Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Finkebeiner
Gemeente
:   Schwarzenberg-Schönmünzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6089-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwarzenberg-Schönmünzach in alten Ansichten'

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59 Vor uns sehen wir, um 1930 aufgenommen, das Flußbett der Schönmünz bei der Pension 'Elisabeth' . Es ist heute kaum mehr vorstellbar, daß in der Zeit von 1768 bis 1800 viele tausend Holländerstämrne auf diesem Wildbach, zu Flößen gebunden, zum Rhein transportiert wurden. Um flößen zu können, räumte man im Flußbett eine etwa vier Meter breite Rinne frei. Die vielen Felsblöcke schaffte man aus der Flußmitte ans Ufer, doch nach jedem Hochwasser mußte dieseArbeit erneut inAngriff genommen werden. Um auch bei Niedrigwasser flößen zu kónnen, bauten die Holzhandelsgesellschaften in den Seitentälern viele kleine Stauseen,

'Wasserstubeu' und 'Schwalhingen' genannt, um künstliches Hochwasser erzeugen zu können. Nach dem Ende der Flößerei verfielen dieseAnlagen schnell, so daß heute fast nichts mehr davon zu erkennen ist.

60 In der Zeit ab 1790 nahm die Bevölkerung von Schönmünzach stark zu. Es herrschte dringender Bedarf an Wohnraum, die Bewohner hausten oft zu mehreren Familien in winzigen Taglöhnershäuschen. Nun war es aber im engen Schönmünztal äußerst schwierig, Bauplätze für neue Häuser zu gewinnen, da derTalgrund in Privatbesitz war. So entstand zwischen 1780 und 1810 eine ganze Reihe Häuser hoch oben am Steilhang des Sommerbergs. Dieses Gelände war im Besitz der Glashütte und der Forstverwaltung, es stamrnte aus dem Besitz des ehemaligen Klosters Reichenbach. Der Bliek fällt auf den Steilhang des Sommerbergs.

Ganz oben arn Waldrand ist eines dieser Häuschen zu sehen, um 1790 von demTaglöhner Andreas Keck erbaut. Gut zu erkennen ist der steile Zugangspfad, der vom Tal aus auf den Berg führt. Das Häus-

chen ist inzwischen verfallen. Nur noch einige Mauerreste sind vorhanden.

Schönmünzach.

Partie an d, Schönmünzach.

61 Auf diesem Foto, ungefähr 1914 aufgenommen, ist ein weiteres Häuschen oben am Sommerberg zu sehen, davor einige Mitglieder der Familie Seidt. Es wurde 1810 durch die Taglöhnersfamilie FriderichAugust Reutter erbaut und kam 1829 in den Besitz der Familie [ohann Georg Seidt aus Huzenbach. Am 6. Dezember 1942 brannte das Häuschen ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Noch vorhanden sind dagegen das Gebäude 'Schmieder' , 1831 nach Brand neu erbaut, das Haus 'Gaiser' van 1810, das 1893 nach einem Brand neu erbaute Haus 'Wunsch' und das um 1790 erbaute Haus 'Warth' . Die vielen Brandfälle zeigen,

daß die exponierte Lage oben am Steilhang es unmöglich machte, im Falle eines Brandes bei diesen Gebäuden einen Löschversuch zu unternehmen.

62 Ähnlich schwierig wie die Bauplatzsuche gestaltete sich in dem engen Tal auch die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Grundstükke. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, wie mühsam sich die Arbeit am Sommerberg gestaltete. Die Hänge sind so steil, daß man sich nur mit Mühe über die Grundstücke bewegen kann. Meist waren es Frauen und Kinder, die die Feldarbeit übernahmen. jedes Frühjahr mußte die Erde, die im Winter von den Hängen nach unten gespült worden war, im Korb auf dem Kopf wieder nach oben getragen werden. Auch der Dünger, der Mist, wurde auf diese Weise auf die Grundstücke getragen. Ein

rundes Polster, 'Bausch' genannt, legte man auf den Kopf und stellte den Korb dann darauf. Die Ernte brachte man ebenfalls auf dem Kopf über den Steilhang zu den Häusern. Heute werden viele dieser Grundstücke nicht mehr bewirtschaftet, Hecken und Bäume überwuchern das Gelände.

63 Dieses Foto, um 1925 entstanden, zeigt eine Schönmünzacher Familie am Wohnzimmertisch beim Mittagessen. Drei Generationen und ein Onkel haben sich um den Tisch versammelt, um die in zwei Schüsseln bereitgestellte Mahlzeit zu sich zu nehmen. Diese Tischsitten sind heute, nachdem sich der Familienverband immer mehr auflöst und der Trend zur Kleinfamilie geht, fast nicht mehr vorstellbar. Die Mahlzeiten bestanden aus Linsen und Spätzle, Gaisburger Marsch (Kartoffelschnitz und Spätzle), Schnitz und Stopper (Dörrobst und Kartoffelbrei), Milchsuppe mit Pellkartoffeln, oder Habersuppe mit Pellkartoffeln. Fleisch gab es

nur sonntags und zu besonderen Anlässen.

64 Das heutige Schonmûnzach wurde erst sehr spär besiedelt. Um 1700 gab es ein Zollhaus, vermutlich in der Nähe des heutigen Kurgartens. Um 1 72 0 machte man dann einen ersten Versuch, die Murg floßbar zu rnachen und mit gebundenen flößen zum Rhein und nach Holland zu fahren. Doch der Versuch schlug fehl, noch bevor er richtig begonnen harte. Im Zusammenhang mit diesem ersten Floßversuch entstanden in Schönmünzach einige Hütten als Unterkunft für die Flößer. Die erste, 1723 erbaut, stand an der Stelle des heutigen Hotels 'Sonnenhof' . Später wurde das Häuschen von Glasmachern der bald darauf gebauten Glashütte

übernommen und etwas vergrößert. Teile des Gebäudes standen noch bis 1952. Das Bild zeigt das Flößerhäusehen, wie es zur Zeit des Ersten Weltkriegs noch ausgesehen hat.

65 Nach dem Ersten Weltkrieg richtere Gottlob Klumpp, der 'FahrradGottlob' , in einem Anbau an das alte Flößerhäuschen eine Fahrrad - Reparaturwerkstatt ein. Außerdem bot er neue Räder zum Verkauf an - damals ein wichtiges und begehrtes Fortbewegungsmittel.

Autos gab es ja noch fast keine im Ort, einziges öffentliches Verkehrsmittel war die Postkutsche, Wir sehen den 'Pahrrad-Gottlob' auf diesem Bild vor seiner Werkstatt im Iahre 1922, zusammen mit einigen Verwandten, die stolz die neuen Fahrräder präsentieren,

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66 Vor uns im Talgrund liegt Zwickgabel, eine Holzhauersiedlung aus dem 18. [ahrhundert. Der Name dieser kleinen Siedlung kommt von 'Zweigabelung' des Tales. Hier treffen Schönmünz (von rechts her kommend, vom Wildsee) und Langenbach (von links, von der Hornisgrinde her) zusammen. Das Gebiet der 'Schönmûnz' war lange Zeit unbesiedelte Waldfläche. Im Zusammenhang mit einem gewaltigen Holzeinschlag zwischen 1765 und 1800 entstanden mehrere kleine Siedlungen, in denen die aus weitem Umkreis, ja selbst aus Tirol herbeigeholten Holzhauer und Flößer siedelten. Gegen Ende des 18. Iahrhunderts war nicht mehr

viel schlagbares Holz übrig, das Gebiet lag voller Abfallstücke und Holztrümmer, bis imAugust 1800 einWaldbrand die Wälder vollends zerstörte. Der Holzeinschlag war damit zu Ende, die mei-

sten der Holzhauerfamilien blieben jedoch trotz Widerstandes der Forstverwaltung imTal.

67 In Zwickgabel, beim heutigen Gasthof''Mohren'. war während des Holzeinschlags eine 'Wiedenhütte' aufgebaut, wo man die Floßwieden herstellte, die zum Zusammenbinden der Flöße gebraucht wurden. Für die Herstellung der Floßwieden nahm man kleine Fichtenund Tannenstämmchen. Diese erhitzte man im 'Wiedenofen' , vergleichbar rnit einern Backofen, und drehte sie dann um eine Stange. Diese Wieden hielten. falls sie vorschriftsmäßig gedreht wurden, selbst härtesten Belastungen stand. Nach dem großen Waldbrand im Iahre 1800 verfielen die meisten Wasserstuben und Schwallungen, auch die Wiedenhütte hatte ausgedient.

Doch auch heute noch wohnen zahlreiche Holzhauer in den Siedlungen des Schönrnûnz- und Langenbachtals. Das Bild aus dern Iahre 1925 zeigt eine Holzhauergruppe mit ihrem Werkzeug im Lan-

genbachtal, zusarnrnen rnit Förster Bächler.

68 Kurznach 1820karnJohannes Möhrle als Holzhauer von Baiersbronn in die Schönmünz. Entweder er oder sein Sohn eröffnete dann in späteren Jahren eine 'Schankwirthschaft' in Zwickgabel. Im 'Grenzer' 1868 lesen wir: 'Schenkwirth Johannes Möhrle in der Schonmünz hat um Ausdehnung seiner Wirthschafts-Concession auf eine Speisewirthschaft gebeten. 1. September. 1868.' Nach der Besitzerfamilie wurde die Gastwirtschaft 'Mohren' genannt. Über der Eingangstüre war eineTafel mit folgendem Text angebracht: 'Werte Gäste, werte Herrn, tretet ein und kostet gern. Butter, Käse, Brot und Wein, alles hat der Möhrle

fein.' 1883 heiratete dann Karl Rothfuß in den Betrieb ein und führte ihn weiter bis zu seinem'Iod im jahre 1902. Anschließend ûbernahm Familie Wurster den Gasthof. Auf dem Foto ist das Gebäude

zu sehen, wie es um 1898 ausgesehen hat, daneben eines der beliebten Ausflugsziele, der Wildsee.

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