Schongau in alten Ansichten Band 2

Schongau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Grundner und Harald Scharrer
Gemeente
:   Schongau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6725-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schongau in alten Ansichten Band 2'

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9. In der Münzstraße 771/, befand sich Schongaus erstes Sportgeschäft. Es wurde vom Wagnermeister Hans Klein gegründet, als die Nachfrage nach handwerklich hergestellten Wägen abnahm. In den ersten Jahren umfasste das Angebot hauptsächlich Artikel, die in der Wagnerwerkstatt selbst hergestellt wurden. Besonders Eschenski und Skistöcke aus Haselnuss, aber auch Rodelschlitten und Eisstöcke 'Made in Schongau' fanden regen Absatz. Neben dem Sportgeschäft wurde zugleich eine Wäscherei betrieben. Als vor und während des Krieges die Dienstleistung der Wäscherei durch Aufträge von den am Staustufen- und Kasernenbau beteiligten Firmen sowie später von der Wehrmacht immer mehr gefordert wurde, konzentrierten sich die Eheleute Klein ganz auf diesen Geschäftszweig. Die abgebildeten Personen sind, soweit bekannt, von rechts: JosefKlein Wagnermeister i. R., Anna Klein seine zweite Ehefrau, Luise Settele, geb. Klein, Hans Klein Wagnermeister, seine Gattin Theresia Klein und zahlreiche weitere Verwandte.

(Aufnahme ]929, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

10. 'Da tanzt der Bär', sprichwörtlich, in der Schongauer Münzstraße. Für den Fotografen hat sich der Bärentreiber mit seinem Tanzbären und einem Tamburin in der Hand in Positur gestellt. Im Hintergrund erkennt man ein paar Zuschauer und die Fassade des Gasthauses Zur blauen Traube, die in dieser Form bis 1957 bestand. Die Blaue Traube zählt zu den traditionellen Schongauer Brauwirtschaften und trug im 18.Jahrhundert- als hätte es der Fotograf geahnt - den Namen 'Zum Bären'. Immer wieder zogen Schausteller, wie noch andere Aufnahmen von Kleinstzirkussen beweisen, zum Amüsement der Schaulustigen und besonders der Kinder durch die Stadt. Für die zum Teil mitgeführten Tiere, wie hier den Bären, der einen Maulkorb trägt und über eine Kette mit Nasenring geführt wird, waren solche Vorführungen aber sicher kein Vergnügen.

(Aufnahme 1930er jthre, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

11. Der Fuhrunternehmer Paul Mayr, der im Anwesen Weinstraße 1 ansässig war, hat mit dieser Aufnahme seine Zugmaschine, Baujahr 1936, in der Münzstraße vor dem GasthofZur Blauen Traube und der Metzgerei Holzhey verewigen lassen. Er gewährt uns damit einen seltenen Blick auf den Arbeitsalltag in den 193 Oer Jahren. Im Führerhaus erkennt man seinen Sohn Paul Mayr junior. Außer dem abgebildeten Fahrzeug hatte er noch zwei pferdefuhrwerke. Beladen sind die beiden großen Anhänger auf dem Bild mit Fichtenrinden aus dem Sachsenrieder Forst, die in Schongau am Marienplatz auf der Stadtwaage gewogen wurden und dann weiter zur Lederfabrik Ranz transportiert wurden. Dort benötigte man die Lohrinden zur Gewinnung von Gerbstoffen, mit denen das Leder in einem über einjährigen Prozess zu Sohlenleder verarbeitet wurde.

(Aufnahme um 1938, Fotograf Paul Brornberqer, Eiqentum Paul Mayr.)

12. Mitten in der Stadt, in der Münzstraße, fand 1930 die Körung der Hengste statt. Diese wurde nach der 'Körverordnung' über die Zulassung (Ankörung) oder Nichtzulassung (Abkörung) von männlichen Tieren zur Fortpflanzung durchgeführt. Von den 12 vorgeführten Hengsten wurden 10 angekört, 1 abgekört und 1 Hengst zurückgezogen. Das Bild zeigt gerade die Prämierung des mit einem Band geschmückten und einem Geldbetrag von 200 Reichsmark ausgezeichneten Siegerhengstes. Er wurde anschließend den zahlreich erschienenen Bauern vorgeführt und dabei ausführlich seine Vorzüge und eventuell vorhandene Mängel erläutert. Den Abschluss fand die Veranstaltung mit der Jahreshauptversammlung der Bezirks-Pferdezucht-Genossenschaft Schongau in der 'Alten Post', zu der neben Bürgermeister Bader auch zahlreiche hohe Behördenvertreter, Ökonomie- und Veterinärräte, Tierärzte und Abgeordnete erschienen sind.

(Aufnahme 1930, Fotograf Keltseh, Fotoarchiv Stadt Schongau.)

13. 'Zur Belustigung für Jung und Alt steht Klapps Riesenturmflieger auf dem Platz beim Kriegerdenkmal' so die Schongauer Nachrichten in ihrer Ankündigung zum pfingstmarkt, der am letzten Sonntag im Mai 192 9 stattfand. Tatsächlich war das Kettenkarussell der Schongauer Schausteller- und Kinobetreiberfamilie Klapp die Attraktion des Marktes. Das voll besetzte Karussell, die dicht gedrängten Zuschauer und der Bericht der Zeitung am darauf folgenden Tag beweisen dies. Dort hieß es, dass wegen der Geldknappheit die Geschäfte der Händler schlecht gegangen wären, nur die Tanzveranstaltungen und das Karussell wären gut besucht gewesen. Eine 'seltsame Raritäten-Tierschau' und ein Schnellfotograf rundeten das Angebot der Klapps auf dem Markt ab. Noch heute betreiben deren Nachkommen, die Familien Konrad, in Schongau das Filmtheater und den 'Toboggan', ein historisches Fahrgeschäft, das einmal im Iahr zum Oktoberfest in München aufgebaut wird.

(Aufnahme 1929, Fotograf unbekannt, EigentumAstrid Konrad.)

14. Scheinbar aus dem Bild heraus blickt uns die schwarze Dame mit Hut und Stock im Vordergrund aus vergangenen Tagen an. Sie steht in der winterlichen Münzstraße zwischen hohen Schneebergen. Auch die Hausdächer sind mit Schnee bedeckt und die Hausfassaden erscheinen im hellen Winterlicht. Einige dunkel gekleidete Menschen gehen ihres Weges und der Turm der Stadtpfarrkirche überragt die ganze Szene. So komponierte der Fotograf ein Schongauer Stimmungsbild, das, je länger man es betrachtet, immer fesselnder wird. Vor den Kirchturm schiebt sich das 192 6 fertig gestellte Rathaus und verdeckt den Blick von der Münzstraße auf die Turmuhr. Deshalb wurde zum Ausgleich an der Längsseite des Rathauses nach Norden eine Uhr, wie man hier sehen kann, eingebaut.

( Aufnahme um 1940, Fotograf unbekannt, Eigentum Werner Zöpf.)

15. Die gesamte Geistlichkeit der Stadt Schongau hat sich hier anlässlich des 50-jährigen Priesterjubiläums von Stadtpfarrer Dr. Josef Schiesl vor dem festlich geschmückten Eingang des Pfarrhofes abbilden lassen. Die Aufnahme zeigt den Jubilar mit umgehängter Feststola in der Bildmitte. Dem äußerst beliebten Geistlichen wurde bereits zu seinem 25-jährigen Pfarrjubiläum - er war 1902 installiert worden - die Würde eines Ehrenbürgers verliehen. Dr. Schiesl war bis 1941, also nicht weniger als 39 Jahre im Amt und starb 1943 in Schongau. Der Jubilar wird eingerahmt von den beiden Schongauer Benefîziaten Jakob Pfeiffer ganz links, der das Benefizium St. Vitus, Nicasius und Hl. Kreuz inne hatte, und Leonhard Brummer vom Benefizium St. Sebastian, Erasmus und Dorothea ganz rechts. Im Vordergrund sind die 'Primizbräutleiu' zu sehen. Die Identität des vollbärtigen Mönches konnte leider nicht geklärt werden.

(Aufnahme 1939, Fotograf Brornberqer, Simmlunq Grundner.)

16. Hier eine Fotografie des alten Marienbrunnens, wie er bis 1937 bestand. Im Februar dieses Jahres wurde mit einer 'Renovierung' der Mariensäule begonnen, die zum Totalabbruch der Säule und des Brunnens führte. Ein anschließend geplanter Wiederaufbau kam nicht zustande. Mit den Abbrucharbeiten war der Schongauer Steinmetz Schleich beauftragt, der die Marienstatue entgegen den Anweisungen der Kreisleitung nicht zertrümmerte, sondern in seiner Werkstatt versteckte. Wörtlich in einer Nacht- und Nebelaktion stellte er zusammen mit seinem Vater und dem Friedhofspfleger Natterer um 1941 die Madonna in einer Stadtmauernische am Friedhof wieder auf Dort steht die Figur noch heute. 1949 wurde der Marienbrunnen mit einer neuen Figur, deren Blickrichtung gegenüber der alten um 18 0° gedreht ist, nach seinem Wiederaufbau eingeweiht. Maßgeblich ermöglicht wurde dies durch eine Spende von Therese Holzhey von über 20 000 RM.

(Aufnahme vor 1937, Fotograf Paul Brornberqer, Simmlunq Scharrer.)

17. Eine Weitwinkelaufnahme des Marienplatzes liegt uns mit dieser Fotografie vor. Auf der linken Bildseite erkennt man von vorne nach hinten die Häuser Marienplatz 15, das Kaufhaus Stolz mit der Nr. 17 und den GasthofZur Alten Post der Familie Preisinger mit der Nr. 19. Im Hintergrund schließt die Stadtpfarrkirche die Reihe ab. Auf der rechten Seite sieht man einen Teil des Hotels Schrimpf - Zum bayerischen Löwen - mit der Nr. 12, das Finanzamt, die Eisen- und Geschirrwarenhandlung Schäffler, das Anwesen des Rechtsanwaltes Ferstl und das Geschäft der 'Anderl'schen Witwe'. In der Mitte der von Bäumen umstandene Marienbrunnen. Ein Idyll, auf den ersten Blick. Sieht man genauer hin, so fällt auf, dass dem Brunnen die Säule mit der Figur fehlt, vgl. Nr. 16. Die Aufnahme ist in dem Zeitraum entstanden, als die Säule bereits entfernt war, der Brunnentrog aber noch stand. Auf späteren Fotografien wird auch der Trog verschwunden sein.

(Aufnahme um 1937, Fotograf Paul Brornberqer, Simmlunq Scharrer.)

18. Wie man sich eine Schongauer Amtsstube in den 192 Oer Jahren vorstellen muss, dokumentiert uns diese herrliche Innenaufnahme. Sie wurde ohne Blitz aufgenommen und lebt vom natürlichen LichteinfalI. Das Rathaus war damals im Anwesen Marienplatz 11, der heutigen Musikschule, untergebracht. Wir befinden uns hier im ersten Stock des Gebäudes im sogenannten Schmuzersaal. Neben der einzigen Schreibmaschine regieren noch Stahlfedern und Tintenfass. Auch politisch scheint die Zeit stillgestanden zu sein, wie das Porträt König Ludwigs H. vermuten lässt. Bei der Person in der Bildmitte handelt es sich um Heinrich Settele, der nach seiner Lehre bei der Stadtverwaltung Schongau im Iahre 1924 zur Stadt Schrobenhausen wechselte und dort bis zum Geschäftsstellenleiter aufstieg. Die Identität der anderen Personen konnte leider nicht mehr festgestellt werden.

(Aufnahme vom 30. Mai 1924, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

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