Schwaan in alten Ansichten Band 2

Schwaan in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Fritz Luckmann
Gemeente
:   Schwaan
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6437-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwaan in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Die Landschaft von Schwaan und Umgebung ist ein Geschenk der Eiszeit. Weitläufig wechselnde Grund- und Endmoränen formen das Landschaftsrelief, eingebettet liegen Becken und UrstromtalsoIen, die Seen, Sölle, Teiche, Wasserläufe und größere Niederrnoorflächen enthalten. Diese Profilierung ist dem Eise zu verdanken, alles hat das Eis aufgebaut und gebildet.

Der Mensch schuf zu dieser Landschaft noch einen besonderen Reiz durch die Herausbildung weitläufiger Ackerflächen im Wechsel mit zahlreichen kleineren und größeren Wäldern.

Nähert man sich Schwaan, wird dieses Landschaftsbild bestätigt. Die Stadt liegt an der Warnow, 3 0 Kilometer südlich ihrer Mündung in die Ostsee. DasWarnowtal ist hier 500 bis 1 000 Meter breit, nimmt das Nebental der Beke auf, ein Becken bildend, dessen meist bewaldeteTalhänge etwa 2 0 Meter ansteigen.

Menschen kamen erst vor 8 000 Jahren als Sammler undjäger in die nacheiszeitliche Region, die zunächst aus Tundren bestand. Wohnplätze von zeitweiliger Dauer entstanden ab der Jungsteinzeit vor rund 5 000 Jahren, als umherziehende Sippen seßhaft wurden.

Aus der Mittelsteinzeit vereinzelt, umfangreicher dann aber aus der jüngeren Steinzeit zwischen 3 000 bis 15 00 vor der Zeitenwende, gibt es aus der Gegend um Schwaan zahlreiche Funde, die bestätigen, daß hier schon immer ein bevorzugter Siedlungsplatz war.

Ein Kulturdenkmal ersten Ranges aus der Bronzezeit ist der 'Herzberg' , ein auf dem Acker an der Doberaner Chaussee liegendes Hügelgrab. Schwaans Bürgermeister Daniel, um die Altertumskunde von Schwaan und Umgebung sehr verdient, stoppte 1851 seine Beseitigung und ließ die Skelett- und Waffenfunde sichern. Der wissenschaftliche Untersuchungsbericht sagt aus, daß hier eine hohe Persönlichkeit um das Iahr 15 00 v.u.Z. bestattet wurde. Etwa ein Drittel des Grabes war bei der Beseitigung bereits zerstört, immer noch beeindruckend ist der erhaltene vermutlich ältere Teil.

Um die letztejahrtausendwende v.u.Z. zogen germanische Stämme aus dem Norden und Osten in das Gebiet südlich der Ostsee, es bildeten sich die germanische Völker der Rugier, Wandalen Burgunder. Im Raum des heutigen Mecklenburgs fallen die Anfänge der Germanenzeit und der Eisenzeit etwa zusammen, die eiserne Pflugschar erhielt für die weitere Entwicklung eine besondere Bedeutung. Die Siedlungsplätze der Germanen lagen an günstigen Stellen, die eine ausreichende Ernährung und sicheren Schutz boten. So auch in der Mündungsgabel zwischen Warnow und Beke, genau dort, wo sich heute das Zentrum von Schwaan befindet. Jüngste Beweise lieferten Kanalisationsarbeiten und gezielte Grabungen auf dem Marktplatz. Die Warnow hatte schon bei den Germanen aIsVerkehrsweg eine Bedeutung, das bestätigen besonders wertvolle Schwerter, teilweise aus Skandinavien stammend, die aus dem Fluß geborgen wurden. Sie gehören zum bedeutenden 'Schwaaner Waffenfund' , der auch Waffen aus der Wenden- und frühdeutschen Zeit enthält.

Die Germanen verließen während derVölkerwanderung um die Zeitenwende auch die Region um Schwaan. Nach und nach stießen aus dem Osten slawische Völker in diesen Raum, bis etwa um das Iahr 8 00 das ganze Gebiet von Slawen bewohnt war, die zwischen EIbe und Oder Wenden genannt werden. Die Einwanderer fanden an dem Ort, wo heute Schwaan steht, Bedingungen vor, die einem Siedlungsplatz nach ihren Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen entsprachen. Es gab viel Wasser und Sumpf, mit beiden waren die Wenden vertraut. Sie lebten in Sippen und Dorfgemeinschaften zusammen, sie hatten Stämme und Volksgruppen. In Mecklenburg lebten die Obotriten und Wijzen, zwischen beiden bildete die Warnow bei Schwaan über eine längere Zeit die Grenze.

Die Wenden führten Handel mit ihren Nachbarn, davon zeugt der im Jahre 1859 bei Schwaan gefundene Silberschatz. Eine um 1030 versteckte Urne enthielt über 900 Stück Münzen und bestimmbaren

Münzbruch aus der damals bekannten Welt, reichlich Schmuck ganz oder geteilt, außerdem noch Barrensilber. Das Silbergewicht dieses 'sn. berschatzes von Schwaan' betrug 3 800 Gramm.

Bis ins 12. Jahrhundert konnten sich die Wenden, mehr oder weniger geeint und erfolgreich, gegen die deutsche Ostexpansion zurWehr setzen, dann brach der Widerstand zusammen. Der letzte entscheidende Kampffand 1160 bei Schwaan statt, als die BurgWerle, eine Hauptburg der Wenden, von Sachsen und Dänen belagert wurde. Der Obotritenfürst Niclot fand dabei den Tod. 1167 erhielt Niclots Sohn Pribislaw das Land seines Vaters als sächsisches Lehen, Mecklenburg wurde bald ein deutsches Fürstentum, ab 1348 Herzogtum. Von der Burg Werle sind die Reste eines Burgwalles noch heute erkennbar, ein Gedenkstein erinnert an die Geschichte der Burg. Überreste aus wendischer Zeit findet man in Schwaan und Umgebung häufig, zuletzt bei Ausgrabungen 1996 auf dem Marktplatz.

Wo Wenden schon eine Burg hatten, in deren Schutz sich eine Siedlung mit Marktfunktion entwickelte, fanden auch die seit Mitte des 12. Jahrhunderts einwandernden deutschen Kolonisatoren den Platz günstig, befestigten die Burg nach neuer Art, und begannen noch vor 1200 mit dem Bau einer christlichen Kirche, für die 1232 ein Priester Berthold nachweisbar ist. Um 123 0 - das genaue Iahr ist nicht bekannt - erhielt Schwaan als Zentrum von 'Land Schwaan' Stadtrecht.

Die Burg nahm nach und nach die Form eines fürstlichen Schlosses an, wo Fürsten und Herzöge von Mecklenburg sich häufig zu Regierungsgeschäften aufhielten. Auch Wallenstein nahm als Herzog von Mecklenburg hier Quartier, ebenfalls Friedrich Wilhelm von Preußen, der 'Große Kurfürst' und der Schwedengeneral Stenbock. 1718 wurde das Schloß, das manches Ereignis mecklenburgischer Geschichte erlebte, wegen Baufälligkeit abgetragen. Kanalisationsarbeiten brachten 1996 den mit Bauschutt aufgefüllten Schloßgraben mit der Gründung der Schloßbrücke zutage, zu der es 1710 in einem Briefheißt, 'an der

Zugbrücke für hiesiges Schloß ist die Welle zerbrochen'.

Nach dem Blick in die ältere Vergangenheit sollen für diesen zweiten Band von 'Schwaan in alten Ansichten' noch einige Ergänzungen zu Schwaan und den Bildern folgen. Bei der Betrachtung der 'alten Ansichten' fallen immer wieder das unverkennbare Landschaftsbild der Gegend um Schwaan und das Kleinstadtmilieu ins Auge. Es überra schen die unterschiedlichen Standorte der Fotografen bei den Aufnahmen von unter anderem Kirche, Marktplatz und Lindenbruch.

Die Kirche gehört zu den ältesten Stadtkirchen Mecklenburgs, der frühe Baubeginn ist an den romanischen Baudetails gut erkennbar. Ein mächtiger vierseitiger pyramidenförmigerTurmhelm krönt den Kirchenbau weithin sichtbar. Die Kirche wirkt massiv, stabil und solide ausdauernd, außen wie innen, sie hat alle Stürme der Zeit, alle Kriege und Feuersbrünste überstanden.

An der Nordseite der Kirche steht das Rathaus, mehrmals umgebaut und erweitert, zunächst als Sessionshaus nach dem letzten großen Stadtbrand 1765 errichtet. Fünfhundert Jahre stand das Rathaus frei auf dem Marktplatz, diesen teilend, bis es, zuvor schon 1631, ein zweites Mal 1765 durch Feuer zerstört wurde.

Dadurch wirkt der Marktplatz heute gestreckt, durch die räumliche Einbeziehung des pferdemarktes sogar groß. Hier gab und gibt es Handels- und Dienstleistungseinrichtungen und die städtische Behörde. Hier begegnen sich die Einwohner der Stadt noch heute mit den Bewohnern der umliegenden Gemeinden. Der Marktplatz hat seinen Charakter als Drehscheibe und Mittelpunkt der Stadt bis in die moderne Zeit bewahrt und nicht an die Einkaufszentren verloren. Schwaan lag sechshundert Jahre nur auf dem Westufer der Warnow, über die eine seit 1328 nachweisbare Brücke führt. Besonders nach dem Bau der Eisenbahn hat sich die Stadt weit nach Osten ausgedehnt. Noch bis ins 19. Jahrhundert endete Schwaan vor derWarnowbrücke,

mit dem damals noch vorhandenem Brückentor, das, wie Mühlentor und LetschowerTor, abgerissen wurde. Als die alte hölzerne Brücke nicht mehr genügte, wurde 1928 eine massive Brücke gebaut.

Mit dem Eisenbahnanschluß 1850 dehnte sich die Stadt nach Osten aus. Der Verkehr wuchs bedeutend, 1914 erhielten der Bahnhof und die Bahnanlagen ihre heutige Gestalt. Heute bestehen sehr gute Bahnverbindungen nach allen Richtungen. Früh besaß Schwaan einen Chausseeanschluß an die Fernstraßen. Der weitere Landstraßenausbau hielt Schritt mit der Verkehrsentwicklung, Schwaan blieb von größerem Durchgangsverkehr verschont. Der Ort erhielt sich das Bild eines kleinstädtischen regionalen Zentrums, auch die neuen Verkehrsbaumaßnahmen sichern die Erhhaltung des traditionellen Stadtbildes. Für die Stadterweiterung liegen bestätigte Bebauungspläne fürWohn- und Gewerbegebiete vor, die ein gesteuertes Wachstum sichern.

Das Umland um Schwaan wird vorwiegend landwirtschaftlich genutzt, Felder, Weiden, Wiesen und Flußauen wechseln mit Wald. Diese Landschaft und ihre jahreszeitlichen Veränderungen, das Frühjahrsblühen in Wald und Flur, blühende Rapsfelder, wogendes Getreide, grüne Kartoffel- und Rübenäcker, abgeerntete Flächen, herbstlich dunklerWaId und die wunderschöne Winterlandschaft um Schwaan, dringen in das Gemüt und regen die Sinne. Die von den Kunstmalern der 'Schwaaner Malerkolonie' um 1900 vorgefundenen Landschaftsmotive gibt es noch immer. Das Andenken an die Maler - sie waren überwiegend Söhne der Stadt - wird hoch gehalten.

Das alles und das kleinstädtische Flair locken zunehmend Besucher und neue Einwohner in die Stadt. FürTouristik und Erholung gibt es vielfältigeAbwechslung durch die reizvolle Umgebung, die Nähe der Großstadt Rostock, die Ausflugsmöglichkeiten an die nahe Ostsee. Besuchern öffnet sich Schwaan mit seinen Reizen - nur einmal entdeckt -

leicht und weckt Interesse und Sympathie. Die Schwaaner wissen um die Schätze ihrer Heimat.

Für die Einwohner und Gäste von Schwaan und für die ehemaligen Schwaaner ist dieser Band zusammengestellt. Er soll Vergangenes in Erinnerung rufen, Gegenwärtiges bewahren helfen und Mut für die Gestaltung der Zukunft geben.

1 Die älteste Ansicht von Schwaan aus demjahre 1585 stammt aus der sogenannten Vicke-Schorler-Rolle, die der Kaufmann Vicke Schorler aus Rostock, mit einer genauen Abwicklung aller Häuser Rostocks und der Umgebung, zeichnete. In der Überschrift zu Schwaan heißt es 'Contrafeunk dem Stedtlein Schwan', das zwar spiegelverkehrt aber sonst sehr real mit Schloß,

Kirche, Rathaus und Brückentor (enthält die [ahreszahl 1585) dargestellt ist. Die Brücke aus Holz wird so ausgesehen haben und auch die Frachtkähne auf der Warnow.

2 Das Schloß zu Schwaan ist in einem Album aus dem 1 7. [ahrhundert (in Besitz der Universität Rostock) abgebildet. In einer anderen Beschreibung heißt es unter anderem, 'Schwaan hatte ein vieltürmiges Schloß'. Man erkennt das Haupthaus mit den Nebengebäuden (1 7 18

abgebrochen) und den Turm, der den Kerker enthielt (Abriß um 1750). Nach schriftlichen Überlieferungen hatte das Schloß eine eigene Kirche, eine Schloßuhr und ein Torhaus mit Zugbrücke.

3 Auf dieser Postkarte aus der Zeit um 1900 ist das Stadtwappen mit heraldischem Schmuck abgebildet. Der Schwan ist als Wappenvogel schon im ältesten bekannten Siegel von 1506 enthalten, als seltenes und originelles Beispiel für ein 'sprechendes' Wappenzeichen. Er trägt den Kopf erhoben ohne Halsschmuck, heute steht er mit einer Krone um den Hals in kampfbereiter Haltung im Stadtwappen.

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4 Um 1900 haben sich Bürgermeister Venzmer (Bildmitte), der Drost des Großherzoglichen Amtes Schwaan (rechts neben Venzmer), die Magistratsbeamten,

unter anderen die Senatoren Klietsch und Schröder, sowie der Bürgerausschuß, um einen Tisch versammelt. Vor dem Tisch steht ein Ölgemälde mit der Kopie des Stadt-

wappens aus dem Thronsaal in Schwerin. Es wurde der Stadt wohl 1858 vom Großherzog huldvoll geschenkt, mit dem fürstlichen Wunsche, es an einem

hervorragenden Platz anzubringen, und das Motiv - der Schwan steht in auffallend friedlicher Haltung - für das Stadtsiegel zu übernehmen.

5 Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Schwaan 1930 im Garten des Hotels 'Erbgroßherzog' , Bürgermeister Gustav Bergmann ist von links der fünfte. In Bildmitte steht der legendäre Stadtpfänder Riss. Er sorgte auf der Feldmark für Ordnung und hatte es besonders auf umherstreichende Jungens abgesehen. Wenn 'Partner Riss' mit Handstock und Hund - mit 'Eieken un Box' - kam, nahmen alle Reißaus.

6 Die Kirche mit dem Kriegerdenkmal von 1870/7l. ÄltesterTeil der Kirche ist der Ostchor, noch ganz in romanischem Stil errichtet. Der Anbau an der Südseite stammtvon 1830.DiePumpe vor dem Ostchor war die einzige Pumpe am Marktplatz; sie markiert etwa die Nordwest-Ecke des alten Rathauses, das frei auf dem Markt stand und 17 6S beim großen Stadtbrand vernichtet wurde.

7 Die Mühlenstraße mit Kirche und Rathaus, im Hintergrund sieht man das alte Schulhaus. Das Stadtgefängnis befand sich auf dem Rathausboden hinter dem kleinen waagerechten Fenster in Giebelmitte. Auf dem Dach des Eckhauses von 'ZigarrenSchwebcke' steht ein Mastgerüst fürTelefonleitungen, die als Freileitung über die Dächer gezogen waren.

8 Ein Blick auf die Kirche von Südwest, heute so nicht mehr möglich. Im Bildvordergrund liegt 'Heidens Koppel', rechts steht der Zaun vom früheren Tennisplatz. Heute steht hier das 1956 fertiggestellte neue Schulhaus. Das ganze Gelände gehörte zur Amtskoppel und war nicht in städtischem Besitz.

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