Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Reinhold Zeyher
Gemeente
:   Schorndorf
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2497-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schorndorf in alten Ansichten Band 1'

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39. Die topografisch gesehen günstige Lage der Stadt an sich hier kreuzenden Fernstraßen begünstigte seit je her einen gewinnbringenden Handel mit Getreide, Wein und Salz. Schon im 15. Jahrhundert stand an diesem Platz ein stattliches Kornhaus mit vier übereinanderliegenden geräumigen Speichern. Dieses stattliche Haus fiel wie das nebenstehende Rathaus der Brandkatastrophe von 1634 zum Opfer wurde aber bereits im Jahre 1651 als Interimsrathaus wieder aufgebaut. Nach dem Niedergang des Getreidehandels in Schorndorf wurde es bis zum Abbruch im Jahre 1900 als Kelter benutzt.

40. Zu der Ecke am ehemaligen Mittleren Tor gehörte auch die hier abgelichtete Mädchenschule. Das 'Alte Haus' hatte nach der Verlegung der Schule in einen Neubau hinter dem Spital seine Bestimmung verloren und wurde im Jahre 1891 abgebrochen. Der düster drohend wirkende Komplex hatte seit seiner Erbauung mancherlei Zweckbestimmung erfahren. Zunächst befand sich dort das Lazarett der Festungsbesatzung. Dann fanden dort über hundert Jahre lang Zeitgenossen eine Bleibe, die gerne auf Kosten anderer lebten, das Gebäude war Zucht- und Zwangsarbeitshaus. Zuletzt war es dann Schulheimat für Generationen braver Bürgerrnädchen, Eine letzte Erinnerung an den alten Zweck der 'Gesiebten Luft' geben die Gitterstäbe des noch im Untergeschoß befindlichen Ortsarrestes.

41. Ein weiter Bliek hinein in die Schulstraße, die vom Namen her immer noch an die alte Schule erinnert. Sie war aber nicht nur Zubringerstraße, die für einen bestimmten Zweck angelegt wurde, sondern markiert den Verlauf des alten Stadtgrabens, der als Annäherungshindernis vor der Stadtmauer lag, die dort noch an einigen Stellen erhalten ist. Im Mittelgrund die bekannte Absteige der Berglesbauern, die Wirtschaft und Metzgerei Pfleiderer. Am rechten Bildrand die Bäckerei Zeyher. Auch einer der Kastanienbäume am Postgärtle ragt noch ins Bild.

42. Ein Bliek zurück auf den Unteren Marktplatz im Jahre 1906. Der Platz der Kelter ist inzwischen mit Kopfsteinplaster belegt. Das Bauernhaus neben dem Posthörnle ist von Uhrmachermeister Hägele zum einem Uhren- und Schmuckwarenladen umgebaut worden. Auch der Konditor Moser hat neu gebaut und neben seinem Laden ein schmuckes Tagescafé eingerichtet. Am Ende der Turmstraße, so benannt zur Erinnerung an den einst dort befindlichen Diebsturm, steht immer noch die 'Burg Zion'. Das Eckgebäude zur Turmstraße, in dem sich heute eine Apotheke befindet, gehörte dem Zimmermeister Schaal, der auch dort seine Werkstatt hatte. Irn Nebenhaus schneiderte Kürschnermeister Haufler seine Pelzmäntel, Muffs, Handschuhe und die modischen Fuchsschals.

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43. Schorndorf ist durch eine frühe 'Eingemeindung' bereits im 14. Jahrhundert zu seinem großzügigen und architektonisch so reizvollen und zentral gelegenen Marktplatz gekommen. Schon Anfang des 15. Jahrhunderts stand auf dem heutigen Platz ein weit gerühmtes Rathaus mit mehreren Stockwerken und einem Uhrtürmchen. Es wirkte als Platzteiler für den oberen Krämermarkt und den unteren Kornmarkt. Nach dem Untergang des alten Hauses im Jahre 1634 tritt dann im Jahre 1730 das heutige dreistockige Gebäude mit seinem barocken Uhrtürmchen an seine Stelle. Das weite Viereek des Unteren Marktplatzes wird beherrscht vom Weiberbild auf der Rückfront des Rathauses und vom weithin bekarmten Hotel Krone, das für gepflegtes Speisen bekannt war.

44. Betrachtet man dieses rege Treiben auf dem Schorndorfer Obstmarkt, so kann man die Beseitigung der einengenden Kelter verstehen. Im Apfelherbst kamen die Landwirte aus dem Remstal, vom Schurwald und von den Berglen auf den Unteren Marktplatz und hielten ihr Tafel- und Mostobst feil. Aufmerksam wurde die Ware geprüft und unter eifrigem Feilschen wechselte so mancher Zentner den Besitzer, denn die vieleimrigen Fässer der Schorndorfer Bürger erforderten ein Menge Pressgut. Nach günstigen Verkäufen hat dann noch sicher mancher Verkäufer im nahe gelegenen Grünen Baum sein Viertele bestellt und eine Brezel vom Bäcker Heinz dazu gegessen.

45. Diese seltene und deshalb kostbare Fotografie ist vor dem Haus des Flaschnermeisters Aichele am Unteren Marktplatz neben dem 'Schützen' entstanden. Die Familien Daimier und Alehele verband seit langer Zeit eine Freundschaft und so wird der jüngere Aichele dem Gottlieb gegenüber den Wunsch geäußert haben, doch einmal ans Lenkrad seines berühmten Automobils sitzen zu dürfen. Wie man sieht, der Gottlieb hat ihm seinen Herzenwunsch erfüllt. Ob der Herr auf dem Rücksitz Daimier selber ist, läßt sich so nicht eindeutig beantworten. Vergleicht man aber die Gestalt mit Stock mit anderen Bildern Daimiers und berücksichtigt man, daß die Serie der 'Riemenwagen', aus der dieses Modell stammt, bereits seit 1893 gebaut wurde, so könnte man es für möglich halten, daß der Gottlieb persönlich bei seinem alten Bekannten in Schorndorf vorgefahren ist.

46. Am Unteren Marktplatz betrieb, als diese Aufnahme gemacht wurde, der Schmiedemeister Karl Schwenger eine Huf .. und Wagenschmiede. Zu seinen Hauptkunden zählte die Post mit ihren Frachtund Omnibuslinien. Die Postpferde hatten auf ihren oft langen Touren einen großen Verschleiß an Hufeisen und so mußte der Schmied unter Mithilfe der Postillions ab und zu neues Schuhwerk verpassen. Der Ortswachtmeister mit Amtskette gibt der Szene Gewicht. Abgebildet ist auch das Gasthaus 'Löwen', die Brauereigaststätte der Löwenbrauerei. Im gerade noch sichtbaren Nebenhaus, dem Rückgebäude des ehemaligen Konstanzer Hofes, hatte noch wenige Jahre zuvor der Brauereibesitzer Riehle sein 'Löwenbräu' hergestellt.

47. Welche noch so gute Darstellung könnte den architektonisch so reizvollen Stadtkern vollkommener beschreiben als diese einmalige Luftaufnahme von Paul Strähle. Nocheinmalliegen die Blickpunkte, traulich vereint vor dem Betrachter: Die Stadtkirche mit dem formvollendeten Chor des Jakob von Urach, die Einmündung in die Untere Hauptstraße, der Obere Marktplatz mit der Palm'schen Apotheke, das Rathaus mit seinen Rokokofassaden, der Untere Marktplatz mit dem ehemaligen Hotel Krone und am unteren Bildrand der Bahnhof, der trotz seiner Innnenstadtlage, die Zündung für eine Sprengung des allzu eingeengten Lebensraumes auslöste.

48. Eine der beliebten alten Gassen die vom Marktplatz ausgehen ist die Höllgasse. Sie verdankt ihren zunächst eigenartig anmutenden Namen einem traurigen Ereignis, nämlich einer Brandkatastrophe. 'Am 25. Mai 1690', so heißt es in einer Chronik, 'Iegte ein betrunkener Soldat am Mittleren Tor Feuer ein', 75 Häuser der Gegend wurden vernichtet. Der Wiederaufbau trägt bereits städteplanerische Züge. Die vorher allzu enge und dunkle Gasse wurde durch Zurückversetzung der Giebelseiten wesentlich aufgehellt und deshalb zur 'Hellen Gasse'. Irgendein unachtsamer Schreiber fiihrte dann den so friedlichen Ort der wiederum finsteren Hölle zu.

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