Schwarzheide in alten Ansichten

Schwarzheide in alten Ansichten

Auteur
:   Kultur- und Heimatverein Schwarzheide
Gemeente
:   Schwarzheide
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6571-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwarzheide in alten Ansichten'

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Einleitung

Jugendlich, frisch und unbeschwert zeigt sich Schwarzheide zur Jahrtausendwende. Doch das war nicht immer so. Schwarzheide ist nicht reich an historischen Bauwerken und alten Denkmalen. Große Persönlichkeiten haben die Orte Naundorf und Zschomegosda auch nicht hervorgebracht und bemerkenswerte, besondere geschichtliche Ereignisse haben hier nicht stattgefunden. Bis zumAnfang des 20. Iahrhunderts hatte die Entwicklung die Orte Naundorf und Zschomegosda fast vergessen. Erst in den letzten hundert [ahren ging es für hiesige Verhältnisse rasant vorwärts, bis 1967 das Stadtrecht verliehen wurde. Es gab viele interessante Fakten aus der Zeit bis 1945 aufzuschreiben und beim sehr umfangreichen Bildangebot mußten einige Fotos unberücksichtigt bleiben. Vielleicht ist das der Anlaß für einen weiteren historischen Bildband.

Anläßlich der 550-Jahrfeier in der Stadt im [ahr 1999 hatte sich der Kultur- und Heimatverein Schwarzheide das Ziel gestellt, die Geschichte des Ortes in Wort und Bild aufzuarbeiten.

Wir haben versucht, die Bilder so aneinander zu reihen, damit sich eine Folge wie bei einem Rundgang ergibt. Natürlich gibt es dabei Sprünge und die Ortsteile mußten verknüpft werden. Eine Ordnung nach dem Alter konnte nicht berücksichtigt werden. In der Reihenfolge des Inhaltes sind wir vom ältesten Gebäude der Stadt, der unter Denkmalschutz stehenden heutigen Lutherkirche, ausgegangen. Vom historischen Zschomegosda

spannt sich der Bogen nach Naundorf, dem ältesten Teil von Schwarzheide. Der Bau der Brabag und der dazugehörenden Siedlung mit dem Wasserturm bilden den Abschluß unserer bildhaften geschichtlichen Betrachtung.

Den zu behandelnden Zeitraum begrenzte der Verein mit den Anfängen der Fotografie in Schwarzheide bis zumjahre 1944, dem Bau des Wasserturms. Es ist unser heutiges Wahrzeichen inmitten der Stadt.

An diesem Buch haben RolfPaßkönig, Gunther Hofmann, Manfred Günther, Heinz Pietschmann sowie Werner Klemenz mitgewirkt, bei denen sich der Kultur- und Heimatverein für die fleißige Detailarbeit bedanken möchte. Ein besonderes Dankeschön an die BASF Schwarzheide GmbH, die das Bild- undTextmaterial für die Darstellung des Brabag- Werkes zugearbeitet hat.

Rolf Poßkönig,

Kultur-und Heimatverein Schwarzheide e.Y.

Geschichtlicher Überblick

Am 1. Oktober 1936 kam es zur Gründung von Schwarzheide. Die neue Industriegemeinde entstand durch das Zusammenlegen der vorher selbständigen Dörfer Naundorf (heute:

Schwarzheide Ost) und Zschornegosda (heute: Schwarzheide West). Im Iahre 1421 erfolgte die Ersterwähnung von Naundorf. Mit Nuwendorff, was Neues Dorfbedeutet, wird der Ort in einer Urkunde als pfandmasse des Herrschaftsbereiches Senftenberg erwähnt. Naundorf ist ein breites Straßen- bzw. Angerdorf das am Ende der deutschen Ostexpansion entstand. Es lag ursprünglich nur südlich der Straße von Ruhland nach Senftenberg, einer späteren Poststraße. Mehrere Dorfbrände veranlaßten die Einwohner jedoch, das Dorf nicht mehr so dicht zu bebauen. So entstanden die ersten Gehöfte nördlich der Straße. Das war aber schon im 18. Jahrhundert. Bis 1900 veränderte sich Naundorf während der vielen [ahrzehnte kaum. Erst mit dem einsetzenden Bergbau kamen Arbeitskräfte, neue Familien wurden gegründet und Häuser errichtet. Ab 1912 wurde die Grube Victoria III aufgeschlossen und die Brikettfabrik gebaut. Seit dieser Zeit gab es im Ort große Veränderungen und die Bevölkerungszahlen stiegen schnell. Nordöstlich entstand die Bergarbeitersiedlung Victoria.

Aus dem [ahre 1449 gibt es eine Urkunde in der Zschornegosda in der Schreibweise Schörnegast erstmals erwähnt wird. Das bedeutet, daß die Stadt 1999 die SSO-Jahrfeier dieses Ortsteils begeht. Dieses Jubiläum war der Anlaß für das Buch. Aus der Ersterwähnungsurkunde wird ersichtlich: Zschornegosda ist Be-

standteil der Herrschaft Senftenberg. Sie regelt, daß eines der Hufen des Dorfes als Zubehör des Senftenberger Ritterlehns an den Amtsadel verlehnt war. Die Anlage von Zschornegosda erfolgte in planmäßig abgemessenen, fast gleichmäßig großen Hufen, die nach Süden bis Westen verliefen.

Zschornegosda bedeutet in der freien Übersetzung aus dem niedersorbischen Wortstamm: Schwarzheide (carny / corny = schwarz und Gozd/Hozd = Heide). So wurde das alte Dorf zum Namenslieferanten für die heutige Stadt.

Der neue Ort Schwarzheide hatte 1937 schon über 5 000 Einwohner, doch die Zahl stieg in schnellem Tempo weiter an. Triebkraft war die Industrialisierung. Schon seit rund einhundert [ahren entstanden Wohnhäuser für die Arbeitskräfte der umliegenden Gruben und Brikettfabriken.

Im [ahr 1935 begann der Bau des Brabag- Werkes (heute: BASF Schwarzheide GmbH) auf Naundorfer Flur. Das Brabag- Werk beeinflußte seither maßgeblich die Entwicklung der Stadt. Es wurde zu einem chemischen Großbetrieb. Für viele Zuzügler wurde östlich von Zschornegosda eine Siedlung - die Wandelhofsiedlung - gebaut. Der Name rührt von einem einzelnen Bauernhofher, den man östlich von Zschornegosda, wahrscheinlich nach dem Dorfbrand 1757, fernab des Ortes errichtete.

Stadtrecht erhielt Schwarzheide am 1 1. [anuar 1967, als die Industriegemeinde fast 10 000 Einwohner beheimatete.

1 Die Dorfkirche

Beginnen wir unseren bildhaften geschichtlichen Rundgang durch Schwarzheide am ältesten Gebäude unserer Stadt. 1 7 S4 / S S wurde die kleine evangelische Dorfkirche von Zschornegosda gebaut, nachdem die Kapelle auf

dem Pestfriedhof baufällig geworden war. Das Foto entstand um 1930. Im mit Schieferplatten gedeckten Dachreiter, dem kleinen Türmchen, erklingt eine Bronzeglocke. Die Dachbekrönung weist mit den [ahreszahlen 17 S4 auf die Grundsteinlegung und mit 1891 auf eine Reparatur des Dachreiters nach einem Sturmschaden hin. Als die Kirche Ende des 19. [ahrhunderts zu klein wurde, konnte man sich nicht für einen Neubau entscheiden. So setzte man 189S nur zwei Balkenfächer nach Westen zur Erwei-

terung der Dorfkirche an. In ihrem Innern ist die kleine Schleifladenorgel als etwas Besonderes hervorzuheben. Von 1988 bis 1996 wurde die Kirche mit Unterbrechungen vollständig erneuert.

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2 Das Lutherdenkmal

1933 jährte sich zum 450. Mal der Geburtstag von Martin Luther. Das war Anlaß, um einen Gedenkstein für den bedeutenden Reformator neben der Apsis der Dorfkirche von Zschornegosda aufzustellen. Am 3. Dezember 1933 wurde der Gedenkstein, den eine bronzene Plakette mit dem Bildnis Luthers ziert, eingeweiht. Eine zweite Bronzetafel, ebenfalls in Lauchhammer gegossen, gibt wieder: Martin Luther zum Gedächtnis, *1483, t1546, Eingeweiht am 3.12.1933. Nach dem Aufstellen des Gedenksteins, einem Findling

aus einem Zschornegosdaer Tagebau, übertrug sich der Name Luthers ab 1952 auf die Dorfkirche, die vorher keinen besonderen Namen hatte. Der Name unterscheidet damit von der neuerbau-

ten, ebenfalls evangelischen J esus-Christus- Kirche, die 1953 ihrer Bestimmung übergeben wurde.

3 Die Glocke der Dorfkirche

Von 1988 bis 1996 dauerte mit Unterbrechungen die Rekonstruktion der kleinen Dorfkirche (Lutherkirche) von Zschornegosda. Auch das Glockenlager mußte erneuert werden. Das war Gelegenheit, die Glocke genauer in Augenschein zu nehmen. 1852 wurde sie in Lauchhammer aus Bronze gegossen. Sie gilt als eine der ältesten (oder gar älteste?) Bronzeglocken der Kunstgießerei des damaligen Gutsbezirkes Lauchhammer, nur drei Kilometer westlich von Zschornegosda. Die Glocke wird von Hand bewegt, ist 76 Kilogramm schwer und hat einen Durchmesser von SI Zentimetern. Sie trägt die Inschrift: GOTTEs WORT BLEIBT EWIGLICH; LAUCHHAMMER 1852. Heute erklingt sie wie-

der im mit dreifarbigen Schiefer gedeckten Dachreiter, dem kleinen Türmchen auf der Lutherkirche.

4 Ein Luftbild von Zschornegosda

Das Luftbild zeigt die Dorfaue. Deutlich ist die Anordnung der ältesten Höfe des Dorfes in einer gebogenen Sichelform erkennbar. Dabei ist bei diesem Foto die Westrichtung oben. Die Häuser im rechten Teil und unten standen bei der ältesten bekannten Dorfform noch nicht, sondern wurden erst ab dem 16. Jahrhundert errichtet und bildeten letztlich die Form des Rundlings. Dieser war ursprünglich also nicht vorhanden und im Norden (rechts) und Osten (unten) war die Dorfanlage offen. In deren Mitte befand sich ein Dorfteich, die dunkle Fläche unterhalb der Kirche. Dieser trug den Namen Lischau(e). Die zentrale Bebauung der Dorfaue bestand ursprünglich nur aus Kirche und Schmiede.

Später kamen auf diesem Terrain die zweite bis sechste Schule dazu und die Schmiede verschwand. Die letzte Schule, die sechste, ist hier noch nicht abgebildet, da sie erst 1932 errichtet wurde.

Die frühere erste Schule in der Mückenberger Straße war bereits abgerissen.

Von rechts nach links kreuzt die Mückenberger Straße das Bild. Erstaunlich ist, daß es in dieser Zeit im Dorfbild nur

wenige Bäume gegeben hat. Es ist Winter und sie tragen kein Laub. Die Straßen waren noch unbefestigt.

Die Aufnahme wurde im Dezember 191 2 aus dem Ballon Riesa gemacht.

5 Die Schulen von Zschornegosda

Als Lischau( e) bezeichnete man einst den Teich im ästlichen Teil der Dorfaue von Zschomegosda. Der Dorfteich war gleichzeitig Läschwasserreservoir. Durch die Grundwasserabsenkung, die der Bergbau bewirkte, trocknete er später aus, obwohl er zuletzt mit Lehmziegeln abgedichtet war. Er wurde daraufhin verfüllt.

Die kleine Dorfkirche versteckt sich hinter den langsam heranwachsenden Bäumen. Auf dem unteren Bild, das vielleicht kurz nach 1912 entstanden ist, sind drei Schulgebäude erkennbar. Rechts im Vordergrund die Einklassenschule aus dem [ahr 1894. Sie beherbergt jetzt die Heimatstube der Stadt. Die auf der linken Bildhälfte sichtbaren Schulen sind in

zwei Etappen gebaut worden. Der linke Teil 1902103 und der spiegelgleiche rechte Teil 191 1/1 2. Insgesamt sind es acht Klassenräume. Unter dem Dach befanden sich Wohnungen für die Lehrer sowie den Hausmeister und auch die Schule von 1894 war, nachdem sie nicht mehr gebraucht wurde, Lehrerwohnung. Otto Daubitz, zeitweilig Konrektor der Schule, betrieb dort nach Schulschluß eine Zweigstelle der Kreissparkasse Kalau (heute: Calau).

Kir.".

Gruß aus Zschornegosda

6 Die Schule von 1 932

Um 1930 war die Schule von Zschornegosda trotz ihrer acht Klassen schon wieder zu klein geworden. Ein Neubau wurde erwogen. Schon 191 3 betrug die Schülerzahl in Zschornegosda 390 Mädchen und]ungen und war weiter gestiegen. Eine heute kaum vorstellbare Zahl.

Aus dem kompletten Neubau einer Schule wurde jedoch nichts. Es entstand ein stirnseitiger Anbau an der Südostseite des bisherigen Schulbaus von 1902103 und

191 1 /12. Er beinhaltete vier Klassenräume, Lehrerzimmer, eineAula und erstmalig Innentoiletten. 1932 wurde der sehr modern erscheinende

Bau mit seinen großen Fenstern der Bestimmung übergeben. Die Aufnahme entstand kurz nach der Fertigstellung der Schule. In Zschornegosda war damit im Dorfkern ein einzigartiges En-

semble von zwei Einklassenschulen sowie drei aneinandergebauten Mehrklassenschulen auf engstem Raum entstanden. Sie bestehen noch heute in fast unveränderter Form und stellen vielleicht

dadurch etwas Einmaliges in Deutschland dar.

7 Ein Kochkurs

Sehr beliebt waren die Kochkurse in der Schule Schwarzheide West. Aus vielen [ahren gibt es solche Bilder, wo Frau Lohka mit den Kochschülerinnen zu sehen ist. Dieses Bild entstand 1934. Stolz präsentieren die Mädchen, die damals wohl fünfzehn bis sechzehn [ahre alt gewesen sind, was sie Besonderes gekocht, gebacken und garniert haben. Das Schönste waren wohl immer die Torten, bei denen die Schülerinnen die Phantasie eines Konditors entwickeln konnten. Und kosten durften sie selbstverständlich auch, denn Zunge und Gaumen sind beim Koehen noch wichtiger als das Auge.

8 Zur Einschulung

Groß war die Kinderschar, die in Schwarzheide die Schulen besuchte.

Der erste Schultag, wie hier in Zschornegosda, war ein gro-

ßes Erlebnis. Der tägliche Unterricht wurde bei den Erstkläßlern zum neuen Lebensabschnitt. Mit Stolz trugen die Kleinen die Zuckertüte, die schon manchmal die Größe der Kinder erreichte. Ge-

spannt waren sie auf den Inhalt, denn der war beim Foto vor dem Schuleingang noch ein Geheimnis.

Von vielen solchen Einschulungsfeiern gibt es Bilder, die die Erinnerung an die einsti-

gen Mitschüler wachhalten sollen. Dieses Foto entstand 1938 vor dem gemeinsamen Eingang der Schulbauten von 1902103 sowie 1911/12.

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