Schwelm in alten Ansichten Band 1

Schwelm in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gerhard Kleinhempel
Gemeente
:   Schwelm
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2898-8
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwelm in alten Ansichten Band 1'

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29. Eine Ansichtskarte aus der Zeit, als die Straßenbahn noch bis zum Schwelmer Brunnen fuhr. Hinter den Bäumen die Gartenwirtschaft Albert Sander. Unter den 'Brunncnt-Wirten waren originelle Figuren. Zu ilmen zählte man Albert Sander, dem man im Volksmund den Beinamen 'Bismarck' zugelegt hatte. Sein Lokallag hinter dem von Feldhaus und hatte einen riesigen Garten mit Kinderspielplatz, Karussell und Schiffsschaukel. Niemand wagte es in seinern Haus Krach zu machen oder aus der Reihe zu tanzen. Im Gegenteil, alles tanzte schön in der Reihe und für diese Ordnung sorgte 'Bismarck' an allen großen Tagen höchstpersönlich. Während Mutter Sander an der Theke für flotte Abwicklung sorgte, schwang ihr Mann im Saal die Schelle und hielt die Tanzpaare unter Aufsicht. Damals konnte man noch kleine Helle für zehn und 'Salönchen' für fünf Pfennig trinken.

Schwefelt elch bei Schwelm

30. Der große Schwefelteich in den Roten Bergen gehört schon lange der Vergangenheit an. Heute befindet sich dort der Sportplatz von Grün-Weifs Schwelm. Seit 1576 wurde da, wo später sich die sogenannten Roten Berge sich erhoben (nordöstlich von Schwelm), ein Alaun- und Vitriolbergwerk betrieben. Dasselbe gehörte im Jahre 1638 dem Staate und brachte dernselben von 1638 bis 1647 insgesamt 122 Taler ein. 1690 wurde das Bergwerk, nachdem man bereits vorher das Bergwerk autgegeben hatte, da man keine geeignete Substanz mehr fand, noch einmal untersucht und dann geschlossen. Das Werk soll zu zwanzig bis dreißig Fuß tief gebaut worden sein und das Wasser in dieser Tiefe überhand genommen haben,

31. Das Brunnenhaus zu Schwelm (rechts). Die erste Nachricht von einem heilkräftigen Brunnen stammt erst aus der Zeit um 1650. Ado1f Wilhelm Raitz von der Frentz soll jeden Morgen zu der damals in sumpfigem Gelande liegenden Quelle gegangen sein, um daraus zu trinken; er soll auch die in dem benachbarten Bergwerk arbeitenden Leute auf die Heilkraft hingewiesen haben. Das weitere Bekanntwerden verdankt die Quelle in Schwelm dem in der Nähe wolmenden Gastwirt Neuhaus, der im Mai 1706 die beiden zu einer Badereise nach Pyrmont anschickenden Schwelmer, Pastor Heinrich Ambrosius 11. Moll und Gerichtsschreiber Stock, auf die ebenso heilkräftige Schwelmer Quelle aufmerksam machte. Schnell hatte sich der Ruf von einigen gelungenen Kuren verbreitet. Die Quelle wurde nun gereinigt, in einen achteckigen steinernen Kump gefaßt und darüber ein Häuschen gebaut.

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f'ried. ichsbcd

32. Die 1731 angepflanzten Alleen, die gute Verpflegung in den Wirtshäusern, ließen zahlreiche Leute zu längerer Kur oder zu einem Nachmittagskaffee zum Schwelmer Brunnen strömen, Die letzteren Besucher waren jedoch in der Überzahl, aus dem Heilbrunnen wurde mehr und mehr eine Erholungsund Vergnügungsstätte des bernittelten Bürgers. 1777 gab es vier Brunnenwirte, und der Accisabschluß des Jahres 1777/78 berechnet einen Steuermehrbetrag von fünfzig Talern für Wein.

Diese Ansichtskarte zeigt das Friedrichsbad irn Jahre 1906.

taurent zur Post ven Gust. Feldhaus

33. Dieser Postkartengruß vom Schwelmer Brunnen ging am 24. August 1903 nach Stockerau in Niederösterreich. Der Ankunfststempel besagt, daß sie dort bereits am 25. August dem Ernpfänger zugestellt wurde. Die Karte zeigt das Restaurant zur Post (Gustav Feldhaus). Hier lief auch die Straßenbahn der Barmer Bergbahn in einer Weiche aus. Wenn der letzte Wagen um 23.10 Uhr vom Brunnen abfuhr, gingen die Schaffner in die Wirtsohaften am Brunnen - es sollen damals fünf an der Zahl gewesen sein - und holten die letzten 'Spätheimkehrer' heraus. Es waren meistens die gleichen Fahrgäste, die den Ietz ten Wagen benutzten. Als Belohnung gab es dann stets ein Halfken. Die Fahrgäste ließen derartige 'Trinkgelder' bei den Wirten für Fahrer und Schaffner gutschreiben, und nach Dienstschluß ging es dann in die Runde, um die 'Gutschriften' zu verkonsurnieren.

34. Sonntag für Sonntag sowie an Feiertagen ergoß sich ein Strom von Menschen aller Schichten aus der Straßenbahn und den Kutschen. Sie kamen aus der Stadt im Tale der Wupper und bevölkerten die Gaststätten und Säle am Schwelmer Brunnen. Aber auch die Schwelmer Vereine feierten am Brunnen ihre Feste. Hier eine Karte vom Sommertest des Schwelmer Bürgervereins am 14. Juli 1904 bei Ribbe (Friedrichsbad). Eine große 'Schinkenbutter mit Kartoffelsalat' kostete damals in den Gaststatten am Schwelmer Brunnen ein 'Kaßrnännken' (fünfundzwanzig Pfennig). Für eine Portion Kaffee auf 'Bergische Art' (mit Stuten, Kuchen, weißen Käse) zahlte man zwischen siebzig und achtzig Pfennige,

Schwetm

Friedrichsbad

35. Wie ein Historiker um 1800 schreibt, kamen viele Tausende zum Schwelmer Brunnen. Die Stadt Schwelm und das Dorf Möllenkotten faßten bei weitem nicht die Menge der Hilfesuchenden; unter Hecken und Büschen an den Wegen lagen die Menschen umher, die ihren Vorrat an Lebensmitteln bei sich führend von nah und fern herbeiströmten, um bei den Wunderwassern Gesundheit zu suchen. Allerdings wurde das Wasser in den Jahren immer weniger und schließlich versiegte der Brunnen. Es fanden nun in der Hauptsache Feste und gesellige Zusammenkünfte statt; vor allem in dem 1785/86 erbauten Saale des sogenannten Friedrichsbades (Ansichtskarte), das seinen Namen sicher der Begeisterung für den Alten Fritz verdankt. Das Gebäude hat wohl einige Andertingen erfahren, steht aber noch. Der Teich im Vordergrunde ist allerdings verschwunden.

Schwelm

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36. Nur noch wenige jener alten Bäume, die einst auf die fröhlichen Kinderspiele, auf die Badegäste und das Liebesgeflüster vieler Generationen in den Brunnen-Anlagen herabschauten, stehen noch. Diese Ansichtskarte 'Partie in den Brunnen-Anlagen' stammt aus dem Jahre 1904. Wilhelm Heute schreibt in seinem Buch 'Käpp vam Müöllenkoatten', das in Schwclmer Platt geschriebcn ist, über den Schwelmer Brunnen unter anderem: ... At war behauptet, datt dä Schwelmer Brunnen biätter gewiäß wö as dä in Pyrmont. Leeder es duren dä Biärgwiärke, dä Roen Biärge, wä inne Nöchte woen, in dä achziger Joahren dä Brunnen ganz verdroget, un vandage erinnert us bloß dà Name noch dodran, datt hier frogger 'n vornähm un lustig Lidwen gewiäß eß.

37. Das Haus Altmarkt 14 wurde erbaut nach dem Stadtbrand 1722 von dem Gastwirt und Weinhändler Johann Peter Schönebeck. Es hatte auf dem Markt entschieden eine beherrschende Lage und bildete bis in das 19. Jahrhundert den Sammelpunkt für das gesellschaftliche Leben. 1769 erwarb der Bierbrauer und Branntweinbrenner Peter Braselmann die Besitzung. Drei Generationen dicser Familie gingen aus dem Haus 'in der Schönebecke' hervor. Als der Gastwirt Carl Braselmann am 28. Oktober 1845 unverheiratet und kinderlos verstarb, kam es für 9750 Taler an den Kaufmann Carl Rump. Vor über zweihundert Jahren war hier ein Hotelbetrieb untergebracht, wie wir ihn in seiner damaligen Größe heute in Schwelm nicht mehr kennen. Zu diesern Gasthaus mit Brauhaus gehörte auch das große Sandsteingebäude in der Hofgasse, das unmittelbar in Verbindung mit dem Hauptgebäude stand.

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38. So sah es am Bahnhof Schwelm noch bis zum Zweiten Weltkrieg aus. Die Gebäude im Vordergrund sind verschwunden, der Güterbahnhof (rechts im Hintergrund) wurde westlich der Hattinger Straße verlegt. Hinter der Bergisch-Märkischen Eisenbahn ragen die Schornsteine des Schwelmer Eisenwerkes zum Himmel, das im Jahre 1886 von August Müller gegründet wurde. Vier Generationen befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz: August Müller, Albano Müller, DI, Albano Albano-Müller und DI. Armin Albano-Müller, Viele Bürger der Stadt Schwelm fanden und finden Arbeit, Brot, Lebensaufgabe, Wohnung und neue Heimat durch das Schwelmer Eisenwerk Müller & Co. GmbH. Eindracht erwerbet, Zweydracht verderbet. Unter diesem Sinnspruch haben die Chefs durch zielstrebigen und selbstlosen Einsatz für das Werk einen guten Platz im Kreise der bedeutenden Industrie-Unternehmens unseres Gebietes im In- und Ausland erworben. Das Werk kann sich rühmen, das erste elektrisch geschweißte Eisenfaß herausgebracht zu haben. Es ist die älteste Faßfabrik in Deutschland.

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