Siegen in alten Ansichten Band 1

Siegen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Alfred Lück
Gemeente
:   Siegen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2488-1
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Siegen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die älteste schriftliche Erwähnung des Ortes Siegen ist in einer Urkunde enthalten, die etwa 1079/1089 verfaßt worden ist, aber zweifellos besteht die Siedlung wesentlich länger, denn, wie die Spatenforscher nachweisen konnten, haben schon um 500 vor Christi Geburt keltische Bewohner hier Eisenerz gegraben und verhüttet, und zwar in großem Urnfang. Der Name des Flusses Sieg erinnert an diese keltische Bevölkerung (Sieg = fließendes Wasser; vergleiche: 'Eine Quelle ver-siegt!'), Für die beginnende Germanisierung und überhaupt bis etwa in das achte Jahrhundert besteht eine Fundlücke.

Etwa um das Jahr 1000 wurde die Felsnase des Siegbergs, die heute die Martinikirche trägt, befestigt und etwa zweihundert Jahre später wider alle Vernunft durch eine Mauer vom übrigen Berggelände getrennt. Man schließt daraus, dàß hier ein Vogt des Erzbischofs von Mainz seinen Sitz hatte, während der Erzbischof von Köln seinen Einfluß am oberen Teil des Siegbergs mit der Nikolaikirche geltend machte. Dieser Mainzer Vogt scheint nicht nur der Amtsvorgänger, sondern auch Vorfahr der späteren Grafen von Laurenburg beziehungsweise Nassau zu sein. Einer der Grafen, Rupert Hl. von Nassau, ließ jedenfalls zwischen 1160 und 1190 in Siegen Münzen prägen mit der Aufschrift Siegenensis Civ(itas). Damit ist Siegen schon als Stadt gekennzeichnet, die Marktverkehr und Münzrecht besitzt. In einem lateinischen Gedicht Vita Merlini, das der 1154 verstorbene Bischof Geoffrey of Monmouth in Wales verfaßte, kornmt sie als 'urbs' und als Wirkungsstätte des Meisterschmiedes Wie land vor. Im Jahre

1224 schließen Erzbischof Engelbert von Köln und Graf Heinrich von Nassau einen Vertrag über die Stadt, wonach der Graf dem Erzbischof die Hälfte seiner Rechte an Münze und Zoll in der de nova constructo Stadt Siegen überläßt. Es ist nicht klar, ob dies bedeutet 'neu erbaut' oder 'von neuem erbaut', 1255 teilen die Nassauer Grafen ihren Besitz in zwei Linien, die fortan nach den beiden Grafen Walram und Otto ihre Namen führen, Bei der Teilung hatte Otto, der jüngere Bruder, das Recht der Wahl. Er entschied sich für das nördliche Gebiet mit der Stadt Siegen. Dies läßt den mittelbaren Schluß zu, daß hier das Stammland des nassauischen Geschlechts liegt.

Den ersten schriftlichen Beleg für das Eisengewerbe der Stadt bietet eine Urkunde von 1289, in der ein Siegener Bürger Lutzo, genannt Stalsmit, vorkommt. Die Bürger von Siegen suchten natürlich das gespannte Verhältnis zwischen Köln und Nassau auszunutzen, und sie erreichten im Jahre 1303, daß beide ihnen das Soester Recht, ein lange erprobtes Stadtrecht zusicherten. Die Kölner Mitherrschaft über Siegen fand 1421 ihr Ende. Von da an finden wir nur noch die Nassauer Grafen als Landesherren. Um diese Zeit muß die Stadt etwa zweitausendfünfhundert Einwohner gehabt haben. Sie erscheint auf einer Pilgerkarte, die um 1500 in Nürnberg veröffentlicht wurde, als einziger Ort im Raum zwischen Köln und Marburg, ebenso auf der 'gerneinen Land tafel', die der berühmte Kartograph Tilmann Stella, ein gebürtiger Siegener, 1560 drucken ließ.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts galt Siegen als eine für den

Guß eiserner Geschütze besonders berühmte Stadt. Die Eisenhüttenleute waren in Zünften zusammengeschlossen.

Als Söhne der Stadt, die sich in diesern Jahrhundert Ruhm erwarben, seien genannt: Jakob WeIder, der erste Rektor der Universität Mainz, Nikolaus Bottenbach, der 1450 eine berühmte 'Thüringische Chronik' schrieb und Heinrich Schickhardt, der Schnitzer des Herrenberger Chorgestühls und Ahnherr der bekarmten Gelehrtenfamilie. Unter dem Grafen Wilhelm dem Reichen wandte sich Siegen 1530 der lutherischen Lehre und unter seinen Söhnen dem Calvinismus zu. Als Wilhelm I. von Oranien-Nassau seinen Kampf um die Befreiung der Niederlande begarm (seine Eltern hatten 1531 in Siegen geheiratet), versagte ihm die Stadt niemals ihre Hilfe. Sie trat immer wieder als Bürge oder als Geldgeber bei den ständigen Finanznöten Wilheims auf.

Im Jahre 1577 wollte Graf Johann der Alte in Siegen eine 'Grafenschule' einrichten zur Erziehung junger Edelleute, und wenige Jahre später dachte er an Siegen als Ort einer 'Hohen Schule', die dann schließlich 1584 in Herborn zustandekam, aber wegen der dort herrschenden Pest zweimal (1594-1599 und 1605-1609) nach Siegen verlegt werden mußte.

Im Jahre 1607 teilten die Söhne Graf Joharm des Alteren das Land auf. Der zweite Sohn, Johann der Mittlere, erhielt das Siegerland als eigene Grafschaft Nassau-Sicgen. Er rief 1616 in Siegen eine 'Kriegsakademie' ins Leben, die erste Militärschule in Deutschland. Sie bestand nur wenige Jahre. Fürst Joharm Moritz von Nassau-Siegen (1604-1679), der so manche Städte rnit Bauten und Parkanlagen schrnückte,

konnte für seine eigene Residenz wenig tun. Dennoch gehen einige wesentliche Bauten auf seine Initiative zurück. 1695 fiel ein großer Tèil der Stadt einem Brande zum Opfer, darunter das Franziskanerkloster mit der nassauischen Gemäldesammlung von über dreihundert Gemälden deutscher, niederländischer und italienischer Künstler, darunter Rembrandt und Rubens. Das 17. und 18. Jahrhundert waren in Siegen gekennzeichnet durch den Zwiespalt, in dem die beiden in Siegen regierenden nassauischen Linien (die eine katholisch, die andere reformiert) lebten. Nach dem Aussterben beider Linien 1743 kam die Stadt an Oranien-Nassau, unter dessen Regierung sie aufblühte.

In den Revolutions- und den napoleonischen Kriegen litt die Stadt sehr unter Truppendurchzügen. Sie geriet damals in Schulden, deren Tilgung bis 1866 dauerte. Napoleon gliederte Siegen 1806 in das Großherzogtum Berg ein. Durch einen Vertrag zwischen Oranien-Nassau und Preußen wurde Siegen 1815 preußisch. Der Bahnbau in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts beseitigte die bis dahin fast hoffnungslose Verkehrsfeme und brachte Ruhrkohle für die Slegener Eisenindustrie. Aus dieser Zeit beschert uns die Erfindung der Fotografie die ersten Bilder, und von da an kann man die Entwicklung der Stadt auch bildlich verfolgen. Wir haben es mit diesem Buche getan und laden den Leser ein zum Spaziergang durch beinahe sieben Jahrzehnte aus der Geschichte der alten Stadt Siegen.

1. Seit etwa 1600 ist die Stadt Siegen immer wieder im Bilde dargestellt worden, zunächst durch Zeichner und Graveure wie Merian, Dilich, Braun und Hogenberg und andere. Dabei stellte sich heraus, daß die Ansicht von Nordwesten bevorzugt wurde. Sie wurde zur 'Schauseite' der Stadt. Von hier aus (nämlich vom Fischbacherberg) machte der Fotograf Heinrich Schmeck um 1927 diese PanoramaAufnahme. Man schaut auf den alten Siegberg, den Stadtkern, mit Oberem Schloß (links), Nikolaikirche (Mitte) und Unterem Schloß (Mitte rechts). Die heute so belebte Gegend der Hindenburgstraße ist noch völlig unbebaut und liegt als ein freies, mit Bäumen bestandenes Dreieck da. An der rechten Spitze dieses Dreiecks liegt die 'Alte Oberförsterei'.

2. Die 'Alte Oberförsterei' wurde geplant und gebaut von dem niederländischen Architekten Pieter Post. Das Haus gehörte zu den geplanten großen Parkanlagen, die Fürst Johann Moritz von NassauSiegen, der 'Brasilianer', in seiner Residenz anlegen wollte, die aber niemals fertig wurden. Im Zuge von Straßenbaumaßnahmen wurde das schöne, alte Gebäude Ende der dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts abgebrochen.

3. Von einem anderen der sieben Berge, auf denen die Stadt Siegen gebaut ist, nämlich dem Häusling, bot sich die Stadt dem Beschauer um 1920 so dar. Man erblickt in der Mitte den Turm der Nikolaikirche, davor das Walmdach des Rathaus-Anbaus und links die Marienkirche.

legen vom Häusjin~.

4. Diese wesentlich ältere Aufnahme, ebenfalls vom Häusling aus fotografiert, läßt zusätzlich ganz links das Gebäude des Realgymnasiums erkennen, des Nachfolgers jener, über fünfhundert Jahre alten Lateinschule, die die Grafen von Nassau in Siegen einrichteten. Rechts, ein wenig höher, erkennt man das Gebäude der 'Erholung', eines kulturellen Zwecken dienenden Zusammenschlusses der Bürger, und noch ein wenig weiter rechts und höher, sieht man ein dunkles Ziegelsteingebäude, den Kernbau des heutigen Kreis Krankenhauses. Die Aufnahme entstand um 1900, denn die Nikolaikirche besaïs damals noch ihr Giebeldach mit dem geraden First.

5. Von der Stelle aus an der heute das Hotel Johanneshöhe steht, machte ein Fotograf (wohl in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, oder noch früher) diese Aufnahme vom Siegberg mit der Altstadt. In der Bildmitte und rechts unten erkennt man den Fluß Sieg. Am unteren Abhang des Siegbergs steht die (damals weiß verputzte) Martinikirche, hinter der sich breit die Front des Mittelteils vom Unteren Schloß lagert. Darüber ragt der Turm der Nikolaikirche empor, und ganz im Hintergrund sieht man das Obere Schloß.

6. Am 22. September 1909 überflog das Zeppelinluftschiff Z III die Stadt Siegen, und bei dieser Gelegenheit entstand diese Fotografie die außer dem Luftschiff noch (gen au in der Bildrnitte) den großen Behälter der inzwischen errichteten städtischen Gasanstalt erkennen läßt.

7. Die Bahnhofstraße gehört zu den belebtesten Geschäftsstraßen Siegens und war lange Zeit hindurch die wichtigste Straße der Unterstadt. Hier blickt man aus der Richtung des Bahnhofs und sieht am Ende der Straße das Hotel 'Fürst Moritz', genannt nach Joharm Moritz von Nassau-Siegen (1604-1679), niederländischem Generalfeldmarschall und brandenburgischem Statthalter von Kleve, Mark und Ravensberg. Vorn links sieht man das kleine Haus des Fuhrunternehmers Seibert mit dem Wiegehäuschen der Straßenwaage, Das Bild muß etwa um 1890 aufgenommen worden sein.

SIEGE

Bahnhof tra se

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8. Der Fuhrunternehmer Seibert erbaute um die Jahrhundertwende das Hotel 'Monopol' (im Bilde vorn links zu sehen), das inzwischen einem Großkaufhaus gewichen ist, Durch die Bahnhofstraße führte die Hauptlinie der Straßenbahn. An ihr lagen beliebte Konditoreien und das Lichtspielhaus 'Metropol'.

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