Schwaz in alten Ansichten Band 2

Schwaz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hans Sternad
Gemeente
:   Schwaz
Provincie
:   Tirol
Land
:   Österreich
ISBN13
:   978-90-288-6650-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwaz in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Bereits im [ahre 1979 war der Verlag Europäische Bibliothek an mich herangetreten, über die Stadt Schwaz in Form einer kleinen Fotodokumentation zu berichten. 1980 erschien dann das Büchlein 'Schwaz in alten Ansichten', umfasste einen Zeitraum von 1900 bis 1930 und war sofort vergriffen, sodass eine zweite Auflage gedruckt wurde; auch diese war nach einiger Zeit nicht mehr zu haben. Angespornt durch diese erfreulichen Tatsachen, war ich nun auf eine Anfrage des gleichen Verlages zu Beginn des [ahres 2001 wieder bereit, 'Schwaz in alten Ansichten Band 2' zusammenzustellen. Aus einem kleinen und ausgewählten Teil der Fotomaterialien, die ich während meiner Tätigkeit als Stadtchronist gesammelt und archiviert hatte, habe ich nunmehr versucht, den Betrachter dieses neuen Büchleins nochmals in die ereignisreiche Vergangenheit fotodokumentarisch zurückzuführen, mit einigen Aufnahmen sogar vor die Zeit der Stadterhebung 1899, um dann in weiterer Folge einzelne Entwicklungen und Ereignisse der noch jungen und aufstrebenden Stadt in Bildern und kurzen Texten bis in die beginnende heutige Zeit zu zeigen.

In der Gegend von Schwaz wurde bereits in der Bronzezeit Kupferbergbau betrieben. Aufgrund der geologischen Struktur

lag im Raum um Schwaz einer der ergiebigsten vorgeschichtlichen Kupferbergbaue Zentraleuropas. Urnenfelder in St. Martin und am Pirchanger weisen auf diese Zeit zurück. Von der Frühbronzezeit bis zur La-Tène-Zeit ist der Bergbau nachzuweisen, hat aber wahrscheinlich bis in die Römerzeit angedauert. Schwaz wird als Suates erstmals urkundlich im [ahre 930 genannt. Die Herren von Freundsberg errichteten im 12. [ahrhundert hier ihre Stammburg; ihnen verdankt Schwaz ihren ersten Aufschwung. 1319 wurde ein eigenes Landgericht errichtet und 1326 verschafften sie Schwaz auch einen Wochenmarkt. 1467 wanderten die Freundsberger nach Mindelheim (D), unserer heutigen Partnerstadt, aus, wo einer ihrer berühmtesten Söhne, Jörg von Freundsberg, 1475 geboren wurde. Der Sage nach wurde 1409 durch einen im Boden wühlenden Stier der erste Silberstein am Falkenstein westlich von Schwaz freigelegt. Der Stadt brachten die überreichen Erzfunde (Silber und Kupfer) nicht nur einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung, sonder verhalfen auch Kultur und Kunst zur großen Blüte. Vor allem die schwere Brandkatastrophe am IS. Mai 1809 - bayerische und napoleonische Truppen hatten Schwaz niedergebrannt - und schon vorher der radikale Rückgang des Bergbaues machten Schwaz zu einen armen Ort. Auch der durch Schwaz fließende Lahnbach mit seinen fürchterlichen Ausbrüchen tat sein Übriges. Nur nach und nach konnte sich Schwaz

erholen, vor allem durch die Errichtung derTabakfabrik im Jahre 1830 und der Inbetriebnahme des Schwazer Elektrizitätswerkes 1898, weitere Betriebsansiedlungen folgten, sodass mit der Stadterhebung am 28. April 1899 der erste Schritt zur unaufhaltsamen Neuentwicklung getan worden war, die nur durch die beiden Weltkriege Rückschläge in Kauf nehmen musste. Vor allem aber die Industrialisierung des 20. Jahrhunderts brachte Schwaz wieder zu neuer Blüte.

So manches Jahrhundertproblem konnte in der Zwischenzeit einer Lösung zugeführt werden. Der Oberlauf des Lahnbaches ist gesichert, es erfolgten der Ausbau der Bundesstraße (1933), der Kanalisation mit Klärwerk (ab 1961 in mehreren Etappen), ein Tiefbrunnen beim Sportplatz (1966) und ein Hochbehälter am Kraken (1968) entstand. Die Hauptschule (1949) war das erste bedeutende Bauwerk der Nachkriegszeit, ein neues Schwimmbad (1953), ein großer Sportplatz (1965) und ein Tenniszentrum (1980) entstanden, zwei neue, große Brücken, die Autobahnzubringerbrücke (1972) und die Barbarabrücke wurden( 1984) gebaut; im Osten der Stadt entstand ein großes Schulzentrum (1972) und das Pfarrzentrum St. Barbara (1985), das Krankenhaus wurde erweitert und modernisiert, ein Regional-Altenwohnheim (1983) kam zum bestehenden Altersheim St. Josef (1962) dazu, der alte Friedhof ist nach St. Martin (1960) verlegt worden und die Stadtverwaltung konnte am 14. September 1970 in das alte Handelshaus einziehen. Seither besitzt Schwaz wohl das schönste Rathaus Tirols. Heute ist Schwaz eine aufblühende Stadt mit 12 600 Einwohnern.

In feierlicher Form wurden am 16. Juni 1990 mit Mindelheim

(D), am 4. September 1994 mit Bourg-de-Peage (F), Verbania (I), East Grinstead (GB), Sant Feliu de Guixols (E) und am 10. Juli 1998 mitTramin (I) Partnerschaftsverträge unterzeichnet; mitTrient (I) besteht seit 9. Oktober 1999 ein Freundschaftsvertrag. Am 21. Oktober 1995 wird die Stadt Schwaz in Dublin mit den Goldenen-Partnerschaftssternen für die Verdienste um den Aufbau Europas durch die Europäische Kommission ausgezeichnet und geehrt. Zwei Ereignisse in jüngster Zeit haben nicht nur die Schwazer in Atem gehalten: Der große Felssturz am 10. Juli 1999 am Eiblschrofen im ehemaligen Bergbaugebiet Falkenstein, oberhalb des Ortsteiles Ried, wo über zweihundert Personen evakuiert werden mussten; zwei große Erdschutzdämme schützen nun dieses gefährdete Gebiet. Der Steinsturz am sogenannten Moserstein neben dem Schloss Freundsberg. Am 21. September 2000 war ein zehn Kubikmeter großer Gesteinsbrocken in das Tal gepoltert. Auch hier sind Personen kurzfristig evakuiert worden. Oberhalb des Ortsteiles 'Bleiberg' mussten daraufhin Felsenteile abgesprengt werden; im Dezember 2000 konnte Entwarnung gegeben werden.

Soweit ein Rückblick in Vergangenes und Gegenwärtiges aus der ereignisreichen Geschichte der Stadt Schwaz. Eine Fotodokumentation soll nun den Leser so manches in Erinnerung rufen.

1 Der Großbrand von Schwcz Anno 1809.

Man muß wohl mit einer der großen Katastrophen aus der ereignisreichen Geschichte von Schwaz beginnen, um den Betrachter dieser nun folgenden Ansichten und Erläuterungen einen kleinen Überblick über das stetige Wachsen und Werden von Schwaz wenigstens versuchsweise wiederzugeben. Gleich im Anschluss an das Foto 1 ein Vergleich vom damals blühenden Markt aus dem 16. Jahrhundert.

Bitterste Armut brachte der Tiroler Freiheitskrieg 1809 nach Schwaz, als am 15. Mai dieser einst blühende Markt van bayrisch-napoleonischen Truppen unter General Wrede in beispielloser Grausamkeit fast vollkommen niedergebrannt wurde. Die Empörung darüber ging durch ganz Europa. Dieses von einer

Zeichnung stammende Foto zeigt die Brandkatastrophe. Links im Bild sieht man Vamp, Schloss Sigmundslust und das Stift Fiecht, Bildmitte, links vor der Holzbrücke, die teilweise abgebrannte Spitalskirche, rechts die Schwazer Pfarrkirche, dann

die Burg Freundsberg, darunter die Franziskanerkirche. Dieses Aquarell befand sich im Besitz des Grafen Eberhard Enzenberg in seinem Palais in Schwaz (vormals tannenbergisch) und trug mit Bleistift folgende Inschrift: 'Der Brand van

Schwaz, gesehen vom Kreuzkirchlein bei PiU, mit der im spärlichem Nachtanzuge geflüchteten gräflich tannenbergischen Familie, auch anderen Schwazer Bürgern.' Das Bild ist gezeichnet 'Str ickner'.

2 Schwuz Zentrum 16.Jaluhundert.

Dieses Foto wurde aufgenommen von einem Gemälde, das von der Wallfahrtskirche St. Georgenberg stammt und das Zentrum des damaligen Marktes Schwaz im ausgehenden 16. Jahrhundert zeigt. Links zum Beispiel ist noch die Bruderhauskapelle zu sehen, dahinter der Kirchturm von St. Martin, dann die Kirche 'Unserer Lieben Frauen Himmelfahrt'. Unter dem Schloss Freundsberg sehen wir das Gerichtshaus, daneben das Fuggerwohnhaus, die Hagkapellen zum Freundsberg hinauf; rechts die Franziskanerkirche mit Kloster und unten die Holzbrücke über den Inn mit der überdachten Fleischbank, anschließend die Spitalskirche. Im Zentrum stehen die Gebäude der tannenbergischen und stauberischen Anwesen.

Im Hintergrund ist der Mehrerkopf mit Eiblschrofen, Bergbaurevier Falkenstein sichtbar.

3 Schwaz, Teilansicht der Oberen Marktstraße vomjahre 1857. Diese Abbildung von der Originalfarbzeichnung des Herrn Carl Maschinger aus dem [ahre 1857 - er war damals als Vermesser in Schwaz tätig - zeigt uns die Häuserfront der damaligen Oberen Marktstraße (ab 1899 FranzJosef-Straße) in Blickrichtung nach Osten zur größten spätgotischen Hallenkirche Tirols 'Unserer Lieben Frauen Himmelfahrt' , Fertigstellung 1502. Man vermeint, dass diese, als eine der schönsten Straßenzüge weitum wohlbekannt, vor der imposanten Fassade der pfarrkirche endet; das ist aber nicht so! Knapp vor der Kirche biegt die Straße nach links ab und führt entlang des großartigen Bauwerkes weiter. Zu sehen im Foto ist noch eine abmarschierende Musikkapelle, gefolgt von einer Schützenkom-

panie, vorbei vorne rechts am heutigen Rathaus (seit 1970) und links dem neugotischen Marienbrunnen, der 1852 errichtet und 1952 abgetragen worden war. Ein gleicher Brunnen steht heute noch in Kufstein.

4 Andenken an alt Surheim 1873.

'Andcnken an alt Surheim' so nennt man diesen alten Ortsteil van Schwaz - betitelt sich eine der ältesten Aufnah men aus dem [ahre 1873, die uns die frühere Spornbergerstraße ab der Spitalskirche und Spital am linken Innufer zeigt. Ganz rechts ist noch das alte Gebäude, später Verwaltungsgebäude (Stadtwerke Schwaz) zu sehen, vor dem Umbau; links, in der Bildmitte, steht das Berkmannhaus und dahinter das Geburtshaus von Josef Spornberger, dem Ehrenbürger und Bürgermeister von Schwaz in den [ahren 1864 bis 1890. Daneben ist das Haringhaus (Haringeck) zu sehen, das in

den Siebzigerjahren abgetragen worden ist. Links oben führt eine Straße zum Nachbarort Vamp, rechts zum Bahnhof. 1853 war der Beginn des Baues der Eisenbahn im Unterinntal auf der Stre-

cke Innsbruck Kufstein. Im [ahre 1867 erfolgte der Ausbau der Brennerstrecke. Die altehrwürdigen Einkehrwirt schaften und Gasthäuser, die Werkstätten der Schmiede und Wagner, das Fracht-und

Vorspannwesen wurden dadurch von einer schweren Krise bedroht.

SInnbrückengeschichte um 1880.

Eine besondere Rarität ist diese Foto aus dem [ahre 1880, das uns einen etwas unscharfen aber umso historischeren Blick in Richtung Südwesten von der heutigen Archengasse, damals Langgasse, zu der im [ahre 1822 erbauten Holzbrücke freigibt. Diese war wieder einmal in einem derartig schlechten Zustand, dass es die meisten Fuhrleute vorzogen, mit ihrem Gespann oft weitere Wege zurückzulegen, um ja der berüchtigten Schwazer Brücke auszuweichen. Ein Holzbrückenneubau ersetzte 1887 die alte und dann, nachdem sie schon wieder Baufällig und den immer

stärker aufkommenden Verkehr nicht mehr gerecht gewesen, im [ahre 192 7128 einer Steinbrücke nach Plänen von Clemens Holzmeister weichen musste. Nach einer großen Generalsanie-

mng der Brücke erfolgte am 7. Juli 1987 eine Begehung derselben durch die Verantwortlichen mit anschließender Übergabe durch das Land Tirol an die Stadt Schwaz.

6 Unbebautes Egerdachfeld mit Franziskanerkloster.

In einer alten Aufnahme mit der [ahreszahl 1880 sehen wir das noch unbebaute Egerdachfeld im Bereich der heutigen Gilmstraße in Blickrichtung Nordosten zum Franziskanerkloster und Kirche; dahinter ist die pfarrkirche deutlich zu erkennen. Die gewaltige Menschenansammlung, die der Bergbau um 1500 in Schwaz hervorgerufen hatte, konnte vom pfarrer in Vamp mit seinen Hilfsgeistlichen und Kaplänen (eigene Pfarre Schwaz erst 1645!) nicht mehr betreut werden. Dazu bedurfte es vor allem wortgewaltige Prediger eines Bettelordens, die vom ewig unruhigen Bergvolk als ihresgleichen anerkannt wurden. Darum wurde mit Unterstützung Kaiser Maximili-

ans, durch die Bergherrn und den Ausschuss der Bergknappen 1507 die Errichtung eines Franziskanerklosters beschlossen und noch im gleichen [ahr der Grundstein gelegt.

7 Historische Aufnahme vom Pirchanger zum Zentrum um 1885.

Wieder eine Rarität ist diese historische Fotografie, die uns diesmal das Zentrum des Marktes Schwaz aus dem [ahre 1885 zeigt und zwar vom Ortsteil Pirchanger aus gesehen in Richtung Norden. Im Vordergrund (Bildmitte ) sieht man das alte Bauernanwesen beim 'Cschnallcr", dahinter im Mittelpunkt der große Baukomplex des Franziskanerklosters mit Parkund Gartenanlage, knapp dahinter die pfarrkirche (noch ohne neuen Glockenturm, der erst im [ahre 191 1 gebaut wurde), danach rechts das Kloster der Tertiar-Schulschwestern, gefolgt vom Gebäude des Bezirksgerichtes. Im Hintergrund (links oben) ist das Stift Fiecht zu sehen.

8 Markt Schwaz mit Eiblschrofen um 1890. Seltenheitswert hat diese interessante Aufnahme um 1890, das den Markt Schwaz nur einige Iahre vor der Stadterhebung 1899 zeigt und zwar das Zentrum rechts des Innflusses gelegen. Im Blickpunkt links steht die pfarrkirche und abschließend ganz rechts die Franziskanerkirche mit Kloster. Im Mittelpunkt vorne wird uns die alte Holzbrücke gezeigt. In der Bildmitte steht das große alte Stöcklhaus (Handelshaus,erbaut 1500 bis 1509, ab 1970 Rathaus, mitTürmchen und Turmuhr (1878).DenAbschluss bilden im Hintergrund (rechts oben) nicht nur die Burg Freundsberg,

sondern auch (links oben) die Halden des Bergbaues Falkenstein mit dem Eiblschrofen, wo sich am 10. Juli 1999 oberhalb des Orts-

teiles Ried ein großer Felssturz ereignete; über zweihundert Personen mussten damals in einer Blitzaktion evakuiert werden und konn-

ten erst nach Errichtung zweier großer Erdschutzdämme nach vielen Wochen in ihre Häuser zurückkehren.

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