Schwarzheide in alten Ansichten

Schwarzheide in alten Ansichten

Auteur
:   Kultur- und Heimatverein Schwarzheide
Gemeente
:   Schwarzheide
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6571-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwarzheide in alten Ansichten'

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9 Das 'Kaufhaus' von Zschomegosda

Als 'Kaufhaus' von Zschornegosda wurde dieses Haus, heute Kastanienplatz 1, bezeichnet. Zeitweilig war es auch der Kaiser-WilhelmPlatz, denn auf dem Rondell davor wurde 1888 die KaiserWilhelm-Eiche gepflanzt und den Namen der Eiche übertrug man auf die Anschrift der umliegenden Häuser.

Im 'Kaufhaus' gab es vom Kamm bis zur Butter alles, was damals im Tagesablauf benötigt wurde.

Bauherr war einst der Ortssteuererheber von Zschornegosda Ernst Schmidt. Gleichzeitig betrieb er ab 1899 darin die Postagentur und

war darüber hinaus noch als Bäcker tätig. Ab 191 1 wurde Richard Lange sein Nachfolger, so wie es auf dem Schild über derTür zu lesen ist.

10 Die Bäckerei Gröbe

Stolz steht der BäckerTraugott Gröbe vor seinem Laden. Das Haus wurde 1900 am Kastanienplatz errichtet, damals noch ohne den Ladenanbau. Der Backofen befand sich anfangs im Keller. Ab 191 2 wurde angebaut; erst der Laden, dann die Backstube und danach die Mehlkammer. Zu dieser Zeit muß also das Foto entstanden sein. 1932 verstarb der Meister und die Familie verkaufte das Anwesen. Nachfolger wurden für kurze Zeit die Bäcker Kießling und Fuchs, bis 1936 das Haus durch Familie Richter erworben wurde.

11 Der Lehmann-Hof

Mutter Anna Lehmann präsentiert sich mit ihren Töchtern Frieda, Ella, Gertrud und Elisabeth. Der Besitz von Pferden war schon etwas Beson-

deres für das Dorf Zschornegosda. Auf dem Pferdewagen sitzt Sohn Bruno Lehmann. Das Bild entstand 1926 vor dem elterlichen Bauernhof, auf dem die Lehmanns schon viele Generationen die Wirt-

schaft betrieben.

Der Lehmann-Hof gehört zu den historischen Hufen der alten Dorfanlage. Schon 1501 ist der Name Lehmann für dieses Gehöft verbürgt, der im Mittelalter eine besondere

Untertanenstellung zum Amt Senftenberg hatte. Es waren Lehnleute.

12 Das Turnerdenkmal

In der Nähe vom heute bekannten Sportplatz an der Mückenberger Straße wurde bis 192 1 mit Kraft des Turnvereins schon einmal ein Sportplatz gebaut. Die Einweihung des Platzes, zu dem auch eine 400-Meter-Laufbahn gehörte, erfolgte am

12. Juni 192 1. Gleichzeitig wurde das Denkmal für die neunundzwanzig im Ersten Weltkrieg gefallenen Turner aus Zschornegosda eingeweiht. Die im Symbol dargestellten vier spiegelverkehrten F bedeuten: Frisch - Fromm - Fröhlich - Frei.

Dieser alte Sportplatz wurde in den dreißiger [ahren vom Tagebau Ferdinand (Westfeld) in Anspruch genommen. Der neue Sportplatz entstand in der noch heute bekannten Grundgestaltung zwischen der Straße und dem späteren

Teich. Auch das Denkmal erhielt einen neuen Standort in Höhe der Mittellinie auf der Südteichseite.

Dort verschwand es plötzlich. Man hatte es in den Teich gestoßen. Erst 1998 wurden vom Kultur- und Heimatverein die beiden oberen Teile aus Schilf und Röhricht geborgen und sollen nach einer Restaurierung wieder zur Aufstellung gelangen.

1 3 Der Südteich

Kurz nach 1900 förderte man auf heutigem Schwarzheider Territorium auch Rohkohle für die Brikettfabrik Emanuel in Dolsthaida (Lauchhammer Süd); Inbetriebnahme 1902. Der Aufsichtsrat, der 1900 unter Führung von Fritz Friedlaender gegründeten Braunkohlen- und Brikett-Industrie Aktiengesellschaft (Bubiag) , beschloß noch im gleichen [ahr den Beginn der Tagebauarbeiten. Es ist das Lausitzer Unterf1öz, das ausgekohlt wurde.

Nachdem später der Förderbetrieb eingestellt worden war und Grundwasser das Restloch füllte, entwickelte sich daraus ein Familienbad.

Für die Zschomegosdaer war das natürlich ein großes Vergnügen, sich im Wasser und weißen Sand zu tummeln. Geschäftstüchtige nutzten die Situation, um Getränke, Imbiß und Eis anzubieten.

Auch Kähne wurden angeschafft und verliehen. Heute ist das auf dem Foto abgebildete Gewässer der südwestliche Teil des Südteiches.

14 Das Dorfbad in der Ernanuelgrube

Die Emanuelgrube war einer der ersten Tagebaue auf heutiger Schwarzheider Flur. Die Grube wurde auch als Zschomegosda Süd bezeichnet, was den späteren Namen alsTeich beeinflußte. Im Hintergrund des Bildes führt die Mückenberger Straße von Zschomegosda nach Dolsthaida (Lauchhammer Süd) an derTagebaukante entlang. Obwohl das Grundwasser nicht das beste war, entwickelte sich an diesem Teich das Familienbad. Bis kurz nach 1930 wurde es betrieben. Dann rückte von Norden kommend die Ferdinandgrube (Westfeld) immer näher

heran. Der Bergbaubetrieb war durch das Wasser gefährdet, so daß die Bubiag den Badebetrieb verbot und eine Ersatzbademöglichkeit in der Gefluderstraße schuf. Die Ferdinandgrube (Westfeld)

wurde später mit dem Restloch der Emanuelgrube zum heutigen Südteich vereint. Die Übergangsstelle und Grenze zwischen den beiden Gruben heißt heute noch Durchbruch.

15 Der Tagebau Ferdinand

Wir blicken nach Süden in den Tagebau Ferdinand (Westfeld) unmittelbar hinter der ehemaligen Brikettfabrik. Das Bild entstand 1938. Weit hinten ist als heller Streifen die Wasserf1äche des Südteichs, der ehemaligen Emanuelgrube, zu erkennen. In der Bildmitte ist der Grabenbunker zu sehen, bis zu dem die Gleise für die Rohkohleentladung aus dem Tagebau reichten. Von dort führt das Förderband zur Brikettfabrik. Auf der rechten Bildseite ist noch die Kettenbahn zu erkennen. Sie hatte früher die gleiche Funktion wie die modernere Bandanlage.

Links das Dach gehört zur

Elektrozentrale des Tagebaus Ferdinand.

Die Firmenzugehörigkeit des Werkes und der Grube Ferdinand wechselten im [ahre 1912. Am 1. April schied die Betreiberfirma Christophel,

Kniehase & Co. aus und alles ging in den Besitz der Niederlausitzer Kohlenwerke AG noch später in den der Anhaltinischen Kohlenwerke AG über.

16 Die Brikettfahrik Ferdinand

1896 wurde die Brikettfabrik Ferdinand errichtet und die dazugehörige Grube südlich der Fabrik aufgeschlossen. Bereits drei [ahre vorher hatte es fast an gleicher Stelle den Versuch gegeben, Braunkohle

zu fördern und Briketts zu pressen. Schon ein [ahr später (1894) lag die Brikettfabrik Louise allerdings wieder still, so daß es über diesen Anfang der Brikettierung auf Schwarzheider Territori um kaum Informationen gibt. Man war den Wassermassen nicht Herr geworden, so daß der Schacht abgesoffen ist. Das Feuchtgebiet der Seekaupe hatte diesen Tribut verlangt.

Bis 1974 arbeiteten die Pressen der Brikettfabrik Ferdinand, die lange Zeit die Rohkohle aus eigenen Tagebauen erhielt. Später bezog man die Kohle besonders aus der Friedlaender Grube (später:

Grube Schwarzheide), die im Norden von Schwarzheide West einen Großteil der Pommelheide in Anspruch nahm. Danach erfolgte der Abriß der Fabrik.

Es war üblich, die Bergbaube-

triebe nach Vornamen von Familienangehörigen der Firmeninhaber zu benennen. So erhielten die Brikettfabrik und die Grube Ferdinand den Vornamen des Mitinhabers Christophel.

Brikettfabrik Grube Ferdinand "19tJ2

1 7 Saal und Restaurant Socher

Eine bekannte und beliebte Gaststätte an der Lauchhammer Straße war Paul Sochers Restaurant. Später war Max Socher Betreiber. Leider gibt es diese Schankwirtschaft nicht mehr, obwohl die Gebäude noch vorhanden sind. Im Saal, der heute zu Sportzwecken genutzt wird, war früher zu TanzveranstaItungen immer Hochbetrieb.

In diesem Gasthof wurde 1892 der erste Turnverein von Zschomegosda gegründet. Achtzehn Mitglieder waren die Gründer, an deren Spitze der Lehrer Otto Lohka als Vorwart und Turnwart stand. Der heutige Sportverein beruft

sich auf diese Tradition und trägt den Namen Sportvereinigung 1892 e.v..

Sochers Saal und Restaurant war auch das Vereinslokal des Arbeiter -Radfahrer -Bundes Solidarität, der 1908 gegrün-

det wurde. Unter der Losung Frisch Auf hatte dieser nicht nur im eigenen Ort viele Auftritte.

Gruß aus Zschornegosda, N./L.

18 Sportvereine in Zschornegosda

Sport wurde im früheren Schwarzheide großgeschrieben. Schon 1892 bildete sich der Turnverein Zschornegosda. 1901 entstand der zweite Turnverein mit Namen Edelweiß. Erst 1919 kam es zur Gemeinsamkeit. Der neue Verein trug fortan den Namen Turnvereinigung 1919 Zschornegosda.

Viele Sportereignisse und Sportarten wurden im Laufe der [ahre im Bild festgehalten. Die Fotografie von der freien Turnerschaft, demArbeiterTurn- und Sportverein, entstand am 2S. Juli 1926 und zeigt das große Sportinteresse der damaligen Zeit auch unter

Kindern undjugendlichen. Standort für das Bild ist Sochers Biergarten am Bahngleis, dort wo sich heute die Parkettfirma Schubert befindet. Das Symbol besteht aus zwei auf dem Kopf stehenden

F (eines spiegelverkehrt ), aus einem T sowie dem verschlungenen S. Die Buchstaben heißen: Frisch - Frei Treu - Stark.

Der Gastwirt Max Socher stellte Land für zwei Sport-

plätze zur Verfügung und die Turnstunden dieses ArbeiterTurn- und Sportvereins fanden in seinem Saal statt.

Der bürgerliche Sportverein hatte in der Gaststätte Schieschke sein Domizil.

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