Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten

Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten

Auteur
:   Günther Kopfmann
Gemeente
:   Schönwald im Schwarzwald
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6295-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten'

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16 Das Postauto

Unser winterliches Bild, um 1920 entstanden, zeigt das Postauto von Schönwald in RichtungTriberg, der Chauffeur hatte alle Hände voll zu tun. Nach solchen herrlichen Winter sehnen wir uns alle hauptsächlich unsere Gäste wieder zurück. 1920 trat an Stelle des Postwagens das Postauto; die Postautolinie führte von Triberg nach Schönwald und Furtwangen und wieder zurück. Die Postkraftwagen harten fast zu allen Zügen in Triberg Anschluß. DerWinter dauerte hier oben früher fast sechs Monate: Die Kälte wird jedoch keineswegs so empfindlich, wie man zufolge der Höhenlage annehmen könnte, selten mehr als 8 bis 12 Grad. Im Winter bewältigte nicht immer der Bahnschlitten die großen Schneernassen, die den Verkehr hinderten. Wenn man dazu zehn Ochsen und zwei pferde brauchte, so war das ein besonderer Notstand. Es dauerte manchmal Tage, bis die Verbindungen zu den Nachbarorten wieder aufgenommen werden konnten. So mußten die Männer manches Straßenstück von Hand freischaufeln. Die Kinder freuten sich natürlich wenn die Wege unpassierbar waren und die Schule ausfiel.

Wie auf dem Bild zu sehen wurde nur die Breite die unbedingt nötig war gepflugt, es gab ein paar Ausweichstellen, einer rnußte jedoch bei Gegenverkehr immer rückwärtsfahren. Erst wenn etwa tiefer Schnee die Höhen deckte und der Bahnschlitten langsam durchs Dörflein kroch, wurden wir uns wieder davon bewußt, welche Höhenunterschiede uns von Triberg trennten.

Und oft genug müssen wir auch heute noch - weil das Auto, der Zeitumstände halber, nur spärlich verkehren kann - den Weg unter die Füße nehmen ob Regen oder Sonnenschein, Sturm oder Schneetreiben herrscht, ob der Gang dringend ist und Eile erfordert, oder ob wir bedächtig zur Kirche pilgern. Wievielmal sind unsere Urväter diese Straße gelaufen: abwärts, und schwerbeladen mit heimisehen Produkten um sie auf dem Markt zu verkaufen oder einzutauschen. In dieser armseligen Lage war es der Mehrheit der Bevölkerung nur durch unerrnûdliche Schaffenskraft, durch fleiß und Zähigkeit möglich, ein ehrliches Leben zu führen, das oft genug nur ein Durchhungern war. Über den heutigen Wohlstand ist dieses leider in Vergessenheit geraten.

Nur wer die Vergangenheit kermt, versteht die Gegenwart.

1 7 Hirtenbue

In früherer Zeit waren die Familien, vor allem in unserer Schwarzwaldgegend, sehr arm. Die Kinder mußten sobald sie das Volksschulalter erreichten, bei den Bauern ihr Essen selbst verdienen. Fûr die Familien bedeutete dies einen Esser weniger. Den Bauern waren diese Hirtenbuben eine billige Arbeitskraft. Die großen Schwarzwaldhöfe ohne Hirtenbube war undenkbar. Die häufigste Arbeit, die verrichtet werden mußte, war das Hûten von Vieh, Kühen, Schafen Ulld Geißen. Frühmorgens zogen diese Hirtenbuben los, um im saftigen Grün der Wiesen die Herde weiden zu lassen. Die Milchkühe standen nur tagsüber auf der Weide. Abends brachte der Hirtenbue sie wieder zurück in den Stall, wo sie dann noch gemolken wurden. Nach dem Abendessen und der getanen Tagesarbeit legte er sich auf den Häl' mensag zum wohlverdienten Schlaf nieder. Die Viehherde ist zusammen mit dem Wald der Reichtum des damaligen Schwarzwaldbauern. Dazu kam daB die meisten Wirtschaftsflächen der Schwarzwaldbauern sich auf Hanglage befanden. In Schönwald kam noch dazu daß die Wiesen reich mit Steinen gesät waren. Die Arbeitsbedingungen waren in der gesamten Landwirtschaft in Schönwald sehr hart.

War der Bauer nicht anwesend lag es am Hirtenbue dessen Arbeit zu machen, angefangen vom Kalben einer Kuh bis zum Aufladen des großen Heuwagens. Das Morgenessen gab es erst wenn das Vieh im Stall vesorgt war. Danach fuhr der Hirtenbue

mit seinem Vieh aus. Die Kühe hatten auch schöne, möglichst große Glocken, denn das war stets der Stolz eines jeden Hirtenbuben. Nicht nur mußte er mit seiner Geisel das störrische Vieh zusammen treiben, auch bei jeder anderen Arbeit mußte er mit anpacken. Gegen den zunehmenden Nalrrungsmangel im vorigen jahrhundert wurde auch in Schönwald die Kartoffel angepflanzt. Der Hirtenbue mußte helfen sie zu setzen und später bei der Ernte mit einer Haue (Hacke) wieder mühsam aus der Erde herausholen.

Auf der Weide hatte der Hirtenbue genau zu achten, daB kein Vieh über den 'Lochen' (Grenze) oder in ein Klee- oder Kartoffelacker ging oder sich in einem Kornfeld vergnügte. Trafen sich am Lochen mehrere Hirtenbuben, war das Hauptvergnügen zu zeigen wer am besten mit der Geisle klöpfe kann. Im Oktober als die Ernte eingebracht worden war, wurde die Kilwi gefeiert. In der ganzen Zeit seiner bäuerlichenArbeit wohnte der Hirtenbue auf dem Schwarzwaldhof. Erst nach dem Kilwifest kehrte er wieder zu seiner Familie zurück. Viele Gelehrte und berühmte Männer erzählen in ihren Biographien, daß sie in ihrer Jugend einst ein freies, ungezwungenes Hirtenbubenleben führten.

Das Foto zeigt Robert Kopfmann, von 1927 bis 1928 Hirtenbue im Rittwald.

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18 Mangisenhof

Ein Hofgut im WeiBenbach, der Mangisenhof genannt nach Magnus Duffner, dem damaligen Besitzer, nach einem Gemälde von Robert Kuner. Vor 1800 war der Mangisenhof unter dem Namen 'Wolfstephanshof' bekannt. Das zweigeteilte alte Bauernhaus brannte 1916 durch Fahrlässigkeit ab. Nach dem Brand wurde 1917 nur noch ein Haus erbaut - WeiBenbach 2. Erwähnt wurde er erstmals 1564, damaliger Lehensträger war Hättich Caspar. 1727 hieB der Besitzer Duffner Stephan, jüngster Sohn des Hans Duffner vom Langenhof Nach der Herkunft des Vaters wurde der Hof'Wolfstephanshof' genannt und dieser Name blieb dem Hof bis 1806 der Duffner Magnus, Sohn des [oseph 'Mangis' den Hof übernahm. So kam der 'Wolfstephanshof' zu seinem Namen 'Mangisenhof'.

1973 wird die Landwirtschaft aufgegeben; das Land verpachtet. Von der Armut der meisten Bauern früher und ihrer Anspruchslosigkeit können wir uns kaum noch eine Vorstellung machen.

Zu recht heiBt es wo die Landschaft am schönsten ist, da haben es die Bauern am schwersten.

Unter Robert und Ruth-Eva Kuner wurde das 1916 beim Brand des alten Mangisenhofes gerettete Kruzifix aus dem 1 7. Iahrhundert wieder an die Giebelfront angebracht und 1982 von der Unteren Denkmalschutzbehörde Villingen-Schwenningen unter Denkmalschutz gestellt.

19 Gauturnfest

Einige turnbegeisterte Idealisten hatten 1892 unter einfachsten Voraussetzungen die Grundlage geschaffen einen Turnverein in Schönwald zu gründen. Die Anfangsjahre waren, wie bei allen anderen Vereinen, durch ein stetiges Auf und Ab gekennzeichnet. Nach zwei [ahren löste sich der Verein wieder auf, um mit frischem Mut 1896 von den selben Personen wie anno 1892, neugegründet zu werden. Nach fünf regen Iahren kam der Verein erneut zum erliegen. Am 5. Juli 1908 trafen sich im ehernaligen Gasthaus ' Auerhahri' Turnfreunde, die beschlossen, am 27. Juli 1908 eine Generalversammlung zur Neugründung des TV Schönwald einzuberufen.Am 1. Mai 1909 erfolgte dann die Gründung einer Männerriege, die bereits im September desselben [ahres ihr erstes Vereinsabturnen bestritt.

Der noch junge Verein bewarb sich dann um die Ausrichtung eines Gauturnfestes. Dieses Fest war der Höhepunkt im Vereinsleben. Am 23. Juli 1911 war der TV Schönwald Gastgeber für den Schwarzwaldturngau. Das Fest und die sportlichenAktivitäten fanden auf der 'Ochsenhöhe' statt.

Im jannar 1914, bei einer Zusammenkunft der Gauvereine des Schwarzwaldturngaus, wurde eine Gau-Skiriege gegründet. Ein Höhepunkt in der noch jungen Vereinsgeschichte war das 20jährige Stiftungsfest mit Fahnenweihe. Am 19. August 1928 wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung die jetzige Fahne eingeweiht; verbunden war die Fahnenweihe mit einem

Gauturnen und Gauschwimmen. Fast alle Vereine des Schwarzwaldturngaus beteiligten sich an dieser Veranstaltung.

1929 wurde von Emil Storz die erste Schülerriege gegründet. Sie trainierte eifrig und durfte so bereits im August 1930 beim Landesturnfest in Mannheim mit einer starken Riege antreten. 192 8 ließ die Gemeinde Schönwald die Turnhalle beim Gasthaus 'Auerhahn' instandsetzen. Zusätzlich zu den bescheiden ausgestatteten Räumlichkeiten erstand der Turnverein von der Fa. Dold einen Wellblechschuppen. Mit großem Einsatz des gesamten Vereins wurde dieser Schuppen mit der bereits bestehenden Turnhalle verbunden.

In den folgendenjahren hatte der TV Schönwald einen kontinuierlichen Aufwärtstrend zu verzeichnen. Auch die Mitgliederzahl ist seither stetig angewachsen. DerTV Schönwald in seiner heutigen Form hat noch immer Bestand in unserer Gemeinde. Das Interesse an einer aktiven Betätigung in irgendeiner der vielen Gruppen desVereins ist seit der Eröffnung der neuen Sporthalle so groß wie noch nie.

Die Aufnahme wurde beim Gauturnfest am 23. Juli 191 1 gemacht.

20 Uhrmacherei

Die Schönwälder besaßen früher schon Geschicklichkeit, Einsicht und erfinderischer Geist. So beschäftigten sich nicht nur viele Schönwälder mit derVerfertigung der Uhren, sondern vertrieben diese Waren selbst, In der Regel waren es Familienbetriebe. Der Ursprung der Kuckucksuhr liegt etwas im Dunkeln. Am Anfang kam der Uhrenbau allerdings nicht so richtig in Gang. Erst gegen 1720 wurden die Versuche, Holzuhren herzustellen, wieder aufgenommen. Erst von dieser zweiten Entwieklungsphase an wurde sie wieder hergestellt.

Wie konnte in Schönwald dieser abgelegenen Gegend die Uhrmacherei entstehen? Das Umfeld war vorhanden, Schmalhans als Küchenmeister machte sie genügsam. Aber auch erfinderisch, handwerkliche Fertigkeit vor allem im Umgang mit Holz, aus dem die ersten Uhren ausschließlich hergestellt wurden. Die Kuckucksuhren wurden sorgsam von Hand geschnitzt. Kein anderer Gewerbezweig machte den Schwarzwald in der Welt so bekannt wie die Uhrmacherei. Es war das wichtigste Ereignis, als die altvererbte Geschicklichkeit der Holzverarbeitung zum erstenmal angewandt wurde, um eine Uhr zu schnitzen. Die Bauern nutzten die langen Winterabende dazu, Uhren ganz aus Holz herzustellen. Als Entstehungszeitraurn für die Kuckucksuhr in Schönwald dürfte das [ahrzehnt zwischen 1 730 und 1 740 anzusetzen zu sein. Franz Anton Ketterer brachte nach 1 730 wohl als erster die Kuckucksuhr zuweg, wenn auch wohl kaum

mit beweglichem Vogel und Türle, Mit technischen Verbesserungen wurde eine Reihe kleiner Erfindungen gemacht. Es scheint man besann sich auf das Prinzip des Blasebalgs, das man von der Orgel her schon kannte. Seither sind es zwei kleine Bläsle die den Vogelruf naturgetreu nachahmen. Der Uhrmacher Ketterer muß ein besonders Begabter gewesen sein, denn er soll auch die erste Repetieruhr im Schwarzwald gebaut haben. Bis 1736 besaß er ein Häuschen im Dorf (jetzt GasthofFalken) später das 'Höfle' mit einer eigenen Werkstatt. Bald aber tickte es in vielen 'Hüsli' in Schönwald, jeder wollte durch das neue Gewerbe einen Schritt aus der Not heraus tun.

Die früheste Kuckucksuhr war aus dunkel getöntem Eichenholz geschnitzt, mit hölzernem Zifferblatt, aufgelegten weißen Zahlen und Beinzeigern, mit geschnitzter Pendellinse und tannenzapfenförmigen Gewichten. Die Funktion der Kuckucksuhr läßt sich einfach erklären, über zwei gedeckten hölzernen Lippenpfeifen liegen kleine Blasebälge. Diese Blasebälge werden zum gewünschten Zeitpunkt durch Drähte angehoben, füllen sich also mit Luft, und fallen dann kurz nacheinander durch ihr Eigengewicht wieder zusammen und der Kuckuck ertönt.

Nach dem Uhrmacher Ketterer wurde, für seine Verdienste in der Uhrmacherei, Schönwaids neue Pesthalle benannt.

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