Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Schorndorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Reinhold Zeyher
Gemeente
:   Schorndorf
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2497-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schorndorf in alten Ansichten Band 1'

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59. Eines der beliebtesten und bekanntesten Schorndorfer Motive ist dieses auf die Stadtmauer gesetzte Haus mit seinem gotisch anmutenden Spitzgiebelchen. Der Bühnenladen steht offen, vielleicht ist Korn zum Trocknen ausgelegt. Beim Schreiner Gottwick hat sich der Efeu schon bis zum Dach hinaufgeschlängelt und aus dem Schuppendach des Drehers Mühlhäuser wächst ein Baum heraus. In diesem Haus ist der Schorndorfer Ehrenbürger Gottlob Kamm geboren, der sich besonders als Kommunalpolitiker einen Namen gemacht hat. Auch eine Spezialität der schwäbischen Hausfrauen ist ins Bild gekommen, das Bettensonnen, das auch ausgeübt wird, wenn die Sonne nicht scheint.

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60. Grüße aus Schorndorf vermittelt diese Postkarte aus dem Jahre 1900. Für den Betrachter mag sie der Repetition dienen. Oben links die Obere Hauptstraße mit Bliek zur Kirche. Mitte oben das Geviert des Oberen Marktplatzes. Oben rechts Bliek in die Kirchgasse mit der Rokokofassade des Beck'schen Hauses im Vordergrund. Links unten im Oval die Neue Straße, die bei dieser Einstellung ihre Geradlinigkeit augenscheinlich demonstriert.

61. Die ehemalige Lateinschule hat eine bewegte Geschichte. Früher hatte sich hier der Kirchhof befunden, der aber bereits 1531 aufgegeben wurde. In der südwestlichen Ecke entstand daraufhin die Lateinische Schule. Dieses Gebäude wurde beim großen Brand des Jahren 1634 gänzlich vernichtet. Im J ahre 1650 konnte die Schule, dank einer hocherzigen Spende eines geborenen Schornbachers, des späteren Straßburger Geheimen Rates Daniel Steinbock mit drei Klassen, zwei Wohnungen und zwei Kellern wiederaufgebaut werden. Heute befindet sich dort das Stadtmuseum.

Schorndorf, Schlicnterstrasse

62. Ein Bliek auf die Schlichtenerstraße von Süden aus. Im Mittelgrund ein Gebäude, das wiederum mit seiner Giebelseite auf der Stadtmauer steht. An dieser Stelle befand sich zur Festungszeit ein Seitentor, das den Besuchern von Schlichten und dem Schurwald Einlaß in die Stadt gewährte. Es trug den Namen 'Helfertörle' weil es sich unweit vom Helferhaus befand. Helfer oder Diakon nannte man den zweiten Stadtpfarrer, der heutigen Dekan hieß Spezial. Die Grundstücke entlang des Schlichtener Weges waren damals noch unbebaut (1905).

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. 63. Zwei öffentliche Gebäude sind auf dieser Postkarte der Nachwelt überliefert, die uns heute in dieser Architektur nicht mehr vertraut sind. Neu bezogen im Jahre 1875 die Knabenvolksschule, von den Bürgern als enormer Fortschritt im Schulwesen lebhaft begrüßt. Daneben, nach mancherlei Gerangel um den Standort, am Rande der südwestlichen Eekbastion errichtet, die Künkelsinshalle. Erstaunlich der weite, kaum gestörte Bliek nach Südwesten. Nur drei 'Aussiedlerhöfe' sind zu erkennen: Der Hof Ricker, der Hof Ernst und ganz in der Ferne der Fuchshof.

64. Typisch für den Publikumsgeschmack des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist diese Kunstpostkarte. Romantisch eingefärbt der Gucklochblick auf den Stolz der Schorndorfer Bürgerschaft, die Künkelinshalle. Ein solcher Stolz war sicher kein Dünkel, denn die Erbauung einer Halle von solchen Dimensionen stellte für ein Gemeinwesen von knapp 6 000 Einwohnern eine große Leistung dar. Geturnt wurde aber noch vielfach im Freien und zwar nach strengem Reglement, getreu dem württembergischen Wahlspruch 'Furchtlos und Treu': Im Gewölbebogen eingemeißelt das Erbauungsjahr der Halle 1895.

65. Noch zwei öffentliche Neubauten entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die neue Realschule und das für damalige Begriffe hochmoderne Bezirkskrankenhaus an der Schlichtenerstraße. Um beide Bauabsichten endlich verwirklichen zu können, hatten zuerst jahrelange harte Wortgefechte zwischen den Landesbehörden, Kreis- und Gemeinderat ausgetragen werden rnüssen. Aber als die Schlacht geschlagen war, ließ man es an nichts fehlen. Namhafte Stuttgarter Architekten wurden beauftragt, die mit ihren Bauwerken alle anstehenden Probleme und Nöte auf Jahrzehnte hinaus beseitigen konnten.

66. Der Kindergarten hat sich zum Gruppenbild im Hof aufgestellt. Übrigens steht diese Aufnahme in Beziehung zu der vorigen, denn die Kinderschule hatte inzwischen in die freigewordenen Räumlichkeiten des ehemaligen Krankenhauses einziehen können. Das Problem der viel zu großen Gruppen, das uns auch in unseren Tagen auf den Nägeln brennt, scheint es damals ebenfalls gegeben zu haben. Eine solche Schar in verhältnismäßig primitiven Räumen, zu betreuen, dürfte keine leichte Aufgabe gewesen sein. Auch ein Paar Pennäler mit Klassenmütze haben sich ins Bild geschlichen.

67. Auch eine Mädchenklasse hat sich vor der neuen Schule zum Klassenbild postiert. Der Klassenlehrer, Herr Oberlehrer Ströhle, hat sich väterlich in seine Schar von zirka 80 Mädchen eingereiht, die er zu tüchtigen und tugendhaften jungen Damen erziehen soll. Auch hier sehen wir mit Staunen das heute so lebhaft diskutierte Problem der großen Klassen. Sicher hatten es die Lehrer bei der sprichwörtlichen Sparsamkeit der Württernbergischen Schulbehörde nicht leicht. Herr Ströhle wirkte lange Jahre als Organist an der Stadtkirche und als Dirigent des Männergesangvereins Harmonie.

68. Spiel und Sport karnen in der alten Schule, wie man sieht, nicht zu kurz. Diese Aufnahme wurde bei einern der traditionellen Kinderfeste gemacht, die im Turnus von vier Jahren stattfanden und bei jung und alt sehr beliebt waren. Lange vor dem Ereignis liefen bereits die Vorbereitungen auf Hochtouren. Es wurde beraten, gebastelt, genäht und gehämmert, denn jede Klasse wollte die schönste Gruppe sein. Zog dann endlich der bunte Festzug durch die mit Zuschauern geradezu vollgestopften Straßen, wurde mit Beifall nicht gespart. Nachher wurde dann die viele Mühe mit einer Roten, einem Wecken und einer Flasche Limonade belohnt.

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