. Wohnteil und Stallung werden durch den Hausgang mit der Haustür, der von einer Langseite zur anderen das Haus querfirstig durchläuft, voneinander getrennt. Die Eingangslängsseite ist immer nach der Sonne gerichtet, also nach Süden oder Westen. An der Eingangslängsseite liegt die Stube, und hinter ihr ist die Küche angeordnet. Der Stall wird durch den Futtergang in zwei Hälften geteilt. Vor dem Stall steht der Brunnen mit dem Tränktrog und dem Milchhäusle.

Die Heidenhäuser sind zweigeschossig, über der Stube befindet sich im Obergeschoß die Schlafkammer. Durch einen Stiegenkasten gelangt man in diese Räume. Der Weg zu den Gesinde-

kammern ist jedoch über den Gang oberhalb der Haustür an der Eingangslängsseite betretbar. Dieser Gang ist wiederum für die Heidenhäuser bezeichnend. Heute würde man ihn als Balkon bezeichnen.

In der Dreschtenne wurde früher nicht nur Getreide gedroschen, auch die Familienfeste wie Taufe, aber auch Erntedank wurden in dieserTenne zusammen mit Knechten und Mägden gefeiert.

Die Bewunderung der technischen Leistung wird noch vertieft, wenn man erfährt, daß zum Bau eines Heidenhauses von mittlerer Größe rund 1 000 Festrneter Rundholz, das sind etwa 275 Stämme mit je 3,5 Festmeter, verarbeitet worden sind. Das Fällen und Zurichten des Holzes erfolgte mit der denkbar größten Sorgfalt. Mondphasen, Erdnähe, die dem Kalender entnommen wurden, und bestimmte Tage fanden Berücksichtigung. Immer mußte das Holz zwischen Michaelis (29. September) und Hornung (Februar) bei abnehmendem Mond, im 'Wädel' gehauen werden.

Zum Reinertonishof gehörten auch noch eine Mühle mit Backhaus und ein Speicher. Der Hofist seit 1980 im Besitz von Marianne und Lukas Duffner.

13 Scharzwaldhäuser

Nichts ist so typisch für Schönwald wie die Schwarzwaldhäuser. Die Innenausstattung der altertümlichen Bauernhäuser war durch Einfachheit gekennzeichnet. Die alre Rauchküche ging durch beide Geschosse bis unter den Dachboden. Schornsteine gab es in keiner Rauchküche. Der geflochtene und mit Lehm abgedichtete Rauchfang nannte man damals auch Hurd. So bestand der Fußboden in der Rauchkûche, der ja ziemlich uneben war, aus Sandsteinplatten. Ebenfalls aus Sandstein bestand der eingemauerte Schüttstein.

Die Frauen zur damaligen Zeit mußten sich täglich mit primitiven Verhältnissen begnügen. Erzeugt wurde der Rauch in einem gemauerten und später stählernen Tischherd. Als Feuerungsmaterial verwendete man Reisigbündel, auch Reiswelle genannt. Auch wurde der Kachelofen in der Stube von der Küche aus beheizt.

Am steinernen Herd und im Qualm des Feuers war die Arbeit der Hausfrau kein Vergnügen. Die Küche war ein ungemütlicher Raum fast ohne Mobilar. Die Küchengeräte hängten an der Wand und das irdene Geschirr wurde offen in Regalen aufbewahrt.

Der Qualm vom Küchenherd zog durch das Gwelm langsam in den Dachraum ab und gelang schließlich ins Freie. Durch weitere Öffnungen zog der Rauch auch auf die Frucht und Heubühne, so trocknete er auch die Erzeugnisse des Feldes.

Das wichtigste allerdings war zur damaligen Zeit daß der erkaltete Rauch im Dachgeschoß die von der Hausschlachtung dort hängenden Würste und Speckseiten gut räucherte.

Auch erstickte der Rauch die fruchtverderbenden Insekten, den Kornvvurm und andere schädliche Ungeziefer. Der Rauch überzog Balken und Getäfer mit einer glänzenden Rinde, die einem Firnisse gleichte, der nicht so leicht Feuer fing.

14 Skisport

Im [ahre 1894 wurde von durchreisenden Norwegern, den geborenen Skifahrern, Schönwald als idealer Wintersportplatz entdeckt. Sie wurden mit ihren Brettle gebührend bestaunt. Sie waren in den Tagen ihres Hierseins voll Bewunderung für die herrliche Gegend und prophezeiten Schönwald eine glanzvolle Skizukunft. Bald wurden diese Norweger von der einheimischen Bevölkerung nachgealunt. Selbstgefertigte Skier aus Faßtauben ermöglichten die Ausübung dieses für damalige Zeiten sonderbaren Sportes. Über dem Gasthaus Hirschen, heute Friedhofberg, tummelte sich die Bevölkerung mit ihrem neuen Sportgerät. Mit dem Emporkommen des Skisportes wurde im [ahre 1907 der Skiclub gegründet.

Auch mit dem Skisport im allgemeinen wurden Fremde auf die günstigen Gelände in Schönwald aufmerksam. Von [ahr zu [ahr wuchs die Zahl der Wintersportler. Das Schönwälder Gebiet war wie geschaffen sowohl für Anfànger als auch für Fortgeschrittene. Geselligkeit herrschte auf den damaligen Skihängen: überall lachende Augen aus tief braun verbrannten Gesichtern, überall Hilfsbereitschaft, Ratschläge, Führung. So wurde derWinterkurort Schönwald berühmt. Über dem weißen Wunder wölbt sich ein Himmel in sattem Blau, aus dem die warme Sonne niederbrennt und Milliarden von Schneekristallen in leuchtende Edelsteine verwandelt. Die reine und kalte Gebirgswinterluft, nichts Schöneres und Gesünderes gibt es.

Man merkte auch gleich was die Brettlein für eine Erleichterung brachten. Mädchen und Buben gingen nun von den abgelegenen Schwarzwaldhöfen mit Skiern zur Schule. Sauber und schnell kamen sie trockenen Fußes in der Schule an. Auch der Briefträger fuhr nun mit seiner Post auf Skiern ûbers Land. Viele Arbeiter kamen früh Morgens auf den selbstgemachten Bretteln zur Arbeit. Die langen Wege zwischen den entlegenen Höfen wurden in vielen Fällen auf den Skiern zurückgelegt. Damals wußte noch keiner wie es mit diesen Skiern noch boomt. Heute hat im Schwarzwald jeder mehrere Paar Ski daheim.

Die Schüler kamen auch darauf daß man mit den Skiern durch die Lüfte fliegen konnte. Sie bauten sich kleine Sprunghügel und sprangen so 4 bis 6 Meter weit. Allerdings wurden die Sprunghügel immer größer und die Schüler freuten sich über immer weitere Sätze (Sprünge). Die Schülerwettkämpfe fanden an der Halde, einem Berghang mit scharfem Gefàlle statt. Bei den Schülerwettkämpfen wurden mehrere Disziplinen durchgeführt: Langlauf, Slalom, Abfahrtslauf und Skispringen. Es war Großkampftag für Kinder jeglichenAlters. Zur damaligen Zeit herrschte nur bei Wettkämpfen Hektik.

Das Foto zeigt Skifahrer oberhalb vom Gasthaus Hirschen im [ahre 1929.

15 Der alte Postweg

Auch die alten Verkehrswege sich zu vergegenwärtigen erscheint nicht uninteressant. Wie überall im Schwarzwald entstanden die ersten Verkehrslinien der Ortschaften aus den von Haus zu Haus führenden Fuß- und Saumpfade. Wege und Straßen gegen Furtwangen führten schon 1728 mitten durchs Widumgut, vorbei an den Häusem im Bachwinkel, hinauf zur Escheck. Abwärts gerade Richtung ging es weiter zur BannmühIe ins Oberort. zur Guten und schließlich nach St. Georgen. WelcherWeg aber führte nach Triberg?

Durch das Dörflein hinaus, den Höfen im Hölltal zu, ist nirgends etwas erwähnt. Sicher führte ein Pfad von Hof zu Hof, er verbreitert sich zu einem Karrenweg und blieb so vielleicht jahrhundertelang.

Bis zum Iahre 1856 blieb sämtlicherVerkehr den Frachtfuhrwerken und Gelegenheitsboten überlassen, erst das [ahr 1858 brachte uns eine stattliche Postverbindung bis zur damals nächsten Eisenbahnstation Hausach. Tag fürTag fuhren die Kutschen durchs Land. Vom luftigen Bock aber blies der junge Postillion auf dem Posthorn sein Lied, daß es widerhallte in den Wäldern ringsum! Wie schön und poesievoll war die alte Zeit!

Eine eigentliche Postagentur erhielt Schönwald erst im [ahre 1864, eine Telegrafenstation im Iahre 1 877. Am 28. August 1891 wurde in Schönwald in der Hauptstraße 2 ein Postamt eröffnet. In diesem Haus war fast 100 [ahre die Post unterge-

bracht. Es wurde im [ahre 1866 erbaut und war weithin als 'Posthäusle' bekannt.

Aber erst mit der Vollendung der Schwarzwaldbahn 1873 kam neuer Auftrieb in den Straßenbau. Die neue Straße über die Escheck nach Furtwangen wurde erstellt, brachte Veränderungen im Dorfbild mit sich und wurde 1875 dem Verkehr übergeben. Ja, der Fortschritt ging weiter! Nach der Jahrhundertwende kamen an der Stelle der alten Postkutschen motorisierte Fahrzeuge im Postverkehr zwischen Triberg, Schönwald und Furtwangen zum Einsatz, mit denen schnellere Verbindungen geschaffen werden konnten. Auch sind die alten Postsignale vom Postillion auf dem Posthorn geblasen verstummt. Somit gab es erst im 19. [ahrhundert einen geregelten Postbetrieb. Von den ersten Versuchen, ein Auto an die Stelle des Postwagens zu setzen anno 1904-1906, wurde erst 1920, nach dem alle anderen Pläne durch den Ersten Weltkrieg in Stocken geraden waren, die Postautolinien Triberg-Schönwald-Furtwangen eröffnet, deren Kraftwagen zu fast allen Zügen in Triberg Anschluß haben.

Auf dem Foto zu sehen eine alte Postkutsche auf der Straße von Schönwald nach Furtwangen, auf der Ochsenhöhe.

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