Schongau in alten Ansichten Band 2

Schongau in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Grundner und Harald Scharrer
Gemeente
:   Schongau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6725-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schongau in alten Ansichten Band 2'

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49. Das Butterwerk Schongau wurde im Jahre 1928 erbaut. Weil sich das Unternehmen als erster Betrieb in ganz Bayern ausschließlich mit der Herstellung von Markenbutter befasste, wählte man die Firmenbezeichnung 'Erstes Bayerisches Butterwerk e.G.m. b.H. Schongau' . Das Hinterland der Stadt Schongau bot gute Möglichkeiten, die gesammelten Milchmengen durch zentrale Verarbeitung besser zu verwerten und den Bauern dadurch höhere Milchpreise zu gewährleisten. Bei Eröffnung des Betriebs waren zehn Milchgenossenschaften als Mitglieder dem Butterwerk angeschlossen. Bis zum Jahre 1950 erhöhte sich der Stand auf vierzig Mitgliedsgenossenschaften. Nach größeren Turbulenzen ging die Produktion 1988 auf die Firma Hochland über. Seit 1997 wird in einem neu erbauten Werk an der Bernbeurener Straße produziert, die bisherigen Betriebsgebäude an der Bahnhofstraße wurden geschlossen.

(Aufnahme 1928 kurz nach der Fertigstellunq, Fotograf unbekannt, Sammlung Grundner.)

50. Nachdem bereits mit dem Eisenbahnbau östlich der Altstadt um den Bahnhof ein neues Stadtviertel angelegt wurde, begann die Stadt in den 1920er und -30er Jahren, die Grenzen ihrer Stadtmauer zu sprengen und sich darüber hinaus auszudehnen. Eines der neuen Baugebiete ist auf dieser Aufnahme, die von Westen in die Hermann-Ranz-Straße, damals noch Jahnstraße, blickt, zu sehen. Links im Vordergrund der große Wohnblock der Reichsbahn, Ecke Sonnen-/H.-Ranz-Straße. Rechts daneben im Hintergrund das Wohnhaus der Lederfabrik Ranz mit der Doppelgiebelfassade. Das folgende Gebäude mit dem Eckerker, Bahnhofstraße 7, beherbergt die Allgemeine Ortskrankenkasse und daneben am Bildrand erkennt man das Butterwerk. Auf der Brache rechts im Vordergrund wird in den Jahren 1936-1939 die Schreinerei Achmüller, die heute schon wieder verschwunden ist, entstehen, so dass das Gelände heute wieder einen ähnlichen Eindruck wie vor etwa 75 Jahren macht.

(Aufnahme 1928/29, Fotograf unbekannt, Sammlung Scharrer.)

51. Gerade fertig geworden ist das ]ugendheim der Stadtpfarrei Mariae Himmelfahrt auf dieser Fotografie. Nach der Grundsteinlegung im Mai 192 0 und der Einweihung im Mai 1921 wurde es für kirchliche Vereine genutzt. Im linken Gebäudeflügel befand sich ursprünglich ein Saal, im rechten Nebenräume. Maßgeblich an der Entstehung war der Präses des katholischen Gesellenvereins Schongau, Benefiziat Städele, beteiligt. Der Verein trug auch durch erhebliche Eigenleistungen zum Bau bei. Während des Dritten Reiches wurde das ]ugendheim 1936 an die Stadt 'verkaufi ' und von dieser 1945 wieder an die pfarrei veräußert. Diese verkaufte 1958 das Gebäude mit dem zugehörigen Grundstück an die Thüringer Kammgarnspinnerei, die das restliche Grundstück mit ihrer Fabrikanlage bebaute. 1996 wurde mit dem Abbruch der Kammgarnspinnerei auch das ]ugendheim abgerissen. Heute befinden sich auf dem Gelände Wohnungen und ein Ärztezentrum.

(Aufnahme 1921, Fotograf Seidenschwarz, Sammlung Scharrer.)

52. Fast alle alten Schongauer betrieben neben ihrem Handwerk oder Gewerbe eine mehr oder weniger große Landwirtschaft. Leider wurden diese Betriebsamkeiten fotografisch kaum dokumentiert. Wir müssen daher hier auf eine etwas ältere Aufnahme von der Heuernte im Kriegsjahr 1915 zurückgreifen. Sie zeigt die Familie Waibl, die neben ihrer Weinwirtschaft 'Goldenes Kreuz' auch eine - für Schongauer Verhältnisse - große Landwirtschaft betrieb. Links erblickt man auf der 'modernen' Mähmaschine den Weinwirt]osefWaibl. In der Mitte des Bildes, fast im Vordergrund, steht ein russischer Kriegsgefangener in Positur. Daneben zeigt sich die Hausherrin, die im weißen Kleid sicherlich nicht zum Arbeiten erschienen ist. Bei den anderen Personen handelt es sich um das zahlreich vorhandene Gesinde. Das Foto wurde am Waibl- Weiher (jetzt Parkplatz V-Markt) aufgenommen. Im Hintergrund ist die noch im Bau befindliche evangelische Kirche auszumachen.

(Aufnahme 1915, Fotograf unbekannt, Eigentum Elisabeth GÖu.)

53. In den Jahren von 1914 bis 1916 wurde an der Blumenstraße die evangelische Kirche gebaut. Dies wurde nötig, da durch die 1894 gegründete Arbeiterkolonie in der Herzogsägmühle, den Eisenbahnbau und den Bergbau in Peiting viele neue evangelische Christen nach Schongau und Umgebung kamen. Zuvor wurden ab dem Iahr 1894 lediglich vier Gottesdienste pro Iahr im Ballenhaussaal gehalten. Geplant wurde die Kirche vom Bezirksbaumeister Adam Stuhlfauth, als Bauplatz konnte von Max und Johanna Klapp deren Krautgarten bei der Dreifaltigkeitskapelle erworben werden. Stuhlfauth entwarf die Kirche, ein kompakter Bau mit Langhaus und Apsis, einer seitlich angefügten Sakristei und einem am Nordosteck in das Langhaus eingeschnittenen Satteldachturm im neuromanischen Stil. Turm und Sakristei sind durch einen Arkadengang miteinander verbunden. Zur Einweihung der Kirche, die am 12. Juni 1916 stattfand, stiftete die deutsche Kaiserin ein Altarkreuz.

(Aufnahme um 1920, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

54. Das Stammhaus der Gärtnerei Pröbstl in der Bauerngasse ist bereits im ersten Band dieser Reihe unter der Nr. 16 abgebildet. Sie ist, 1735 gegründet und seit 1772 im Besitz der Familie Pröbstl, die älteste private Gärtnerei Bayerns. Hier nun der neue an der Augsburger Straße gelegene Betrieb. Auf diesem Grundstück entstanden die ersten modernen Glasgewächshäuser im gesamten Bezirk Schongau. 1928 hatten die Glashäuser eine Grundfläche von 750 qm erreicht und dienten der Produktion von Frühgemüse. Einjahr später wurde der ganze Betrieb nach Bau des neuen Wohn- und Geschäftshauses an die Augsburger Straße verlagert. Die Gärtnerei Pröbstl ist damit ein frühes Beispiel für die Aussiedlung eines expandierenden Betriebes aus der Altstadt an den damaligen Stadtrand. Neben dem obst- und Gemüseanbau wurde auch Blumenzucht betrieben, was 1936 zum Anschluss an die Blumenvermittlungsorganisation 'Fleurop' führte.

(Aufnahme um 1930, Fotograf unbekannt, Eigentum Manfred Bohner.)

55. Von Osten über das Gartenland der Gärtnerei Pröbstl ist dieser Blick auf die Augsburger Straße eingefangen. Dort befindet sich eine Reihe gleichartiger Einfamilienhäuser gerade im Rohbau. Von 192 9 bis 1931 wurden entlang der Straße 26 Kleineigenheime für sozial schwache Familien errichtet. Initiator dieser sogenannten Sankt-Josephsheim-Siedlung war Benefiziat Jakob Pfeiffer. Er wirkte in den Jahren 1916 bis 1940 in Schongau und war seelsorgerisch, sozial und politisch sehr aktiv, unter anderem als Stadtrat und Präses des katholischen Arbeitervereins Schongau/Verein St.]osephsheim e.V Trotz schwierigster Umstände während der Herrschaft des Nationalsozialismus engagierte er sich gegen alle Anfeindungen weiter für das Wohl Schongaus, so dass 1934/35 sechs weitere Familienhäuser entstehen konnten.

(Aufnahme um 1930, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

56. Aus dem Werbeprospekt eines mondänen Wintersportortes könnte diese Ansicht des 'Café-Restaurant Schöngau' , des heutigen Hotel Hall, entsprungen sein. 1920/21 erwarb Alex Hall von Franz und Emilie Bader deren ehemaligen Bierkeller an der Altenstadter Steige, der ursprünglich zum Gasthof Zur alten Post gehörte (vg!. Nr. 58, Band I) und baute darauf ein Wohnhaus mit Restaurant. Anfänglich lag vor dem Gebäude eine offene Veranda, die später verglast wurde, so dass der Wintergartenvorbau, wie er hier zu sehen ist, entstand. Der Eingang in den Keller lag unter dem Wintergarten. Ein Soldat der nahen Flakartillerieschule schickte diese Fotokarte 1942 nach Berlin und schwärmte von seinem Cafébesuch: 'Umseitiges Café ist unser Stammcafé und heute haben wir uns hier Schokolade aus guter Milch und Schweizer Schokoladenpulver kochen lassen [ ... J Einfach phantastisch, ein Genuss, der alles in der letzten Zeit da gewesene in den Schatten stellt.'

(Aufnahme um 1940, Fotograf unbekannt, Sammlung Scharrer.)

57. Nur dem wirklichen Kenner wird sofort klar, wo wir uns hier befinden. Die Aufnahme bei Raureif zeigt den Gartenweg noch als romantisch geschwungenen Feldweg mit einem kleinen landwirtschaftlichen Anwesen. Das Gebäude mit der heutigen Anschrift Gartenweg 45 war eines der ersten, die im frühen 19. Jahrhundert außerhalb der Stadtmauer errichtet wurden. In diesem Fall sogar gegen den ausdrücklichen Willen des Magistrats, der sich dagegen aussprach, dass 'ein Bau an so einem entlegenen Platze außer der Stadt nur Gelegenheit zu unerlaubten polizeiwidrigen Unterschleife geben würde'. Erst nach einem Gang durch alle Instanzen wurden 1840 die Einwendungen der Stadt endgültig von 'höchster Stelle' zurückgewiesen und der Zimmermann Johann Floßmann konnte sein Bauvorhaben verwirklichen. Heute steht das Haus samt Stallung und Tenne leer.

(Aufnahme um 1930, Fotograf unbekannt, Simmlunq Grundner.)

58. Bemerkenswert ist dieses Schongauer Gartenhaus vor dem Frauentor. Der zweigeschossige, quadratische Steinbau mit seinem Zeltdach vermittelt noch einen altertümlichen Eindruck und ähnelt dem Typus der auf früheren Stadtansichten dargestellten Gartenhäuser vor der Stadtmauer. Während das fensterlose Erdgeschoss als Aufbewahrungsort für die verschiedenen Gartengeräte diente, befand sich im Obergeschoss ein Aufenthaltsraum. Im ersten parzellengenauen Plan der Stadt Schongau (Urkataster 1816) ist das Gebäude bereits eingezeichnet. Eine aktuelle Untersuchung konnte mindestens sieben dieser gemeinhin auch als Sommerhäuser bezeichneten Bauten belegen. Sie stammen größtenteils aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der reizvolle kleine Bau wurde leider um 195 ° abgebrochen.

(Aufnahme 1940, Fotograf HoferWeilheim, Sammlung Grundner.)

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