Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Finkebeiner
Gemeente
:   Schwarzenberg-Schönmünzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6089-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten'

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Einleitung

Die Ortschaft Schwarzenberg besteht aus drei Teilorten, nämlich Schwarzenberg, Schönmünzach und Schênmûnz. Alle zusammen haben nur etwas mehr als 1 000 Einwohner. Schwarzenberg und Schönmünzach kamen 1974 im Zuge der Gemeindereform zu Baiersbronn, mit über 190 km' der flächenmäßig größten Gemeinde Baden-Württembergs. Die Schönmünz gehörte schon van Anfang an zu Baiersbronn, wurde jedoch kirchlich vom Pfarramt in Schwarzenberg betreut.

Das DorfSchwarzenberg bestand jahrhundertelang aus zehn Lehenshöfen und hat sich in der gesamten Zeit kaum verändert. Ein erster Hinweis auf den Ort ist im Reichenbacher Schenkungsbuch von 1085 zu finden, wo ein Gut 'in der Grasenowe beim mons swarzinberg' dem Kloster geschenkt wird. Die herrliche Lage des Dörfchens wurde schon vor langer Zeit viel gepriesen. In einem Reisebericht 'Bilder aus dem Schwarzwald' aus dem Iahre 1828 heißt es unter anderem: 'Nun wanderten wir dem Dorfe Schwarzenberg zu, dessen Lage uns als wildromantisch beschrieben worden ... Hochgelegen erblickt man auf grünen Matten das Kirchlein von Schwarzenberg und etliche Dorfwohnungen, hinter ihnen höheres Gebirg. Wasser, Fels, Tannendunkel und helleres Wiesengrün, Berg und Halden, Nähe und Ferne finden wir so malerisch zusammengestellt und abgewogen, daß wir nicht umhin können, die Landschaft als ein Gemälde zu betrachten .. .' Auch in der Literatur spielt Schwarzen-

berg eine große Rolle. Hier hat das Märchen 'Das kalte Herz' (1827) von Wilhelm Hauff seinen Ursprung und auch einige Kapttel in dem historischen Roman von Hermann Kurz 'Schillers Heimatjahre - Die Wanderungen des Heinrich Roller' (1843) spielen in Schwarzenberg.

Schönmünzach hingegen entstand erst viel später. Um 1700 wurde am Zusammenfluß von Murg und Schönmünz ein Zollhaus erbaut. Wenige Iahre später, kurz nach 1 720, machte man einen ersten Versuch, mit Flößen die Murg abwärts zum Rhein zu fahren. Dies führte zum Bau einiger Flößerhäuschen, von denen eines noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg vorhanden war. 1733/34 entstand dann arn Zusammenfluß von Murg und Schönmünz eine Glashûtte, Dieser Industriebetrieb bestimmte das Schicksal des Ortes über lange Zeit. Wegen der verkehrsungünstigen Lage war diese Glashütte fast nie wirklich rentabel zu betreiben. Häufige Besitzerwechsel waren die Folge. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte eine Blütezeit ein. Die Firma Grötz & Co., die den Betrieb übernommen hatte, spezialisierte sich aufFlachglas (Fensterscheiben, Glasturen und Glasziegel) und bekam dafür Auszeichnungen und Preise auf verschiedenen Ausstellungen. Kurz vor 1900 stellte man in der Fabrik von Holzfeuerung auf Steinkohlefeuerung um. Weil aber alle Bemühungen scheiterten, die Murgtalbahn bis Schönmûnzach zu verlängern, war der Transport der erforderlichen Materi-

alien per Ochsen- und Pferdefuhrwerk zu teuer. Durch die Verwendung von Steinkohle kam es außerdem zu vermehrtem Glasbruch. So wurde am 28. Februar 1902 der Betrieb eingestellt. Für Schönmünzach ergaben sich dadurch erhebliche wirtschaftliche Probleme, verbunden mit einem starken Bevölkerungsrückgang.

Der Fremdenverkehr in der Region Freudenstadt nahm in Schönmünzach seinen Anfang. Schon nach 1860 weilten 'Luftschnapper', wie man sie nannte, im Ort. Nach 1870 kamen die Urlauber in immer größerer Zahl. Im Iahre 1933 konnte, im Zusammenhang mit der Einweihung des neuen Kurgartens, sogar schon ein Jubiläum '60 jahre Luftkurort' gefeiert werden. 1953 erhielt Schönmünzach als erster Ort in weitem Umkreis die Anerkennung als Kneippkurort. Die große Bedeutung Schönmünzachs als Fremdenverkehrsort hatte zur Folge, daß bereits um die Jahrhundertwende eine Vielzahl von Fotografien für Postkarten gemacht wurde, was bezüglich der Bildauswahl für den vorliegenden Bildband von großem Vorteil ist.

Die Schönmünz besteht aus einigen kleinen Siedlungen im Schönmünz- und Langenbachtal (Zwickgabel, Volzenhäuser, Leimiß, Vorder-, Mittel- und Hinterlangenbach). Diese entstanden in der Zeit zwischen 1765 und 1800 im Zusammenhang mit einem gewaltigen Holzeinschlag im oberen Murgtal. Große Mengen Stammholz wurden damals über Schönmünz und Murg

nach Holland geflößt. Die hierfür notwendigen Arbeiter holte man aus weitem Umkreis, ja selbst aus demAllgäu und ausTirol ins Tal. In den abgelegenen Tälern bauten sich diese dann kleine Taglöhnershäuser und blieben dort auch nach dem Ende des Holzeinschlags wohnen, obwohl die Forstverwaltung jahrelang versuchte, die Bewohner wieder aus den Tälern zu vertreiben. In dem vorliegenden Büchlein wurden viele Informationen über die Vergangenheit dieser drei Teilorte zusammengestellt, um für die heutigen Bewohner die Erinnerung an diese Zeit zu bewahren. Den Gästen möchte das Büchlein einen kleinen Einbliek in die Geschichte ihres Urlaubsortes ermöglichen. Herzlich gedankt sei allen, die in den vergangenen [ahren Postkarten und Fotos zur Verfügung stellten, damit für den Ort ein hervorragendes Bildarchiv zusammengestellt werden konnte.

1. Von Huzenbach her fällt der Bliek über das Murgtal hinweg auf die Felspartien Rappenrißfelsen (links) und Schloßfelsen (rechts). Über dem Schloßfelsen, von Bäumen umgeben, ist noch die Hochfläche zu sehen, auf der einst die Burg Schwarzenberg stand. Die Mauerreste der Burg wurden um 1800 beseitigt, das Gelände eingeebnet. Müller Henßler von Schwarzenberg verwendete die Steine zum Wiederaufbau der abgebrannten Mühle. Auf der Terrasse im Hintergrund ist das Schwarzenberger Oberdorf mit der Kirche zu erkennen. Rechts unten auf der Talstraße fährt gerade ein Ochsenfuhrwerk vorbei. Der Wagen ist mit Holzkohlen be-

laden. Dieses Bild wurde

1833 van A. Schumacher gezeichnet, der damals als Hauslehrer in der 'Sonne' in Schwarzenberg angestellt war.

2 Auf dieser Postkarte aus der Zeit um 1900 ist links oben der GasthofLöwen' abgebildet. Er wurde schon 1821 an derTalstraße erbaut, nachdem der Verkehr auf der nun durchgehend begehbaren und befahrbaren Murgtalstraße zugenommen harte. 1902 brannte der Gasthof ab und wurde an derselben Stelle neu erbaut. Das Bild zeigt den Gasthof, wie er vor dem Brand ausgesehen hat, Auf dem unteren Foto ist die Brücke zu erkennen, die beim 'Löwen' über die Murg führt. Am Schloßfelsen vorbei verläuft die Straße Schwarzenberg zu. Das Foto rechts oben zeigt im Vordergrund die Sägmühle 'Braun & Möhrle', früher im Besitz der Schwarzen-

berger Holzhändler Klumpp, Großmann und Frey, im Hintergrund wieder Schloßfelsen und Schwarzenberg.

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3 Vom Rappenrißfelsen schaut man über die Murg hinweg auf den Schloßfelsen, auf dem früher die Burg Schwarzenberg stand, von der aber außer dern Namen nichts bekannt ist. Vermutlich wurde sie früh zerstört. Links vom Felsen ist die am 19. Juli 1904 abgebrannte Brucksägmühle zu sehen. Im Schloßfelsen befand sich um die [ahrhundertwende noch eme Höhle, das 'Schmalzmeien Loch'. Diese wurde beim Bahnbau 1926 größtenteils weggesprengt. Von alters her ging die Sage, daß es hier nicht geheuer sei. Der Baiersbronner Schulmeister Johannes Gaiser, der van 1800 bis 1807 in Schwarzenberg unterrichtete, schreibt in seinen

Memoiren: 'In Schwarzenberg war die allgemeine Sage, unter dem großen Murgfelsen [enseits der Murg spuke es, denn es sei ein Geist in dem Schmalzmeien Loch, oder in der Höhle daselbst, welcher

bisweilen Reisende verfolge bis an den Schwarzenbach,'

4 Auf dem Bild ist, vom Schloßfelsen aus aufgenommen, die Brucksägmühle in Schwarzenberg zu sehen. Sie wurde start der am 19. Juli 1904 abgebrannten Sägmühle etwas näher an der Murg neu erbaut. Der 'Grenzer' berichtete darüber: 'Heute nacht zwischen 1 2 und 2 Uhr brannte die am Eingang des Dorfes hart an der Murg und dem Walde gelegene, vom Schwarzenbach in Gang gesetzte Brucksägmühle, die vier hiesigen Bürgern, Herrn Schultheiß Zif1e, Ochsenwirt Frey, Rotrainsbauer Frey und Sackmannsbauer Frey gehört, bis auf den Grund nieder. Nur mit großer Mühe konnte der

Bewohner des Hauses Joh. Chr. Seeger sich und seine zahlreiche Familie retten.'

5 Die Schwarzenberger Lehensbauern besaßen seit langer Zeit gemeinschaftlich ein großes Waldgebiet mit einer Fläche von über 600 ha. Im jahre 1 795 teilten die Lehensbauern den Wald unter sich auf. Schon ab 1728 hatten sie eine eigene Sägmühle, die 'Lochságmühle' beim heutigen neuen Friedhof. Sie wurde 1920 abgebrochen. Im 19. Iahrhundert betrieben dann drei Schwarzenberger Holzhändler, alle aus dem Oberdorf den Holzhandel im großen Stil. Es waren der ehemalige Sonnenwirt Gottfried Adam Klumpp, sein Nachbar, der Haistenbauer, Schultheiß und Landtagsabgeordnete Karl Frey und dessen Stiefvater Gottlieb Großmann.

Sie besaßen zeitweise zusammen drei Sägmühlen: die Brucksägmühle, die SägmühIe zwischen Schwarzenberg und Huzenbach (heute Sägewerk Gaiser) und die inzwischen abgebrochene 'hintere

Sägmühle' bei Zwickgabel. Die Bilder zeigen Karl Frey (rechts) und Gottlieb Großmann (links).

6 Vor uns liegt der Schwarzenberger Dorfplatz, wie er im 19. [ahrhundert ausgesehen hat. Am linken Bildrand sind Teile des 'Sackrnannsbauernhofes' zu erkennen. Das mächtige Gebäude dahinter ist die ehemalige 'Sonne'. In der Bildmitte (mitWalmdach) sehen wir das Pfarrhaus, rechts den 'Haistenbauernhof' und davor, am oberen Rande des Derfplatzes, den Dorfbrunnen. Die 'Sonne' zählte bis etwa 1840 zu den bedeutendsten Gasthäusern im Tal. In einem Reisebericht von 1837 lesen wir: 'Wenn nun aber der Wanderer um die Ecke der Straße biegend, auf schwarzerTafel eine goldene Sonne leuchten sieht, so gehe er, wenn ihm auch

das Äußere des Hauses nicht sonderlich behagen sollte, getrost die Treppe hinauf, er findet vorzüglich gute Bewirthung; auch das Nachtlager läßt nichts zu wünschen übrig, wie denn überhaupt

der GasthofSonne in Schwarzen berg jedem Reisenden bestens zu empfehlen ist,'

7 Die 'Sonne' wurde seit

1 7 18 van Familie Klumpp betrieben, einer der bedeutendsten Familien im oberen Murgtal. Auch der Holzhandel war eine wichtige Einnahmequelle des Sonnenwirts. Die 'Sonne' im Märchen 'Das kalte Herz' geht auf diesen Gasthof zurück. Bedeutende Persönlichkeiten übernachteten hier, so im Juni 1778 Herzog Karl Eugen von Württemberg. Die Frau des Präsidenten Ferdinand von Steinbeis stammte aus der 'Sonne'. Die Gastfreundschaft, die einem in diesem Gasthof entgegengebracht wurde, war weit bekannt. In einem Reisebericht aus dem Iahre 1829 lesen

wir: 'Die Wirtin zur "Sonne" erkannte uns sogleich als die

vor'mjährigen Gäste und brachte Butter und Honig zur Erfrischung.' Das hier abgebildete Gastwirtsehepaar Gottfried Adam und Catharina Klumpp betrieb den Gasthof noch bis kurz nach 1840,

dann wurde die Gastwirtschaft aufgegeben, weil keines der Kinder den Betrieb übernahm.

8 Vom Roten Rain schauen wir auf das Lehensbauerndorf Schwarzenberg, wie es um 1920 ausgesehen hat. Die Lehenshöfe sind leicht zu erkennen an dem mächtigen dreigeschossigen Dachstuhl, Eine ganze Reihe dieser Höfe gibt es inzwischen nicht mehr, sie wurden abgebrochen oder umgebaut. 1. ehemaliger Gasthof''Ochsen': 2.Althaushof; 3. unterer Lochbauernhof; 4. evangelische Kirche; 5. ehemaliges Schul- und Rathaus; 6. oberer Lochbauer; 7. Taglöhnerhaus des Wagners;

8. Schulbauer; 9. ehemaliger Gasthof''Lamm': 10. Sackmannsbauernhof; 11. ehemalige 'Sonne': 12. Wohnhaus des Försters; 13. ehemaliger Sebastian-Frey-Hof; 14. Le-

hensbauernhofBraun; 15. Haistenbauernhof; 16. Pfarrhaus; 17. Wohnhaus des Holzhändlers Großmann; 18. Taglöhnerhaus der Familie Wetzel.

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