Schwelm in alten Ansichten Band 1

Schwelm in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gerhard Kleinhempel
Gemeente
:   Schwelm
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2898-8
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwelm in alten Ansichten Band 1'

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19. Diese alte Ansichtskarte zeigt uns die St. Marienkirche von der Haynauer Straße ausgesehen. Zwischen den beiden Pfarrhäusern, die noch stehen, die katholische Schule; 1903/04 wurde sie groß urn- und ausgebaut. Sie richtete ihren Westgiebel zur Bahnhofstraße und zur Marienkirche. Am 3. März 1945 zerstörten Bomben die Schule. Die Marienkirche, die ebenfalls ausgebrannt und wiederaufgebaut worden war, mußte 1968 einer neuen und modemen Kirche weichen. Hundertvierunddreißig Jahre hatte das alte Gotteshaus von St. Marien Schwelm auf seinem steineren Buckel, Ihre erste Kirche baute die katholische Gemeinde etwa drei Jahrzehnte nach dem Dreißigjährigen Krieg. Sie wurde zweimal ein Opfer der Flammen: Beim Stadtbrand 1722 wurden Schule und Pfarrhaus ganz zerstört, die Kirche teilweise. 1827, beim grotsen Stadtbrand. brannte sie mit Pfarrhaus und Schule gänzlich nieder.

20. Wo heute die Kläranlage Schwelms Abwasser reinigt, war früher die Schwelme zu stattlichen Gondelteichen gestaut. Zwanzig Jahre stand hier ein Ausflugslokal, das in seinen Glanzzeiten dreitausend Sitzplätze hatte und Gäste von nah und fern anlockte. Was Bewirtung und Unterhaltungsmöglichkeiten anbelangte, war die Schnupftabaksmühle bei Schulen, Vereinen und Familien weit und breit als Ausflugsort sehr beliebt. Dieses einst abseits von der großen Verkehrsstraße gelegene alte Gebäude entwickelte sich in wenigen Jahren zu einem Vergnügungslokal ersten Ranges. Aus einem Bauernhaus mit einer kleinen Mühle und Teichanlage entstanden im damals anmutigen Schwelmetal Anlagen, die ihresgleichen in der ganzen Gegend suchten. Das damals größte und bekannteste Ausflugslokal des Bergischen Landes entstand in den Jahren 1886-1890 aus den allereinfachsten Verhältnissen.

21. Wie alte Kaufverträge berichten, kaufte 1812 der ehrsame Bürger und Müller Peter Hogarn aus der 'Mairie Schwelm' für 4 570 Reichstaler die an der Schwelme gelegene Schnupftabaksmühle, später umgebaut in eine Getreidemühle. Als die Mühle wegen häufigen Wassermangels nicht mehr recht gehen wollte, wandelte der älteste Enkel von Peter Hogarn die Mühle in ein Ausflugslokal um. Ernst Hogard (Hogarn) beschaffte sich zunächst etliche Kähne und betrieb neben der Getreidemühle anfangs eine Kaffee- und Milchwirtschaft. Später wurde der Mühlenteich vergrößert und um ihn schattige Wege angelegt mit lauschigen Winkeln. Neben dem Mühlenteich entstand bald ein besonderer Gondelteich. Auch die Mühle veränderte sich. Der Süd- und Ostseite des Hauses wurden Veranden vorgebaut, große Stallungen für Pferde errichtet. Die große Attraktion war damals ein großes WasserkarusseU mit sechs Kähnen, Es wurde elektrisch betrieben. Den Strom erzeugte die Mühle.

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SCHWELM

Bahnhof

22. Es war ein großes Ereignis für Schwelm, als am 9. Oktober 1847 zum ersten Male ein 'Dampfroß' auf der eben fertiggestellten Teilstrecke von Elberfeld nach Schwelm stampfte und dampfte. Am 20. Dezember 1848 konnte sie bereits bis Dortmund durchgeführt werden. Die Arbeiten hatten bcreits am 12. Juli 1844 begonnen. Als die Bergisch-Märkische Bahnstrecke gebaut wurde herrschte in Schwelm noch die Textilindustrie vor. Die neue Verkehrsverbindung, die nun bequemeren Transport der Kohlen aus dem Ruhrgebiet ermöglichte, begünstigte die Entwicklung der Eisenindustrie, die bald die Textilindustrie überflügeln sollte. In seiner hundertneunundzwanzigiährigen Geschichte hat der BergischMärkische Bahnhof in Schwelm viele Veränderungen und Umbauten erfahren. Die erste Erweiterung des Stationsgebäudes erfolgte bereits 1865, achtzehn Jahre nach Eröffnung der Eisenbahnstrecke zwischen Elberfeld und Schwelm.

23. Diese Ansichtskarte aus dem Jahre 1905 läßt erkennen, daß der Bahnhof Schwelrn einen Anbau bekommen und die beiden mittleren Trakte unten drei Fenster erhalten haben, die Straße ausgebaut und links neben dem Bahnhofsgebäude ein Haus errichtet wurde. Gründlich verandert hat sich in den letzten Jahren der Platz am Bahnhof in Schwelm. Ihn durchschneidet die Ladestraße, die jetzt Eigentum der Stadt Schwelrn ist. Gegenüber dem Bahnhof erstand vor über hundert Jahren ein bergisches Schieferhaus, das 1945 zerbombt wurde, Sein weniger schönes Hintergebäude wurde erst einige Jahre nach dem letzten Krieg abgerissen. Verschwunden sind auch die Gebäude des Güterbahnhofes, der erst später auf seinen heutigen Standort westlich der Hattinger Straße verlegt wurde. Nach den Plänen des Gartenarchitekten Otto Schäfer entstand vor dem heutigen Bahnhof Schwelrn eine schmucke Grünanlage mit Kinderspielplatz und vielen Bänken,

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Bat.nhof

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24. Bis 1902 waren die Bahnsteige des Bahnhofes Schwelm noch ohne Überdachung. Die Schwelmer Zeitung schrieb am 11. September 1902: In letzter Zeit hat der Bahnhof Schwelm bedeutende Verenderungen erfahren. Nachdem das zweite Gleis verlegt worden, ist zwischen diesem und dem dritten ein neuer, zweiter Bahnsteig geschaffen worden. Den bisherigen freien Übergang ûber die Schienen verhindert in Zukunft ein langes Eisengitter, das sich in der ganzen l.änge des Bahnhofs ausdehnt und nur kleine Pforten für die Bahnbeamten aufwelst. Am 8. November 1902 war die Unterführung nach einer recht langen Bauzeit endlich fertiggestellt. Die Reisenden brauchten nun nicht mehr das erste und zweite Gleis zu überschreiten, wenn sie einen Zug in Richtung Rittershausen, Barmen, Elberfeld, Düsseldorf und Köln benutzen wollten. Verschwunden sind seit Jahrzehnten das lange Eisengitter, die Überdachung am Gebäude und die Gaslaternen.

25. Bliek von der heutigen Hauptstraße in die untere Drosselstrafse. Links durch das Tor gelangte man zum alten Rathaus, dem dritten Schwelms. Vor etwa neunundreißig Jahren wurde es abgerissen, genau wie die alten Häuser in der Mitte, die weit über die Fluchtlinie ragten. Im Hintergrund oben der Giebel des Hauses Ischebeck. Nach diesem wurde nun die neue Fluchtlinie des Neubaublocks 1937 ausgerichtet. Zum alten Rathaus hier an der Drosselstraße gehört früher auch die Polizeiwache mit den Arrestzellen ?. und Polizeiwachtmeister Heinecke bewirtschaftete noch lange den Garten, der hinter der Mauer lag. Uber das Haus Niggeloh (rechts) wird berichtet, daß das Gebäude 1660 als Bauernhaus errichtet worden sei, Die südlich gelegenen Häuser hätten ursprünglich als Stall und Scheune und erst später als Wohnhäuser gedient,

26. Hier ein Bliek durch die frühere Drosselstraße zur Hauptstraße. Die Drosselstraße verdaukt ihren Namen nicht etwa dem Vogel, sondern der alten Flurbezeichnung 'In der Drossel', So hießen nach dem Urkataster von 1828 die vier Parzellen, auf denen heute die 1937 errichteten Wohnhäuser Drosselstraße 3 bis 7 stehen. Zum Hause Niggeloh, das lange der Bauernfamilie Berger gehörte, wird noch folgendes berichtet: Viele Landereien gehorten zu diesem Hof, bis über die Wilhelmstraße hinaus. Ein schmaler Hohlweg war damals die Drossel, an dessen Seite das Wasser durch dicke Steinwände eingefaßt, von der jetzigen Sophienhohe und dem einstigen Pannenberg kommend herunterfloß, Weiter floß es die Wilhelmstraße herunter. ... Somit dürfte das frühere Eckhaus Niggeloh zu den ältesten der Stadt gehört haben. Heute steht hier ein moderner Geschäfts- und Wohnbau.

27. Der Schwelmer Brunnen stellte in früheren Jahren ein kleines Vergnügungszentrum für sich dar. Waren die Brunnenanlagen und die großen und kleinen Gaststatten mit fröhlichem Menschengewimmel gefüllt, atrnete das Friedrichsbad dagegen vornehme Würde, Stallungen und Rernisen boten Raum für Wagen und Pferde, die in reichem Maße aus der Umgebung hier vorfuhren. Wilhelm Heute schreibt in seinern Buch 'Käpp vam Müöllenkoattcn': En Saai niäwen däm annern wor gebaut, un ät hiätt 'ne Tied gegaf, do woen alles in allem am Brunnen acht Sdle, [ast so viioll as Hûüser. Un bolle in jedem wor sunndags gedanzet... Seit Sommer 1953 ist Haus Friedrichsbad Tagungsstätte des Arbeitgeberverbandes Nordrhein-Westfalen. Im Oktober 1965 konnte ein moderner Erweiterungsbau des Bildungszentrums 'Hans Friedrichsbad' seiner Bestimmung übergeben werden.

28. Als am 1. September 1897 die 'Barmer Straßenbahn' ihre Gleise bis nach Schwelm zum Brunnen ausdehnte und den Verkehr mit der 'Elektrischeu' aufnahm, balmte sich eine neue Blütezeit für den Schwelmer Brunnen an. 'Brunncn' und 'Elektrische' wurde zwei Begriffe, die in dieser Form mit ganz besonderer Bedeutung in den heimisehen Sprachschatz eingegangen sind. Am Brunnen da waren die Tanzlokale, die Pferderennbahn, das Friedrichsbad, die Kinderspielplätze, die vielen Anziehungspunkte für heimische und auswärtige Besucher. Insbesondere fuhren Barmen und Eiberfelder mit der Straßenbahn nach Schwelrn. Mittwochs, samstags und sonntags erlebte sie - abgesehen von späteren großen Renntagen - ihre Verkehrshöhepunkte. Die alte Ansichtskarte aus dem Jahre 1899 zeigt einen Straßenbahnwagen vom Typ 'Siemens' an der Endhaltestelle am Brunnen.

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