Schorndorf damals und heute

Schorndorf damals und heute

Auteur
:   Reinhold Zeyher
Gemeente
:   Schorndorf
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6690-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schorndorf damals und heute'

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28. Die Gebäude-Optik an der unteren Karlstraße hat sich auch funktional grundlegend verändert. An die Stelle der Breuninger'schen Villa ist das neue Dienstgebäude der Deutschen Post getreten, ein gefälliger Bau in der typischen Ausformung der sechziger [ahre. Die Karlstraße ist zu einer Innenstadtstraße heruntergezont worden, die den innerstädtischen Verkehrsstrom abwickelt. Fußgänger und Radfahrer teilen sich den Gehweg.

29. Im [ahre 1925 übergaben die Brüder Otto und Friedrich Breuninger die Firma an die Söhne von Mitinhaber Otto Breuninger, ebenfalls mit den Vornamen Otto und Paul. Beide errichteten am oberen Ende der Karlstraße und der auslaufenden Palmstraße am Augustenplatz - benannt nach einer württembergischen Königin - ihre eigenen Wohnhäuser. Paul in der Gmünderstraße Nr. 4, seine Villa im Stil der frühen zwanziger [ahre. Das Gebäude mit Garten wurde in den frühen neunziger [ahren verkauft. Einen kleineren Teil des Gartens hat ein Sohn von den Eltern übernommen und dort ein Wohnhaus hineingesetzt, sodass die Vorübergehenden bis heute noch eine Ahnung vom ehemaligen Garten mitnehmen können.

3 O. Wie diese Einstellung deutlich macht ist die Zeit nicht nur über siebzig [ahre hinaus weitergeschritten, auch das Stadtbild hat sich wesentlich umgestaltet. Der innerstädtische Verkehr ist voll motorisiert, die Fußgänger beanspruchen ihr eigenes Wegenetz. Der Augustenplatz mit seiner malerischen Kastaniengruppe musste einem Kreisel als Verkehrsregulator Platz machen. Die viel Fläche beanspruchende Villa Paul Breuninger musste einer vierstöckigen Wohnbebauung mit einer Ladenpassage im Erdgeschoss und einer Gaststätte, das Ganze 'Residcnz' genannt, Platz machen.

31. Der Blick des Besuchers fällt diesmal auf die Villa des Bruders Otto Breuninger, der sich ebenfalls Mitte der zwanziger [ahre fast gegenüber neben dem ehemaligen Wallweg gelegen - später Friedensstraße benannt - einen ausgedehnten Baum- und Blumengarten erworben hatte. Vorher hatte sich hier der etwa 15 Meter hohe Festungswall erhoben. Nach dessen Abtragung erwarb der Forstmeister von Üxküll das Gelände vom Königreich Württemberg um dort einen großzügen Garten zu gestalten. Ein letztes Wallstück ergab einen steinbewehrten Hügel, der heute den Heimbewohnern zur Siesta dient.

32. In der letzten Zeit hat sich auch im Anwesen des Otto Breuninger ein grundsätzlicher Wandel vollzogen. Die Erben wollten sich die Unterhaltung eines wenig genutzten Areals, wirtschaftlich gesehen, wohl nicht mehr leisten und verkauften an das evangelische Marienstift, dessen Alten- und Pflegeheim an der Schlichtener Straße zu klein geworden war. Der Verein Marienstift hat dort ein fünfstöckiges Alten- und Pflegeheim erstellt, das die heutigen Ansprüche an eine solche Einrichtung voll abdeckt.

33. Der Rückweg vomAusgang der Oberen Hauptstraße bis zum Eingang am Marktplatz. Dort erhob sich seit ungefähr 1160 bis um 1400 das Untere Tor, eingepasst in eine doppelte Stadtmauer, die Westflanke der Trutzfeste Schorndorf. Zu Beginn des 15. [ahrhunderts änderte sich allerdings die militärische Lage, die neu aufkommenden Feuerwaffen erforderten eine neue Verteidigungsstrategie. Das heißt im Falle Schorndorf: Das Dorf 'uff dem Sand' wird in die Stadt eingemeindet und mit einer feuerwaffen geeigneten Stadtmauer in die alten Anlagen integriert. Dadurch wird die seitherige Westflanke gegenstandslos und kann abgebrochen werden. An die Stelle der Mauer treten dort mehrere Häuser, darunter an der Ecke das Haus des Bürgermeisters Hirschmann, 1533; die spätere Palm' sche Apotheke, ab 1 650.

34. Bis zum heutigenTag hat sich, von der architektonischen Gestaltung der Palrn'schen Apotheke her gesehen, eigentlich optisch betrachtet, wenig verändert. Insgesamt gesehen, aber doch einiges. In den achtziger [ahren mußten wegen gravierender Schäden im Kellergeschoss, der ebenfalls noch bestehende Erdgeschossbereich abgebrochen und durch neues Mauerwerk ersetzt werden. Durch neue Mauertechniken konnte der hölzerne Überbau in großen Stücken abgebaut werden und nach Fertigstellung eines Betonskeletts ungestört am alten Platz wieder eingebaut werden. Eine Meisterleistung der modernen Restaurierungstechnik.

35. Im Bild ein hochragendes dreistockiges Gebäude am heutigen Apothekergässle, dem früheren Zwingergässle. Versehen ist es mit einem Mansarddach, aufgenommen um 1895. Vor der Haus- und Ladentüre haben sich die Besitzer postiert, daneben die Tochter mit dem Jüngsten. Im großen Stechschild an der Hausecke steht 'Schwammhandlung' . Es handelt sich um einen Handelszweig, der heute keine Bedeutung mehr hat, aber damals sicher seinen Betreiber ernährt hat.

36. Hundert [ahre später lassen sich zwar die äußeren Umrisse des Schwammhändler-Hauses und der Gebäude rechts und links davon durchaus noch erkennen, aber das heute dort angesiedelte Gewerbe gehört in die Papierwaren-Branche. Der heutige Inhaber, ein Buchhändler, hat Nachbarf1ächen aufgekauft und die Fläche zu einem durchgehenden modern eingerichteten Ladentrakt zusammengeführt. Dabei ist es gelungen ein gut sortiertes, werbewirksam arrangiertes Buch- und Schreibwarengeschäft zu schaffen, das auch die denkmalpf1egerischen Belange aufnimmt.

· Gruß aus Schorndorf. Höllgasse, eaetneus zurn Pfauen oon 0110 5chnabel,

37. Der Blick richtet sich in die Höllgasse. Wie sich deutlich erkennen lässt, war aber dort gegen 1900 keinesfalls die 'Holle.' los. Im Gegenteil. Der Gassenname hat einen schlimmen Hintergrund. Bei einem durch Leichtsinn entstandenen Großbrand 1690 wurden an die hundert Häuser ein Opfer der Flammen. Beim Wiederaufbau hatte die Staatliche Brandbehörde in Stuttgart versucht, durch Hinausrücken der Gebäudefronten breitere Feuergassen zu schaffen. Die vorher ziemlich enge, dunkle Gasse wurde so zur hellen Gasse. Vielleicht hat ein humorvoller Mitbürger dies zum Anlass genommen die 'neue Helle' in die Nähe der Hölle zu rücken.

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