Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Finkebeiner
Gemeente
:   Schwarzenberg-Schönmünzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6089-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten'

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29 Diese Fotografie zeigt das Gelände der Glashütte im [ahr 1877. Am rechten Bildrand sehen wir das Gebäude, in dem das Glas geblasen wurde. In derTalebene vor den Gebäuden, 'oberer Holzplatz' genannt, wurde jeweils das in großen Mengen benötigte Brennholz gelagert. Auf diesem Bild ist der Platz weitgehend leergeräumt. Es muß erst wieder neues Holz ûber die Schönmünz und den 'Stampfgraben' herbeigeflößt werden. Auch Besucher waren in der Glashütte willkommen. Ein Gast, der im [ahr 1884 im Ort weilte, schreibt in seinen Lebenserinnerungen: 'Es wurde nur abends Glas geblasen,

und man durfte dabei zusehen. Gegen ein entsprechendes Trinkgeld konnte man kleine Glaskugeln erwerben, oben mit einem Loch, durch das getrocknetes Moos und Gräser eingefüllt wurden. Mit

einem Glasuntersatz zum Aufstellen war dies ein beliebtes Geschenk als Mitbringsel.'

3 ° Einige Arbeiter der Glashütte stellten sich hier um 1890, zusammen mit Farnilienangehörigen, vor dem 'Kistenscliopf" auf dem oberen Holzplatz dem Fotografen. Im Hintergrund ist der GasthofSchiff zu erkennen. Die Glasfabrik hatte auch prominente Besucher. Im 'Grenzer' von 1892 ist zu le-

sen: 'Am 10. Mai nachmittags wurde unser Luftkurort durch den Besuch der Königin und Königin Regentin der Niederlande erfreut. In Begleitung zweier Arbeiter nahmen Ihre Majestäten vollständige Einsicht von der hier befindlichen Glasfabrik, woselbst sie eingehend über jeden Betrieb durch die daselbst anwesen-

den Arbeiter unterrichtet wurden. In huldvollsterWeise wurde den Arbeitern herzlichster Dank nebst Geldspenden zu teil. Von Freifräulein von Moltke wurde der Königin eine hübscher Schwarzwaldblumenstrauß überreicht,'

31 Auf diesein um 1900 gemachten Foto sehen wir die Glashüttenbelegschaft vor der Fabrik. Der Arbeiter in der Bildmitte hat eine Glasbläserpfeife in der Hand. Damit wurde auch das Flachglas geblasen. Zunächst entstanden 'Glaswalzeri' , die wie große Würste aussahen. Diese erwärmte man dann wieder, um sie elastisch zu machen. In der 'Streckhûtte' schnitt man die Walzen der Länge nach aufund 'streckte' sie zu Flachglas.Am 28. Februar 1902 wurde die Fabrikation überraschend eingestellt. Hauptgrund war, daß es nicht möglich war, die Murgtalbahn bis Schönmûnzach zu verlängern. Die Glashütte hatte von Holz- aufSteinkohle-

feuerung umgestellt. Der Transport des gesamten Materials mit pferde- und Ochsenwagen machte die Glasfertigung unrentabel. Auf die Bewohner Schönmûnzachs kam eine schlimme Notzeit

zu. Dutzende Familien zogen fort, um in anderen Gegenden wieder Arbeit zu finden.

32 Nach dem Ende der Glashütte wurde in den folgenden [ahren ein Teil der Gebäude abgebrochen. Zuerst baute man den Kamin der Fabrik ab, wenige [ahre später verschwanden auch Streekhütte, Glasrnagazin und Ha-' fenstube. Ein großerTeil der Gebäude blieb [edoch noch jahrelang stehen. Im Sommer 1 92 8 brannte das Laborantenhaus ab, in dem früher die Arbeiter gewohnt hatten. 1930/3 1 ging man schließlich daran, die restlichen Gebäude abzureißen und auf dem frei werdenden Gelände den Kurgarten anzulegen. Das vorliegende Bild, vom Verlobungsfelsen aus aufgenommen, zeigt den neu angelegten Kurpark, links mit einem

kleinen Pavillon für die damals schon aktive Kurmusik. Rechts ist noch der Weiher zu sehen, der von einer der drei Glashüttensägmühlen übriggeblieben ist. Auch den Kanal, den 'Stampfgraben' , über den

das Wasser von der Schonmünz hergeleitet wurde, kann man noch gut erkennen.

33 Im Sommer 1933 konnte der neue Kurgarten festlich eingeweiht werden, wie die beiden Bilder zeigen. Es war die erste Kurgartenanlage im oberen Murgtal. Zugleich feierte man aufInitiative des 1925 gegründeten Kurvereins das Iubiläum ' 60 [ahre Luft-

kurort Schönmünzach' , was verdeutlicht, daß der Fremdenverkehr im Kreis Preudenstadt in Schönmünzach seinen Anfang nahm. Ursprünglich war noch geplant, den Weiher der ehemaligen 'Goßweiler-Sägmühle' zum Freibad auszubauen, doch wurde

dieser Plan wieder aufgegeben. 1938 erbaute man im Kurgartengelände das erste Kurhaus. Heute sind darin Leseräume und die Heimatstube untergebracht. 1952 folgte die Anlegung des Kleingolfplatzes und 1955 der Bau des Kursaals mit Bibliothek und

Räumen der Kurverwaltung. Große Verdienste um den Fremdenverkehr erwarb sich der langjährige Bürgermeister und Kurvereinsvorsitzende Friedrich Rupps.

34 DerGasthof zur Glashûtte' wurde 1825 von Philipp Ernst Leo von Höfen erbaut. Sein Sohn earl M. Leo richtete 1834 zusammen mit Posthalter Luz von Preudenstadt eine Postkutschenlinie von Baden-Baden durch das Murgtal nach Bad Rippoldsau ein. Im 'Intelligenz=Blatt' war darüber zu lesen: 'Mit hoher Genehmigung wird vom 14. d.M. an ein Gesellschaftswagen wöchentlich zweimal von Rippoldsau nach Baden-Baden, und zurück über die neue Kniebisstraße, Preudenstadt und das Murgthal gehen. Man hat Gelegenheit, auf diesen Fahrten das romantisch schone Murgthal und den geschichtlich und geographischen merkwürdigen

Kniebis zu bereisen. Den 4. Juni 1834. Posthalter Luz, zu Freudenstadt. Posthalter Leo, zu Schönmünzach.' Das um 1835 geschaffene Bild zeigt den GasthofGlashütte' mit der Postkutsche und rechts

am Waldrand das Wohnhaus eines aus Tirol zugewanderten Holzhauers.

35 Familie Leo betrieb den 'Gasthof'zur Glashütte' bis 1849, dann wurde er verkauft. Leo baute kurz darauf einen neuen Gasthof, das 'Schiff'.Von 1850 bis 1871 bewirtschaftete Familie Haisch aus Reichenbach den Gasthof Anschließend wurde er van Familie Hagenmeyer übernommen, die ihn bis zum [ahr 1984 führte. Familie Hagenmeyer bemühte sich nach dem Erwerb des Gasthofes sofort darum, den Fremdenverkehr im Ort zu steigern. Der Betrieb wurde bald umbenannt in 'Gasthof zur Post' und 1910 dann in 'Hotel zur Post'. Auch Veranstaltungen führte man schon durch. Im 'Grenzer' 1886 ist zu lesen: 'Am Sonntag, den 8. d.M.

(August) hatten wir das Vergnügen, im Gasthof zur "Post" in Schönmünzach einem gelungenen Konzert anwohnen zu dürfen. Es wurde ausgeführt von bedeutenden musikalischen Kräften, die als

Kurgäste hier weilten. Der ErIös aus freiwilligen Gaben ist für den Schwarzwaldverein bestimmt.'

36 Nach 1870 kamen immer mehr Fremde, 'Lufischnapper' , ins Tal. Schönmünzach war Ausgangspunkt für Wanderungen in die Wälder der Umgebung, zu den Karseen und zur Hornisgrinde, mit 1 164 m dem hóchsten Berg des Nordschwarzwaldes. Ein Gast schreibt in seinen Lebenserinnerungen an seinen Aufenthalt in der Zeiturn 1885: 'Gerne wanderten wir außer nach Zwickgabel zum Schurmsee oder zum Huzenbacher See, zum Raumünzach-Wasserfall usw. Wir machten auch mit Hotelgästen Tagestauren, so mit dem Gesellschaftswagen, etwa 1 0 Personen fassend, nach der Hornisgrinde und dem Mummelsee oder an den

Wildsee.' Doch neben der Verdienstquelle Fremdenverkehr bemühten sich die größeren Gasthöfe auch darum, mit Fuhrwerken sich eine zusätzliche Einnahmequelle zu verschaffen. Bei diesem Bild han-

delt es sich um den Rechnungskopf des 'Gasthofs zur Post' um 1880.

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37 Viele prominente Besucher kehrten in diesem Gasthof ein, darunter auch adlige Herrschaften. Im Iahre 1889 bereiste der Schwarzwalddichter Heinrich Hansjakob das Murgtal und übernachtete in der 'Post'. Er schreibt: 'In Schönmünzach, wo auf der Post Kurgäste in Fülle sind, ist das Tal immer noch romantisch schön: zwischen gewaltigen Granitfelsen drängt sich die Murg durch; überall freundliche Gehöfte an waldigen Gehängen und an der prächtigen Straße hin.' Und aus dem 'Grenzer' erfahren wir im August 1904: 'Letzten Mittwoch traf mit mehreren Begleitern Prinz Max von Ba-

den zu eintägigemAufenthalt hier ein und stieg im Gasthof zur "Post" ab.' Auch mehrere russische Prinzen waren um die Jahrhundertwende hier zu Gast. Auf dem Bild sehen wir den Gasthofungefàhr im Iah-

re 1895. Davor steht die sogenannte 'untere Säge', eine der drei Sägmühlen der Glasfabrik.

38 Bis zum Bahnbau

192 7128 gab es in Schönmünzach noch keine feste Brücke über die Murg. Deshalb führte bei den Hotels und Gasthöfen 'Waldhorn' , 'Post' und 'Schiff" jeweils ein Holzsteg über den Fluß, damit die Urlauber auch in den Wäldern östlich der Murg spazierengehen und auf den Verlobungsfelsen steigen konnten. Das vorliegende Bild, 1905 aufgenommen, zeigt den Steg bei der 'Post' , im Vordergrund der Posthalter Fritz Hagenmeyer. Der Gasthof bestand damals noch aus drei Gebäuden. Um 1910 wurden dann die beiden vorderen Bauten durch einen Zwischenbau verbunden.

.LuJ'tkurort Sehomnüno:aeh, i. S~ ",,~wald

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