Schwelm in alten Ansichten Band 1

Schwelm in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gerhard Kleinhempel
Gemeente
:   Schwelm
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2898-8
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schwelm in alten Ansichten Band 1'

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Schwelm i. W. ~

Mllllenkoflen.

39. Im Schutz und Schatten mächtiger Kastanien trotzte einst Rentrops Hof (links im Hintergrund) den Jahrhunderten, bis Bomben ihn im Zweiten Weltkrieg zerstörten und der kümmerliche Rest dem Ausbau der Nordtangente (Kaiserstraße) weichen mußte (1962). Zum Hofe Rentrop gehörte früher wertvolles Gelände. Wo einst seine Acker und Wiesen irn Ortsbereich Möllenkotten lagen, stehen heute die Wohnhäuser der Kaiserstraße, die Schule Möllenkotten und die Firma Gust. Rafflenbeul.

Der Wohlstand der Familie Brasclrnann-Rentrop gestaltete auch das Haus. Mit seinen Doppelfenstern nahm es mehr und mehr das Aussehen eines Patriziershauses an. Auf seinem Vorplatz sammelten sich die Kauffahrteifahrzeuge, wenn sie nach Mittel- und Westdeutschland fahren oder die Leipziger Messe besuchen wollten. Links das Fachwerkhaus ist ebenfalls vor einigen Jahren abgerissen worden.

40. Die Krefftsche Mühle, später Adams Hammerwerk, das samt dem Teiche 1935 dem heutigen Schwelrnebad weichen mußte. Das wuchtige Wasserrad sollte damals im Hause Woeste (Kölner Straße) an Stelle des früheren Mühlenrades aufmontiert werden. Das war jedoch technisch nicht möglich. So landete es neben dem Haferkasten auf dem Hof des früheren Heimatmuseums an der Schulstraße (heute Stadtbücherei) und verschwand in den Wirren des Krieges und Nachkrieges. Die Mühlen waren in früheren Jahrhunderten eine wichtige Einnahmequelle für Schwelm, Die älteste Mühle wurde in unserer Stadt im Jahre 1592 erbaut. Außer den Wassermühlen hatte Schwelm auch eine Windmühle, die 1684 'auf dem sogenannten Fillkülchen' erbaut wurde. An die Schwelmer Mühlen erinnern heute nur noch Namen wie 'an der Windmühle', Schnupftabaksmühle, Mühlentelch, Lohnmühle, Windmühlenstraße.

41. Wenn man von Schwelm berichtet, dann darf man keinesfalls das Schwelmer Heimatfest vergessen, das seit Jahren mitten in der Stadt durchgeführt wird. Jeden ersten Sonntag im September veranstalten die zwölf Schwelmer Nachbarschaften einen Heimatfestzug, Ernste, historische und heitere Darstellungen formen seinen heutigen Charakter. Festzüge haben in Schwelm eine langjährige Tradition. Schon am 12. August 1857 ist in der Schwelmer Zeitung zu lesen, daß die Mitglieder der 'hiesigen vereinigten Gesellenherbergen in Stiffungsfest mit einem großen Zug durch die Stadt eröffnen. Die Tradition der Handwerkerzüge wurde auch in der seit 1862 bestehenden Kolpingsfamilie Schwelm gepflegt.

Auf dieser Karte ist der erste Heimatfestzug beim Marsch über die Barmer Straße (heute Hauptstraße) zu sehen. Er lief damals unter dem Motto 'Dä Koalenzug'. Dank des Einsatzes der Nachbarschaften hat sich das Schwelmer Heimatfest bis in unsere Zeit hinein erhalten.

42. Diese Postkarte aus dem Jahre 1905 erinnert daran, daß in Schwelm immer gern Bier getrunken wurde. Eine Urkunde anno 1722 vermerkt, daß das Brauen Hauptnahrungsquelle der Schwelmer war, die damals allerdings ihr Bier in die naheliegenden Bauernschaften exportierten. Brauereien gab es früher im Möllenkotten und in der Oberstadt. Dr. Tobien schreibt in seinem Buch 'Bilder aus der Geschichte von Schwelm': Beträchtlich war im Jahre 1738 die Zahl der Brauer und Brenner, deren es nämlich etwa 30 gab; dabei ist freilich zu berücksichtigen, daß dieselben zugleich die Umgegend von Schwelm mit ihren Produkten versorgten, Besonders interessant ist die mitunter vorkommende Verbindung dieser beiden Gewerbe oder eines derselben mit einem anderen, z.B. Jorgen v. Heede, Bildhauer und Fuselbrenner; Witwe Goldenberg, Fuselbrennerin und Zwirnerin; Fabrikant, Brauer und Fuselbrenner; preußischer Soldat und Fuselbrenner.

Auch heute noch floriert die Braukunst in Schwelm.

43. Verschwunden sind aus dem Stadtbild Schwelms nicht nur alte schöne Bauten, sondern auch die Pferde. Auch sic wurden ein Opfer unserer modernen Zeit. Wer erinnert sich noch an die schweren belgischen Gäule, die die Bierwagen der Brauerei Schwelm die Berge ringsherum hinaufzogen. Sie waren stets sauber gestriegelt und mit blitzenden Messingbändern und -ketten behangt, Natürlich waren sie wohl genährt, denn sie mußten schwere Arbeit leisten. Sie waren stets ein schöner Anblick in den Mauern unserer Stadt. Die schweren Brauereipferde brachten aber damals nicht nur die Bierfässer zur Kundschaft, sondern auch die Eisstangen, die ebenfalls in dcr Brauerei Haarmann & Kathagen fabriziert wurden. Die Kutscher trugen schwere Lederschürzen, die vor Verletzungen durch die gewichtigen Bierfässer schützten, Im ersten Heimatfestzug zog dieser Wagen der Brauerei Schwelm mit.

44. Das Verwaltungsgebäude der Brauerei Schwelm, eins der schmucksten Patrizierhäuser Schwelms, ist, genau wie das frühere alte AOK-Gebäude, das bereits vor Jahren abgebrochen wurde, schon auf dem Stadtplan von 1722 eingezeichnet. Die beiden Häuser blieben von den Stadtbranden 1722 und 1827 sowie von der Bombardierung im März 1945 verschont. Es ist anzunehmen, daß sie umgebaut worden sind, da der bergische Baustil an beiden Häusern ja erst Mitte des 18. Jahrhunderts aufkam. 1722 befanden sich westlich des Brauerei- Verwaltungsgcbäudes, etwa in gleicher Höhe mit diesern, parallel zur Stadtmauer, zwei kleinere Gebäude, die ebenfalls der Stadtbrand verschonte. Auf einem Plan vom August 1871 sind statt dieser zwei auf demselben Grundstück drei andere, größer und aneinander gerückt. Das westliche erstreckte sich bis etwa zur Höhe der Mitte des Scherzschen Druckercigebäudes,

Schwalm

Kaiserstrasse

45. Vor hundert Jahren wurde die Schule Möllenkotten (Kaiserstraße) bezogen. Die Bauplatzwahl beruhte nicht auf Zufall. Die Schulnöte der Möllenkotter wurden immer größer. Am 15. Oktober 1874 begann der Unterricht in der dritten Klasse. Als Schullokal wurde das Zimmer hergerichtet, welches bisher der Kleinkinderschute im alten Schulgebäude überlassen war. Die Einrichtung blieb jedoch provisorisch. Schon blickte man auf den Neubau mit vier Klassen, der am 27. April 1876 bezogen werden konnte. Pastor Patze hielt damals die Weihrcdc. Die Schule Kaiserstraße wurde 1894 durch einen Anbau Richtung Westen verlängert. 1898 wurde eine ehemalige Rektorenwohnung in zwei Klassenräume verwandelte, die alte hölzerne Schmaltreppe durch eine breite Sandsteintreppe ersetzt.

46. Die Freiwillige Feuerwehr Schwelm kann auf ihr einhundertjähriges Bestehen zurückblicken. Sie wurde am 16. August 1876 gegründet, Erster Kommandant war August Sternenberg. Nach seinem Rücktritt im Jahre 1887 übernahm Carl vom Hagen die Leitung der Schwelmer Wehr. In der Sackgasse, auf dem Fronhof und in der überstadt befand sich damals je ein Spritzenhaus. Nachdem ein großes Spritzenhaus an der damaligen Gasanstalt gebaut worden war, wurde das Spritzenhaus in der Sackgasse 1878 aufgegeben. Erst 1882 errichtete man auf dem Neumarkt ein Steigerhaus, Es wurde später auf dem Platz an der Gasanstalt, dann auf den Mühlenteichplatz verlegt, vor einigen Jahren abgebrochen. Heute hat die Schwelmer Wehr ein großes modernes Hauptgerätehaus und je eines auf dem Winterberg und in Linderhausen.

47. Das Bild am Kirchplatz in Schwelm wurde durch Fliegerbomben im März 1945 vollkommen verandert. Alle Gebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht und nicht wiederaufgebaut.

Die Einweihung der Pauluskirche geschah am 25. November 1875. Leider wurde sie nur siebzig Jahre alt. Über den Neubau der reformierten Kirche zu Schwelm wurden in einem alten Lagerbuch der reformierten Gemeinde folgende Eintragung gefunden: Als im Jahre 1874 unsere bis dahin turmlose Kirche in ihrem oberen Teil umgebaut und ihr zugleich ein Turm vorgebaut werden sollte, stellte sich der bauliche Zustand der Seitenmauern der alten Kirche so schlecht heraus, daß dieselben bis auf die Grundmauern niedergelegt werden mußten. Auf die alten Fundamente wurde eine neue Kirche mit Ziegelstein-Mauerwerk aufgebaut.

Schwelm

Reform. Kirche u. Pfarrhaus

48. Am 10. Oktober 1897 wurde das Kinderheim an der Ringstraße - so nannte man damals die Lessingstraße - eingeweiht. Für Schwelm war dies ein bedeutsames Ereignis, Der Plan, in Schwelm ein Kinderheim zu bauen, bestand schon 1879. Aber erst im April 1896 konnte man mit den Ausschachtungsarbeiten beginnen und am 31. Mai 1896 den Grundstein legen. Der Erbauer, Stadtbaumeister Theedor Clef, verstarb neun Monate nach der Einweihung des Kinderhauses im Alter von vierundvierzig Jahren, Erste Leiterin des Heimes war Schwester Julie. Im Zweiten Weltkrieg diente das Kinderheim anderen Zwecken. Mit dreißig Kindern begann 1947 Hausvater Sprinz wieder den Kinderheimbetrieb. Heute ist das alte Gebäude umgebaut und modernisiert, einige Neubauten kamen hinzu.

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