Schweidnitz in alten Ansichten

Schweidnitz in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Adler
Gemeente
:   Schweidnitz
Provincie
:   Polen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4962-4
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schweidnitz in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Eine Stadt ist nichts Fertiges. Sie ist ein durch Jahrhunderte, manchmal Jahrtausende gewachsener, sich stets weiter entfaltender Organismus. Deshalb versucht dieses Buch, das den Zustand der Stadt Schweidnitz in Bildern der Zeit um die Jahrhundertwende bis in die Jahre unseres eigenen Erlebens dokumentiert, im Text zu den Fotos die historische Dimension wenigstens punktuell anzureißen. Es will und kann keine Geschichte der Stadt sein, doch soll einleitend wenigstens ein Überblick zum Verständnis von Erbe und Vermächtnis beitragen. Schweidnitz, am Ufer der Weistritz gelegen, wird erstmals in einer Urkunde von 1243 genannt. Zunächst zum Fürstentum Breslau gehörend, war es 1291-1392 unter einer eigenen Linie der Piasten, den Bolkonen, Hauptstadt des Fürstentums Schweidnitz-Jauer. Insbesoudere Herzog Bolko Il. (1326-68) und seine Gemahlin Agnes von Österreich Ct 1392) förderten Blühen und Gedeihen der Stadt auf vielfache Weise.

Durch die Vermählung der Erbnichte Bolkos, Anna, mit Karl IV., dem Böhmenkönig und deutschen Kaiser aus dem Haus Luxemburg, fiel die Stadt mit den 'Erbherzogtümern' an die Krone Böhmens und ging mit ihr 1526 an die Habsburger über.

Um 1550 hatte Schweidnitz mit 5 000 Bürgern fast die Einwohnerzahl Breslaus. An wirtschaftlicher Bedeutung nahm es nach der Landeshauptstadt den zweiten Platz in Schlesien ein. Sein Handel ging bis nach Polen, Rußland, Ungarn, Italien, Flandern. Das Handwerk blühte. Weithin berühmt war das Schweidnitzer Bier. Bis 1528 und noch einmal 1621/22 übte die Stadt das

Münzrecht aus. Eine dreifache Mauer mit Türmen und Torkirchen machte sie zum festen Platz.

Der Dreißigjährige Krieg vernichtete das blühende Gemeinwesen. 1648 wohnten noch 200 Einwohner in den 118 Häusern, die von den 1 300 vor Kriegsausbruch übrig waren. Nur langsam wuchs die Stadt wieder. 1716 zerstörte eine Feuersbrunst große Teile, darunter das Rathaus.

Am Neujahrstag 1741 besetzten die Preußen Schweidnitz, das 1742-1753 zur Festung ausgebaut wurde. Der Siebenjährige Krieg brachte neue Leiden. Viermal wechselte die Stadt nach Belagerung und Beschießung den Besitzer und erlitt wieder schwerste Verluste an Menschen und Bauten. Als sie 1763 endgültig an Preußen fiel, war die Einwohnerzahl von 7 100 auf 4 900 gesunken.

Kaum waren die Wunden vernarbt, als nach erneuter Belagerung das Heer Napoleons am 15. Februar 1807 die Stadt besetzte. Der vollständige Niederbruch Preußens führte aber auch zu überfälligen Reformen. Mit der Städteordnung von 1808 wuchs wieder die tätige Anteilnahme der Bürger am eigenen Gemeinwesen, die Gewerbefreiheit von 1810 beendete den lähmenden Zunftzwang, mit der Judenemanzipation (1812) entstand auch in Schweidnitz wieder eine jüdische Gemeinde. Freilich wurden andererseits in der Säkularisation 1810 die Klöster aufgehoben, ihr Besitz beschlagnahmt. Nach den Befreiungskriegen begann der Aufstieg zur neuzeitlichen Stadt. Das Schulwesen wurde neu geordnet, 1819 entstand die Städtische Sparkasse, 1822 das

Theater, 1823 wurde die steinerne Sandbrücke über die Weistritz geschlagen, erste Fabriken siedelten sich zögernd an. 1836 gründete man einen Gewerbeverein, 1844 verband eine Stichbahn nach Königszelt Schweidnitz mit der Breslau-Freiburger Eisenbahn, seit 1849 war es Sitz einer Handelskammer. 1860 wurde die Stadt ans Telegrafennetz angeschlossen, 1863 leuchteten die ersten Gaslampen.

Die endgültige Befreiung von einengenden Fesseln brachte die Aufhebung des Festungscharakters nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg. Ab 1867 fielen die Festungswerke. Breite Straßenzüge mit prächtigen Bürgerhäusern und ein Grüngürtel entstanden, neue Industriebetriebe fanden in der Stadt ihren Standort. Der Bau des neuen Wasserturms (1877) verbesserte die Wasserversorgung, ab 1881 begann die Anlage der Kanalisation. 1891 wurde der neue Schlachthof angelegt, 1892 klingelten die ersten Telefone, 1898 wurde die direkte Eisenbahnverbindung nach Breslau eröffnet, 1907 floß der erste elektrische Strom. Die Aufzählung ließe sich mühelos erweitern; manche Ergänzung bringt der Text zur Erläuterung der Bilder.

Im Jahr 1822 hatte Schweidnitz etwa 11 000 Einwohner, 1855 15 000, 1875 20 000. Da es 1898 die Zahl von 25 000 überschritt, wurde es ab 1. April 1899 kreisfreie Stadt. Heute sind die alten Schweidnitzer in alle Welt zerstreut. Die Gründe sind bekannt. Ihnen, die noch die Erinnerung an ihre Vaterstadt im Herzen tragen, wollen die Bilder dieses Buches sie noch einmal vor Augen führen, wie sie einst war. Unseren Kindern und Enkeln mag darin die

Heimat ihrer Vorfahren lebendig werden.

Da der Verfasser aus eigener Erfahrung weiß, wie nach über vierzig Jahren Bilder der Erinnerung verblassen, hat er die Ansichten als Rundgang durch die Stadt angeordnet. Dies, öftere Querverweisungen und ein kleiner Übersichtsplan mögen auch einem Besucher hilfreich sein. Ein genauer Stadtplan mit Straßenverzeichnis ist im Verlag Ludwig Heege, Reutlingen, erhältlich. Daß der Rundgang Lücken aufweist, manchem Liebes fehlt, erklärt sich daraus, daß nicht für jede Straße, jedes Gebäude Vorlagen vorhanden waren. Auch die vorgegebene Bilderzahl erforderte schmerzlichen Verzicht. Frau Gerda Wild, die Herren Bernhard Lauterbach, Haraid Radtke, Siegfried Raupach, Reinhard Dieter Wolf, die ehemalige 'Katholische Pfarrjugend' , vertreten durch Josi Zappe, und andere unterstützten in dankenswerter Weise das Zustandekommen dieses Buches. Dank gesagt sei auch dem Schlesierverlag Ludwig Heege in Reutlingen (früher Schweidnitz) für die Erlaubnis, einige Ansichtskarten aus seiner Produktion zu verwenden.

An der Abfassung einiger Textpassagen war Herr Siegfried Sauerländer verantwortlich beteiligt, der auch die Korrektur übernahm. Ihm ist für vieles zu danken! Zum Beispiel ist dies bereits das zweite Schweidnitz-Buch, das es ohne ihn nicht gäbe.

Horst Adler

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1. Auf dem zweitältesten Bild dieses Buches (1893) grüßt Schweidnitz mit Rathaus, Stadtwappen und einern Panoramabild (vorn Weistritzufer bei Kroischwitz aus) seine Betrachter und Besucher.

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2. Vom Bahnhof Schweidnitz-Niederstadt kommend, dampft um die Jahrhundertwende ein Zug über die Weistritzbrücke bei Kroischwitz zum Hauptbahnhof. Die direkte Verbindung mit Breslau über Zobten wurde erst 1898 eröffnet und 1904 durch das Schlesiertal bis Charlottenbrunn verlängert. Schneller kam man in die Landeshauptstadt mit Umsteigen in Königszelt. Dieser Anschluß an die Breslau-Freiburger Eisenbahn (1843) bestand seit 1844.

Monumentalbauten in Schweidnitz.

Haupt- und Oèrrtral-Bahnhof Oberstadt.

Den spateren Generationen zur Erinnerung.

Schweidnitz

Oberstadt, Bahnhof.

L. H:. 173.

3. Recht bescheiden wirkt der niedrige Fachwerkbau des 1861 errichteten Bahnhofsgebäudes, das etwas südlich des heutigen stand. Der erste Schweidnitzer Bahnhof entstand 1844 als Kopfbahnhof zwischen Vorwerkstraße und Kanonenweg; als die Strecke bis Reichenbach weitergeführt wurde, brach man die einfache Konstruktion ab und baute sie in der Nähe des im Bild gezeigten Gebäudes wieder auf (1856). Im Hintergrund, schon jenseits der Gleise, erhebt sich an der Bahnhofstraße das Gasthaus 'Zur deutschen Eiche' (Nr. 116).

4. Der Wilhelmsplatz wurde als Bahnhofsvorplatz vor den Festungswällen, die ab 1867 fielen, großzügig angelegt. Das Bahnhofsgebäude von 1861 wurde 1903-1905 durch das bis jetzt stehende - 1938 im Innern umgebaute - ersetzt. Das Hotel 'Hindenburghof' (links hinter den Bäumen) - 1895 als 'Thamrns Hotel' gegründet - fiel dem Bombenangriffvom 17. Februar 1945 zum Opfer.

5. Stadteinwärts stand rechter Hand in den Bahnhofsanlagen seit Oktober 1922 das von Dorothea von PhilippsbornJStrehlitz zur Erinnerung an die Abstimmungskämpfe und die Abtrennung Ostoberschlesiens geschaffene Granitdenkmal mit der Darstellung Wielands des Schmieds. Die Künstlerin schuf später auch das Standbild in der neuen Artilleriekaserne, der Barbara-Kaserne (Nr. 88).

Schweidnifz. Wilhelmplatz.

6. Durch gepflegte Anlagen führt der Weg in Richtung Stadt. Freilich waren 1915 die Bäume noch jung und spendeten kaum Schatten. Aber die bekarmten Gebäude um den Wilhelmsplatz sind alle schon da: die Braukommune, letzte Erinnerung daran, daß Schweidnitz im Mittelalter als Bierstadt in Europa berühmt war, dahinter das Gericht mit dem Gefängnis, beide auf dem Gelände des einstigen Dominikanerklosters, im Hintergrund das Reichsbankgebäude, rechts die Hauptpost. Vorn steht das erste der beliebten Milchhäuschen (1913), die Stadtgutbesitzer Fritz Scharf an verschiedenen Stellen der Stadt (Niedertor-, Margaretenplatz) errichten ließ. Das Panorama überragen die katholische Stadtpfarrkirche und der Wasserturm.

7. Zwischen Gericht und Post führt die Untere Wilhelmstraße (1933 Kaiser-Wilhelm-Straße) im Verlauf des alten Festungswalls zum Niedertorplatz; wir folgen ihr nur bis zum Sedanplatz. Im Hintergrund loekt der Zobten zu Ausflügen. Die stattlichen Bürgerhäuser auf der linken Straßenseite zeugen vom Reichtum der wilhelminischen Zeit.

AM SEDA PLATZ

8. Mit dem Reichsgründer Otto von Bismarck blieken wir auf den Sedanplatz mit der katholischen Mädchenschule (Sedanschule 1875 als evangelische Mädchenschule erbaut, ab 1903 überwiegend, später ganz katholisch), dem Wasserturm (1877, erhöht 1902/03) und der nach Plänen Opplers 1877 errichteten Synagoge. Sie fiel dem Pogrom des 10. November 1938 zum Opfer.

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