Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Reinhold Zeyher
Gemeente
:   Schorndorf
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2497-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schorndorf in alten Ansichten Band 1'

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49. In der Höllgasse findet ein freudiges Ereignis statt, Nachbar Kurz, der 'Taubenkurz' genannt, hat es endlich geschafft, die beengten Verhältnisse zu verlassen und am Schornbach einen neuen Bauernhof zu beziehen. Am Tage des Umzugs hat er den Fotografen bestellt, um sich zusammen mit den alten Freunden vor der seitherigen Heimat abfotografieren zu lassen. In der Mitte der Gruppe, mit Hut, der Auftraggeber, rechts von ihm der Nachbar Schnabel mit Gattin, links daneben der Frisör Hiller mit Gattin. Im Fenster der Schreiner Köhler. Im soeben geräumten Haus hat übrigens der junge Gottlieb Daimler das Büchsenmacherhandwerk erlernt, im Nebenhaus ist er geboren.

50. Diese Aufnahme rechtfertigt durchaus das Lob, das man den alten Fotografen zollt, sie seien eigentlich Künstler. Dieses Bildwerk ist die Bestätigung. Vollendet die Komposition, meisterhaft die Motivauswahl. Im Mittelpunkt steht der 'Höllbrunnen' vor der Kulisse der breit ausladenden Giebelseite des alten Bäckerhauses. Gut ins Bild gebracht die junge Familie, flankiert von der Schwiegermutter und im Hintergrund das Gasthaus 'Pfauen'. Rechts im Bild eine jener Pferdekutschen, die sich just in jenen Tagen durch die Erfindung Daimlers in 'Automobile' verwandelten.

51. Ein Bliek hinein in die Hintere Höllgasse, im Volksmund 'Spanische Küste' geheißen. Das enge Gäßchen erinnert einen tatsächlich an eines der malerischen Fischergäßchen in irgendeiner der spanischen Küstenstädte. Ab und zu konnte man hier, bis in die neuere Zeit, Wäschetrockenmethoden beobachten, wie sie im Süden gang und gäbe sind, Im Vordergrund der Hintereingang zur Schmiede des Christian Bonasch. Gegenüber, hinter dem großen Weinzuber der rückwärtige Eingang des 'Pfauen', wo Gottlieb Daimier sicher oft durch den 'Winkel' in die nahelegene Schule geflitzt ist. Neugierig beobachtet jung und alt das geheimnisvolle Treiben des Fotografen.

52. Wiederum ist der Höllbrunnen in die Bildmitte gerückt, aber der Bliekwinkel und die Bildabsicht hat sich verändert. In das Interesse des Betrachters soll der 'Konstanzer-Hof" mit seinen drei ladengeschmückten Dachgeschoßen gerückt werden. Dort war einst die Konstanzer Pflege beheimatet, die beauftragt war alle Güter des Bistums Konstanz im Remstal zu verwalten. Vorstand war der 'Konstanzise he Pfleger' . Im Jahre 1767 wurde hier der spätere württembergische Finanzminister Heinrich August Weckherlin als Sohn des damaligen Pflegers geboren. Weckherlin hat sich um die Reform der württembergischer Finanzverwaltung sehr verdient gemacht.

53. Unser Fotograf ist mit seinem Holzkasten in eine andere vielbegangene Gasse, die Kirchgasse gezogen. Dort hat sich gegen 1900 der Metzger Kaiser niedergelassen. Er hat einen guten Riecher für eine günstige Lage seines Geschäftes gehabt, denn die Kirchgasse ist das Nadelöhr, das die südlich gelegenen Stadtteile mit dem Bahnhof verbindet. Manch einer der auspendelnden Arbeiter, die in aller Frühe auf den Zug gingen holte sich noch schnell beim Kaiser ein Vesper oder nahm abends nach der Rückkehr ein Viertel Schinkenwurst zum Nachtessen mit nach Hause. Am linken Bildrand der Gasthof zum Baren, wo man in den Zwanziger Jahren oft halbe Nächte lang das elektrische Klavier die Story vom treuen Husaren klimpern hören konnte,

54. Zu den ältesten Wohnbezirken der Altstadt zählt die Hetzelgasse. So genannt nach der 'ehrbaren FamiIie' Hetze], die bereits im Hochmittelalter dort ansäßig war. Unsere Postkarte zeigt einen Doppelausschnitt, aber der bäuerliche Charakter herrscht auf beiden Ausschnitten vor. Man sieht typische Bauernhäuser mit Scheunentor, Remisentor und Stalltüre. Eng an die Hausfront geschoben der Leiterwagen. der Allzweckfahrzeug war. An der Ecke zur Neuen Straße steht das Mehlfuhrwerk der Hahnenrnühle, der Bäcker Krieg hat seinen Mehlvorrat ergänzt. Die Fuhrknechte löschen sicher ihren Durst mit einem Glas Most.

55. Hofidylle an der Hetzelgasse. Zwei Gebäude sind über eine Altane miteinander verbunden, dadurch hat der Besitzer mehrere Zweckbestimmungen auf engsten Raum erreicht. Als Weißgerber trocknet er auf dem oberen Boden die frisch gewässerten Felle. Darunter ergibt sich ein regengeschützter Wagenschuppen und im Sommer ein schattiges Ausruhplätzchen. Die 'knitz ' dreinschauenden Buben haben das Wägele mit Ackergerät beladen, sicher müssen sie auf dem Acker beim 'Felgen' helfen. Sie scheinen aber bei dieser Aussicht guter Dinge zu sein.

56. Vor dem Beschauer liegt die Grafenkelter in der Neuen Straße. Diese Gasse wurde tatsächlich in den Jahren um 1745 neu geschaffen und dem Zeitgeschmack entsprechend schnurgerade trassiert. Die neue Straße war notwendig geworden, weil im Jahre 1743 eine neuerliche Brandkatastrophe 90 Häuser der Gegend vernichtet hatte. Die abgelichtete Kelter war einst im Besitz der Grafen von Württemberg gewesen, wurde aber bereits im 15. Jahrhundert vom Spital für die Stadt erworben. Die Kelter war mit vier Bäumen (Pressen) ausgerüstet. Das Dachgeschoß diente als Fruchtkasten. Im Jahre 1910 wurde das Bauwerk, für uns heutige bedauerlich, abgebrochen.

57. Diesmal hat der Fotograf seinen Fotografierkasten neben den Bahngeleisen aufgebaut um die Einmündung der Hetzelgasse in die Rosenstraße auf die Platte zu bannen. Im stattlichen Eckhaus das Lädle der Anna Kurz, die 'Lädles-Kurze' genannt. Spezialität: 'Sauerkraut vom Faß'. Die Häuser entlang der Rosenstraße standen, durch eine schmale Gasse getrennt, hinter der Stadtrnauer. Die Rosenstraße selber markiert den alten Stadtgraben und beherbergte an dieser Stelle die Schießanlagen der Schützengilde. Ihren Namen hat die Straße vorn Rosengarten des Apothekers Hauber bekommen.

58. Noch eine der alten Gassen bleibt durch diese Aufnahme in ihrer reizvollen Romantik der Nachwelt erhalten, die Römmelgasse. Auch sie trägt den Namen eines der alten Geschlechter, närnlich der Rammel, weiter. Im Vordergrund die Holzdreherei Mühlhäuser. Vor dem Scheunentor in Positur, der Landwirt Ricker, ein allseits bekarmter und beliebter Burger. Nur wenn der Bratbirnenmost einrnal zu gut geschmeckt hatte, soll nicht gut Kirschenessen mit ihm gewesen sein.

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