Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Finkebeiner
Gemeente
:   Schwarzenberg-Schönmünzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6089-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten'

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49 Nachdem die Glashütte 1902 den Betrieb eingestellt hatte und die meist kathelischen Glasmacher samt Farnilien weggezogen waren, um anderswoArbeit und Verdienst zu finden, verließ im Oktober des jahres 1904 auch der katholische Vikar Schonmünzach, die Betreuung erfolgte wieder von Freudenstadt aus. Auch die katholische Schule hörte im Mai 1904 wieder auf zu bestehen, weil nur noch zwei katholische Schüler im Ort waren. Diese teilte man der evangelischen Schule zu. Die Kapelle, das Wahrzeichen von Schönmûnzach, wurde leider im Iahre 1967 abgebrochen, nachdem man im Schönmünztal auf der ehemaligen

Landesgrenze eine neue katholische Kirche erbaut hatte. Das Foto zeigt die teilweise schon abgebrochene Kapelle.

50 Ungetrübte Badefreuden erlebten die Kinder Schönmünzachs im 'Gumpen' bei der 'Pritsch'. Beim Gasthaus Steinbock war seit 1754 die Schönmûnz aufgestaut, um das herbeigeschwemmte Scheiterholz für die Glashütte aufzufangen und über den 'Stampfgraben' auf den Holzplatz zu befördern. Unterhalb des Staus hatte das Wasser im Flußbett einen Trog ausgeräumt, den 'Curnpen', der sich hervorragend zum Schwimmen und Tauchen eignete. Auch die Angler, die als Gäste im Ort weilten, kamen an diese Stelle, um Forellen zu fangen. Viele ältere Einwohner erinnern sich noch an einen Engländer, der beim Angeln immer kleine Silber-

stücke in den 'Gurnpeu' warf. Die Kinder tauchten mit Begeisterung nach den Münzen. Auf dem Bild ist ganz links die 'Pritsch' zu erkennen, über die das Wasser in den 'Gumpen' stûrzt. Kurz nach

1970 wurde der bei einem Hochwasser beschädigte Stau aus der Schönmünz entfernt.

51 In der Anfangszeit des Fremdenverkehrs waren die Flüsse des Tales beliebte Badeplätze, denn es gab ja noch keine Freibäder. Zu diesen Badeplätzen gehörte neben dem 'Gurnperi' auch das 'Ochsen-

bad' weiter bachaufwärts Richtung Zwickgabel. Es erhielt seinen Namen dadurch, daß es vor allem von den Gästen des Gasthofs 'Ochseri' zum Baden benutzt wurde. In einen Felsblock am Ufer hat

ein Badegast folgenden Text eingerneißelt: 'Pamilienbad der Ochsengäste - Schönmünzach.A.S. 1922.' Zeitweise war auch geplant, an dieser Stelle ein öffentliches Bad mit Umkleidekabinen zu errich-

ten. Das meist sehr kalte Wasser der Schönmünz machte aber diesen Plan zunichte. Auch die Murg und die Karseen Schurmsee und Huzenbacher See wurden als Badeplätze genutzt.

52 Die Karseen der Umgebung, in der Eiszeit entstanden, sind seit den Anfängen des Fremdenverkehrs beliebte Ausflugsziele. Viele Sagen ranken sich um diese romantisch und geheimnisvoll in Bergnisehen liegenden, fast kreisrunden Seen. Dazu gehören neben Schurmsee und Huzenbacher See auch die weiter entfernteren Karseen Wildsee und Murnmelsee. Wenn man diese im 19. [ahrhundert erwandern wollte, mußten gewaltige Strecken zurückgelegt werden, da die Schwarzwaldhochstraße noch nicht gebaut war und es außerdem kaum 'fahrbare Untersätze' gab. Der Besuch des Mummelsees

wurde jeweils mit einem Aufstieg zur Hornisgrinde verbunden. Die Wanderer machten sich häufig schon in der Nacht auf den Weg durch das Schönmünz- und Langenbachtal, um die etwa 15 km

entfernte Hornisgrinde bis zum Sonnenaufgang erreichen zu können.

53 Die Urlauber, die im 19. [ahrhundert Schönmünzach besuchten und die Umgebung erwanderten, wollten überwiegend die herrliche Schwarzwaldlandschaft und die Schönheiten der Natur genießen. 1873 werden in mehreren ausführlichen Zeitungsartikeln im 'Grenzer' die vielfältigen Wandermöglichkeiten, die die Umgebung von Schönrnûnzach bieter. beschrieben. Am Schluß der Berichte ist zu lesen: 'Man sieht aus dem bisherigen, auch der streitbarste Tourist findet Arbeit genug und zwar lohnende Arbeit, wenn er sich auf 8-14 Tage in Schönmünzach vor Ankerlegt.' Ab 1928, nachdem Schönmünzach Bahnanschluß bekommen

hatte, waren es aber auch immer mehr 'Sommerfrischler', die Ruhe und Erholung suchten. Die Fremdenverkehrsbetriebe des Ortes trugen dieser Entwicklung Rechnung, indem sie den Gästen beispiels-

weise Liegestühle für geruhsame Stunden der Erholung in den umliegenden Wiesen anboten.

54 Der 'Verlobungsfelsen' ist seit langem eines der beliebtesten Ziele in Schonmünzach. Allerdings ist er nicht einfach zu erreichen. Ein steiler Gebirgspfad führt am Hang hinauf. Von oben hat man einen wunderschönen Bliek auf Schönmünzach und in das Schönmünztal. Der Name taucht kurz vor 1900 zum erstenmal aufPostkarten auf, vorher hieß er immer 'der hohe Felsen' . In der Bevölkerung des Ortes dürfte der Name 'Verlobungsfelsen' allerdings schon lange vorhanden gewesen sein. Vermutlich war der Felsen schon seit der zweiten Hälfte des 18. [ahrhunderts Treffpunkt für Verliebte, die dort oben 'der Welt entrückt' waren. Der

steile Zugangsweg wurde wahrscheinlich schon kurz nach 1 750 geschaffen, als die Neuenbürger Holländer Holzcompagnie versuchte, an diesem 'dachgähen Berg' eine Holzaufzugsmaschine einzu-

richten, um die Baumstämme aus dem Murgtal ins benachbarte Enztal zu transportieren.

55 Die Familie des Oberstleutnants Freiherr von Moltke erbaute im Iahre 1888 in Schönmünzach oberhalb der 'Post' ein Ferienhaus, in dem sie bis zum Iahre 1903 immer wieder ihren Urlaub verbrachte. Freiherr von Moltke war mit Karl Frey von Schwarzenberg befreundet. Frey war nach 1850 Landtagsabgeordneter in Stuttgart und viele Iahre Schultheiß in Schwarzenberg. Durch ihn lernte von Moltke das romantische Murgtaldörfchen kennen. Der Freiherr betätigte sich auch als Jäger. Im 'Grenzer' vom August 1892 ist zu lesen: 'Vor einigen Tagen wurde ein stattlicher Hirsch, mitTannenreis verziert, hier eingeliefert, welchen Oberst-

lieutenant Freiherr v. Moltke erlegt hatte,' Nachdem die Familie im Iahre 1903 nach Berlin zog, war der Weg nach Schönmünzach zu weit. Das Häuschen wurde vom Glashüttenverwalter Braun ge-

kauft. Noch heute heißt das Gebäude im Volksmund 'Villa Braun'.

56 Hoch oben vom Sommerberg fällt der Blick ins Schönmünztal. Ungefàhr in der Bildmitte ist ein Gebäude mit großer Dachfläche und dem Giebel zur Schönmünz zu sehen. Es handelt sich um das sogenannte Haistenferdehaus, das älteste noch vorhandene Gebäude Schönmünzachs, um 1770 erbaut. Die größere Wiese am rechten Bildrand zwischen Straße und Schönmünz gehörte von alters her zur Markgrafschaft Baden. Im Iahre 1963 erbaute man die neue katholische Kirche im vorderen Teil dieser Wiese direkt auf der ehemaligen Landesgrenze. Das Kirchenschiff steht aufwürttembergischem Gebiet. Windfang, Innenhof Kirch-

turm und Kindergarten wurden aufbadischem Gebiet erbaut. Den ehemaligen Grenzstein in dieser Wiese mauerte man in die Kirchenwand mit ein. Außen sind die Buchstaben GB (= Großherzogturn

Baden), im Innern die Kirche die Buchstaben KW (= Kónigreich Württemberg) zu sehen.

57 Das Forellenfischen spielte in Schönmünzach schon seit langem eine große Rolle. Sogar bis nach BadenBaden und Herrenalb wurden die Forellen mit dem Fischwägele geliefert. das waren über 60 km Fußweg pro Tag. DerKràrner-Wilhelm', 1878 geboren, schreibt darüber in seinen Lebenserinnerungen: 'Mein Vater hatte die Fischerei nebenher gepachtet in der Murg und Schönmûnz. Die Fischerei machte mir sehr viel Spaß, schon mit 6 jahren fing ich die ersten Fische. Die Forellen lieferten wir meistens nach Baden-Baden, Gernsbach und Herrenalb. Schon mit 12 [ahren mußte oder durfte ich mit dem Fischwä-

mer-Wilhelm' mit einer eben gefangenen stattlichen Forelle.

gele dahin mit,' Auf dem Bild rechts ist der 'Pfeifles-Beck' zu sehen mit Angel, Fischernetz und 'Lägel', dem Traggefäß, in dem die gefangenen Fische heimtransportiert wurden. Das linke Bild zeigt den 'Krä-

58 Durch die beiden Flûsse Murg und Schónmûnz, die Schönmünzach durchfließen, und durch die Häuser, die sich zu beiden Seiten an den Flûssen entlangziehen, war es notwendig, an mehreren Stellen Übergangsmöglichkeiten über die Gebirgsflüsse zu schaffen. Aus Baumstämmen und Holzstangen fertigten die Bewohner einfache Stege an, häufig sogar ohne Geländer, und es war gar nicht ungefährlich, auf diesen Stegen die Flüsse zu überqueren. Nach jedem Hochwasser waren die Stege weggeschwemmt und mußten erneuert werden. Diese Arbeit ûbernahmen die Bewohner, deren Häuser in der Nähe der Stege standen. Unser Bild zeigt den soge-

nannten 'Ochsensteg' an der Schönmünz urn 1920. Im Hintergrund der 1991 abgebrannte GasthofOchsen'. Er wurde im Iahre 1829 als Wohnhaus und Bäckerei erbaut. Wenige Iahre später

wurde darin eine Gastwirtschaft eingerichtet.

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