Siegen in alten Ansichten Band 2

Siegen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Jürgen H. Schawacht
Gemeente
:   Siegen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6117-6
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Siegen in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Die Anfànge der Besiedlung des Siegerlandes reichen nach neueren Erkenntnissen bis etwa 650 v. Chr. zurück. Als Grund, daß Menschen in das vergleichsweise siedlungsunfreundliche rechtsrheinische Schiefergebirge eindrangen, gelten die oberflächennahen Eisenerze.

Unterhalb des Siegberges, an der Einmündung des Weißbachs in die Sieg, vermutet man die Anfànge der mittelalterlichen Siedlung Siegen. Hier war es möglich, den Fluß in einer Furt zu durchqueren und vom Siegberg aus den auf diese Übergangsstelle angewiesenen Handelsverkehr zu überwachen.

Zu Beginn des 13. [ahrhunderts entwickelte sich das inzwischen als städtisch zu bezeichnende Leben und Treiben weiter hangaufwärts. Markt, Kaufhaus mit Rathaus sowie Nikolaikirche bildeten nun den Mittelpunkt.

Bis zum Ende des 18. Iahrhunderts war Siegen die vor allem aufgrund des Eisenhandels und der Ledergerberei bedeutendste Stadt Nassaus, 'ihr Auge und ihre Zier'. Auf dem Wiener Kongreß kam das bis dahin nassauische bzw. nassau-oranische Siegerland mit Siegen an Preußen und bildet seitdem den südlichsten Zipfel Westfalens.

In Siegen, das noch zu Anfang des neunzehnten [ahrhunderts lediglich aus der innerhalb der mittelalterlichen Mauern gelegenen Stadt und den drei Hüttenvororten - Sieghütte, Hammerhütte und Hainer Hütte - bestand, zählte man im

[ahre 1858 erst insgesamt 7 451 Einwohner.

Die Eröffnung der beiden Eisenbahnlinien von Köln-Deutz über Betzdorf nach Siegen und von Hagen nach Siegen im [ahre

1861 und deren Weiterführung nach Frankfurt/Main brachten den tiefsten Einschnitt in der inneren und äußeren Entwicklung der Stadt. Deutlich ablesen läßt sich das an der weiteren Bevölkerungsentwicklung. 1867 gab es schon mehr als 10 000 Einwohner, bis zur Jahrhundertwende hatte sich deren Zahl noch einmal verdoppelt, und 25 jahre später hatte Siegen knapp 32000 Einwohner.

Die Stadt wuchs unaufhörlich: über die Stadtmauern hinaus, entlang der vorhandenen Straßen, über die Sieg in Richtung Bahnhofbzw: Freudenberger Straße. Bis in die dreißiger [ahre war beinahe jeder freie Platz im Tal bebaut, kletterten die Häuser die Hänge der umliegenden Berge hinauf. 1937 hieß es:

Dabei sind schon längst Höhen erreicht worden, die den Gipfel des Siegbergs, auf dem das Obere Schloß thront, iiherschreiten.jr selbst der beinah höchste Punkt der Stadt, die 230 bis 374 Meter hoch liegt, der 371 Meter hohe Fischbacherberg ist schon bebaut. Daß der Stadt ihr Kleid zu eng wurde, ist nicht zu verwundern, und nur durch die kürzliche Eingemeindung zweier Nachbargemeinden (Achenbach und Buschgotthardshütten) konnte den dringendsten Übelständen abgeholfen werden.

Zwischen 1 870 und 1930, zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik, wurde das jahrhundertealte Eisengewerbe zur modernen Industrie umstrukturiert, verlor die jahrhundertealte Siegerländer Haubergswirtschaft - auch wenn der Eichenschälwald mindestens noch bis zum [ahrhundertwechsel Hochkonjunktur hatte - ihren Sinn. Die 'gute alte Zeit', wie die zwanziger Jahre allgemein genannt werden, war wirtschaftlich gesehen eine überaus schwierige Zeit. Aber Not und Arbeitslosigkeit spiegeln sich nicht inAnsichtskarten.

Der Bildband orientiert sich einerseits an den Fotovorlagen, lädt zu einem Spaziergang durch die Stadt Siegen vor und nach der Jahrhundertwende ein. Andererseits lädt er zu einem Spaziergang durch die Zeit ein, ohne daß damit der Anspruch verbunden wäre, Siegens Geschichte während der sechs [ahrzehnte zwischen 1870 und 1930 darzustellen.

In Siegen vereinigen sich in schönster Weise stille Altstadtromantik und tätiges, schaffendes Leben. Siegen trägt die Möglichkeit in sich, eine der schönsten Städte des deutschen Westens zu werden und ist sich heute nach den zahlreichen Sünden derVergangenheit wieder der Aufgabe bewußt geworden, die darin für die Stadt liegt. Wenn jetzt in der Altstadt ein altes Fachwerkhaus nach dem andern von seiner häßlichen Verschalung des vorigen jihrhunderts befreit wird und in seiner einstigen Schönheit neu erstmhlt, wenn überall auf dem Siegberg ebenso wie in den Randgebieten vorbildliche Grünanlagen geschaffen werden, wenn in den neu entste-

henden Außenbezirken Wert darauf gelegt wird, daB sie sich harmonisch dem alten Stadtgebiet angliedem, so zeigt das alles, wie sehr man bestrebt ist, frühere Fehler wieder gutzumachen. Und so ist zu hoffen. daB Siegens Ruhm dereinst nicht nur seiner Industrie, sondern auch seiner Schönheit wegen durch die deutschen Lande klingt.

Diese 1937 geäußerte Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs - insbesoudere der vom 16. Dezember 1944 - verwüsteten die Siegener Altstadt ebenso wie die Stadtteile und Randgemeinden.

Der kursiv geschriebene Text stammt aus zeitgenössischen Veröffentlichungen, historische Schreibweisen wurden beibehalten.

1 Unser Rundgang beginnt auf der Siegbrücke. Es ist nicht mehr die Brücke, die wohl jeder Siegerländer vom sogenannten Scheinetbliek her kenrit. Die alte 1643 errichtete siebenbogige Steinbrücke über die Sieg war 1860 einer neuen Konstruk tion mit nur sechs Bögen gewichen. Aber auch die genügte nach der Eröffnung der Bahnlinien nicht mehr dem Verkehr, der jetzt zwischen Bahnhof und Kölner Straße hin und her ging. Schon 1862 war der Bau einer neuen Siegbrücke für 11 OOOTaler in Auftrag gegeben worden. Zwei [ahrzehnte später mußte die Siegbrücke erneut verbreitert werden.

2 Berelts 1863 konnte man lesen:

In welchem Grade die Baulust, hier allerdings dem Bedürfnisse entsprechend, in unserer Stadt Siegen zugenommen hat, geht daraus hervor, daß im Laufe dieses jihres der Bau von nahe an dreiBig neuen Gebäuden, theils begonnen, theils in Aussicht genommen ist.Wir erwähnen davon zunächst diejenigen eines groBen Gasthofes in der Nähe des Bahnhofes und der neuen Brücke. Nachdem, was wir von dem Plane vernommen, haben wir ein stattliches Hotel zu erwarten.

Die Straßenbahnverbindung zwischen Siegens KölnerTor und dem Bahnhof wurde irn Dezember 1905 in Betrieb genommen.

Siegen.. Slègbräcke mii Blick in die. Bahnhofstrásse.

3 Die früher der Köln-Mindener

Eisenbahn-Gesellschaft gehörig gewesenen Gartenparzellen an der Bahnhofstraße von 79 Rth. 80 Fuß, anstoßend an das Besitzthum des Herrn G. Killer daselbst, sollen Sonnabend den 23. Februar 1878,Nachmittags 3 Uhr,im Heuse des Herrn Friedr. Huthsteiner hier an den Meistbietenden in Parzellen oder im Ganzen verkauft werden. Die Grundstücke liegen unmittelbor an der Straße und eignen sich ganz hesonders zu BausteHen für Geschäftshäuser.

SIEGEN. 8ahnhofstrasse u. Siegbrüd<e

4 Der am 5. September

1 843 in Siegens Pfuhlstraße (heute Poststraße) geborene [ohann Friedrich Reusch, seit 1883 Professor in Königsberg. schuf anläßlich der Dûsseldorfer Industrieausstellung von 1902 den Bergmann und den Hüttenmann. Die beiden siegerländer Symbolfiguren wurden anscWießend auf der Siegbrücke aufgestellt und stehen, zwar auf anderen Sokkeln und seirwärts verschoben, dort bis heute. Modell für den Frieder stand Friedrich Bingener aus Dreis- Tiefenbach. Er arbeitete im Sieghütter Hammerwerk, war 30 jahre alt und gab mit seiner stattlichen Größe von 1,90 m einen prachtvollen 'Luppeschmed' ab. Für das Modell-

stehen bekam der Frieder SO Mark. Das war 1889 sehr viel Geld für einen Mann, der für 12 Stunden schwerste Arbeit proTag 3,50 Mark erhielt.

5 Etwas nüchtern wirkt die Siegbriicke, sie könnte monumentaler ongelegt sein. Diesen Eindruck verwisehen auch die künstlerisch gut durchgebildeten Standbilder von Prof. Reusch nicht, die auf beiden Seiten inmitten der Brücke ihren Platz gefunden haben. Mon macht auch oft die Beobachtung, daB Fremde vorbeiqehen, ohne sie zu sehen, der freie Blick auf das Wasser, den mon on der Brücke het, scheint abzulenken. Eine Erbreiterung des Bürgersteiges auf der Brücke wdre, in Anbetracht des dort henschenden starken Verkehrs, nötig. (Ein Zeitgenosse 1925.)

~1EGEN

Bahnliofstrasse

6 Nach dem Passieren der Brücke eröffnet sich allerdings dem Fremden ein einzig schönes Städtebild. Hoch iiber die Dächer der Gebäude urn Kölner Tor, die besser niedriger und in mehr heimatlichem Stil hätten erbuut werden sollen, schaut die Martinikir che ins Tal.

Allerdings ließen die Verkehrsverhältnisse noch 1902 zu wünschen übrig.

Warum pflastert man nicht endlich den Obergraben, der jetzt, soweit überhaupt möglich, bebaut ist? Über diese Straße geht fast der gesamte Fuhrwerksverkehr zur Obersredt. Regnet es, dann versinkt man im Schlamm, ist es trocken, dann kommt man im Staub um. Die Hausbesitzer am unteren Theil des Obergrabens haben zur Erbreiterunq dieser Straße so bedenteade Absplisse von ihrem Grundeigenthum an die Stadt kostenlos hergeben miis-

sen, daß sie nun wohl auch den schleunigen Ausbau der Straße erwarten können,

Gruss aus $iegen.

o/Zryf(}.

7 April 1 870:

Die städtische VelWaltung ist schon seit längerer Zeir mit der Aufstellung eines Erweiterungs- und Bebauungsplones der Stadtumgebung beschäftigt. Dieselbe hat in den wesentlichen Punkten neben der Legung einiqer Oeffnungen aus der alten Stadt durch die Stadtmauer nach dem Siegberge, die Sicherung und Erweiterunq verschiedener freier Plätze vor den alten Thoren und in den Vorbezirken, houptsächlich die durch die Bevö1kerungszunahme durchaus gebotene Herstellung von neuen Straßen, zur Gewinnung von Baustellen neben denselben, ... ins Auge gefaßt.

8 Seit Eröffnung der Eisenbahnen (1861) hat derVerkehr hierselbst in hohem Grade zugenommen. Mit jedem Tage stellt es sich mehr heraus, daß die Kömer Straße, als einziqer directer Weg vom Bahnhofe zur Stadt, auf die Dauer nicht genügt. ... Bei dem ausgedehnten Fuhrwerk ist die Passage durch die Kömer Straße für Fußgänger häufig mit Gefahr verbunden. Die Herstellung einer zweiten Straße ist im a11gemeinen Interesse für den Verkehr zwischen der Stadt und dem Bahnhofe nothwendig. Ein Weg von der Brücke über einen Theil des Obergrabens nach der Pfuhlstraße empfiehlt sich in mehrfacher Beziehung. Bei ungefähr gleicher Länge wûrde er weniger steigen als die Kölner Straße, und wie diese mitten in die Stadt führen. Außerdem würde die Pfuhlstraße (ohne Nachtheil für die

Kömer Straße) mehr Leben gewinnen, was ihren Bewohnern nicht unangenehm sein dürfte.

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