Schongau in alten Ansichten Band 2

Schongau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Grundner und Harald Scharrer
Gemeente
:   Schongau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6725-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schongau in alten Ansichten Band 2'

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19. Heute befindet sich im Haus Marienplatz 4, auf das sich der Fotograf, der von Westen in die Lechtorstraße blickt, konzentriert die Hypovereinsbank. Vor der Fusionierung mit der Hypobank hieß sie Bayerische Vereinsbank, wie man auf der Fassade lesen kann. Diese hatte in den 193 Oer Jahren die Privatbank von Carl Högg, die er im selben Haus führte, übernommen. Herr Högg, der seit 1903 in Schongau eine Bank betrieben hatte, wurde dabei Filialleiter. Lässt man den Blick weiter durch die Lechtorstraße wandern, erkennt man direkt neben der Bank das Haus Karmeliterstraße 1 der Familie Lang, die Zementwaren herstellte und eine Landwirtschaft betrieb. Anschließend das sogenannte Mohrenhaus, Karmeliterstraße 2, und das Haus des Säcklers und Friseurs Wild, Lechtorstraße 6. Gegenüber an der anderen Straßenseite liegen die Häuser der Seifensiederei und Parfümhandlung Schaegger, Lechtorstraße 11-13, im Schatten.

(Aufnahme 1930er Jahre, Fotograf Paul Bromberqer, Sammlung Scharrer.)

20. Diese Aufnahme zeigt das gerade neu eingerichtete städtische Altersheim, kurz nach seiner Fertigstellung. Neben dem Bürgerheim war es Schongaus zweites Altersheim, das für die eher gehobenen Bürger vorgesehen war. Es eröffnete 192 3 nach dem Umbau des 'Kasselbräuanwesens' , einer alten Schongauer Brauwirtschaft, die 1918 von der Stadt Schongau für 65 000 Mark ersteigert wurde. Die von außen markantesten Umbaumaßnahmen waren der Einbau von Schleppgauben und eines Zwerchgiebels mit einem kleinen Türmchen als Dachreiter im Zuge des Dachausbaus. Hinter den beiden Rundbogenfenstern befand sich die Hauskapelle. Betreut wurde das Heim von den Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul. 1991 wurde das Gebäude abgebrochen, um an seiner Stelle eine StadthalIe zu errichten. Da diese aus finanziellen Gründen aber nicht verwirklicht werden konnte, wurde auf dem Gelände ein provisorischer Parkplatz angelegt.

(Aufnahme um 1923,verlag Moritz Einzinger, Sornmlunq Scharrer.)

21. Einen Blick ins Innere, nämlich in den Speisesaal, des vorher schon vorgestellten Altersheims erlaubt uns diese Aufnahme. Das Foto istTeil einer Postkarte, die von einer Bewohnerin des Heims nach Sachsen verschickt wurde. Ihren Platz hat sie mit einem Kreuz markiert. Über die Verhältnisse und speziell das Essen schrieb sie folgendes:' ... es gibt mitunter feine Sachen, auch reichlich, ich kann es oft nicht alles essen; es ist auch viel Geld, 90 Mark den Monat.' Es scheint also ein hoher Standard zu den entsprechenden Preisen geherrscht zu haben.

(Aufnahme Mitte der 1920er Jahre, übersehl. Kunst-Verlags-Anstalt E. Kohnke Gleiwitz, Simmlunq Scharrer.)

22. Wie die Einwirkung vieler, meist unbeachteter Kleinelemente die Atmosphäre einer Stadt prägt, lässt uns dieser Durchblick vom heutigen Bürgermeister-Schaegger-Platz in die Karmeliterstraße erkennen. Das Haus des Schlossermeisters Deggendorfer auf der linken Seite wirkt durch die Putz- und Fassadengliederung, den kräftig vorspringenden Erker und den schönen handwerklich geschmiedeten Ausleger. Diesen hat der Fotograf bewusst ins Zentrum des Bildes gebracht. Auch das 'Mohrenhaus' , rechts im Bild - eine uralte Brauwirtschaft - hebt sich durch seinen Schweifgiebel deutlich von der üblichen Bebauung ab und nur wenige wissen, dass sich hinter der unscheinbaren KeIlerfalIe noch der große Brauereikeller verbirgt. Der Schattenwurf im Vordergrund stammt übrigens vom jetzt abgebrochenen 'Kasselbräu' , in dem sich zur Zeit der Aufnahme bereits das Altenheim befand.

(Aufnahme um ]930, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

23. Hohen dokumentarischen Wert hat diese Aufnahme der Karmeliterstraße. Mit Blick von Norden zur Lechtorstraße hin aufgenommen, zeigt sie eine Reihe von Gebäuden, die heute nicht mehr existieren. So zum Beispiel gleich das erste Haus auf der linken Bildseite. Es wurde 1844 in den 'Karmelitergarten' hinein gebaut und diente lange Zeit als Lehrerwohnhaus. Von 1936 bis zu seinem Tod im Jahre 1977 wohnte und praktizierte hier der äußerst beliebte und allseits bekannte Arzt Dr. Weiß. Das danach folgende Haus, die 1852 neu errichtete Knabenschule, gibt es ebenfalls nicht mehr. Beide Gebäude mussten 1988 dem Neubau-Trakt des Altenheims weichen. Auch die rechts im Bild sichtbaren Häuser sind verschwunden und durch anonyme Neubauten ersetzt worden. Einzig der das Straßenbild beherrschende Gebäudekomplex des ehemaligen Karmeliterklosters (damals Bürgerheim, jetztAltenheim der Heiliggeist-Spital-Stiftung) hat die Zeit fast unbeschadet überstanden.

(Aufnahme 1925, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

24. Stolz präsentiert sich die Metzgerfamilie Müller vor ihrem Laden in der Kanzleistraße. Franz Müller mit Krawatte, der sich auf seinem Firmenschild als Metzger und Charcutier bezeichnet, wird mit seiner Ehefrau von den beiden Töchtern - jeweils mit Hund - eingerahmt. Rechts steht effektvoll mit verbundenen Augen ein zur Schlachtung vorgesehener Stier. Er wird gehalten von einem Gesellen und einem Lehrbuben, ein weiterer Geselle steht mit dem großen Schlachtbeil in Pose. Nachdem die Metzgerei noch Jahrzehnte von der Familie Maucher betrieben wurde, befindet sich heute ein Pizza-Service in dem alten Gebäude. Von den damals in der Altstadt vorhandenen sechs Metzgereien ist inzwischen nur noch eine übrig geblieben.

(Aufnahme um ]920, Fotograf unbekannt, Eigentum Elisabeth Götz.)

25. Die Rentamtstraße ist geprägt von einer Reihe kleiner traufseitiger Handwerkerhäuser. Hier wird das Leben der kleinen Leute an ihren Häusern anschaulich. Als Besitzer der bescheidenen Behausungen tauchen in den alten Akten Schneider, Drechsler, Sattler, Schuhmacher, Hufschmiede und Hafner auf Eine Besonderheit zeigt das linke Haus mit dem neben der Türe eingebauten kleinen Fenster, dem 'Schongauer Spion'. Dieser erlaubt dank seines schrägen Einbaues einen seitlichen Blick in die Straße und die Beobachtung des Raumes vor dem Eingang. Beherrschendes Element des nächsten Gebäudes ist der liebevoll gestaltete Erker mit abgetreppter Konsole. Diese und andere kleine Ausgestaltungen bereichern die bescheidene Baugruppe und verleihen ihr eine menschliche Dimension.

(Aufnahme ]940, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

26. Gar nicht einfach zu finden sind Fotografien von einfachen Handwerkern und Gewerbetreibenden bei der Ausübung ihres Berufes. Die beiden Schuster - es handelt sich um Alban Stockmann mit seinem Sohn Eduard - geben einen relativauthentischen Einblick in ihren Arbeitsalltag, auch wenn sie sich für den Fotografen in Positur gesetzt haben. Die Aufnahme entstand nach der Familienüberlieferung im Schongauer Spital, wohin die Schuster mit ihrer Gerätschaft in regelmäßigen Abständen 'auf Stör' gingen, um die Schuhe der dort lebenden Altenheimbewohner zu reparieren. Neben einigen Handwerkszeugen ist die Nähmaschine das einzig größere Gerät des ansonsten recht kargen Arbeitsplatzes. Seine Werkstatt betrieb Alban Stockmann im Haus Wasserstraße 4, das er im Iahr 1898 gekauft hatte. Diese Hausstelle war erst 1863 durch die Abtrennung eines Teils des Anwesens Wasserstraße 2 entstanden.

( Aufnahme um 1930, Fotograf unbekannt, Eigentum Werner Zöpf.)

27. Eine mächtige Rauchsäule steigt aus dem Gebäude Amtsgerichtstraße 3 auf Aus unbekannter Ursache war im Möbellager der Firma Sebastian Herz ein Brand ausgebrochen, der in den dort gelagerten Möbeln reichlich Nahrung fand. Wie man sieht, ist die sofort erschienene Freiwillige Feuerwehr der Stadt bereits mit Leiter und Wasserschlauch im Einsatz. Unter Leitung von Brandinspektor Konstantin gelang es der gut organisierten und für die damalige Zeit recht ordentlich ausgerüsteten Schongauer Feuerwehr, alsbald den Brand zu löschen. So brauchte die mit Motorspritze ausgerückte Fabrikfeuerwehr der Fa. Haindl nicht mehr einzugreifen. Von den im Magazin gelagerten Möbeln fiel der größte Teil dem Feuer zum Opfer und was gerettet werden konnte, erlitt durch Wasser großen Schaden. Der Brandleider soll versichert gewesen sein. Das Foto wurde vom ersten Stock des gegenüber liegenden Amtsgerichtes aufgenommen.

(Aufnahme 7. März ]933, Fotograf Keltseh, Stadtarchiv Schongau.)

28. Hier sehen wir die westliche Häuserzeile der Bauerngasse mit den Hausnummern 9 bis 21. Der Straßenname 'Bauerngasse' zählt zu den ältesten in Schongau und wird bereits um 165 ° genannt. Er weist daraufhin, dass in diesem Teil der 'unteren Stadt' überwiegend Stadtbauern hausten. Dass hier auch eine Schreinerei betrieben wurde wie im Haus Nr. 17 bestätigt nur die Regel. Der nachfolgende breitgelagerte Baukörper Haus Nr. 15 mit dem flachgeneigten Dach lässt eine Erbauung im 18. Jahrhundert vermuten. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um das älteste profane (bürgerliche) Gebäude der Stadt - erbaut 1488 - das sogar den großen Stadtbrand von 1493 überstand. Wie die großen Toreinfahrten belegen, sind auch die weiteren Häuser landwirtschaftliche Anwesen. Sie zeichnen sich durch bescheidene und schmucklose, aber solide Bauformen aus. (Aufnahme um 1930, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

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