Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Reinhold Zeyher
Gemeente
:   Schorndorf
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2497-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Schorndorf in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9. Neben dem Marktplatz zählte seit 1574, also seit ihrer endgültigen Fertigstellung, die im feingliederigen spätgotischen Stil erbaute Stadtkirche zu den Sehenswürdigkeiten. Geweiht ist sie der Gottesmutter Maria, deren Kapelle, neben dem Chor, zu den Kleinoden gotischer Steinmetzkunst gerechnet wird. Stolzer Bürgersinn hatte einst nicht geruht und weder Kosten noch Mühen gescheut um diese Stadt zur Perle des Remstals zu machen. Krönung aller Bemühung sollte die neue Pfarrkirche werden. Schon vom Grundriß her zeigt sich uns die Absicht, denn neben den Stifskirchen von Stuttgart und Tübingen ist sie die größte im Land. Bekannte Baumeister der Zeit, wie der Stuttgart er Jerg Aberlin und die Brüder Hans und Georg von Urach haben hier ihre hohe Kunst manifestiert.

10. Das Motiv - Bliek vom Marktplatz auf die Stadtkirche - scheint, neben den Malern, auch die frühen Fotografen gereizt zu haben. Unsere Fotografie geht wiederum zurück ins zweite Drittel des 19. Jahrhunderts und zeigt in ähnlicher Perspektive das Motiv zirka 20 Jahre früher. Eine Gaststatte war auch damals schon im Eckhaus etabliert, daneben der Bäckerladen ganz im alten Stil. Nur die Kirche zeigte zu diesern Zeitpunkt nicht mehr alles im Original. Sie hatte mancherlei schmerzliche und gewaltsame Veränderungen erfahren müssen, so die fast gänzliche Vernichtung des Turms und des Innenraums des dreischiffigen Langhauses in der Schreckensnacht des 24. November 1634.

11. Die furchtbaren Schrecknisse der Beschießung und das unvorstellbare Elend, das die fast vollständige Einäscherung über die Überlebenden gebracht hatte, scheint lange Zeit in den Herzen nachgewirkt zu haben. Bildlich dargestellt ist der Schrecken der Beschießung auf einem Tafelbild aus dem Epitaph der Bürgerrneisters M. Hirschmann, der kurz vor der Katastrophe verschieden war. Deutlich zu erkennen ist der brennende Turm der Kirche und das in Flammen gehüllte Dach des Langhauses.

Tafelbild aus dem Epitaphium des Bürgermeisters M. Hirschmann (gest. 1634)

in der Stadtkirc:he Sc:horndorf

"Die Beschiefsung der Stadt Schorndorf" unter General Gallas im 30- jährigen Krieg - 24. November 1634. Die Stadt brannte damals bis auf das SchlojJ und den Chor der Kirche völlig nieder.

12. Vor dem Betrachter liegen eigentlich zwei Kunstwerke. Einmal die meisterhaft geschossene Aufnahme aus dem Jahre 1895 und der ebenso meisterlich gestaltete Chorraum der Stadtkirche, den die Baumeisterbrüder Hans und Georg von Urach in den Jahren nach 1500 aufgeführt haben. Rechts im Bild der sogenannte Breidnerische Epitaph ein Kunstwerk des Frühbarock im Chor zur Erinnerung an Melchior Breidner aufgestellt, der 33 Jahre Bürgermeister gewesen ist. Er wurde am 3. Oktober 1611 in der Kirche beigesetzt. Am linken Bildrand gerade noch zu erkennen der 'Palmische Epitaph von Eisen'. Er war für den 1590 verstorbenen Wilhelm Palm verfertigt worden. Heute ist er leider teilweise entfernt.

13. Dieses Kunstwerk der Fotografie hat besondere historische Bedeutung, denn es beinhaltet langst verschwundene Szenen und Utensilien einer unwiederbringlich vergangenen Zeit. Da steht links im Mittelgrund der Ziehbrunnen mit der Holz-Gölte, dahinter sitzt die Ahne geruhsam auf dem Hausbänkle und genießt die warme Sonne. Beim Färbermeister Ade sind die frisch eingefärbten Leinwandstücke zum Trocknen aufgehängt und vor dem Gasthof zum Engel zieht der Hausknecht das eben gespaltene Brennholz mit dem 'Letter' auf die Bühne hinauf. Links im Vordergrund ist die Eingangsfassade der einst bedeutenden Posthalterei zu sehen, wo zur Zeit der Franzoseneinfälle die Freundin der Künkelin, die Frau Katzenstein, als Hausfrau und Wirtin gewaltet hat.

14. Mit dieser Aufnahme bleiben wir im Bild, die Ecke Schlichtenerstraße-Untere Hauptstraße ist festgehalten. Im stattlichen Eckgebäude hatten die Gebrüder Strähle ihre Huf- und Wagenschmiede eingerichtet, genau der richtige Platz für ein solches Unternehmen. Dort kamen auf ihrem Weg in die Amtsstadt die Schurwaldbauern mit ihren Gespannen vorbei und während der Herr die Gelegenheit benützte um im gegenüberliegenden 'Schlichtener Bahnhof dem Gasthof zu Linde ein oder zwei Viertele zu schlürfen und einen Leberkäs' dazu zu vespern, kümmerten sich die Schmied und seine Gesellen um Pferd und Wagen.

15. Das Gewerbe der Schmiede genoß zu dieser Zeit hohes Ansehen, zumal das Auto und besonders der Lastwagen noch in den Kinderschuhen steckte. Da auch Kühe als Zugtiere verwendet wurden und auf den harten Kalk- oder Pflasterstraßen zu gehen hatten, mußten die Zugtiere laufend mit Hufeisen versehen werden. Damit aber nicht genug, der Hufschmied hatte auch die Hufpflege mit zu übernehmen. Auch die Wagen brauchten viel eisernes 'Beschläg' und auf die Räder mußten eiserne Reifen aufgezogen werden. Auf unserem Bild kommt gerade der Landwirt Nagel aus Oberberken mit seinen Rossen zum Hufschmied, der bereits, angetan mit einer knöchellangen Lederschürze, zur Tat schreiten will.

16. Auch der Friseur war, wie zu allen Zeiten, ein angesehener und oft aufgesuchter Handwerksmann. Es gab in der Hauptstraße mehrere Betriebe dieses Berufsstands. Der Friseur war aus der Tätigkeit des Baders d.h. des Badestubenbesitzers herausgewachsen und betrieb neben dem Haargeschäft meistens auch noch die Fuß- und Hühneraugenpflege. Dort trafen sich in den Morgenstunden 'die Selbständigen' zum Rasieren und Diskutieren über neue und oft hochnotpeinliche Stadtereignisse, Das Gebäude neben dem Friseurgeschäft Schorr ist eines der wenigen Gebäude neben dem Unteren Tor, das die Brandkatastrophe von 1634 fast unbeschädigt überdauert hat. Beim letzten Umbau des Gebäudes im Jahre 1972 konnten Reste des alten Torturms an diesern Platze untersucht werden.

17. Das Untere Tor im Jahre 1895, einst durch ein festes Steingewölbe schußsicher eingedeckt und mit massiven Abwehranlagen versehen, konnte zunächst einen Teil seiner Aufgaben, nämlich das kontrollierte Passieren in beiden Richtungen beibehalten. Es wurde zum 'Unteren Bahnübergang'. Der Bahnwärter, der sich auf unserem Bild stolz postiert hat, brauchte nicht einmal zu kurbeln, sondern konnte seine Schranke auf Rädern, zu- oder aufschieben. Hinter den Begrenzungssteinen mit Abschrankung verbergen sich übrigens die Straßeneinläufe des Stadtbachs, der zweimal wöchentlich durch die Hauptstraße floß.

...? ~::-

_ .

-- -

--: - --..

.~

'~.

31829 Sc h or-rrd or-f

Partie am neuen Steg

"erlag ven Cut Bacber, Buchhdlg ?. Scborndorf,

18. Zehn Jahre nnr sind über den Platz am Unteren Tor hinweggegangen und trotzdem fühlt man sich in eine andere Gegend versetzt, wenn man diese Postkarte vom Jahre 1905 betrachtet. Stolz präsentieren die Schorndorfer Postkartenverleger die neue Bahnüberführung, den Steg, der gegenüber dem gefährlicheren schienengleichen Übergang sicher ein großer Fortschritt war. Aber wie so oft, mußten auch hier die Schatten und Sauerstoff spendenden Kastanienbäume der moderneren Gestaltung weichen. An ihre Stelle trat als Ausdruck des einsetzenden Maschinenzeitalters ein eiserner Gittermast. Neben den Geleisen steht übrigens ein Möbelwagen der Spedition Christ. Hauber aus der Grabenstraße (heute abgebrochen).

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2021 Uitgeverij Europese Bibliotheek