Schongau in alten Ansichten Band 2

Schongau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Grundner und Harald Scharrer
Gemeente
:   Schongau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6725-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schongau in alten Ansichten Band 2'

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39. Mit dem vorher schon erwähnten Hallenbad der Haindl'schen Papierfabrik soll auf die soziale Rolle, die die Fabrik für die Stadt Schongau spielte, hingewiesen werden. 1927 eröffnete die Firma Haindl ein Bad mit Wannen- und Brausebädern sowie einer Schwimmhalle, das der gesamten Bevölkerung der Stadt offen stand. Ein paar Schongauer Badeschönheiten tummeln sich gerade am Rand des Schwimmbeckens, das die Maße 5 x 1 ° m hatte. Für die damalige Zeit war die Einrichtung eines Betriebshallenbades eine ungemein großzügige und fortschrittliche Initiative, die von Kommerzienrat Holzhey verwirklicht wurde. Die Stadtverwaltung war für die Errichtung der Badeanstalt sehr dankbar, da sie trotz langjährigem Bemühen selber nicht in der Lage war, ein Bad zu erstellen. Erst 197 ° baute die Stadt ein eigenes Hallenbad. 1988 wurde das Fabrikbad, mit dem viele Schongauer Kindheitserinnerungen verbinden, geschlossen.

(Aufnahme um 1930, Fotograf unbekannt, Eigentum Familie Keller.)

40. Wie ein Bild aus einem Kinderbuch mutet diese Aufnahme mit der rauchenden Lokomotive, die gerade über die Lechbrücke vor der Kulisse Schongaus in die Stadt einfährt, an. Der Zug kommt aus Richtung Weilheim auf der seit 1917 bestehenden Bahnlinie Schongau-PeißenbergWeilheim, wobei die Eisenbahnbrücke über den Lech bereits 1912 fertig gestellt wurde. Neben dem Zug zeigt die Fotografie noch das 'Hirsch bauer' -Anwesen der Familie Bader. Ursprünglich waren in diesem Haus Weißgerber ansässig, worauf auch der alte Hausname 'beim oberen Weißgerber' hinweist. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es in ein rein landwirtschaftlichesAnwesen umgewandelt. Der neue Hausname dürfte von zwei auf die Südostecke der Fassade gemalten Hirschen stammen. Wie so viele markante Schongauer Gebäude, ist auch dieses Haus dem Abbruch zum Opfer gefallen.

(Aufnahme 1930er Jahre, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

41. Einen Blick von Westen in die historische Lechvorstadt gewährt diese Aufnahme. Vorne links erkennt man die zwei letzten der hier einst charakteristischen Gerberhäuser. Unter dem weiten, schützenden Vordach befinden sich noch hölzerne Altanen oder Gerberlauben, auf denen man die Häute trocknete. Das Gerberhandwerk war am Fuß des Stadtberges in der Vorstadt 'Lech' seitAlters her ansässig. Schon im 16. Jahrhundert lassen sich dort außerhalb der Stadtmauern mindestens fünf'Lederer' nachweisen. Auf der rechten Bildseite sieht man die alte Lechwirtschaft, die sich mit dem breit gelagerten Krüppelwalmdach deutlich von der Nachbarbebauung abhebt. Ursprünglich ebenfalls ein Gerberhaus, hat es der aus Staatsdiensten entlassene Oberjäger Xaver Heiß im Iahre 1801 zu einer Bierschänke umgebaut. Er erkannte die verkehrsgünstige Lage direkt an der Lechbrücke und der daneben liegenden Floßlände.

(Aufnahme 1920er Jahre, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

42. In den Jahren von 1923 bis 1925 entstand an der Bahnhofstraße das Schongauer Postamt, ein kubischer, zweigeschassiger Bau mit steilem Walmdach und aufgesetzter Dachterrasse. Bei dem schlichten Gebäude, das nach den Plänen des Baureferendars Bramigk ausgeführt wurde, achtete man besonders auf die Detailausbildung, zum Beispiel bei den Türen oder dem Innenausbau. Da die Reichspostdirektion größten Wert auf einen Standort in Bahnhofsnähe legte, stellte die Stadt Schongau dort ein etwa 6 000 qm großes Grundstück zurVerfügung. Sie tat dies, obwohl sie eigentlich die Post in der Altstadt halten wollte. Dort war sie bis zum 1. Juli 1917 im Haus Marienplatz 4 des Bankiers Högg und danach im Erdgeschoss des Magistratsgebäudes, Marienplatz 7, untergebracht. Die Stadtverwaltung schlug 1916 den Umbau des Weinmüller-Anwesens (an der Stelle des heutigen Rathauses) zu Postdiensträumen vor, was aber aufGrund der Kriegszeiten nicht möglich war.

( Aufnahme um 193 0, Fotograf unbekannt, Sammlung Scharrer.)

43. Ursprünglich errichtete der für Schongau prägende Baumeister und Bauunternehmer JosefKranebitter 1896 das obige Gebäude, Bahnhofstraße 22, als Wohnhaus mit Baumaterialienmagazin. Das Haus war im Stil des Historismus gestaltet, der verschiedenste Bau- und Dekorationselemente aus vergangenen Jahrhunderten aufgriff und miteinander verband. 1931 erwarben Maria und Balthasar Bert! das Anwesen und wandelten es in einen Gasthof mit Mietwagenverleih um. Sie betrieben die Wirtschaft bis 1958 selbst und verpachteten sie dann bis 1961 an die Familie Häfele. In diesem Iahr wurde die Gastwirtschaft aufgelassen und das Gebäude grundlegend umgebaut und dem Zeitgeist entsprechend purifiziert. Neuer Mieter des Hauses wurde die Spar- und Darlehnskasse. Seit 1981 wird es als Wohnhaus mit Steuerkanzlei genutzt.

( Aufnahme 193 Oer Jahre, Fotograf unbekannt, Eigentum Richard Schierghofer.)

44. Überragt von der Heiliggeistkirche präsentiert sich der BahnhofSchongau vor einer imposanten Alpenkulisse. Im Iahr 1886 erhielt Schongau seinen ersten Bahnanschluss mit der knapp 29 km langen Verbindung nach Landsberg. Die Eröffnung der 15,5 km langen Strecke von Schongau nach Peißenberg, das schon seit 1866 eine Verbindung nach Weilheim hatte, folgte im Kriegsjahr 1917. Die Aufwertung zum Eisenbahnknoten brachte 1923 die Eröffnung der Strecke nach Kaufbeuren. Mit der vergrößerten Verkehrsbedeutung wuchs auch das Bahnhofareal beträchtlich. Neben einer Bahnmeisterei, einem Bahnbetriebswerk (s. gegenüber liegende Seite) sowie zahlreichen weiteren Betriebsgebäuden wurde auch eine eigene Wohnsiedlung für das stark angewachsene Bahnpersonal erbaut. Inzwischen hat der BahnhofSchongau durch den Abbau der Strecke nach Kaufbeuren und die Einstellung des Personenverkehrs nach Landsberg längst seine einstige verkehrstechnische und wirtschaftliche Bedeutung verloren.

(Aufnahme 1929,verlag Einzinger, Sammlung Grundner.)

45. Die Aufnahme zeigt eindrucksvoll den 1921 erbauten Ringlokschuppen des Bahnbetriebswerkes Schongau mit den im Vordergrund verlaufenden Strecken nach Kaufbeuren und Landsberg. Die Anlage befand sich an der nördlichen Bahnhofsausfahrt beim heutigen V-Markt. Über die im Bild sichtbare Drehscheibe konnten die Lokomotiven in einen der zwölfStände gefahren werden. Zur Durchführung derWartungsarbeiten an den Lokomotiven und zur Deckung der Fahrplanleistung setzte das Betriebswerk bis zu 120 Mitarbeiter einschließlich Fahrpersonal ein. Im Rahmen der Rationalisierung und Umorganisation der Deutschen Bahn wurde das Betriebswerk 1966 drastisch verkleinert und Ende der 1980er Jahre endgültig still gelegt. Darauf einsetzende Bestrebungen der Stadt Schongau auf Erhalt des Gebäudes und Nutzung als DampfmaschinenMuseum scheiterten leider. Mit dem Verkauf und Abbruch endete 1986 die 75-jährige Geschichte des für Schongau einst so bedeutenden Industriedenkmals.

(Aufnahme 1937, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

46. Ganz im Heimatstil, der sich als ländlich gemäßigte Variante des Jugendstils entwickelt hatte, wurde die Lederfabrik Ranz, die hier von Süden gesehen ist, vom Architekten prof Franz Rank entworfen. Der Betrieb wurde ab 1920 aus der Altstadt auf dieses Gelände nördlich des Bahnhofs verlegt, das sowohl wegen der günstigen Wasserverhältnisse am 'Großen Weiher', der später den Namen 'Ranz- Weiher' erhielt und sich an der Stelle des heutigen V-Markt-Parkplatzes befand, als auch wegen eines Gleisanschlusses gut geeignet war. Während die anderen Gerbereien, für die Schongau einst bekannt war, im Zuge der Industrialisierung aufgegeben wurden, entwickelte sich die Lederfabrik Ranz zur größten Altgerberei Europas. Dabei spezialisierte sich der Betrieb ausschließlich aufkonservativ gegerbte Schuhsohlen mit einer maximalen Produktion von 3.5 00.000 Paaren pro Iahr,

(Aufnahme 1928, Fotograf unbekannt, Eigentum HelmutVollmann.)

47. Etwa fünfzehn Jahre nach der vorhergehenden Aufnahme entstand diese Fotografie der Lederfabrik Ranz, die inzwischen völlig umgestaltet wurde. Der bedeutende Architekt Lois WeIzenbacher, ein wichtiger Vertreter des modernen Bauens im alpinen Raum, hatte das bestehende Wohngebäude in den Jahren von 1936 bis 1938 umgestaltet und die Fabrik um ein sogenanntes Gefolgschaftshaus mit Sanitär- und Aufenthaltsräumen für die Arbeiter erweitert. Unter dem Volkswirt und gelernten Gerber Dr. Otto Ranz, der auch Bürgermeister der Stadt Schongau war, spielte sich Ende der 1960er Jahre der von Affären begleitete Niedergang der Firma ab. 1971 fand dieser mit der Liquidation und dem Rücktritt von Dr. Ranz als Bürgermeister sein spektakuläres Ende.

(Aufnahme um 1938, Fotograf Brornberqer, Simmlunq Grundner.)

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48. Aus der ersten Zeit des Autohauses Resch an der Bahnhofstraße stammt diese Aufnahme mit den Betriebsgebäuden, dem zur Untersuchung schon von der Hebebühne hochgefahrenen Auto und der Benzinzapfsäule im Vordergrund. 1935 gründete Konrad Resch eine Kfz- Reparaturwerkstatt, der noch im gleichen Iahr eine Opel- Vertretung angegliedert wurde. Die Opel-Serien P 4 waren zu diesem Zeitpunkt gerade auf dem Markt, später kamen die ersten Olympia- Typen und kurz vor Kriegsbeginn die Kapitän-Modelle hinzu. Mit Kriegsbeginn und der Einberufung von Konrad Resch und seiner Mitarbeiter zum Militärdienst wurde das Geschäft stillgelegt. Schon kurz nach Kriegsende nahm Frau Resch noch vor der Rückkehr ihres Mannes aus der Gefangenschaft mit einigen früheren Werksangehörigen den Betrieb wieder auf 1950 wurde das gegenüber liegende Grundstück erworben, wohin später das Autohaus verlegt wurde und bis 31. Dezember 2 00 1 von der Familie weiter geführt wurde. (Aufnahme um 1935,ver!ag Kar! Motz KG, Simmlunq Scharrer.)

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