Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Finkebeiner
Gemeente
:   Schwarzenberg-Schönmünzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6089-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten'

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9 Die evangelische Kirche in Schwarzenberg, auf einem Bergsporn im Oberdorf erbaut, stellt den Mittelpunkt der malerischen Lage des Dorfes dar. Schon im 14. [ahrhundert, eventuell noch früher, stand auf diesem Platz eine Marienkapelle. Diese war wesentlich kleiner als die heutige Kirche. Ein Marienaltar, vermutlich 1497 geschaffen, sowie zwei Figuren von Maria und Johannes, stammen rnit ziemlleher Sicherheit aus dieser Kapelle. Der Altar und die Figuren werden heute im Landesmuseum in Stuttgart aufbewahrt. Die Marienkapelle war um 1790 baufállig geworden. Es regnete durch das Dach, so daß es fast nicht mehr möglich war,

in dem Gebäude Gottesdienst zu halten. In den [ahren 1791/92 mußte die Kapelle deshalb einem Neubau weichen. Das rote Dach des Kirchturms Ieuchtete jahrzehntelang weit ins Tal, bis im Iahre 1968 ein weiterer Umbau der Kirche zur heutigen Form erfolgte.

?

10 Die Schwarzenberger Lehensbauern hatten schon im Mittelalter große Viehherden. Diese weideten in den Schwarzenberger Bannwäldern bis hinauf zur Alten Weinstraße. Am Grubenberg in der Nähe des Scheiterwegs ist heute noch derViehlager-

platz zu erkennen. Daneben durften sie auch in den Wäldern des Klosters Reichenbach bis hinauf zur Königswart und auf der andern Talseite bis hinauf zum Róterkopf und Hahnberg die Waldweide nutzen. Doch diese Weidef1ächen reichten bei

weitem nicht aus. Deshalb hanen die Schwarzenberger das Recht, ihr Vieh über die Grenze hinweg in badischen Wäldern weiden zu lassen, rechts der Murg bis zum Sasbach kurz vor Forbach, links der Murg in den Schauenburgischen Wäldern zwischen

Raumünzach, dem Vorderen Seebach und dem Schurmsee. Wegen dieser Waldweide gab es häufig Streitereien und Auseinandersetzungen, bis um 1870 die Weiderechte abgelöst wurden.

11 Auf den zahlreichen Wiesen beim Dorf machten die Bauern im Sommer Heu

( erster Schnitt) und Öhmd (zweiter Schnitt). Das Gras mähte man mit der Sense und wendete es mit dem Rechen, um es zu trocknen. Abends rechte man das Heu zu kleinen Häufchen, 'Schöchle' genannt, zusammen, damit es nachts nicht zu feucht wurde. Morgens wurde es wieder auf der Wiese ausgebreitet. Am zweiten Tag wurde es abends zu größeren Haufen, 'Häufle' genannt, zusammengerecht. In der Regel war das Futter dann am dritten Tag völlig trocken und dürr. Wichtig war, daß es nicht zu früh eingelagert wurde, weil sonst Brandgefahr bestand. Das Heu

und Öhmd brachte man in Heuschobern unter oder fuhr es mit Heuwagen und Ochsengespannen zu den Höfen. Im dreigeschossigen Bühnenraum der Höfe war ausreichend Platz, um große Heu-

mengen zu lagern. Auch das geerntete Getreide wurde, zu Garben gebunden, auf der Bühne untergebracht.

12 Der ehemalige Gasthof 'Ochsen' in Schwarzenberger Unterdorf gehört zu den ältesten Gebäuden des Dorfes, 1560 erbaut. Die Grundmauern sind eventuell zum Teil noch älter. Es ist einer der zehn ehemaligen Lehenshöfe, aus denen der Ort bestand. Aus diesem Hof stammen die Vorfahren der Familie Rammel (Generalfeldmarschall Rammel und Stuttgarter Oberbürgermeister Rommel). Der 'Ochsen' wurde noch bis 1923 als Gasthofbetrieben. In der Hausecke (auf dem Bild unterhalb des Wirtshausschildes) ist ein Engelskopf eingemauert, der entweder aus einer früheren Hofkapelle des

Althaushofes oder aus der 1791 abgebrochenen Marienkirche stammt.

13 Die Ochsenwirtin Christiane Frey hatte um 1890 einen ausgezeichneten Ruf. Ein Gast, der damals häufig in Schönmünzach weilte, schreibt in seinen Lebenserinnerungen: 'Sonntags gingen wir nach Schwarzenberg in den "Ochsen" zur "Christiane" . Die Wirtin war ein den Kurgästen bekanntes Original, die Gaststube eine altertûmliche, echte Schwarzwaldstube,' Schon im 'Grenzer' von 1878 wird sie erwähnt in einer Jagdpasse: 'Jagen da die Herren Jäger vom Murgthal bei dem allergastfreundlichsten Jagdbesitzer immer aufHirsche, laden schließlich gute Freunde zu einem Hirschleberspatzen-Schmaus zur fidelen Christiane ein; aber 0

Schreck! Der Abend kommt, der Magen knurrt und murrt und anstatt der vielbegehrten guten Leberspatzen gibt es lange Gesichter, weil eigentlich die Hauptsache fehlt, die Hirschleber. Hirsche wurden zwar gejagt, aber von Nimrods Jünger tödtlichem Blei keiner getroffen.'

14 Im April 1884 kam Jacab Friedrich Haist aus Baiersbronn als Lehrer nach Schwarzenberg. Er gründete im Iahre 1886 einen Gesangverein. Die Mitglieder kamen fast alle aus Schwarzenberg. Auf dem Foto, wohl kurz nach der Gründung aufgenommen, sehen wir den Gründer und Dirigenten in der Mitte, mit Bart. Davor sitzen die 'Honoratioren': rechts der Ochsenwirt und SchultheiB Gottlieb Frey, links der spatere Schultheiß, Müller Christian Gottfried Zifle. Sein Bild wurde offensichtlich später in das Foto eingefügt an Stelle einer anderen Aufnahme. Möglicherweise gefiel

dem späteren Schultheißen die Aufnahme nicht, so daB er sie austauschen lieB. Der Gesangverein bestand nur wenige Jahre. 1893 wurde Lehrer Haist an eine andere Stelle versetzt, ein Ersatzdirigent

war offensichtlich nicht vorhanden, so daB der Verein sich wieder auflöste.

15 Unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Iahre 1919 tat sich eine ganze Reihe Sänger aus Schwarzenberg und Schönmünzach zusammen, um erneut einen Gesangverein zu gründen, den 'Liederkranz Schwarzenberg-Schönmünzach'. Vorstand war Müller Zifle von Schwarzenberg, Dirigent Lehrer Conzelmann. Als man 1923 daranging, eine Vereinsfahne zu beschaffen, machte die Inflation diesesVorhaben beinahe zunichte. Die Fahne mußte mit mehreren Billionen Mark bezahlt werden. Der Verein gestaltet seit vielen Jahren- seit 1961 zusammen mit derTrachtengruppe - die Heimarabende für die Gäste des Kurortes. Große Verdien-

ste um den Verein erwarb sich Reinhold Ränsch als Chorleiter von 1939 bis 1981.

16 In den [ahren nach dem Ersten Weltkrieg entstand eine ganze Reihe neuerVereine. Neben dem Liederkranz (1919), dem Schwarzwaldverein (1 92 1) und dem Kurverein (1925) war es im Iahre 1927 der Schneeschuhverein, der aus derTaufe gehoben wurde. Die Mitglieder machten sich mit großem Engagement daran, den Skisport zu fördern. Als erster Höhepunkt galt der 8. Schwäbische Jugend-Skitag, der 1931 in Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Schneelaufbund durchgeführt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühte sich der Ski- und Sportverein, wie er nun hieß,

verstärkt um Kurse für Abfahrt und Langlauf. Im alpinen Bereich nahm die Schwäbische Skischule des Vereins 1975 mit sechs geprüften Übungsleitern ihre erfolgreiche Arbeit auf. Daneben wurde ein

Tennisplatz gebaut und eine Tennis- und Tischtennisabtei lung gegründet.

17 Im Herbst 1928 ging der Schneeschuhverein daran, auf den damals noch unbewalde ten Schoolwiesen eine Sprungschanze zu erstellen. Am 3. Februar 1929 wurde die Schanze eingeweiht. Regelmäßig fanden dann Skispringen statt, wobei die Schönmünzacher begeistert mitmachten. Noch bis Mitte der sechziger jahre fanden auf der Schoolsehanze Skispringen statt. Auch verschiedene Meisterschaften wurden durchgeführt, so 1 957 die Bezirks- Jugendmeisterschaft und 1975 die Bezirks-Schülermeisterschaft. Einen Höhepunkt gab es durch die überaus erfolgreiche Teilnahme

von Thomas Fleig an den deutschen Jugendmeisterschaften. am Alpencup und der Junioren- Weltmeisterschaft. Die Schoolsehanze allerdings. die dreimal wiederaufgebaut worden war. wurde

um 1965 stillgelegt und abgebrochen. denn sie war baufállig geworden.

18 Einer der ältesten Vereine irn Ort war der Militärverein. Schon im [ahre 1892 wurde er von Veteranen des 70-er-Krieges gegründet. Jedes jahr fand irn 'Waldhorri' eine 'Christbaumfeier mit Gabenverlosung' statt. Im 'Grenzer' vom Ianuar 1893 ist darüber zu lesen: 'Der geräumige Saal des Waldhorn war bis auf den letzten Platz besetzt. Das 14 Nummern enthaltende Programm war zusammengesetzt aus einer Ansprache des Vorstands, einigen Männerchören und verschiedenen humoristischen und komischen Aufführungen. Mit hoher Befriedigung darf der Militärverein auf seine Christbaumfeier zurückschauen.' Am Ende des Zwei-

ten Weltkriegs löste sich der Verein auf Das im Iahre 1934 aufgenommene Bild zeigt den Militärverein bei der Ehrung des in der Bildmitte sitzenden Gottfried Schmieder, Leirniß, dem letzten damals noch Ie-

benden Vereinsmitglied, das am Krieg 1870 teilgenom menhatte.

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