Schwarzheide in alten Ansichten

Schwarzheide in alten Ansichten

Auteur
:   Kultur- und Heimatverein Schwarzheide
Gemeente
:   Schwarzheide
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6571-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwarzheide in alten Ansichten'

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39 Die Pechhütte

In der Pommelheide, aufhalbem Weg van Zschornegosda nach Kostebrau, lagen die Häuser der Pechhütte. 1 673 wurde die Pechherstellung erstmals an dieser Stelle erwähnt und wohl bis 1 873 betrieben, da die Gebäude im genannten [ahr als letzte Teerschwelerei der Gegend abbrannten. Aus kienigem Holz gewannen die Pechbrenner wichtige Stoffe wie Teer für das Abdichten der Fischerkähne, von Fässern, Bottichen und geflochtenen Feuerlöscheimern. Ferner wurden unentbehrliche Wagenschmiere, Kienöl als Einreibung, Holzkohle für die Eisenwerke und Material für Fackeln und Leuchten gewonnen. Auch für Stiefelwichse, Schusterpech, Siegellack und medizinische pflaster wurden die Produkte benötigt.

Das Bild zeigt das um 1875 erbaute erste Haus der Pechhütte rechts hinter dem späteren Gleisübergang der Bahn von Lauchhammer nach Kostebrau. Besitzer des Hauses war Ernst Bennewitz, ein Zie-

Lesche) und Ernst Bennewitz. Um 1940 wurden die Häuser der Pechhütte abgerissen und von der Friedlaender Braunkohlengrube überbaggert.

gelbrenner in der Fabrik Al wine in Friedrichsthal (Kostebrau). Abgebildet sind, von links: Frieda Bennewitz, der Schwiegersohn Fritz Weigelt, Alfred Bennewitz, Emma Bennewitz (später verheiratete

40 Imkerei in der Pechhütte

Früher war es die ZeidIerei, die Zucht bzw. Nutzbarmachung von Wildbienen, die in den Dörfern betrieben wurde. Honig war fast das einzigste Naturprodukt, das zum Süßen von Speisen zur Verfügung stand. Später entwickelte sich daraus die Imkerei. Noch 1937 entstand in der Pechhütte dieses Foto einer intensiv betriebenen Bienenzucht. Es sind die Bienenstöcke, die Oskar Großmann gehörten. Schon wenige Monate nach der Aufnahme wurde die Pechhütte geräumt und von der Friedlaender Grube überbaggert.

Bis 1928 gehörte die Pommelheide zum staatlichen, vor 1918 zum königlichen Grünhauser Forst. Somit war auch die Pechhütte keinem Dorf der Umgebung zugehörig. Die Bewohner waren aller-

dings in Zschornegosda gemeldet und so ergab sich, daß viele der Bewohner der Pechhütte in Zschornegosda neue Häuser bauten und im Dorf ansässig wurden.

41 Beim Fischfang

Der Fischfang gehörte in Naundorf und Zschornegosda zu den traditionellen Erwerbszweigen. Die verzweigten Elsterarme boten dazu Gelegenheit. Im Gebiet gab es aber auch eine Vielzahl großer und kleinerer von Menschenhand angelegterTeiche. In der Pommelheide, dem königlichen - später staatlichen Forst Grünhaus, mußten die Fischgewässer bewirtschaftet werden. Seit 1 765 gehörten die hiesigen Fischhändler der Innung von Ruhland an, die Privilegien der königlich Preußischen Domänenkammer zu Berlin besaßen und Hoflieferanten des sächsischen Hofes waren.

Das Foto zeigt die schwere Arbeit des Abfischens in einem derTeiche in der Pommelheide. Es ist der überteich. Er lag etwa in der Mitte des Dreiecks

Kostebrau, Schipkau, Zschornegosda. DieserTeich befand sich nur wenige hundert Meter östlich der Pechhütte und verschwand erst durch

fehlendes Wasser und später gänzlich durch die Friedlaender Grube. Wie dieserTeich, so waren auch der Skyroteich und andere Fischgewässer

durch den fortschreitenden Berg bau vom Austrocknen undAbbaggern betroffen.

42 Die Friedlaender Förderbrücke

Die Friedlaender Förderbrücke wurde 1928/29 vom Lauchhammerwerk gebaut und war lange Zeit das leistungsfähigste Gerät dieser Art im deutschen Braunkohlenbergbau. Sie war in der Friedlaender Grube (zeitweilig auch Karl-Grube bzw. Karl-Büren-Grube genannt) im Tagebau Schwarzheide und zuletzt im Tagebau Klettwitz eingesetzt.

Diese Brücke überbaggerte nördlich von Schwarzheide einen Großteil der Pommelheide und etwa 1938 bis 1940 das Anwesen der Pechhütte.

Durch einen Liegendgrundbruch, verursacht durch angestautes Wasser unter der Kippe, kamen am 9. Februar 1958 über 100000 Kubikmeter Erdmassen ins Rutschen. Bei dieser Katastrophe

erlitt die Brücke einen Totalschaden. Wie durch ein Wunder wurden nur drei Kumpel verletzt, keiner lebensgefährlich.

43 Beim Gefluderhau

Die in der näheren Umgebung von Schwarzheide aufgeschlossenen Tagebaue für den Braunkohleabbau verlangten eine gut organisierte Abführung des Grundwassers. Das Gef<ille verlief in Richtung Schwarze Elster, doch der Höhenunterschied war sehr gering. Auf natürliche Gewässer konnte man die Wasserabführung nicht aufbauen. Es mußten künstliche Gräben geschaffen oder vorhandene Gräben dem Zweck entsprechend ausgebaut werden.

Eine der wichtigsten Wasserabführungen für die Friedlaender Grube und den späteren Tagebau Schwarzheide

war die Gefluder, an die die heutige Gefluderstraße erinnert. In Gräben bzw. einem offenen Gerinne floß das Grubenwasser der Elster zu. Durch die Höhenlage bedingt, wurden teilweise die

Gerinnetröge aus Beton auf Stützpfeiler gesetzt. Das Wasser floß in einigen Abschnitten über einen Meter über dem Erdboden im Kanal entlang. Das Foto zeigt den Bau der Gefluder im [ahr 1916.

44 Die Haltestelle Zschornegosda

1870 wurde die erste Eisenbahnlinie über die heutige Schwarzheider Flur gebaut. Sie verband Ruhland mit Senftenberg und erhielt in Naundorf eine Haltestelle. Das spätere Schwarzheide hatte somit Verbindung zum deutsehen Fernbahnnetz erhalten. Am 14. Oktober 1875 erfolgte die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Ruhland-Lauchhammer (damals noch Gutsbezirk) über die Haltestelle Zschomegosda. Diese Bahnlinie besaß nur regionale wirtschaftliche Bedeutung. Erst

1 895 wird das rund dreizehn Kilometer lange Teilstück zwisehen Lauchhammer und Sallgast hergestellt, so daß auf dieser Strecke die Verbindung zur Eisenbahnlinie Senftenberg-Finsterwalde möglich wurde. Durch den Bau der

Siedlungen in Naundorf und Zschornegosda sowie des Brabag-Werkes wurden an den Strecken weitere Bahnhöfe und Haltepunkte für den Personenverkehr eingerichtet. Am 1. September 1962 wurde der Personenverkehr

auf der Strecke RuhlandLauchhammer eingestellt. Heute wird der Schienenstrang nur noch für den Rangierbetrieb für die in Lauchhammer und Schwarzheide anliegenden Firmen genutzt. Das soll die letzte Station im

Zschornegosda. - Haltestelle

alten Zschornegosda gewesen sein. Besteigen wir in Gedanken den Zug, um nach Naundorf zu gelangen. Da es keine direkte Verbindung gibt, tangieren wir kurz die Nachbarstadt Ruhland.

4S Der Grenzstrom bei Ruhland

Wir blicken etwa 1905 von Naundorfer Flur nach Ruhland in die Berliner Straße. Die Brücke über diesen früheren Hauptarm der Schwarzen Elster bildete einst die Grenze zwischen der Nieder- und der Oberlausitz sowie seit 1824 zwischen dem Regierungsbezirk Liegnitz, Provinz Schlesien (zeitweise Niederschlesien) und Regierungsbezirk Frankfurt an der Oder, Provinz Brandenburg. Die Schwarze Elster bildete auch die Grenze zwischen Naundorf im Norden und der Stadt Ruhland im Süden.

Durch die 1856 im Gebiet Ruhland, Naundorf, Zschor-

negosda erfolgte Begradigung, Kanalisierung und Eindeichung des Flusses verlor der abgeschnittene alte Hauptelsterarm (Bild) an Bedeutung. Durch die großflächige Trockenlegung ging auch der

legendäre Fischreichtum in der Elster und den vielen Seitenarmen zurück.

Heute fließt an gleicher Stelle des einstigen Grenzstromes der Binnengraben unter einer schon mehrfach neugebauten

Brücke hindurch.

Erst 1910 wurde der Grenzverlauf zwischen Naundorf und Ruhland verändert und weiter nördlich zum neuen Elsterflußbett verlegt.

46 Das Zollhaus und die Zollhaushriicke

An gleicher Stelle befindet sich heute die Stadtgrenze zwischen Schwarzheide und Ruhland. Doch das war nicht immer so.

1575 verkaufte der Kurfürst von Sachsen die Schänke zum Zollhause am Elsterdamm bei Ruhland nebst Wiesen und dazugehöriger Fischereinut zung an Hans von Graupitz. Das Haus war damals eine nicht unwichtige Zollstation, da der Grenzverkehr zwischen der Ober- und Niederlausitz über die Elsterbrücke ging.

1593 kaufte der Müller Simon Selisch das Zollhaus für 55 Gulden.

1856 wird die Elster entlang des Zollhauses begradigt und kanalisiert. Dadurch entstand das Hauptflußbett nördlich der Gebäude. Das Gebiet bis

zum südlich gelegenen Binnengraben und somit auch das Zollhaus blieben aber Naundorf zugehörig. Die neue Elsterbrücke (Bild) wurde am 30. November 1856 dem Verkehr übergeben. Sie erbaute der Zimmer-

meister Seidemann unter Aufsicht des fürstlichen Rendanten Sperling.

1859 brennt das alte Zollhaus mit allen Seitengebäuden, Ställen und Scheunen ab.

191 0 werden alle Ländereien und die Gebäude im Bereich

des Zollhauses, die sich südlich der neuen Schwarzen Elster befanden, durch die Stadt Ruhland der Gemeinde Naundorf abgekauft. Die Abfindung betrug 3 000 Mark.

47 Die Eisenbahnbrücke über die Schwarze Elster

Zu Naundorf gehört die Eisenbahnbrücke über die Schwarze Elster. Die Strecke zwischen Ruhland und Senftenberg wurde 1870 gebaut. Seit der Einweihung am

20. April 1870 ist durch diese wichtige Eisenbahnlinie zwischen Cottbus nach Großenhain und weiter nach Dresden die Verbindung mit dem Fernbahnnetz hergestellt.

Die unter der Brücke hindurchfließende Schwarze Elster erhielt zwischen 1852 bis 1862 auf neunzig Kilometer Länge ein neues Flußbett. Unter Leitung des Schachtmeisters Winterlich sind 125 Arbeiter am Ausschachten des

neuen Elsterbettes im Bereich Eisenbahnbrücke und Zollhaus beteiligt. Hier erfolgten die Schachtarbeiten 1856.

ifuhlano Elster-Brücke

48 Die Hauptstraße

Wir beenden hier unsere gedankliche Zugfahrt von Zschomegosda über Ruhland nach Naundorf.

Auch wenn diese Aufnahme keine gute Qualität aufweist, haben wir uns entschlossen, sie für das Buch vorzusehen; zeigt sie doch eine längst vergessene Zeit von Naundorf. In der Bildmitte im Hintergrund ist die Gaststätte Zum Lindenhof zu erkennen. Wir blicken also vom Bahnübergang in Richtung Süden die heutige Naundorfer Straße entlang, die einst den Namen Hauptstraße trug. Leider war das Alter der kolorierten Fotografie nicht zu ermitteln. Es muß aber erheblich vor 1914 gewesen sein, als dieses Bild entstand. Die Straße, die

Naundorf mit Schipkau verband und mit westlichem Abzweig nach Zschomegosda führte, war noch nicht befestigt und Birken säumten den Rand. Es war ein idyllischer Anblick des Dorfes Naundorf.

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