Simmern in alten Ansichten Band 2

Simmern in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willi Wagner
Gemeente
:   Simmern
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6447-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Simmern in alten Ansichten Band 2'

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9 Gruß aus Simmern, 1898.

Diese hübsche Jugendstilkarte verlegte der Kreuznacher Buchhändler R. Voigtländer. Sie ist geschrieben am 10. Juni 1898 und zeigt die bekannte Stadtansicht mit der evangelischen Stephanskirche und der katholischen Josefskirche. Zwischen Schloß und Postamt das 1930 abgerissene Möllmann'sche Haus auf dem Schloßplatz. Das Warenhaus der Geschwister Schloß mit dem aufragenden Giebelbau an der Ecke Marktstraße und Koblenzer Straße hat nach der Jahrhundertwende wiederholt bauliche Veränderungen erfahren und den Besitzer gewechselt. Die jüdischen Familien Moses und Simon

hatten aufgrund des Dekrets von Napoleon 1808 den Namen Schloß angenommen. Die letzten Bewohner dieser Familie sind 1933 nach Tel Aviv und 1939 nach New York ausgewandert. Die

unterschiedlichen Kleinmotive auf den Karten zeigen, daß es auf demAnsichtskartenmarkt bereits Konkurrenz gegeben hat.

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10Blick in die Kirchberger Straße, run 1 901.

Die Böschung des Simmerbach an der Bleiche vor dem Schloß (in der Bildmitte) ist durch weiße Wäschestücke gekennzeichnet. Hier verlief im Mittelalter parallel zum Simmerbach die Stadtmauer. Der Durchstich durch den Fillkasten im Vordergrund erfolgte 1 763. Er ermöglichte den Straßenbau. Auf der linken Seite entstanden in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts drei Wohnhäuser, die jahrzehntelang die Bezeichnung' An den drei Häusern' trugen. Es waren die Häuser Stroetmann, Molz und das Ohlweiler Bürgermeistereigebäude. Besitzer des letzteren war ursprünglich die Kreissparkasse. Bei einem

Luftangriff im Februar 1945 wurde es zerstört. Die heutige Gartenstraße und die rechte Seite der Kirchberger Straße waren damals noch nicht bebaut. Die Telefonleitung war allerdings schon gelegt.

11 Blick in die Kirchberger Straße, zwanzig jahre später (1921).

Der 'Baumgarten' auf der rechten Seite der Kirchberger Straße war 19 01 noch nicht bebaut. Zur Zeit der Pfalzgrafen lag an dieser Stelle der Hopfengarten, der 'beinahe an die tausend Hopfenstöck' umfaßte. Zur Bebauung war eigens ein herrschaftlicher Hopfengärtner angestellt. 1680, so berichten die Akten, habe man hier 622 pfund Hopfen geerntet. Soweit er in der herrschaftlichen Hofhaltung keine Verwendung fand, haben die Bierbrauer der Stadt ihn nutzen können. 1689, im pfälzischen Erbfolgekrieg, zerstörten die Franzosen den Garten restlos.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurden die imposanten Gebäude Schmitt und Wendling errichtet (rechte Straßenseite) .

12 Partie am Simmerbach von der Klappergasse aus, 1910.

Im Mittelpunkt erkennt man die Simmerbachbrücke mit einem einfachen Geländer. Links das große Postamt und die Häuser der Gerbereistraße. Auf der rechten Bachseite erkennen wir die Kirchberger Straße, die ersten Häuser der Gartenstraße und auf der Höhe das evangelische Krankenhaus. Die dort quer durch das Bild führende Linie ist das Eisenbahngeleis mit links den Bahngebäuden. Die 'Ilich' zeigt sich fast noch baumlos. Die unter der Eisenbahnbrücke durchgehende Schlangenlinie führt in den Simmerner Berg und nach Holzbach.

Simmern. PerU8. 8. d. Simm8rbech

13 Schloßstraße, um 1905.

Die heutige Schloßstraße verglichen mit der Ansichtskarte aus der Zeit nach der [ahrhundertwende zeigt den deutlichen Wandel des Straßenbildes in unserer Generation. Zur Geschäftsstraße mit großen Bürgerhäusern, Gastwirtschaften, Geschäftshäusern und Apotheken hat sie sich erst nach der Zerstörung 1689 und den großen Bränden vor der [ahrhundertwende entwickelt. Auf der linken Seite wohnten der Weinhändler Heinrich Kullmann, die Judenfamilie Schloß, der Böttcher Peter Kölsch, der Bäckermeister Michel Hoffmann, die Sippe Goetz, der Postschaffner Reuter und die Familie Seresse; auf der rechten Seite Oberamtsschreiber Weygold, Joh.

Baptist de Lorenzi, Valentin Kuhn, die Judenfamilie Jakob Salomon, der Apotheker [ohann Rothermel, Salomon Rothschild und die Gebrüder Verkoyen.

SIMMERN. Hunsrück Schloßstraße

14 Die Marktstraße, um 1907.

Schon unter Kaiser Ludwig dem Bayern wurde Simmern 1330 bei der Verleihung der Stadtrechte auch die Freiheit, Wochenmärkte und einen [ahrmarkt abzuhalten bestätigt. Hinzu kamen später die Fruchtmärkte und ein sogenannter Fastnachtsmarkt. An der Stephanskirche lag der Fruchtmarktplatz, gegenüber der Eiermarkt und weiter abwärts der Hauptmarktplatz, auch Buttermarkt genannt (heute Kandelaber). Rechts und links der Marktstraße lagen die Geschäftshäuser, Handwerksbetriebe und Gastwirtschaften. Durch Umbauten ist die Wirtschaft und Metzgerei Jakob Merz heute gänzlich aus dem Stadtbild verschwunden. Ein [ohann Jakob Merz war Metzger und Zunftmeister in Bachrarach.

Von dort kam die Familie nach Simmern. [ohann Christoph Merz (1767 -1822) übte neben dem Beruf des Metzgers auch den eines Gastwirts aus. Die Aufnahme zeigt Jean Merz, genannt 'Merze Schängel', vor seinem Haus. Die Straße hatte bereits einen Bürgersteig.

1 5 Die Aulergasse, um 1917.

In der Aulergasse wohnten ursprünglich die Aulenbäcker oderTöpfer (Aul, Uhl =Topf aus Ton). In unmittelbarer Nähe (Zeughausstraße ) hatten sie ihren Brennofen und ihre Verkaufstände. Ursprünglich gehörte zur Aulergasse auch die heutige Klostergasse, sie reichte also von der Oberstraße bis zum Hauptmarkt platz. Die Aufnahme zeigt rechts die Häuser Schäfer, Dämgen/Hähn, Huhn, Kuhn, Konrad und den Turm der pfarrkirche St. Josef. Die letzten vier Häuser sind abgerissen. Dort wurde die Katholische Familienbildungsstätte e.v. errichtet; links das Fachwerkhaus Merz. Die Gasse ist noch nicht gepflastert. Abwasser und Regenwasser werden oberirdisch abgeführt. Wir verstehen es sehr

gut, wenn im 18. Jahrhundert der Simmern Truchseß Thyrion klagt, er müsse im Winter von seiner Wohnung durch die Gasse in einem tiefen Sumpf waten.

16 Simmern - Villenkolonie,1933.

Diese Karte verlegte die Graphische Verlagsanstalt Blasewitz in Dresden. Sie zeigt die Hüllstraße. Die Zeit des Bahnbaus brachte mit dem Zuzug von zahlreichen Beamten und Arbeiterfamilien nicht nur ein starkes Anwachsen der Bevökerungszahlen, auch die bauliche Entwicklung zeigt eine beachtliche Erweiterung. Sie macht sich gravierend jenseits der Bahnlinie bemerkbar. Die Rottmannstraße, die Friedrichstraße und die Bingenerstraße entstanden. Aber auch die Bahnhofsstraße und die Straße 'Vor dem Tor' wurden ausgebaut. 1908 wurden die ersten Häuser 'auf der

Hüll' errichtet, und das erstemal finden rote Ziegel als Dachverkleidung Verwendung. Das pfarrhaus im Vordergrund rechts wurde 1910 nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Moritz Korn

errichtet. Dahinter das Haus Keim, Vollrath und das des Baumeisters Flender. Die Scheune dahinter wurde später abgerissen.

Sïmmem - Villenkolonie

1 7 Oberstraße, um 1910.

Die Aufnahme wurde von dem heute nicht mehr bestehenden 'SpezialPhotohaus Menne' angefertigt, das 1910 die Tradition der Fotografen Karl und WilhelmAdarn fortsetzte. Von diesem Fotogeschäft wurden Tausende von Fotos Hunsrücker Familien angefertigt, deren Negative als Glasplatten fast vollständig erhalten sind. Die Oberstraße, gelegentlich auch als Breite Straße bezeichnet, reichte vom Obertor bis zur Stephanskirche. Sie war zu Ende des 19. Iahrhunderts bereits gepflastert und besaß eine Straßenrinne. Es scheint Markttag zu sein. Auf der rechten Straßenseite reihen sich die pferde- und Kuhgespanne hintereinander. Auch vor dem Gasthaus 'Zurn Hunsrûck'. in dem Mainzer Bier ausgeschenkt wurde,

steht ein Einspänner. Der kleine Junge in der Straßenmitte ist Heinrich Klein, das Fuhrwerk gehört Metzgermeister P. Faller. Im Bild links stehen Fräulein Sophie Schmitt, Buchbindermeister [ulius Strack und Postillion Walber aus der Hunsgasse (mit Bart).

18 Bliek vom Wingertsberg (auf'rn Holler) über das Simrnerbachtal.

Im Hang auf der rechten Bildseite sind die letzten Häuser der Koblenzer Straße zu erkennen. Durch das Tal fließt der Simmerbach, der hier die Neumühle trieb (links im Bild). Wir blicken auf die Mühlengasse, die vor der Stadtmauer liegt. Schalentürme und Teile der Zwingmauer sind heute noch zu sehen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wuchs die Stadt über den alten Stadtgürtel hinaus, es entstanden die ersten Häuser der Vorstadt. In der Mühlengasse kamen zu der Neumühle die Gerbereien, die dann allerdings 1737 in den Schloßtiergarten verlegt wurden. In der Karmeliterchronik wird die Mühlengasse auch 'via reg ia' (Königsstraße) genannt. Es ist

der Weg, den die Prozessionen über die Hüll zum Obertor nahmen. Auf der Hüll erkennen wir das katholische Krankenhaus.

Simmern (J'{unsrück)

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