Schongau in alten Ansichten Band 2

Schongau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Grundner und Harald Scharrer
Gemeente
:   Schongau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6725-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Schongau in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Einleitung

'Ein Bild sagt mehr als tausend Worte', unter diesem Aspekt soll der vorliegende Band eine Vorstellung vom Schongau der Zeit zwischen dem Ende des Ersten und dem Ende des Zweiten Weltkrieges vermitteln. Um einen möglichst breit gestreuten Eindruck dieser Zeit zu bekommen, wurden Fotografien unterschiedlicher Bestimmung und Herkunft ausgewählt. Der größte Teil stammt aus den Ansichtskartenund Fotosammlungen der beiden Verfasser, der Rest aus verschiedenen Archiven bzw. Sammlungen und aus privaten Fotoalben. Diese Privatfotos wurden meist von Fotoamateuren gemacht und sollten für einen engen Personenkreis bedeutsame Motive und Familienereignisse darstellen. Sie zeigen oft 'ungeschönte' Blicke auf Schongau, sind aber manches Mal in fototechnischer Hinsicht nicht besonders qualitätsvoll. Stadtansichten professioneller Fotografen entstanden für verschiedene Zwecke und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. So wurden Fotos für die Produktion von Ansichtskarten, Aufnahmen von besonderen Ereignissen, die zum Verkauf im Laden des Fotografen bestimmt waren, undAuftragsfotografien angefertigt. Dabei ist es selbstverständlich, dass die Bilder jeweils so gestaltet wurden, dass sie den Kundenwünschen entsprachen und Schongau in möglichst ansprechender Form wiedergaben. Im gewählten Zeitraum waren in Schongau die vier berufsmäßigen Fotografen Bromberger, Burckhard, Hacker und Seidenschwarz tätig. Besonders hervorzuheben ist der Fotograf Paul Bromberger, der sich in Schongau 1925 ansiedelte und sowohl in künst1erischer als auch in technischer Hinsicht der führende Fotograf am Ort war. Auch seine unglaubliche Motivvielfalt ist bemerkennswert.

Die ausgewählten Fotografien sind unzweifelhaft eine wichtige Quelle, um sich ein Bild vom alten Schongau zu machen, doch kann dieses Bild

nie vollständig sein und nur einen subjektiven Einblick in die Vergangenheit gewähren. Neben der individuellen Wahrnehmung jedes einzelnen Betrachters und den Vorbedingungen, unter denen die Fotos entstanden sind, beeinflusst auch das zur Verfügung stehende Fotomaterial den Eindruck, der hier vermittelt werden kann. So ist insbesondere die noch große Bedeutung der Landwirtschaft in der Altstadt im gewählten Zeitraum mit den vorhandenen Bildquellen nicht ausreichend darzustellen.

Die alten Aufnahmen sollen auch dazu anregen, sich mit der jüngeren Geschichte der Stadt zu beschäftigen. Dazu wurde im Gegensatz zum ersten Band bewusst ein klar umgrenztes Zeitfenster gewählt, das einen Zeitraum, der bisher von der Stadtgeschichtsforschung gern ausgespart wurde, darstellt. So gibt es zum Beispiel bis heute noch keine Studie zur Geschichte des Nationalsozialismus in Schongau. Eine möglichst ausführliche und an Hand der greifbaren Quellen recherchierte Bilderläuterung war deshalb ein besonderes Anliegen. Wegen des begrenzten Raums kann hier nur ein kurzer historischer Überblick über den untersuchten Zeitraum gegeben werden. Er beschränkt sich im wesentlichen auf die bauliche Entwicklung, da sie in den Bildern nachvollzogen werden kann. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges am 11. November 19 18 und dem Zusammenbruch der Monarchie folgte auch in Schongau eine unruhige Übergangszeit zur Weimarer Republik. In den 192 Oer Jahren entstanden trotz der Hemmnisse durch die Inflation zahlreiche neue Gebäude und Einrichtungen, die zum Teil im Folgenden beschrieben werden, wie zum Beispiel das katholische Jugendheim, das Altersheim am Lechberg, das Postamt an der Bahnhofstraße, das Erste bayerische Butterwerk oder die St.-Josefs-Siedlung an der Augsburger

Straße. Daneben wurde 1921 das neue Schulgebäude am Bahnhofsweg in Betrieb genommen, 1923 die Bahnlinie Schongau-Kaufbeuren eröffnet, 1924 das St.-Josefs-Heim an der Liedlstraße eingeweiht und 1922-1926 das neue Rathaus erbaut. Ein neues Kapitel in der Geschichte Schongaus begann am 25. März 1933 mit der Machtübernahme der NSDAP im Schongauer Rathaus und den daraus resultierenden Folgen. Von den baulichen Veränderungen unter den Nationalsozialisten zeugen Bilder vom HJ-Heim und dem gegenüber liegenden neuen Kriegerdenkmal. Außerdem wurde an größeren Baurnaßnahmen 1937 die neue Kreissparkasse (heute Nebenstelle des Landratsamtes) in der Münzstraße fertig gestellt und die Bauarbeiten für die neue Lechbrücke begonnen. Ein gravierender Einschnitt in die Entwicklung der Stadt erfolgte 1939 mit dem Bau des Fliegerhorstes im Westen der Stadt. Auch der 1943 begonnene, aber erst nach Kriegsende vollendete Ausbau des Lechs bei Schongau mit Staustaufen veränderte das Bild der Stadt grundlegend. Mit dem Einzug der US-Amerikaner am 27.Apri11945 in Schongau begann für die Stadt ein neuer Zeitabschnitt, der Thema eines dritten Bandes sein kann.

Nicht vergessen werden dürfen alle Helfer, die durch zur Verfügung stellen von Fotos, durch Hinweise auf neue Bildquellen, durch Informationen zu den einzelnen Aufnahmen oder durch Korrektur der Textentwürfe bei der Entstehung dieses Bandes mitgeholfen haben. Ihnen Allen herzlichen Dank!

1. Unsere erste Aufnahme aus der Mitte der 193 Oer Jahre zeigt Schongau von Südosten im Schrägluftbild. Eindrucksvoll verdeutlicht das Foto die Geschlossenheit der alten Hügelstadt, ihr Ordnungsgefüge und den von Baumzeilen begleiteten Befestigungsring. Gerade noch erkermbar ist unten die Lage am Lech, der die Stadt nur im Süden tangiert. Vom Bahnhof ausgehend, entwickelte sich im Talboden hufeisenförmig um die alte Stadt ein erster Erweiterungsring. ImAnsatz ist schon zu erkennen, dass hier einAnschluss an die historische Planungskonzeption der Altstadt nicht gelingen wird. Mit dem Flugplatzbau, Anfang des Zweiten Weltkrieges, wird ein weiterer Siedlungsbereich auf der Hochebene im Westen der Stadt folgen. (Aufnahme um 1935, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

2. Ein Grund, warum der Ort Schongau von seinem ursprünglichen Standort (Altenstadt) an die heutige Stelle verlagert wurde, wird auf dieser Fotografie noch immer augenfällig. Es ist der ehemalige Lechumlaufberg, der inmitten des freien offenen Tals einen topographisch herausragenden Punkt darstellt und ideale Voraussetzungen für eine befestigte Stadtanlage bot. Diese Anlage war so großzügig konzipiert, dass bis weit ins 19. Jahrhundert der Platz innerhalb der Mauern für die Bedürfnisse der Bevölkerung ausreichte. Nur unverträgliche Sonderfunktionen waren außerhalb angesiedelt. Die Ansicht auf die Stadt von Norden gibt diese Situation recht gut wieder, auch wenn mit den Häusern an den Bildrändern und der evangelischen Kirche schon Neubauten im Talraum um die Stadt zu sehen sind. Eine baumgesäumte Allee, die Augsburger Straße, führt geschwungen auf die Stadt und das Maxtor zu. Im Hintergrund ragt die Gebirgskette im Dunst empor.

(Aufnahme um 1930, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

3. Eine ungewöhnliche Aufnahme ist dem Fotografen mit diesem Panorama Schongaus von Süden aus dem Lechtal gelungen. Den Reiz dieser Aufnahme macht der Gegensatz zwischen der bis an die Stadt heran reichenden Natur zur geschlossenen Baustruktur der Altstadt aus. Besonders schön wirkt dabei das breite steinerne Flussbett mit den sich ständig verändernden Schotterbänken. Über Jahrhunderte hat der Lech durch Wegschwemmen und Anspülen von Geröll und Schlamm die Landschaft um Schongau geprägt. Das Stadtplateau wurde ursprünglich von ihm in einer Schleife umflossen. Im Laufe der Zeit durchbrach dabei der Lech die Halsstelle, also die Stelle, an der sich die Flussschleife zusammenzog, und schuf so den sich frei erhebenden Lechumlaufberg, dem Schongau seine markante Lage verdankt. In den 193 Oer Jahren wurde Schongau wegen seiner charakteristischen Stadtanlage auch als 'altromantische Bergstadt am Lech' bezeichnet.

(Aufnahme 1930er Jahre, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

Schongau prot. Kirche.

4. Kein Tor im historischen Sinn, sondern ein einfacher Mauerdurchbruch ist das Schongauer Münztor. Es wurde im Herbst 1904 auf Betreiben der angrenzenden Gärtnerei Pröbstl, die ihre nördlich der Stadtmauer gelegenen Gartengrundstücke direkt erreichen wollte, erstellt. Dabei wurde nach kontroversen Diskussionen im Magistrat und im Gemeindekollegium ohne Genehmigung ein Loch in die Mauer geschlagen. 1905 billigte der Magistrat nachträglich den Durchbruch mit der Auflage zur Einwölbung der Öffnung. Noch im selben Iahr wurde trotz zuerst ablehnender Haltung der Stadt eine Straße durch dasTor angelegt und auch benutzt, wie die abgebildete Frau, die mit ihrer Kuh heimkehrt, beweist. Man mag vermuten, dass es sich bei der einfach gekleideten Person um eine ärmlichere Bürgerin handelt, die in der Stadt eine kleine Landwirtschaft betrieb und deren Kuh, mit der sie offensichtlich ein innigesVerhältnis verband, ihr größter Besitz war. (Aufnahme um 1920, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

5. Am 18. Mai 1935 stellte der GebirgsTrachten -Erhaltungs-Verein Schloßbergler zum ersten Mal einen Maibaum in Schongau auf Er wurde um 18.00 Uhr vom Hof der Papierfabrik in die Altstadt gebracht und dort in der unteren Münzstraße vor dem heutigen Polizeigebäude aufgestellt. Die Leitung des Aufbaus übernahm Gabriel Achmüller, die Festrede hielt der Vorstand des Trachtenvereins Klement Scholz. Der 33m hohe Baum war mit verschiedenen Zunftzeichen, die Hauptlehrer Franz Braun entworfen und Schreinermeister Herz angefertigte hatte, bestückt. Außerdem wurde eine Tafel mit folgendem Vers angebracht: In unserer Stadt so Iieb und traut / ein Maibawn auf zum Himmel schaut. / Einiqkeit dies starke Band / wnschließt das deutsche Vaterland. Das Foto zeigt den noch festlich geschmückten Maibaum, wie er von Passanten und einer Gruppe Kinder bewundert wird. (Aufnahme 1935, Fotograf unbekannt, Sornmlunq Scharrer.)

6. Von seiner ländlichen Seite zeigt sich Schongau auf dieser faszinierenden Fotografie. Nicht nur die einzelnen Häuser, sondern auch die Straßenoberflächen der unteren Münzstraße sind hier besonders bemerkenswert. Deren Gestaltung ist durch weich ineinander übergehende Bereiche geprägt. So verläuft zwischen kleinen, teils von Trampelpfaden durchzogenen Grasflächen die tiefer liegende Fahrstraße mit wassergebundener Oberfläche. Rechts zwischen der Grasinsel und der Häuserzeile bildet der Bürgersteig vor den Häusern ein befestigtes Band. Die Metzgerfamilie Müller aus der Kanzleistraße hat sich die Münzstraße als Ort für ein Familienfoto ausgesucht und die Kinder in einem Reigen aufstellen lassen, was den aus heutiger Sicht idyllischen Gesamteindruck noch verstärkt. Das helle Licht von Südosten hebt die Fassaden der westlichen Häuserreihe der Münzstraße plastisch hervor. (Aufnahme um ]920, Fotograf unbekannt, Eiqentum Elisabeth Götz.)

7. Vis-à-vis lagen die beiden Schongauer Tankstellen an der Münzstraße. Die eine gehörte zur Schmiede Prokosch und führte Aral-Benzin, die andere, hier abgebildete, zur Schlosserei Vogl mit BP-Benzin. Auf der Giebelfassade der Schlosserei, Münzstraße 31, erkennt man Schilder mit Werbung für Dunlop-Reifen. Auf das Vogl-Anwesen im Vordergrund folgt die Spedition und Kohlenhandlung Wiest, Nr. 33. An ihrer Stelle wurde 1936/37 das Gebäude der Bezirkssparkasse, heute Nebenstelle des Landratsamtes, errichtet. Anschließend setzt das Doppelhaus Nr. 35/37 die Reihe fort. Unter Nr. 35 befand sich die Wagnerei von Heinrich Weber. Die drei Funktionen Schlosserei mit Tankstelle, Spedition und Wagnerei passen ideal zusammen und bilden ein kleines Zentrum für dasTransportgewerbe. So erklären sich auch die verschiedenen Wagen am Straßenrand. Am rechten Bildrand erkennt man noch ein pferdefuhrwerk.

(Aufnahme um 1930, Fotograf unbekannt, Eiqentum Paul Prokosch.)

8. Die alten Schongauer Zunftstangen wurden, wie hier zu sehen, beim Festzug im Rahmen der nationalsozialistischen Feierlichkeiten zum 1. Mai 1934 von einer Gruppe Jugendlicher mitgetragen. Im Hintergrund erkennt man das Bezirkskrankenhaus in der Münzstraße. Der Zug, der aus 'Arbeitern der Stirne und der Faust", Abordnungen der 'Vaterländischen Verbände, Trachten- und Heimatvereine' und vier Musikkapellen gebildet wurde, hatte die Darstellung verschiedener Handwerke zum Thema. Dazu wurden auch die historischen Zunftstangen herangezogen. Entstanden sind sie als Symbole der einzelnen Zünfte und beinhalteten die jeweiligen Handwerkspatrone. Insgesamt sind in Schongau zwölf Zunftstangen vorhanden, die vom Barock bis ins 19. Jahrhundert entstanden sind. Sie waren in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt aufgestellt. Dort wurden sie nach ihrer Renovierung in den Jahren 1992 -1995 bis auf zwei Exemplare wieder installiert.

(Aufnahme 1934, Fotograf unbekannt, Eigentum Eduard Ritter.)

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek