Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten

Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten

Auteur
:   Günther Kopfmann
Gemeente
:   Schönwald im Schwarzwald
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6295-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schönwald im Schwarzwald in alten Ansichten'

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26 Die Escheck

Bis zur Gemarkungsgrenze an der 'Furtwanger Eck' ging alljährlich in alter Zeit die Eschprozession am Fronleichnamstag. So bekam diese Eck den Name 'Escheck' , in alten Büchern auch geschrieben 'Deschegg' oder "Iescheck' (von der Ausdrucksweise im Dialekt: 'rner gen an d'Escheck'). Aber das erste Häuslein da oben stand aufFurtwanger Gemarkung, und all die Felder ringsum gehörten zum alten Rombenhof am Fuß des Romberges. Franz Martin hatte ' am 1 1 . Herbstmonath 1 732' seinem Bruder Johannes Martin eine Hofstatt auf der sogenannten Teseheek zu kaufen gegeben, und bereits 1 739 ist das Wirtshäuslein 'die vordere Escheck' genannt, zum Unterschied von der 'hinteren Tescheck', die ein Doppelhaus ist. Dieser Johannes Martin hat das Häuslein wohl neu erbaut, und zwar gleich als Wirtshaus. Durch den Kaufbrief 1 732 erhält er das Recht vor dem Haus an der Straße tanzen zu lassen.

Schon früh war das Gasthaus Zum Kreuz an der Escheck ein geschätzter Sommeraufenthalt für Kurgäste. Nicht nur für die Fuhrwerke in RichtungTriberg, der Amtsstadt bis 1924, war es ein ersehntes Erfrischungslokal nach anstrengendem Anstieg, auch für Ausflügler von Nah und Fern bot es ein gern besuchtes Ziel. Und die Einheimischen trafen sich des Sonntags dort zu frohem Spiel und Tanz, vorab bei 'rechten Hochzeiten', für die geräumige Säle und gute Küche bereit standen. So wurde die Escheck - auf der Wasserscheide von Rhein und Donau gelegen - nicht zurTrennungslinie, sondern zum Bindeglied der Menschen diesseits und jenseits der Höhe seit lahrhunderten und soll es auch bleiben in der Zukunft.

27 Blindensee

Der Schwarzwald, das höchste deutsche Mittelgebirge, weist in der Vielfalt und Schönheit seiner wechselvollen Landschafisform auch einige geheimnisvolle Seen auf. Es sind oft stille Naturschönheiten; in noch unberührter Landschaft gibt es eigentümliche Seen mit vielen Gesichtern. So auch der schwarzdunkle, verträumte, Blindensee. Er ist umgeben von verwachsenen Baumgestalten, Gräsern, Moos und Binsen; dies ist ein weiteres Charakteristikum eines Hochmoorsees. Wo liegt dieses Naturschutzgebiet?Von der Inselklause geht es über den Elzhof und die Höhe des Langenwaldes zur Blindenhöhe, dann zur Vorderen Vogte mit dem einsam gelegenen Vogtehof, zu dessen Füßen nun der sagenumwobene Blindensee liegt. Direkt an der Grenze zwischen Schönwald und Schonach. Er ist ein Hochmoorsee ohne Zu- undAbf1uß, tintenschwarz und unergründlich. Man muß ihn unter tiefblauem Sommerhimmel erlebt haben, wenn kein Windhauch Schilf und Binsen bewegt, und die starke Duftmischung aus Hochwald und Moor tief die Lungen füllt. Hier gibt es die charakterischen Torfmoose, dicke Polster, die wie Schwämme mitWasser vollgesogen sind. Weich ist sein Moorwasser unergründlich seine dunkle Tiefe.

Auch gibt dieses Hochmoorgebiet wunderschöne Wintermotive ab. Reif, Eis und Schnee verwandeln die bizarre Gehölzgruppen in märchenhafte Naturgestalten. Eine geradezu magische Naturschönheit ist der Blindensee wenn Nebel über ihn zieht. Einzig-

artiger Zauber, wenn die Nebelschwaden wie ein Seidenschleier über dem See hängen. Die Besucher sollten nur auf den für sie vorgesehenen, befestigten Stegen gehen. Der Blindensee; über dessen Benennung gar manche Sage umgeht. 'Blinder See' wegen seiner tintenschwarzen, unergründlichen Tiefe?

In Wahrheit hat er seiner Namen von dem Hofgut, auf dessen Boden er liegt, vom alten 'Blindenhof" , dessen Besitzer ehedem völlig blind war, bei seinerTrauung eigens erwähnt. Es war der blinde Bauer Gabriel Kern.

Das Bauernhaus, etwa 1564 erbaut, wurde im [ahre 1908 abgebrochen und anderweitig in Schonach wieder aufgebaut; der Boden wurde aufgeforstet.

28 Torf einsammeln

Der Schwarzwald enthält als Urgestein Granit, aber auch viele Moore gab es in früherer Zeit. Eigentümlich sind in Schönwald allerdings die vielen Hochmoore. Deren Bildung ist unschwer zu erklären: Durch die Hebungen der Gesteinsmassen und Gletscherwirkungen entstanden viele kleinere und größere Lücken, Höhlungen. Diese füllten sich mit Wasser und teilweise mit Erde. Es bildeten sich Sümpfe, in denen aber zu Zeiten von Trokkenheit, Gräser, Buschwerk und selbst Bäume wachsen konnten. Bei Hochwasser wurden diese wieder überflutet und vermoderten im Laufe vieler Jahrhunderte. Neue Schichten setzten sich darüber, und so wurden nach und nach die Moorböden, die Torfmoore, wie wir sie hauptsächlich beim Blindensee im Schwarzenbach und Gutachtal, Hölltal, finden, wo bis in die fünfziger [ahre noch Torfstiche in Betrieb waren. Aus den Moorpflanzen und Bäumen war im Laufe der JahrhunderteTorf entstanden, brauchbarer Brenntorf Das Wachstum der eigentlichen Hochmoore konnte erst beginnen, als das Klima genügend warm und regenreich geworden war. In dem kühl-gemäßigten Klima konnte jede, auch räumlich engbegrenzte Vernässung Keim eines Hochmoores werden.

Schwarzwaldmoor erweckt den Eindruck völliger unberührtheit, nirgends sind Baumstümpfe mit glatten Schnittflächen festzustellen, auch nicht unter derTorfmoosdecke. Nur moosüberwachsene Baumleichen liegen reglos durcheinander. Me-

termächtige 'Iorfschichten bestehen oft vollständig aus den toten Resten des Torfmoors. Das Torf vollgesogen mit Wasser, erreicht das 20- bis 25fache seinesTrockengewichts.

Es ist leider ein Preis des Fortschritts, wenn Kleinode der Natur, wie Moore und Sümpfe, die ja Feuchtgebiete sind, kaum noch existieren. Eine solche Moorlandschaft besteht in Schönwald nur noch im Blindenseegebiet.

Der Brenntorf wurde früher für den häuslichen Bedarf gewonnen. In der damaligen Zeit lebten in Schönwald viele Familien vom Torfstechen. Dadurch ergab sich auch eine Geschäftsmöglichkeit für einige Höfe, etwa das Anlegen von Torflagern, wie auf dem Elz- und Blindenhof

Heute wird Hochmoortorf insbesondere als Moorbreibad in der Moorbadekur eingesetzt.

Das Bild zeigt eine Familie beim Torf einsammeln und in Säcke verpacken.

29 Der Bühlhof

Der Bûhlhof ein Hof in der niederen Gutach. Der Namen 'Bûhlhof oder 'Oberer Bühlhof kommt von seiner Lage 'oben am Bûhl', nämlich dem Vorsprung des Berges ins Hölltal, eigentlich dem 'Steinbûhl' . Das Bauernhaus an der Straße ist erbaut 1771. Die (nur noch schlecht lesbare) Inschrift an den drei Bügen der Breitseite über dem Wohnteillautet:

1. DA GET MAN AUS UND EIN GOT WOL EINEM JETEN GNETIG SEIN 1771

2. DAS HAUT HAT BAUEN DER ERBAREANTERESAS KETERER UND MARIA ANA NEININGER

3. DISES HAUS STEHT IN GaTES HANT GaT BEWAHRE ES VaR FEUER UND BRAND

Das Hofgut erstreckte sich ebenfalls von Höhengrenze zu Hóhengrenze, also von der Weißenbacher Grenze arn Sportplatz bis jenseits an die Priesen. Der Teil des Mühleberges, den es umfaßte heißt noch vor [ahren 'der Bühlberg' (nicht Mühleberg). Auch das Wahrzeichen Schónwalds - Felsen und Tannen am Mühleberg - standen auf dem alten Bühlhofboden am 'Bûhlberg'. 195 1 wurde dieses Wahrzeichen durch Blitzschlag zerstört.

Der Bühlhof, ein Heldenhaus, wurde von seinem jetzigen Besitzer Lukas Duffner jun. 1989 renoviert. Die bautechnische Sanie-

rungsmöglichkeit einer seit Jahrhunderten bewährten Holzkonstruktion kommt hier gut zum tragen. Das Ergebnis macht deurlich daß sich diese Althaussanierung zur Erhaltung des alten Bühlhofes durchaus mit dem heutigen in Übereinstimmung bringen läßt. Dieses Schwarzwaldhaus ist ein baulich-anschauliches Zeugnis einer geschichtlich geprägte Kulturlandschaft. Viele alte Schwarzwaldhöfe verfielen einfach, weil sie durch Ausbleiben der notwendigen Bauunterhaltung unbrauchbar geworden waren.

Angesichts der Selbstverständlichkeit von der Behandlung hölzerner Baukonstruktionen mit Holzschutznntteln, fragt man sich. wie die alten Holzhäuser ein Alter von vielen hundert [ahren ohne den Einsatz von Chemie erreichen konnten. Es wird erzählt daß diese Heidenhäuser von den Heiden erbaut worden waren. Selbstverständlich wissen die Schönwälder, daß diese Häuser nicht von den Heiden erbaut wurden. Man wollte vielmehr mit dieser Bezeichnung das ehrwürdige Alter und die Eigenart dieser Bauweise zum Ausdruck bringen.

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. . r. 30 Mühle

Ein richtiger Schönwälder Bauer pflanzt, mahlt und backt sein Brot selbst. Mit dem um das [ahr 1600 zunehmenden Getreidebau verstärkte sich der Wunsch der Bauern, eine eigene Mühle zu besitzen, denn das Mahlen von Hand war außerordentlich mühsam. Anfangs war es nur den reichen Grundherren möglich eine Mühle zu erstellen, da sie auch den nötigen Landbesitz zu beiden Seiten des Baches hatten. Vielfach waren es auch die Klöster, die Mühlen betrieben. Im Laufe des 16. Jahrhunderts hatten sich die Bauern das Recht erkämpft, eine Mühle erstellen zu dürfen. Im Schwarzwald hatte fast jeder Bauernhof seine eigene Getreidemühle.

Noch zu Anfang dieses [ahrhunderts waren viele Mühlen das Kennzeichen des Schwarzwaldes, somit auch von Schönwald. In der Regel gehörte zu jedem Bauernhof eine Mühle. Oft lagen sie malerisch an einem Bach, verborgen vom Grün der Sträucher undBäume.

Bevorzugt treten die Mühlen rnit Walmdach in Schönwald auf Das Walmdach das auch das Wasserrad überdeckt ist charakteristisch für die Schwarzwaldmühlen. Die meisten Mühlen hatten ein Steinfundarnent: oberhalb dieses Fundaments ist der weitere Aufbau aus Holz. Weiterhin findet sich oft eine St

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