Schwaan in alten Ansichten Band 1

Schwaan in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Fritz Luckmann
Gemeente
:   Schwaan
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5638-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwaan in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Gründung der Stadt Schwaan ist urkundlich nicht erwähnt, wohl aber die Kirche im Jahre 1232. So besitzt die Annahme, 1230 hätte der Ort als Stadt bestanden, eine hohe Wahrscheinlichkeit und damit die 750-Jahrfeier im Jahre 1980 durchaus ihre Berechtigung.

Aber schon hundert Jahre früher wird 1129 die in der südlichen Nähe von Schwaan gelegene Burg Werle genannt. In der slawischen Periode gab es bereits vor der Stadtgründung an heutiger Stelle von Schwaan einen geschützten Warnowübergang mit 1170 erwähnter Burg und einen Markt mit der Ortsbezeichnung 'Zyvan', auch 'Syvan'. Daraus wurde dann Swan, Schwan und zuletzt Schwaan. Die Burg in der Stadt ist auch weiterhin bezeugt als 'festes Haus' und Vogtei, später - bis zum Abbruch um 1750 - als Schloß bezeichnet.

Um 1300 hatte die Stadt im wesentliche ihre Position als Zentrum des 'Laudes Schwaan' ausgebaut und gefestigt, war Sitz einer Vogtei des Landesfürsten, besaß Markrecht und die kleine Gerichtsbarkeit und wählte über die Bürger seine Ratsherren. Der Bau der Stadtkirche St. Paul hatte mit Chor, Schiff und Turm seine heutige Grundform erreicht.

Auf der Ost- und Nordseite der Kirche befand sich der Markt. Das Rathaus stand frei bis zur Brandzerstörung 1765, auf der später zum Marktplatz erweiterten Fläche gegenüber dem heutigen Postamt. Das vom Vogt als Verweser des Landesfürsten verwaltete Land Schwaan - später über die weiteren Jahrhunderte bis 1918 Amt Schwaan-

hatte bedeutende Ausmaße. Es reichte im Westen bis nach Neubukow und an die Ostseeküste und in den anderen Himmelsrichtungen bis weit über die heutigen Einflußgrenzen hinaus, z.B. bis an die Stadtgrenze von Rostock, denn das Dorf Biestow gehörte zum Amt Schwaan. Bereits früh wurden die umfangreichen Tonlagerstätten an der Warnow für die Ziegelherstellung genutzt. Rostock ist mit Mauerziegeln aus Schwaan und Umgebung gebaut worden. Die Rostocker Marienkirche unterhielt einen eigenen Ziegelhof in der Gegend der heutigen Marienstraße und auch die Mönche im Mönchhof St. Jürgen in der Nähe der heutigen Mönchhofbergstraße beschäftigten sich neben der Armen- und Krankenpflege hauptsächlich mit der Herstellung von Mauer- und Dachziegeln im Feldbrandverfahren, die dann über die nahe Warnow mittels Prahm nach Rostock getreidelt wurden.

Die weitere Entwicklungsmöglichkeit der Stadt beschränkte sich auf das, was der Grund und Boden und die einfache Acker- und Viehwirtschaft hergaben und einbrachten.

Die politischen Verhältnisse im 14. und 15. Jahrhundert waren nicht dazu angetan, in Mecklenburg einen Fortschritt zu erwirken. Die Landesfürsten untereinander und gemeinsam gegen die Ritterschaft und Fürsten und Ritterschaft gegen die Städte, besonders gegen den Städtebund der Hanse, ließen Unruhen und Kriegswirren nicht abreißen.

Die Reformation brachte im 16. Jahrhundert wieder Be-

wegung in die gesellschaftliche Entwicklung. Schon verhältnismäßig früh und sicher durch die Nähe Rostocks beeinflußt, wo die Reformation in Mecklenburg einsetzte, predigten in Schwaan lutherische Geistliche. Der Dreißigjährige Krieg ließ in wenigen Jahren - die Kriegshandlungen in Mecklenburg begannen erst 1626 - das Land total verfallen. Im Verlaufe des Krieges erlitt die Stadt durch Besatzungen, Kriegslasten, Stadtbrand und Seuchen schwere Verluste. Die Einwohnerzahl sank von über 2 000 auf ein Zehntel.

Auch die folgenden Jahrzehnte waren durch kriegerische Handlungen, in die das Land verstriekt wurde oder die sich nach Mecklenburg ausweiteten, gekennzeichnet, so daß Ruhe und Frieden immer wieder unterbrochen wurden. Schweden - es hatte große Gebiete Mecklenburgs durch den Westfälischen Frieden zugesprochen bekommen -lag in Streit mit den Ostseeanliegern.

Die expansive Außenpolitik des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg leitete eine kriegerische und aggressive Entwicklung Preußens ein, von der zunehmend auch Mecklenburg betroffen wurde. Friedrich Wilhelm wohnte 1675 mehrere Monate im Schloß in Schwaan, als er die Schweden nach der Schlacht bei Fehrbellin verfolgte. Die Stadt und das Land hatten die Kriegskosten fremder Heere und Besatzer zu tragen.

Im Krieg zwischen Schweden und Rußland zwischen 1709 und 1713 wurde die Stadt häufig mit Besatzungen und harten Kriegslasten belegt, wie aus Aufzeichnungen im Stadt-

buch zu entnehmen ist; der Schwedengeneral Stenbock nahm im Schloß sein Quartier. In den Preußenkriegen, besonders im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763, erpreßte Preußen das neutrale Mecklenburg.

Die Stadt hatte etwas über 1000 Einwohner, als im Jahre 1765 Schwaan vollständig abbrannte. Nur die Kirche noch umgeben vom Friedhof - blieb verschont. Der Wiederaufbau erfolgte noch in den alten Bebauungsgrenzen. Der Stadtkern erhielt seine heutige Gestalt. Das Rathaus entstand neu am jetzigen Standort.

Typisch für die Bebauung des Marktes ist z.B. die Apotheke. Das alte Schulhaus entstand 1791 und warfür darnalige Verhältnisse ein moderner Bau. Die Scheunen wurden wegen der Brandgefahr vor dem Mühlen- und Letschower Tor gebaut, der Friedhof wurde 1771 nach außerhalb vor dem Mühlentor verlegt.

Über fünfhundert Jahre blieben die Stadtgrenzen im wesentlichen unverändert. Die Bebauung beschränkte sich auf das Westufer der Warnow. In Schwaan blieb die Kleinwirtschaft der Ackerbürger erhalten. Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Felder nach der sogenannten Schlagordnung bestellt und nur langsam setzte sich eine produktivere Arbeitsweise durch.

Die Torfgewinnung spielte in Schwaan über alle Jahrhunderte eine bedeutende Rolle. Die großen Wasserflächen der Torfmoore prägen das Landschaftsbild und zeugen von einem langen Betrieb bis ins 20. Jahrhundert und auch noch nach 1945.

Während der napoleonischen Kriege 1807-1813 wurde die Stadt häufig mit Einquartierung belegt. Die Soldaten mußten von den Einwohnern mit Lebensmitteln versorgt werden. Den Dörfern in der Umgebung erging es ähnlich, Hand- und Spanndienste waren ohne Bezahlung zu leisten. Es kam mit den Soldaten der Französischen Revolution aber auch ein neuer Zeitgeist, der die bürgerliche Umgestaltung der Gesellschaft einleitete und die weitere politische und ökonomische Entwicklung entscheidend beeinflußte.

Um diese Zeit hatte Schwaan etwa 1 200 Einwohner, deren Anzahl im Laufe des 19. Jahrhunderts schnell auf2 000 um 1840, und 4 000 um 1870 stieg. Die Stadt wuchs über die bisherigen Bebauungsgrenzen hinaus, nach Süden durch die Bebauung an der Bützower Straße, nach Westen durch den Ausbau der Fritz-Reuter-Straße, den Bau der Rostokker Straße und den Beginn der Doberaner Straße und nach Osten über die Warnow, besonders nach Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Schwerin-Bützow-Schwaan-Rostock. Am 13. Mai 1850 fuhrt der erste Zug vom Schwaaner Bahnhof.

Im 19. Jahrhundert waren Bürgermeister in Schwaan die Herren Crell, Daniel, Ahrens, Burmeister , Dr. Pries und Venzmer, letzterer bis 1925 vierzig Jahre lang.

Die Umsicht des Rates und der Fleiß der Einwohner verhalfen der Stadt in Mecklenburg ein bescheidenes Ansehen über andere Städte hinaus.

Zahlreich waren die öffentlichen Einrichtungen. Es gab

viele Gesellschaften und Vereine. Die Stadtsparkasse wurde 1848 gegründet, im selben Jahr ein Altersheim und Siechenhaus gebaut. Eine Stadtkapelle mit etwa zwanzig Musikern aus der hiesigen Musikschule sorgte für musikalische Unterhaltung.

1870 wurde die Schützenzunft gegründet, aus dem gesellschaftlichen Leben Schwaans der Jahrzehnte um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert nicht wegzudenken. Vier Tage wurde Königsschuß in Schwaan gefeiert.

Alle Vereinigungen förderten das gesellschaftliche Leben, Kultur und Bildung. Neben der Städtischen Knaben- und Mädchenschule, später die Volksschule, spielte die Gewerbeschule eine bedeutende Rolle. Waren doch in den Schwaaner Innungen und bei den Handwerkern und Gewerbetreibenden zeitweise über zweihundert Lehrstellen ausgeschrieben.

Der städtische Schlachthof wurde 1891 in Betrieb genommen. Die Städtische Gasanstalt wurde 1903 gebaut und 1919 erhielt Schwaan Anschluß an die Überlandzentrale der Märkischen Elektrizitätswerke.

Eine Fischkonservenfabrik entwickelte sich aus kleinsten Anfängen zu einem leistungsfähigen Unternehmen. Eine Genossenschaftsmolkerei wurde 1906 gegründet und 1910 eine Kartoffeltrocknungsfabrik. Leistungsfähige Bauunternehmen entstanden, wie allgemein in den Bauberufen und mit ihnen verbundenen Berufsgruppen um 1900 die meisten Schwaaner beschäftigt waren. Die Stadtziegelei an der Niendorfer Chaussee wurde 1887 erbaut. Eine zweite

befand sich am Wiendorfer Weg und eine dritte direkt an der Warnow (später Chemische Fabrik). Die größte Ziegelei auf dem Stadtgebiet war das Brökersche Ziegelwerk (j ährlich bis zu 7 Millionen Ziegelsteine). Hier wurde 1880 auch die erste Dampfmaschine in Schwaan aufgestellt. Neben der Wassermühle, die den Stau der Beke für ihren Betrieb nutzte, befanden sich drei Windmühlen in Schwaan: an der Rostocker Straße, an der Laagestraße und eine Bockwindmühle am Benitzer Weg auf dem Trompeterberg. Die Stadtsilhouette wurde abgerundet durch die beiden Windmühlen in Niendorf und Groß Grenz, jeweils an der Ortsseite nach Schwaan.

Reizvoll ist die Landschaft um Schwaan. Das Urstromtal der Warnow, das Seitental der Beke, die Wasserflächen der Moore, Ziegeleigruben und zahlreichen Sölle und nicht zuletzt die Waldungen in Schwaan und Umgebung preisen das Bild der Stadt.

Um den Kunstmaler Prof. Franz Bunke, 1857 in Schwaan geboren, bildete sich ein Kreis gleichgesinnter, die in Schwaan heimisch waren oder alljährlich in Schwaan ihre Sommerstudien betrieben, so daß man bald von einer Schwaaner Malerkolonie sprach, die die mecklenburgische Kunst entscheidend beeinflußte.

Der Erste Weltkrieg und die Jahre danach ließen auch die Entwicklung der Stadt stagnieren, bis ab 1925 wieder eine rege Bautätigkeit einsetzte und zahlreiche Häuser an den Randgebieten und in Baulücken entstanden. Die Stadt hatte etwa 4 800 Einwohner, die überwiegend ihren Ar-

beitsplatz in den heimisehen Arbeitsstätten fanden. 1928 entstand eine neue Warnowbrücke aus Stahlbeton und Stahl. Sie ersetzte die bis dahin jahrhundertelang bestandene Holzbrücke.

Um diese Zeit endet auch die Auswahl der in dem vorliegenden Buch 'Schwaan in alten Ansichten' aufgenommenen Abbildungen.

Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt von Zerstörungen verschont, abgesehen von der am 1. Mai 1945 gesprengten Warnowbrücke. Mit dem Einzug der Roten Armee am 2. Mai 1945 wurde für Schwaan der Krieg beendet. Es begann eine neue Zeit mit politischen Veränderungen und einer anderen Wirtschaftsstruktur .

Mit der politischen Wende in Deutschland 1989 und der am 3. Oktober 1990 erreichten Wiedervereinigung gingen die 45 Jahre Trennung von West- und Ostdeutschland zu Ende. Die Voraussetzung für ein Aufblühen der Stadt sind günstig, die zukünftige Entwicklung liegt in den Händen der Stadtverwaltung und der Einwohner. Den Einwohnern, den früheren Schwaanern und den Gästen möge dieses Buch beim Lesen und Betrachten Erinnerungen wecken und Anregungen geben, Schwaan unter dem Motto 'Tradition und Fortschritt' zu erhalten, zu gestalten und zu einem neuen, geachteten Ansehen zu verhelfen.

Gruss aus 5chwaan.

Markt, Nordostseife.

1. Im Zentrum der Stadt liegt der Markt. Das Bild zeigt 1906 die Ostseite mit den Häusern Kaufmann Norden (später neu aufgebaut), Buchdrucker Kiel, Kaufmann Voth, Gastwirt Luckmann, Kürschner Weyrich und Drewes-Hotel. Die Nordseite im Hintergrund gehört zum Pferdemarkt.

2. Häufig war Schwaan Gastgeberstadt für kreis- und landesweite Verbandsfeste, so auch 1900. Interessant auch die handschriftliche Mitteilung der Absenderin am Postkartenrand: , ... Weihnachten kamen Dutzend Verlobungen, wird ordentlich aufgeräumt hier.'

3. Die Kirche wurde bereits am Anfang des 13. Jahrhunderts begonnen und bis um 1300 vollendet. Der Backsteinbau beherrscht den Marktplatz. Der seitliche Anbau auf der Südseite ist von 1830. Vorn rechts steht das Haus Markt Nr. 15 mit dem Hutgeschäft Lau, 'Häute-Lau' wie die Schwaaner sagten. Später war hier viele Jahre das Frisörgeschäft Rugenstein.

4. Eine Fliegeraufnahme von 1930 zeigt aus Nordwesten die Innenstadt mit den Ausfallstraßen Fritz-Reuter-Straße (im unteren Bildteil), Bützower Straße (oben rechts) und Bahnhofsstraße (heute Loxstedter Straße, oben links). In der unteren linken Bildecke ist der freistehende Steigeturm der Feuerwehr erkennbar. Die Beke mit dem heute nicht mehr vorhandenen Mühlbach begrenzt den Stadtkern auf der Nordwestseite.

5. Die idyllische Lage der Stadt ist auf der Fliegeraufnahme von Osten deutlich erkennbar. Die Warnow trennt sanftumschlingend, die Warnowbrücke verbindet wieder Schwaan. Der Lindenbruch liegt parkähnlich am Westrand, die Kiek-ut-Tannen mit Schewenhell liegen vor der Letschower Forst (oben links).

6. Eine Aufnahme von 1910. Auf der Marktplatzmitte, wo bis 1765 das Rathaus stand, steht ein Gaskandelaber, ein Bierwagen der 'Dampfbierbrauerei' von Richard Wunderlich zu Hohen Sprenz fährt über den Markt. Am linken Bildrand ist das neue Haus, Bäckerei und Restaurant 'Zur Post' zu sehen. Die rechte Häuserzeile (Markt Nr. 2-4) wurde erst nach dem Stadtbrand 1765 bebaut.

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