Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Reinhold Zeyher
Gemeente
:   Schorndorf
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2497-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schorndorf in alten Ansichten Band 1'

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19. Ein ganz besonderes Plätzchen neben der Hauptstraße ist der 'Sack'. Er bildet eigentlich einen überdimensionierten Hofraum, im Norden eingegrenzt durch einige Häuser, die mit ihrer Rückfront auf der alten Stadtmauer stehen. Gegen Westen bildet die große Pfarrscheuer den Abschluß. Beachtenswert das hochgieblige Fachwerkhaus mit seiner gut erhaltenen barocken Fassade. Entstanden ist der Sack, weil nach den Schmalkaldischen Kriegen aus Österreich vertriebene Protestanten auf den dortigen unbebauten Grundstücken an der Mauer angesiedelt wurden. So die Familie Moser, deren Nachkommen bis in unsere Zeit am Geschick ihrer Stadt regen Anteil nehmen.

20. Ebenso originell diese Aufnahme aus dem Jahre 1908. Der 'Durchlass', wie die Schorndorfer die Bahnunterführung heißen, ist gerade fertig geworden, die alte Herberge zum Schwanen vor dem Unteren Tor ist noch im Betrieb. Anlaß für diesen Menschenaut1auf am 'Durchlaß' ist aber nicht der Schwanen, sondern der erste Festzug zum 1. Mai, der zu Ehren der arbeitenden Menschen durch die Strafsen zog. Organisatoren waren diesmal die Arbeitervereine, die zu dieser Zeit doch bereits genügend Ansehen gewonnen hatten um eine solche Demonstratien durchzuftihren. Nach der warmen Kleidung und den in den Taschen vergrabenen Händen zu urteilen, war dieser 1. Mai nicht besonders warm und sonnig,

21. Vor dem Betrachter liegt die Obere Hauptstraße (B29-alt), die fast geradlinig verlaufende Marktstraße des alten Burgbereichs. Hier befindet sich, am ausladenden dreistockigen Giebel leicht zu erkennen, das Hauptgebäude des einst weithin bekannten und reichen Spitals, eines städtischen Wirtschaftsbetriebes, der bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts großen Einfluß hatte. In diesem Stück der Hauptstraße reiht sich ein Geschäftsbetrieb an den anderen und auch einige Gaststätten laden zum Verweilen ein. So damals der Gasthof zum Hirsch, dessen Aushängeschild, ein liegender, Hirsch weithin zu sehen war.

22. Beliebt bei den Fotografen der Bliek zurück durch die Häuserflucht der Hauptstraße auf den seit dem Jahre 1903 veränderten Turm der Stadtkirche mit ihrem hohen, überschlanken Turmhelm. Rechts im Vordergrund die Kohlen- und Landesproduktenhandlung Gustav Kraiss. Dieses massige Gebäude mit dem ausladenden Giebel trägt noch ganz den Stempel seiner einstigen Bestimmung. Es war nämlich jahrhundertelang im Besitz der Kirche und beherbergte das Dekanatamt. Wie man sieht, gelangte man durch das breite Portal in die Amtsräume, im ersten Stock wurde gewohnt und im zweiten Stock hatten die Dekanskinder ihre Schlafgemächer. Bemerkenswert die ausgedehnten Kelleranlagen.

23. Dieser Bliekwinkel mit dem Kirchturm im Hintergrund hat allerdings auch seine Reize. Zwischen den Gibelseiten der Häuser ragt der feingliederige Chor mit seinen schlanken Stützpfeilern empor. Im Vordergrund ein Rest der ehemaligen inneren Festung, die hauptsächlich durch die zirka 10 m hohe Stadtmauer mit ihren zahlreichen Erkertürmen repräsentiert wurde. Am rechten Bildrand ist der Stumpf eines solchen Turmes zu sehen auf den allerdings in späterer Zeit ein Fachwerkaufbau gesetzt wurde. Im Mittelgrund die Pfarrgärten. Dort befand sich zur Festungszeit die Roßmühle, die in Kriegszeiten, wenn die Wassermühlen von der Versorgung der Stadt abgeschnitten wurden, mittels 'Pferdekräften' Verteidiger und Einwohner mit dem lebensnotwendigen Mehl versorgte.

24. Bezeichnend für eine alte Stadt ist auch dieser Bliek in die Moserstraße, so benannt nach dem früher wohlbekannten Besitzer des 'Mélac' an der Ecke Schulstraße-Moserstraße. Dieser Angehörige des Mosergeschlechts war eines der inzwischen längst ausgestorbenen Originale. Er konnte nicht nur gut kochen, sondern verstand es glänzend, seine Gäste zu unterhalten. Bei den Aufführungen des 'Weiberspiels' 1888 spielte er mit Bravour den 'Mélac '. Die Gasse bestand allerdings schon seit dem Mittelalter und diente lange Zeit als Verbindungsweg zwischen der Hauptstraße und dem Stadtbereich an der Mauer. Im Vordergrund rechts der erste Konsumladen, links das 'Klösterle' und im Hintergrund das ehemalige 'Hintere Badhaus' , das noch im Jahre 1556 von Bader KinkeIe als Badestube betrieben wurde.

25. Auf der gegeniiberliegenden Straßenseite der Marktstraße gibt es auch Interessantes zu sehen. Im Vordergrund eine Ecke des alten Jagdschlosses mit dem Napoleonsfenster. Im Mittelgrund das ehemalige Marienstift, eine Heimstiftung für Pfarrtöchter. Gestiftet wurde die Einrichtung aus der Pfarrerunterstützungskasse, einem Verein der von den Geistlichen privat finanziert wird. Im Hintergrund das Gasthaus zum Waldhorn, einst bekarmter Ort gepflegter Gastlichkeit. Daneben, jenseits der Einmündung der Archivstraße, das im 18. Jahrhundert erbaute Stadt- und Amtsarchiv.

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26. Die Archivstraße, eine Wegführung des frühen 20. Jahrhunderts. Am Standort des Dr. Schobess'schen Hauses und weit hinein in die Straße stand bis dato die Spitalkelter. Sie mußte damals der neuen Planung weichen, weil die Straßenführung entlang dem Archivals Zubringer für das neue Schulzentrum Realschule vorgesehen war. Links im Vordergrund die hintere Ecke des zum Spitalkomplex gehörenden Maiereigebäudes und anschließend der Schulhof der Mädchenschule.

SCHORNDORF

27. Nocheinmal, als Repetition gewissermaßen, der Bliek zurück in die Obere Hauptstraße, wo gerade die Postkutsche von Gmünd oder Göppingen kommend der Posthalterei zustrebt. Ins Bild gekommen ist jetzt auch der Hirschbrunnen, der zu dieser Zeit noch eine Brunnensäule besaß. Die Rückfront des Brunnens, der ehemals rnit anderen der Wasserversorgung diente, gehörte zum Untergeschoß des ersten frühen Spitalhauptgebäudcs, Die Ornamentplatten in den beiden malerischen Brunnengewölben zierten einst das Nachtwächterhaus am Oberen Marktplatz.

Gruß aus Schorndorf.

Altdeutsche Weinstube 1I0n Emil Brenzinger.

28. Diese Aufnahme könnte man als Arrangement bezeichnen und es hat den Fotografen sicher viel Zeit und gute Worte gekostet bis alles auf dern richtigen Platz stand. Aber die Mühe hat sich für uns als spätere Betrachter gelohnt, gibt sie uns doch das originale Zeitkolorit, wie man es sich besser nicht wünschen könnte. Beliebt die altdeutsche Weinstube Brenzinger, daneben der Metzger Lauppe, der Uhrrnacher Müller und das Textilgeschäft Bös. Ein Stück weiter ist auch das gepflasterte Bett des Stadtbachs zu sehen.

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