Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Finkebeiner
Gemeente
:   Schwarzenberg-Schönmünzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6089-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten'

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19 Kurz nach 1800 gab es erstmals die Möglichkeit, nach Fertigstellung der Schönmünzbrücke in Schönmünzach, mit Wagen das Tal zu befahren, nachdem vorher nur ein kaum begehbarer Reit- und Fußpfad über die Grenze hinweg ins Badische geführt hatte. Im Iahre 1834 richtete Posthalter Leo von Schönmünzach deshalb eine Postkutschenlinie ein. Die Postkutsche fuhr mit vielen Unterbrechungen noch bis nach dem Ersten Weltkrieg durch das Murgtal. Zwischen Schwarzenberg und Schónmünzach fuhr sie über die 'Alte Poststraße' am Waldrand entlang, bis um 1880 eine neue Straße arn Ufer der Murg gebaut wurde. Auf un-

serem Bild, einem Gemälde, passiert die Kutsche gerade die Brücke oberhalb der sogenannten Krummen Woog beim heutigen Freibad.

20 Der Blick fàllt bei diesem um 1 9 1 0 von der' Alten Poststraße' aus aufgenommenen Bild auf die Auen zwischen Schwarzenberg und Schönmünzach. Ganz im Hintergrund sind der Gasthof 'Schiff", die katholische Kapelle und die Gebäude der Glashütte zu erkennen. In großen Mäandern windet sich die Murg durch die damals noch unbebauten Talauen. Daß in diesem Bereich noch kein Haus stand, hing damit zusammen, daß keine feste Brücke von Schönmünzach aus über den Fluß führte. Auch die Hochwassergefahr spielte sicherlich eine Rolle. Außerdem waren die

Grundstücke im Besitz der Schwarzenberger Lehensbauern. Erst im Zusammenhang mit dem Bahnbau ab 1926 begann dann die Bebauung der Talauen. Heute stehen hier außer dem Bahnhof eine gan-

ze Reihe Wohnhäuser, die Grundschule, das Preibad und einige Gewerbebetriebe.

Luftkurort Schönrnünzach

21 Der Bau der Murgtalbahn stellt ein Kuriosum besonderer Art dar. An der 58 km langen Strecke zwischen Rastart und Freudenstadt plante und baute man rund siebzig jahre lang. Schon kurz nach 1850 tauchte der Plan einer Bahnlinie durch das Murgtal auf Man wollte die großen Holzvorräte des Gebietes, die man früher mit Flößen abtransportiert hatte, nun auf der Schiene befördern. Aber alle Versuche scheiterten an den Querelen zwischen Baden und Württemberg, denn bei Schönmünzach verlief die Grenze zwischen den damals noch selbständigen Staaten, dem Königreich Württemberg und dem Großherzogturn Baden.

Völlig unsinnige Pläne wurden geschmiedet, um den Bau der Murgtalbahn zu verhindern. Im Iahre 1926 konnte dann endlich mit der Fertigstellung des letzten Teilstücks über die Landes-

grenze hinweg begonnen werden. Das Bild zeigt Bauarbeiten am 'Mähderbuckeltunnel' zwischen Schwarzenberg und Huzenbach.

22 Neben den Gegnern des Bahnbaus gab es aufbeiden Seiten der Grenze leidenschaftliche Beffuworter. In einerVersamrnlung der BahnBefürworter am 20. Juni

1 92 4 in Freudenstadt fallen harte Worte:' ... daß auf der Landkarte Deutschlands kein Tal zu finden sei, wo eine Bahn von beiden Seiten her zu bauen begonnen wurde und wo kurz vor dem Zusammentreffen der Bahnbau liegen geblieben sei. .. Es müßte eine Gedenktafel mit der Inschrift errichtet werden: Dieses Resultat haben badischwfuttembergische Grenzpfähle gezeitigt ... Oberbürgermeister Renner, Ra-

statt, geißelte den Geist der Kleinstaaterei, welcher die wahre Ursache dés Murgtalbahn-Iammers sei; er mache den Vorschlag, die Grenzpfähle herauszureißen und in die Murg zu werfen .. : Das Foto,

im Oktober 1926 aufgenommen, zeigt Bauarbeiten beim Bahnhof in Schwarzenberg.

23 Aus der Zeitung von 1868 erfahren wir, wie unsinnig die Diskussion um die Murgtalbahn verlief: 'Wir brauchen gar nicht um die Murgthalbahn bei Baden zu betteln. Die beabsichtigte Murgthalbahnlinie würde

den ganzen westlichen Schwarzwald-Abhang entwürttembergern, nicht nur hinsichtlich der Ausfuhr, sondern auch hinsichtlich des Bezugs.' Dann wird der Vorschlag gemacht, die Enztalbahn bis zum Kaltenbachsee zu verlängern, von dort einen Tunnel nach Schwarzenberg zu graben und die Bahnlinie durch das obere Murgtal nach Freudenstadt weiterzubauen. Als endlich die Bauarbeiten für das letzte Stück beginnen

konnten, gestalteten sich diese bei Schwarzenberg recht schwierig, weil beim heutigen Hotel 'Sackrnann' ein Teil des Schloßfelsens weggesprengt und das Murgbett verlegt werden mußte. Dabei

setzte man sogar einen Dampfbagger ein, für die damalige Zeit ein ungewöhnliches Ereignis.

24 Für Schönmünzach am 'schwäbischen Dachtrauf' war es wie eine Erlösung. als end1ich durch die Fertigstellung der Murgtalbahn die Verkehrsverbindung mit der Außenwelt Wirklichkeit geworden war. Als die Bahnlinie am 13. Juli 192 8 eingeweiht wurdc, feierte man in Schönmünzach ein großes Fest mit einem Festzug verschiedener Gruppen durch das Dorf um dieses Ereignis gebührend zu feiern. Auf diesem Bild ist die Gruppe des neu gegründeten Schneeschuhvereins zu sehen, wie sie vor den Gebäuden der ehemaligen Glashütte vcrbeimarschiert. Doch auch nach Fertigstellung der Bahnlinie mußten noch jahrelang in der Nähe der Grenze im Bahnhof

Schönmünzach Lokomotiven samt Bedienungsmannschaft ausgewechselt werden, denn es war offensichtlich undenkbar, daß württembergische Lokomotiven aufbadischen Schienen fuhren oder umge-

kehrt badische Lokomotiven auf württembergischen Schienen.

25 Die zahlreichen Urlauber konnten nun mit der Bahn endlich bis Schönmünzach fahren und mußten für das letzte Stück nicht mehr die Kutsche benutzen, so romantisch uns das heute auch erscheinen mag. Von einern Gast erfahren wir, wie sich die Anreise in früheren jahren abgespielt hatte: 'Es ging auch noch keine Bahn vom badischen Gernsbach durch das Murgtal nach dem württembergischen Freudenstadt. Schönmünzach bildete die Grenze. 1884 war es das erste Mal im Sommer in den Schulferien, daß mein ein [ahr jûngerer Bruder Fritz und ich vom Zweispänner des Herrn

Hagenmeyer, des Besitzers vom Gasthof zur Post, mit unserem Vater am Bahnhof Gernsbach abgeholt und in

2 Y2 Stunden nach Schönmünzach gefahren wurden.' Auf diesem Foto zicht gerade

der Militärverein beim Pestzug 1928 über die neue Murgbrücke beim 'Schiff".

26 Die Glashütte Schonmünzach wurde in den Iahren 1733/34 erbaut, weil in der Umgebung große Holzvorräte zurVerfügung standen, die über die Flüsse herbeigeschafft werden konnten. Finanziert wurde der Bau von Christoph Matthäus Pfaff, Professor in Tübingen. Die Glashütte war nicht vom Glück begünstigt. Noch während des Baues ertrank der tûchtigere der beiden Teilhaber in der Murg. Ein [ahr nach Fertigstellung brannte sie ab und mußte neu errichtet werden. In den folgenden [ahren gab es häufige Besitzerwechsel. Kurz vor 1800 stellte man

den Betrieb für einige Iahre völlig ein. Der Ochsenwirt und Schultheiß von Schwar-

zenberg kaufte dann die Hûtte und nahm sie 1802 wieder in Betrieb, um den Taglöhnern des Ortes eineBeschäftigungsmöglichkeit zu bieten. Nach seinem Tode wurde die Glashütte 1821 von zwei Lehensbauern aus Schwarzenberg, sowie von Philipp Ernst Leo aus Höfen übernommen.

271mjahre 1825 kaufte der württembergische Staat die 'Schwarzenberger Glashûtté', wie sie damals hieß. Man plante, eine 'Meisterglasschule' einzurichten. Es war aber fast unmöghch, geeignete Fachleute in das abgelegene Schwarzwaldtal zu bringen, so daß der Betrieb auch weiterhin nicht florierte, was zu erneuten Besitzerwechseln führte. 1843 übernahm Firma Grötz & Co. aus Gernsbach den Betrieb. Von nun an wurde nur noch Flachglas hergestellt (Pensterscheiben, Glastüren, Glasziegel). Allerdings blieb die Fabrik auch in dieser Zeit nicht von Katastrophen verschont. Am 14. August 1863 fiel sie erneut einem Großbrand zum

Opfer. Erst nach über einem jahr konnte die Arbeit wieder aufgenommen werden. Diese Lithographie entstand um 1825.Von der 'Alten Poststraße' blieken wir auf die Glashüttengebäude. Im Vor-

dergrund ist ein Pferdewagen unterwegs, der Holzkohlen geladen hat.

28 In der Zeit nach 1825, als die Glashütte in den Besitz des württembergischen Staates überging, wurde versucht, verstärktTrinkgläser und Karaffen herzustellen. Zu den Aufgaben der Meisterglasschule gehörte es auch, diese Gläser mit allerhand Verzierungen zu versehen. Aus jener Zeit sind im Württembergisehen Landesmuseum in Stuttgart noch zwei Bechergläser und eine Stöpselflasche vorhanden, vermutlich 1826 hergestellt. Die abgebildete Flasche trägt rückseitig die Inschrift: 'Erste Schleifarbeit der Glashütte Schemenznach.'

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