Simmern in alten Ansichten Band 2

Simmern in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willi Wagner
Gemeente
:   Simmern
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6447-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Simmern in alten Ansichten Band 2'

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19 Die Nordfront des Schloßplatzes, um 1930.

Eine einheitliche schloßbezogene Planung zeigte früher die Nordseite des Schloßplatzes. Das älteste Gebäude ist das Gasthaus 'Zurn Pfilzer Hof' an der Ecke nach der Hunsgasse. Es wurde 1778 van Johannes Hosp erbaut. Die pfeiler des ehemaligen Schloßtores - bis dorthin reichte das fürstliche Schloßgebäude - waren damals noch erhalten. 1974 mußte das Haus der Verbreiterung der Straße weichen. Links daneben der ehemalige 'Hunsrûcker Kreditverein' , ein klassizistischer, zweigeschossigerTraufenbau. Er wurde zu Beginn des vorigen Jahrhunderts errichtet. An seine Stelle trat 1974-1976 der Neubau eines Bankinstituts, die 'Hunsrûck Bank eG'. Auch das links sich an-

schließende Haus [orcs steht heute nicht mehr. Das 'Rote Haus' (rechts), heute im Besitz der Kreissparkasse, wurde um 1830 in klassizistischer Zeit erbaut und trägt

den historischen Namen des vor der Zerstörung des Schlosses am Simmerbach gelegenen 'Rathauses' der Fürsten.

20 Altes Landratsamt und Kulturamt am Schloßplatz.

Ursprünglich bestand die Gebäudefront nur aus dem 1787 erbauten linken Gebäude. Darin wohnten während der französischen Besatzungszeit (1794-1815) die Souspräfekten van Recum und General von Closen, und in preußischer Zeit bis 1921 die Landräte. Ein Umbau und eine Erweiterung waren 1889 erfolgt. Nachdem der Neubau des Landratsamtes auf der Hüll 192 1 fetiggestellt war, ging das alte Landratsamt am Schloßplatz auf das Kulturamt über, konnte aber vor dem Abzug der französischen Besatzungstruppen 1930 nicht bezogen werden. 1935-1937 erfolgte der Anbau des rechten Flügels mit Mittelbau und Durchlaß.

Unsere Aufnahme mitTrikolore auf dem Dach und Schilderhaus rechts zeigt, daß das Gebäude von der Besatzung beansprucht ist, auch diesmal wieder von den Franzosen

(1945-1950).

21 Das Kreishaus 11, 1921.

Auf diesem Platz hatte in der ersten Hälfte des 19. [ahrhunderts Jakob Salomon Rotschild eine Scheune errichten lassen. Eigentümer waren später die Familien Mallmann und de Lorenzi. Von Ihnen erwarb sie die Kreisbehörde 1899, um sie zu einem dringend notwendigen Bürohaus umzugestalten. Der eigenwillige Bau mit Mittelrisalit und unterschiedlich gestalteten Fensterlaibungen, stichbogig geschlossen oder gekuppelt, hatte im Erdgeschoß den Kreissaal und die Dienstwohnung, im Obergeschoß einen Zeichensaal und weitere Büroräume. Das Gebäude wurde als Kreishaus II bezeichnet. Die preußische

Finanzverwaltung erwarb es 1922 und richtete darin das Finanzamt ein. Diese Funktion behielt es bis 1961, der Fertigstellung des Neubaus in der Brühlstraße. Heute ist es Hotelgaststätte.

22 Das Mölhnannsche Haus.

Dieses Haus auf dem Schloßplatz, ein klassizistischer, zweigeschossig er Traufen bau mit Satteldach und DreiecksZwerggiebel stammt aus der ersten Hälfte des 19. [ahrhunderts. Es wurde 1825 von Forstmeister Joseph Franz Georg von Horn errichtet. Nach seinem Tod übernahm das Haus sein Schwiegersohn, der Oberförster Carl Eberts aus Kastellaun. Als Mieter wohnte hier eine Zeitlang der in der Simmerner Stadtgeschichte bekannte Kreistierarzt Faller. 1 822 ging es durch Kauf an den praktischen Arzt Wilhelm Möllmann über. 1919 kaufte es

Elisabeth Böhmer, die dort eine Schreibwarenfiliale einrichtete. Während der französischen Besatzungszeit nach dem Ersten Weltkrieg war im

Haus die Gendarmerie untergebracht, weshalb man es zeitweise auch Gendarmeriegebäude nannte. 1930 wurde es abgerissen.

23 Präparandenanstalt und Direktor Karl Weyrauch.

Es kommt nicht häufig vor, daß Ansichtskarten das Porträt von Menschen tragen, es sei denn, sie hätten sich in ihrem Leben besondere Verdienste erworben. Zu diesen Menschen gehört Karl Weyrauch. Am 25. Mai 1875 wurde im linken Flügel des Simmerner Schlosses die erste Königliche und Simultane Präparandenanstalt der Rheinprovinz eröffnet. Sie sollte junge Schüler auf den Besuch eines Lehrerseminars vorbereiten. Am 3 1 . März 1922 wurde sie nach 47jährigem Bestehen offiziell geschlossen. Der langjährige Leiter der Anstalt war Karl Weyrauch (1 846-

1910). Er war nicht nur ein verdienstvoller Pädagoge, der 35 [ahre mit Geschick seine Anstalt leitete, er widmete sich darüber hinaus als Stadtverordneter, Mitglied des

war Heimatforscher und dichtete als Wahlhunsrücker ein oft gesungenes Hunsrücklied.

Presbyteriums, des Kuratoriums der Höheren Stadtschule und der Landwirtschaftlichen Winterschule dem Allgemeinwohl. Er ist der Begründer des Hunsrücker Lehrervereins,

24 Die evangelische Stephanskirche, 1921.

Wohl schon bald nach der fränkischen Landnahme verstand es das aufblühende Mainzer Bistum seinen Einfluß bis zum Hunsrück geltend zu machen. Die ersten Kirchen entstanden. Die Stephanskirche in Simmern wird Mittelpunkt einer Großpfarrei. Zehntherren sind zunächst die Raugrafen, dann die Pfalzgrafen bei Rhein. Zu dem jetzigen spätgotischen Bau legte 1486 Pfalzgraf [ohann 1. den Grundstein. Die große dreischiffige Hallenkirche ist im Charakter der bayerischen Schule errichtet mit einschiffigem Chor, an der Nordseite vom Turm flankiert. Die Pfalzgrafen führten im [ahre 1557 die Reformation im Herzogtum Simmern ein und übertrugen die Leitung der Inspektion einem

Superintendent. Herzog [ohann Il., ein Freund der Humanisten, rief den Künstler [ohann Trarbach an seinen Hof, der eine Reihe von Grabdenkmälern schuf, die zu den glänzendsten Werken der Bildhauerkunst am Mittelrhein gehören. Unsere Aufnahme zeigt die Kanzel noch auf die linken Seite, die Empore auf der Südseite und zwei mächtige Kronleuchter.

25 Die katholische Pfarrkirche St.josef,

Der Bau der pfarrkirche war durch den pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor 1 749 angeordnet, der Bau durch den in Heidelberg tätigen kurpfälzischen Bau- und Werkmeister [ohann Jakob Rischer ausgeführt worden. Ein Blick geht in das Kirchenschiff und auf den Hauptaltar. Zu sehen ist noch ein Kruzifix über dem Tabernakel, rechts und links eine Marien- und Johannesstatue, über den Seitenteilen eine Petrus- und Josefsfigur. Bei der Restaurierung der Kirche 1953-1955 wurden die vier Figuren und das Kruzifix entfernt und der ursprüngliche Hochaltar mit der Christusfigur im Strahlenkranz und den beiden seitlichen Engeln angebracht. Die Deckenfresken im Langhaus von Francesco Bernhardini

zeigen zwei Themen: die Geburt Christi und die Verlobung Josefs mit Maria. Die auf der Aufnahme noch ornamentierte unter der Spiegeldecke liegende hohe Volute ist heute weiß übertüncht.

SIMMERN (Hunsrk.) Inneres der kathollschen Kirche

26 Die 3S0.Jahrfeierder Reformation, 1907.

Vom 15.-17. Juli 1907 feierte die evangelische Gemeinde das Fest ihres 350jährigen Bestehens. Verbunden wurde damit eine Hauptversammlung des Rheinischen GustavAdolf- Vereins. 'Die Festausschmückung der Stadt' , so schreibt der Chronist, 'war geradezu großartig und machte auf die vielen Besucher von nah und fern einen erhebenden Eindruck. Es war ein Fest, wie seit 1857, der Feier des 300jährigen Jubiläums, nicht mehr da war.' Wir sehen auf dem Bild den mit Girlanden geschmückten Kandelaber. Die Häuser pangen im Fahnenschmuck. Der Feier war eine Instandsetzung der Stephanskirche in größerem Stil vorausgegangen. Wegen der Überfüllung der Kirche muß-

ten Karten ausgegeben werden. Gleichzeitig beging man Auf dem Schmiedel das 50jährige Bestehen der Konfirmandenanstalt.

27 Glocken der Stephanskirche, 1920.

191 7 war die Verfügung gekommen, daß die Glocken der Stephanskirche in der Zeit von 1 S. bis 30. Juni aus dem Glockenstuhl zu entfernen und abzuliefern seien. Im Juli 1920 wurden neue Glocken von der Firma Rincker und Buderus in Wetzlar angeschafft. Die Hunsrücker Zeitung schreibt: 'Am Glockenturm der Stephanskirche herrscht reges Leben. Die beiden alten Glocken haben bereits ihr jahrhundertelang bewohntes Haus verlassen müssen, um Platz zu machen für die nächste Generation. Die beiden Veteranen mit dem reichen ornamentalen Schmuck nehmen sich neben den neuen, massigen, jeden äußeren Schmucks entbehrenden Glocken merkwürdig zierlich und anheimelnd aus.'

Auf dem Bild, von links:

Heinrich Vones, PeterTries, Nicolaus Munzlinger, [ohann Hammes (mit Hut), ?, Uhrmacher Otto Hoffmann auf der Glocke, zwei Kinder, der Mann mit der Hand an der

Glocke ist unbekannt, dann Polizist Wannemacher, Baumeister Diel (ohne Kopfbedeckung) und Polizist Schättel.

28 Evangelisches Krankenhaus,1903.

1591 war unter Herzog Reichard ein Hospital in Simmern gegründet worden; es war aber, wie die Urkunden ausweisen, zur Pflege pestkranker Dienstboten und Diener bestimmt. Das erste eigens für die Bedürfnisse der Medizin konzipierte Krankenhaus entstand 1903 aufgrund der Initiative eines in der Hauptsache aus pfarrern bestehenden Vereins 'Evgl. Krankenhaus Simmern'. Diakonissen aus Kreuznach übernahmen die Pflege. Man fing mit vierzehn Betten an, Erweiterungsbauten wurden 1914 und 1926 errichtet. 1928 kam das Haus Sonne

hinzu. An der Krankenhausentwicklung haben besonderen Anteil die Pfarrer Kossuth und Richard Oertel, Medizinalrat Dr. Fricke und Schwester Käthe Schuhmacher.

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