Schongau in alten Ansichten Band 2

Schongau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Grundner und Harald Scharrer
Gemeente
:   Schongau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6725-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schongau in alten Ansichten Band 2'

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29. Wahrscheinlich noch aus dem Spätmittelalter stammt dieses Anwesen auf der gegenüber liegenden Seite der Bauerngasse. Mit seiner Kleinheit und Bescheidenheit dokumentiert es gut die einfachen und für uns ärmlich erscheinenden Verhältnisse früherer Zeiten. Kennzeichnend für diesen einst weit verbreiteten Haustyp ist der holzverschalte, etwas auskragende Giebel. Wie wir heute wissen, weist er das Bauwerk als verputzten Holzständerbau aus. Vor dem Gebäude sieht man sauber aufgestapelt eine Steige 'Doasprügl', das überwiegende Heizmaterial der damaligen sozialen Unterschichten. Die letzte Besitzerin war die 'Salater Monika' (siehe Band 1, Abbildung 38). Nach ihrem Tod 1937 kaufte der Nachbar Johann Ritter das leerstehende Anwesen. Da ihn das Haus störte, ließ er es 1952 abbrechen. Heute steht an seiner Stelle ein typischer 'Siedlungsbau Schwaben' -Wohnblock aus den 19 70er Jahren.

(Aufnahme um 1940, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

30. Das hier abgebildete Schongauer Schloss war als Amtsgebäude Sitz der landesherrlichen Verwaltung. Im 15. Jahrhundert wurde es eine Nebenresidenz Herzog Christoph des Starken. An ihn erinnert an der Fassade das Fresko des Kunstmalers Dr. Benno Eggert von 1935. Das Gebäude behielt über Jahrhunderte seine Verwaltungsfunktion, noch heute befindet sich in ihm eine Dienststelle des Landratsamtes Weilheim-Schongau. Das Schloss bildete zusammen mit der Anlage des Maxtors einen gut befestigten Torzwinger, der 1704 im Spanischen Erbfolgekrieg stark zerstört wurde. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Schloss grundlegend erneuert. Vor dem Schloss, mitten in der Straße, einer der alten gusseisernen Brunnen, die bis zur Fertigstellung des neuen Wasserleitungsnetzes 1900 die Aufgabe der Wasserversorgung übernommen haben. Daneben ein Ochsenfuhrwerk, das für den Fotografen angehalten hat.

(Aufnahme Ende 1930er Jahre, Gebirgskartenverlag Peter Triem München, Simmlunq Scharrer.)

31. Diese Abbildung zeigt eines der auffälligsten und markantesten Gebäude der Stadt. Es handelt sich um den ehemaligen Spitalstadel bzw. das Ökonomiegebäude der Heiliggeist-Spital-Stiftung in der Christophstraße. Bis 1803 mussten hier die Untertanen des Weilers Eldratshofen und Kinsauer Bauern ihre Naturalabgaben abliefern. 1816 - nach dem Umzug des Spitals in das säkularisierte Karmeliterkloster -wurde der Stadel samt dem anschließenden Wohnhaus der pfründner an den kg!. Postexpeditor Johann Ou verkauft. 1871 erfolgte der Umbau des vorderen Teiles in ein Wohnhaus im neugotischen Stil, während der hintereTeil weiterhin der landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten blieb. Bis 1966 blieb der über fünfhundertjahre alte Bau erhalten, dann musste er, wie später das Ferstl-Haus, dasWäsle-Haus und viele weitere Baudenkmäler, einem modernen Wohn- und Geschäftshaus weichen.

(Aufnahme um 1940, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

32. Einen Einblick in die Christophstraße von Süden bei strahlendem Sonnenschein bietet uns diese Fotografie. Die kurzen Schatten weisen darauf hin, dass die Aufnahme zur Mittagszeit gemacht wurde, was auch das Fehlen von Personen oder Verkehr erklärt. Links der Gasthof zur Glocke, Christophstraße 43, des Andreas Geiler mit blumengeschmückten Fenstern im Obergeschoss. Der Hinweis 'zum Garten' verweist auf den zugehörigen Biergarten entlang der Außenseite der Stadtmauer. Rechts im Vordergrund der blühende Pfarrgarten und dahinter die beiden Häuser der Wachswarenfabrik Huber mit der Nr. 16. Anschließend das Weinhaus 'Madlon', später Jungmeier, Nr. 18, und der Eckerker der Buchbinderei und Schreibwarenhandlung Moritz Einzinger, Nr. 20. Ganz im Hintergrund schließt das Bezirksamts- bzw. Landratsamtsgebäude, das ehemalige Schloss, die Straßenflucht ab.

(Aufnahme 1930er Jahre, Fotograf Paul Brornberqer, Sammlung Scharrer.)

33. Der GasthofZur Glocke ist mit diesem Bild noch einmal Thema einer Fotografie. Betrat man die Wirtschaft von der Christophstraße, so gelangte man auf der linken Seite in den Schankraum mit einigen Tischen und auf der rechten in den, hier vom Eingang aus aufgenommenen Speisebereich. Der Innenraum mit den Kreuzgewölben, den historisierenden Wandbemalungen und den dunklen historistischen Möbeln vermittelt eine gut bürgerliche, etwas behäbige Atmosphäre. Die Beschriftung auf der Säule wirbt für Bohnenkaffee, Kuchen und Eis.

(Aufnahme um ]930, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

34. Ein Blick in einen der vielen romantischen Hinterhöfe soll die Eindrücke aus der Altstadt bereichern. Das Bild zeigt die rückwärtige Situation des Anwesens Christophstraße 3 1 - damals im Eigentum des Sattlermeisters Richard Vollmayer - mit Stadtmauer und 'Schweigerturm' . Lange Zeit wurde dieser Turm in der Lokalforschung fälschlicherweise auch als Hexenturm bezeichnet. Aber dafür ist er viel zu klein. In Wirklichkeit diente er als Wasserturm für die 'Aerarialische Wasserleitung'. Von mehreren Quellen am Rößlekellerberg gespeist führte diese alte Leitung das Wasser bis zu dem heute noch vorhandenen 'Wassertreibhaus' am Fuß des Frauentorberges. Von dort wurde es mit Hilfe eines Pumpwerkes über den 'Schweigerturm' in die höher gelegene Stadt geführt. Die alte Kutsche ist zum Zeitpunkt der Aufnahme auch schon ein Relikt aus älterer Zeit und wird den Unbilden des Wetters sicher nicht lange getrotzt haben.

(Aufnahme 1930, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

35. Die südliche Christophstraße hat sich baulich und funktionell vollkommen verändert. Die historische Aufnahme zeigt links - halb im Bild das 1920 erbaute Sudhaus des Sonnenbräus. Den für ein Betriebsgebäude recht ansprechenden Bau zierte ein schönes Löwenrelief, während das Oberlichtgitter des Eingangstores das Brauereiemblem in Form einer aufgehenden Sonne wiedergab. Im daneben stehenden traufständigen Haus mit der Laderampe befand sich die zugehörige Flaschenabfüllerei. Hier wurden neben den verschiedenen Biersorten unter anderem Limonade und Sinalco abgefüllt. Auch die beiden angrenzenden kleinen Häuser gehörten ebenfalls noch zum Braureiareal des Sonnenbräus. Unter ihnen befanden sich die mehrere Stockwerke tiefen Bierkeller. Dagegen war das letzte der hier abgebildeten Häuser ein altes Fuhrmannanwesen. Anfang der 197 Oer Jahre wurde der gesamte Straßenzug abgebrochen und durch einen großen Neubau mit Parkplatz ersetzt.

(Aufnahme um 1930, Fotograf unbekannt, Eiqentum Frau Ende.)

36. Woher der Lindenplatz seinen heutigen Namen hat wird hier offensichtlich, nämlich von der doppelten Lindenreihe in der Platzmitte. Vor ihrer Pflanzung hieß er schlicht 'Winkel', was auch in einigen Hausnamen der anliegenden Gebäude wieder auftaucht, zum Beispiel 'Winkelbauer' oder 'Winkelschuster' . Auf der linken Seite erkennt man vorne das Haus Lindenplatz 12 mit dem Kaufhaus Wieser und nachfolgend die Häuser Lindenplatz 10, 8, 6,4 und 2. Auf der rechten Seite ist noch ein Teil der Giebelfassade des Gasthofes Zur Sonne von A.W Köhler mit einem davor parkenden Automobil auszumachen. Auch das anschließende Wohngebäude Lindenplatz 11 war zur Zeit der Aufnahme im Besitz der Familie Köhler. Als nächstes in der Reihe kommt die Färberei Biber und danach das Anwesen Lindenplatz 7, in dem der Zahnarzt Dr. Zedelmaier seine Praxis betrieb. Nach Süden schließt der Polizeidienerturm mit der Stadtmauer den Platz ab.

(Aufnahme 1920er Jahre, Fotograf unbekannt, Eigentum Rosmarie Wörnle.)

37. Die Freiterrasse der Stadt war und ist der vor der südlichen Stadtmauer gelegene Sonnengraben, der in Anlehnung an den französischen Küstenort auch 'Nizza' genannt wurde. Der Sonnengraben ist der Höhepunkt des Spazierweges um die Stadt entlang der Stadtmauer, um den sogenannten Graben. Über dessen Bedeutung heißt es in einem Gedicht des ehemaligen Bezirkskaminkehrers Guelmino sehr treffend: Wenn andre Stüdt' an Kurpark habe, no - unser Stadt,de hat an Grabe! Die Aufnahme aus den 193 Oer Jahren zeigt einen milden Frühlingstag mit blühenden Bäumen, verweilenden Besuchern auf Bänken, die mit extra Fußbänken ausgestattet waren, und dem vom Fotografen effektvoll genutzten Schattenwurf des gusseisernen Geländers. Hier lässt es sich mit dem Blick zum Gebirge und ins Lechtal, der Stadtmauer als Schutz und Wärmespeicher im Rücken wunderbar ausruhen und die Aussicht genießen.

(Aufnahme 1930er Jahre, Fotograf Paul Bromberqer, Simmlunq Grundner.)

38. Das Wohl und Weh der Stadt Schongau war und ist noch immer mit der Papierfabrik der ehemaligen Familie Haindl eng verbunden. Das Luftbild vom Anfang der 193 Oer Jahre zeigt die Fabrikanlage mit den Betriebsgebäuden, dem Werkskanal und dem riesigen Holzlagerplatz. Rechts neben dem Holzlagerplatz liegen die Schälerei und die Schleiferei mit derWasserkraftanlage, quer über den Kanal gebaut. Davor erkennt man die Kantine und das Fabrikbad. In den Gebäuden um den rauchenden Schornstein sind die Dampfkraftanlage, die Eindickanlage, der Holländersaal und die Papiermaschinen untergebracht. Rechts vor den Fabrikhallen steht das Verwaltungsgebäude. Das schräg stehende Haus vor dem Holzlagerplatz beinhaltet das Forstamt und gehört nicht zur Papierfabrik. Auch die beiden Bauernhäuser am rechten Bildrand neben der Bahnlinie sind noch in Privatbesitz. Entlang der Peitinger Straße und des Kanals befinden sich Arbeiterwohnungen und Wohnhäuser.

(Aufnahme 1930er Jahre,Aero Expreß Leipziq, Sammlung Scharrer.)

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