Seehausen in alten Ansichten Band 1

Seehausen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Kurt Maass
Gemeente
:   Seehausen
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5900-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Seehausen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Gründung der Stadt Seehausen stehtin engem Zusammenhang mit der Eindeichung der Eibe durch die Holländer unter Markgraf Albrecht dem Bären. Als Gründungsjahr gibt der Dominikaner KORNER in einer Chronik das Jahr 1151 an. Fest steht aber auch, daß es am Aland in der heutigen Altstadt vor dem Jahr 1000 eine Burg gegeben hat. Diese Burg bestand zuerst nur aus Holz und war von Wällen und Gräben umgeben. Nach einem Brand wurde sie erneut aufgebaut. Neben der Burg stand die St.-Jacobi-Kirche, die nach der Reformation zur Ruine wurde. Otto Hl. schenkte 1252 den Dominikanern die markgräfliche Burg. Diese Burganlage in einem sumpfigen Gelände war nicht für eine Stadtanlage geeignet. Grabungen und Funde bestätigen, daß die heutige Stadt ihren Ursprung in der Gegend des Schwibbogens hat. Die Sr.-Petn-Kirche ist 1170-1180 als romanische Basilika errichtet worden und 1220 durch eine zweitürmige Westfront vergrößert. In den Jahren 1440-1480 wurde die frühere Basilika zu einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche erweitert und die beiden Türme durch gotische Spitzen erhöht, Durch Naturgewalten wurden die Turmspitzen vernichtet und durch holländische Hauben ersetzt.

Die Kirchenerweiterung war Ausdruck einer glänzenden und raschen wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt. Um 1320 schloß Seehausen sich mit anderen altmärkischen Städten zu einem Städtebund zusammen, um sich gegenseitig Hilfe zu leisten. Bis 1480 gehörte Seehausen auch zum mächtigen und wirtschaftlich starken Hansebund. Aus dieser Blütezeit stammen die noch vorhandenen Reste der Stadtmauer mit ihren runden und quadratischen Wehrtürmen und mächtigen Festungstoren, von denen nur noch das Beustertor erhalten ist. Das Zentrum der Stadtanlage lag um die Kirche. Dazu entstand der Gebäudekomplex des Dominikanerklosters mit der Klosterkirche St. Cyriax. Außer dieser gab es die Hospitalkirchen St. Spiritus, St. Georg und St. Gertrud. Das Vermögen der Stadt wurde in Landgütern angelegt. So erwarb sie Höfe in

Königsmark und Wendemark und dazu ausgedehnte Forsten. Durch Seehausen führten mehrere Handelsstraßen. Dazu besaß die Stadt die Fähre Rethfeld am Aland als Übergang zur Fuhrmannstraße nach Lübeck und das Vorwerk Kamps mit dem Elbhafen. Die patrizischen Ratsfamilien waren organisiert in der Gewandschneidergilde und der Kalandsbrüderschaft. Die Gewandschneider waren Großkaufleute, die 'Want', d.h, Tuch verkaufen durften. Die Kalandsbrüder waren eine geistliche Gesellschaft zur Pflege des Seelenheils und zur Bertreuung von Armen und Alten. Mit der Reformation wurde diese geistliche Gesellschaft autgelöst, Die Einkünfte und Liegenschaften gingen an die Stadt. Eine weitere kirchliche Bruderschaft war die Gilde des heiligen Sebastian, der Heilige der Schützen. Daraus ist später die Schützengilde hervorgegangen. Gerade bei den Schützenfesten sind die geübten Bräuche ein Zeichen der städtischen Herrlichkeit aus der Zeit, als Seehausen noch zum großen Hansebunde gehörte. Die städtische Machtfülle hatte 1488 ein Ende, als die Stadt dem Kurfürsten die Bierziese, eine indirekte Steuer, verweigerte. Seit dieser Zeit hat die Stadt niemals wieder die alte Macht erreicht.

Auf die Blütezeit folgte dann im 30jährigen Krieg ein trauriger Niedergang. Von 1621 an wurde die Stadt von den Truppen geplündert. 1626 wurde ihr ein nie zu ersetzender Schaden zugefügt. Die Ratsstube wurde aufgebrochen und alle Bücher, Urkunden und Dokumente vernichtet. 1631 wurde die Klosterkirche St. Cyriax zerstört und die Balken für den Bau der Schwedenschanze nach Werben gebracht. In der St.-PetriKirche wurde die Sakristei ausgeraubt. Von den einst 420 Einwohnern im Jahre 1567 waren nach dem Friedensschluß nur noch 124 Bürger in der Stadt. Drei Viertel aller Häuser lagen in Trümmern. Noch 1718 gab es 104 wüste Stellen. Erst allmählich hat sich dann die Stadt erholt. Die Einwohnerzahlen stiegen und betrugen 1750 schon 1 340 Einwohner, 1850 bereits 3 019 Bürger. Bis etwa 1850 hatte sich Seehausen nur innerhalb der Stadtmauern entwickelt. Erst mit dem Bau der Eisenbahnlinie

von Magdeburg nach Wittenberge erhielt Seehausen einen Anschluß an das Verkehrsnetz. Dazu kam in den Jahren von 1840-1900 der Bau von Chausseen nach Osterburg, Salzwedel, Gartow, Wittenberge und in die Wische. Mit der verkehrstechnischen Erschließung einher ging die wirtschaftliche Entwieklung voran; zumal auch die Industrie Einzug hielt. So wurde im Jahre 1900 die Konservenfabrik gebaut, und die Gernüseverarbeitung begann. Durch den Getreideanbau in der Wische wurde neben den bestehenden Windmühlen eine Motormühle in Betrieb genommen. 1862 nahm das altmärkische Eisenwerk von Cochius und Abelmann die Produktion auf. Die ZentralMolkerei entstand 1900 als neuzeitlicher Großbetrieb mit Eisund Kühlmaschinenanlagen. Seit 1830 produziert die Ziegelei Steine. Das städtische Elektrizitätswerk erzeugte seit 1902110 Volt Gleichstrom durch Generatoren, die von Dieselmotoren angetrieben wurden. Die Stadt dehnte sich nun über die Stadtmauern hinaus aus; ganz besonders vor dem Neuen Tor. Erste Häuser entstanden in der Linden- und Bahnstraße sowie am Osterburger Damm, heute Otto-Nuschke-Straße. Die Altstadt wurde wieder bebaut und schließlich entstanden die Häuser an den Querstraßen zwischen der Lindenstraße und der heutigen Otto- Nuschke-Straße,

Die Stadt litt aber auch unter den Folgen von Feuersbrünsten und Hochwasser. So brannten 1722 ganze Straßenzüge ab. Die größten Überschwemmungen und Hochwasserschäden gab es im Jahre 1771 und bei dem letzten Deichbruch der Eibe im Jahre 1909.

Das Schulwesen in der Stadt hat eine alte Tradition. So wurde bereits 1472 die Lateinschule und damit eine höhere Lehranstalt gegründet. Sie wurde später als Gymnasium, seit 1902 als städtische Realschule und seit 1931 als private Realschule weitergeführt. Diese höhere Lehranstalt ist bis heute erhalten geblieben und trägtjetzt den Namen Winckelmann-Gymnasium nach dem Altertumsforscher Johann Joachim Winckelmann, der in den Jahren von 1743 bis 1748 an der hiesigen Latein-

schule Konrektor war. Die Klosterschule wurde 1831 auf dem Gelände des ehemaligen Dominikanerklosters als Bürgerschule gebaut und war von 1900 bis 1950 die Volksschule der Stadt.

Das gesellschaftliche und kulturelle Leben hat sich im 19. und 20. Jahrhundert durch die Bildung derverschiedensten Vereine entwickelt. Neben der Schützengilde im Jahre 1824 wurde 1856 der Gesangverein und 1862 der Turnverein gegründet. Gut ausgestattete Gasthöfe und Speisewirtschaften sowie Hotels und Säle waren vorhanden. Konzerte und Theatervorstellungen fanden regelmäßig statt. Mit der Gründung des Verschönerungsvereins im Jahre 1852 gab es viele Aktivitäten zur Schaffung von Anlagen in der Stadt und in der waldreichen Umgebung. Der Schillerhain wurde angelegt und am 10. November 1859 eingeweiht; 1870 entstand eine kleine Parkanlage mit Kaiserplatz und Goldfischteich. 1860 kaufte die Stadt das Waldgebiet der Barsewisch'schen Berge. Das dort gelegene Forsthaus Barsberge wird eine Ausflugsgaststätte und wurde 1898 durch einen Saalanbau vergrößert. Seit dieser Zeit ist Barsberge ein beliebtes Ausfiugszie1. Im angrenzenden Wald wurde 1873 der Försterfriedhof angelegt und um 1900 der Hundefriedhof. In der Lindenstraße gegenüber dem Schillerhain wurde 1900 das Kurhaus eröffnet und als Pension ausgebaut. Zur kulturellen Betreuung der Gäste wurde es durch einen Saalanbau erwei-

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Seehausen, umgeben von Wald, Wasser, Feld und Wiesen ist daher seit langem Ziel von Ausflüglern und Gästen, die die Vorzüge einer gesunden und abwechslungsreichen Landschaft genießen möchten, Der historische Stadtkern ist weitestgehend erhalten geblieben und sehenswert.

Für die Überlassung der Fotos und Ansichtskarten aus der Zeit um die Jahrhundertwende zu diesem historischen Bildband danke ich besonders Frau Falke, Frau Gärtner, Frau Hille, Herrn Michel und den Familien Buness, Panse und Petschke.

1. Der Meriansche Stich aus dem 17. Jahrhundert zeigt einen Bliek auf die Stadt aus westlicher Richtung mit dem Alandfiuß und der Stadtmauerbefestigung. Die alles überragende St.-Petri-Kirche hat auf dem Nordturm noch die ursprüngliche gotische Spitze. Am 16. Februar 1563 wurde durch einen Orkan die Südturmspitze heruntergeworfen und durch eine holländische Haube ersetzt. Links neben der Pfarrkirche steht das Rathaus mit dem spitzen Turm. Vom Viehtor bis zum Neuen Tor erstreckte sich das Dominikanerkloster mit der stattlichen Klosterkirche. Im Vordergrund auf einer kleinen Erhebung ist eine von zeitweise zwölf Windmühlen, die außerhalb der Stadtmauer standen, zu sehen.

2. Der Fangeiturm ist ein bis heute erhaltenes Außenfort der Stadt, das im 15. Jahrhundert zu ihrem Schutz errichtet und als vorderste Warthe bezeichnet wurde. Er ist der letzte Rest einer ehemaligen Ansiedlung. Ein zweites Außenfort, die Blumenwarthe oder hinterste Warthe, stand am jetzt gleichnamigen Forsthaus und ist inzwischen verfallen. Die Außenforts waren im Mittelalter mit Wächtern besetzt. Der Fangeiturm diente in späterer Zeit als Lagerstätte.

3. Die Kirche zumheiligen Geist, auch St. Spiritus oder Salzkirche genannt, steht noch heute. Sie war mit einem Hospital verbunden. Bis zum Jahre 1541 wurde hierin Gottesdienst gehalten; danach diente sie als Speicher und Salzmagazin. Seit 1902 war sie Betriebsraum des städtischen Elektrizitätswerkes. Zwei Generatoren, von Dieselmotoren angetrieben, erzeugten 110 Volt Gleichstrom für die Stadt. Durch die unterschiedliche Nutzung wurden jeweils erhebliche bauliche Veränderungen vorgenommen, so daß von dem ehemals einschiffigen, spätgotischen Backsteinbau nur die vordere Außenfassade erhalten blieb.

4. Typische Fachwerkbauten, aber auch erste Backsteinbauten, prägen das Bild der Steinstraße, Sie erhielt ihren Namen, weil sie als eine der ersten Straßen im Jahr 1900 mit Kopfsteinpflaster versehen wurde. Auf der rechten Seite der Straße erkennt man die Gastwirtschaft und Ausspannung von Ernst Weidner und daneben das Textilgeschäft von Herrn Johannes Michel. Dieses Geschäft führte Stoffe, Aussteuerartikel, Herren- und Knabenkonfektion. Das herausragende Gebäude auf der rechten Straßenseite ist das älteste Kaufmannshaus der Stadt. Am Ende der Steinstraße stand das Steintor, auch Steinschade, genannt. Dieses Stadttor wurde abgerissen, da es baufällig war und für den zunehmenden Verkehr eine Gefahrenquelle bildete,

5. Das Haus in der Steinstraße Nummer 26 ist ein altes Kaufmannshaus. Es ist ein Fachwerkbau auf einem Fundament aus Granitsteinen und einer typischen Dachkonstruktion. Ein Bliek durch die Toreinfahrt zeigt auf dem Hof den großen Getreidespeicher, der 1808 erbaut wurde. An der linken Seite der Toreinfahrt sind noch Futtertraufen zu erkennen für die Fütterung der Pferde. Es war das Grundstück des ersten Großkaufmanns Johann Friedrich Schulze. Er war zugleich auch Schiffseigner, Erb- und Gerichtsherr eines Lichterfelder Gutes.

flm -land, ahck auf Ha~en's Muhle.

6. Außerhalb der Stadtmauern vor dem Steintor stand am Aland Hagens Mühle. Sie war die letzte noch stehende Bockwindmühle, die 1929 durch einen Brand zerstört wurde. Durch den Getreideanbau in der Wische und auf der Höhe standen zeitweise jenseits des Alands bis zu zwölf Windmühlen. Die meisten davon standen zwischen dem Mühlentor und dem Viehtor; darunter eine Wassermühle. Diese mußte 1624 abgerissen werden, da durch den Wasserstau für den Mahlbetrieb nahe gelegene Äcker und Wiesen überflutet waren.

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Seehausen i. d. Altmark.

Partie am Stein/ar.

7. Von der Steintorbrücke aus hatte man einen weiten Bliek auf den Aland. Das Flußbett des Alands war weitaus breiter und die Alandböschungen höher als heute. Auf dem Bild erkennt man den seiner Zeit dort betriebenen Bootsverkehr. Der Aland war im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis Seehausen schiffbar. Von der EIbe kommend fuhren Lastkähne mit Waren aller Art bei Schnackenburg den Aland flußaufwärts und umgekehrt. Beim Hochwasser der EIbe kam es zum Rückstau des Wassers im Aland bis Seehausen; deshalb die auf dem Bild noch erkennbaren bewachsenen Dämme zum Schutz vor Überschwemmungen der Stadt.

Seeheusen in der Altmari(

8. Am Ende der Mühlenstraße erkennt man im Gegensatz zu den kleinen Bäumen beiderseits der Straße hohe Lindenbäume. An dieser Stelle stand das Mühlentor, das in seinem Bau dem aller anderen Stadttore ähnlich und lange Zeit bewohnt war. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen. Auf dem Bild erkennt man, daß die Mühlenstraße eine Hauptstraße mit vielen kleinen Geschäften war. Im Vordergrund sieht man einen Teil des Marktplatzes. Das große Gebäude auf der linken Straßenseite war die Apotheke der Stadt.

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