Simmern in alten Ansichten Band 2

Simmern in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willi Wagner
Gemeente
:   Simmern
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6447-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Simmern in alten Ansichten Band 2'

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29 Das katholische Krankenhaus auf der Hüll, 1911.

Für die katholischen Einwohner der Stadt Simmern übernahmen 1865 drei Ordensschwestern von der Kongregation der armen Dienstmägde Jesu Christi aus Dernbach im 'Klösterchen' in der Koblenzer Straße die Krankenpflege. Bahnbau und Stadtentwicklung führten nach der Jahrhundertwende unter Pfarrer Mockenhaupt zur Gründung des 'Hunsrûck Krankenhaus-Bauvereins' . Man kaufte auf der Hüll das erforderliche Baugrundstück und konnte 1910 den Neubau bereits einweihen. Das Gebäude erhielt den Namen 'St.-Josef-Krankenhaus' . Bereits im Krieg 1870/71 waren im Klösterchen verwundete Soldaten gepflegt worden, im Ersten und Zweiten Weltkrieg war das St.-

Josef-Krankenhaus Lazarett. In den letzten Kriegsmonaten 1945 traf eine Bombe das Krankenhaus, obwohl es mit einem Rot-Kreuz-Zeichen auf dem Dach gekennzeichnet war. Kranke und Pflegepersonal hielten sich im Luftschutzkeller auf und blieben unversehrt. Noch 1954 erfolgte eine bauliche Erweiterung. Als 1977 der Landkreis ein Kreiskrankenhaus fertiggestellt hatte, wurde das St.-Josef-Krankenhaus aufgegeben und abgerissen.

Simmern,

Kath. Krankenhau5.

30 Der jüdische Friedhof.

Als letzte Erinnerung an die einst bedeutende jüdische Kultusgemeinde in Simmern ist der alte Friedhof geblieben. Er liegt im Külzbachtal in der Nähe des heutigen Hauses Vogelsang. An die hundert Gräber weisen auf eine israelitische Gemeinde, die Mitte des vorigen Iahrhunderts über 160 Bürger zählte. Babette Frank ist die letzte jüdische Bürgerin, die hier am 18.Dezember 1937 bestattet wurde. Auf dem Friedhof, den man mehrmals erweiterte, wurden bis 1845 auch die Toten der jüdischen Gemeinde aus Rheinböllen bestattet. Am 18. Oktober 1949 wurde die Anlage der Kultusgemeinde Koblenz übergeben. Sie wird von der Stadt Simmern gepflegt.

31 Die Synagoge in SÏmmern,1911.

Urkundlich erscheinen die ersten [uden in Simmern 1660 am Hof von Herzog Ludwig Heinrich. Sie waren zunächst als Metzger und herrschaftliche Büchsenmacher tätig. Im 18. Jahrhundert bevorzugten sie als ihre Erwerbsquelle den Handel. Sie waren in der Mehrzahl Kaufleute, Händler und haussierende Kleinkrämer. Um das [ahr 1800 errichteten sie in der Hunsgasse eine Synagoge, einen kleinen massiven Bau mit einem Raum für Männer und eine Empore für Frauen. Hundert [ahre lang hielt sie den Unbilden des Wetters stand, dann zeigten sie größere Schäden, insbesondere ließ das Dach Regengüsse durch, was während der Gottesdienste besonders unangenehm war.

Eine Baukommission begann mit den Vorbereitungen zum Neubau, Baugewerksmeister E. Keim aus Simmern fertigte die Pläne an. 191 1 konnte die feierliche Einweihung erfolgen. Entstanden war ein inter-

'Mein Haus soll ein Bethaus genannnt werden für alle Völker der Erde.'

essanter, vom Jugendstil beeinflußter Bau mit hohen Fenstern und einer reich gegliederten Hauptfassade. Die Thoranische ragte als kreisförmige Apsis hervor. Im Giebel der Bibelspruch:

Simmem - Neue Synagoge

32 MahnmalzumGedenken an die Pogromnacht 1938.

Irn Gedenken an die Reichspogramnacht am 9. November 1938,inderdieSimmerner Synagoge zerstört wurde, errichtete die Stadt Simmern fünfzig [ahre später auf dem Schloßplatz ein Mahnmal, 'das in Simmern zu einer dauernden Aufforderung werden muß, weil wir außerstande sind, jemals die Schuld zu begleichen' (so Bürgermeister Bungenstab ). Von der äußeren Form ist das Mahnmal von 'unserem gemeinsamen lIaus' abgeleitet. Am oberen Ende hat die gespaltene rate Granitsäule eine Verdachung, die symbolisch auf dieses Haus und die Synagoge hinweisen soll. Die vordere Seite trägt die Namen der von 1933 bis 1944 in Simmern ansässigen Einwohner: Blum,

Bärmann, Emanuel, Hess, Frank, Heymann, Grünewald, Ochs, Israel, Salomon, Mayer, Schloß, Schalem, Strauß und Unikawer. Die Rückseite trägt die Bibelspruch: 'Dieses Haus soll ein Bethaus genannt werden für alle Völker der Erde.'

33 Die Zehntscheune.

Die Zehntscheune, auch als Truchsesserei bezeichnet, lag im Bereich des Simmerner Burgfriedens. Da die Landesuntertanen ihrer Herrschaft Abgaben und Steuern weitgehend in Naturalien abliefern mußten, hatte man das Amt des Truchseß und des Kellers geschaffen. Sie waren für die Einsammlung und Verwaltung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse verantwort lieh. Der Zehnt war zwar keine landesherrschaftliehe Abgabe, sondern eine Abgabe an die Kirche. Beide Abgaben, die landesherrschaftlichen und der Zehnt, scheinen aber ursprünglich in der Scheune zusammengetragen worden zu sein. Nachdem die Franzosen das Feudalwesen abgeschafft hatten, verlor die Scheune ihre Funktion. Sie wurde versteigert und kam in

Privathand. Zeitweilig diente sie als Salzmagazin und als Stallung für Militärpferde. 1952 wurde sie abgerissen.

34 Die Hunsriickhalle.

Diese sogenannte Hunsrückhalle (auch Brühlhalle genannt) entstand 1914 als Fabrikgebäude der Firma 'Blitz-Bohrer, Werkzeugfabrik GmbH in Simmern'. In den Kriegsjahren konnte die Firma kaum eine Aufwärtsentwicklung erleben, sie diente als Laubdarre. Dann war sie für einige Zeit Auslieferungsstelle der Benzol-Einkaufsgenossenschaft. 1928 ging die Halle in den Besitz der Stadt über. Sie diente jetzt als Ausstellungsraum, wurde mehrfach zu Gef1ügelausstellungen, Handwerker- und Gemäldeaustellungen genutzt, dann zu einem Ort für Viehauktionen. Bei einem

alliierten Luftangriff am 21. Juli 1944 wurde sie völlig zerstört. Heute steht auf dem Gelände ein als Einkaufshalle (Markant) genutztes Gebäude.

3S MetzgerJeanMerz 1908 mit Schlachtbullen.

Der Gastwirt und Metzger Jakob Merz, wohnhaft in der Marktstraße, gehört zu jenen Schafhändlern, die mit ihren Herden viele [ahre lang nach Paris zogen, um die Schafe dort zu verkaufen. Es wird erzählt, daß er seine breite Geldkatze mit den klingenden Münzen immer unter seinem Kittel trug. Sein Sohn [ohann, 'Merze Schängel' genannt, erbte das elterliche Geschäft, während sein Bruder Wilhelm den Gasthof Vollrath vor dem Tor übernahm. Das Bild zeigt Jean Merz vor dem Gasthof Vollrath, der den Bullen mit Augenblende hält. Die Leine, an Vorderfüßen und Brust befestigt, diente der Sicherheit.

36 Markttagaufdem Schloßplatz.

Auf dem Marktplatz herrscht reges Kommen und Gehen. Vielleicht ist die Kaufentscheidung zu Anfang der dreißiger [ahre leichter gefallen als in den kritischen zwanziger [ahren. Sicher, die landwirtschaftlichen Produkte waren im Fallen begriffen. Der Landwirt erhielt 33 Pfennige für das pfund Schweinefleisch Lebendgewicht, für einen Zentner Ochsenfleisch wurden 28 Mark gezahlt. Gegen Ende des [ahres 1932 kostete das pfund Butter 1,20 Mark. Damals betrug der Stundenlohn eines Arbeiters SO Pfennige. Die Stände, auf denen die Waren feilgeboten

wurden, waren unter schattigen Bäumen aufgestellt. Mit Lastautos und pferdefuhrwerk hatten sie die Händler herbeigeschafft. Wenig Gegenliebe hatte 1930 bei den Bürgern

die Verlegung des Wochenmarktes von der Marktstraße zum Schloßplatz gefunden. Aber wie so oft im Leben, man gewöhnt sich an alles.

37 Die Neumiihle in der Miihlengasse.

Aus dem Wirtschaftsleben der Stadt Simmern sind die zahlreichen Mahl-, Öl- und Lohmühlen nicht wegzudenken. Die Neumühle war wie die ältere Schloßmühle ursprünglich eine herrschaftliche Mühle. Sie war Bannmühle. Die Grundherren sahen das Mühlenrecht als ihr Monopol an, im Bannbezirk waren daher alle Untertanen verpflichtet, dort mahlen zu lassen. Die Neumühle, schon vor 1555 gegründet, wurde

1 736 an den Forstmeister Philipp Ritter verkauft. Die weiteren Besitzer sind Truchseß Weygold, Gutsbesitzer Prätorius und C], Forster. Der Schwiegersohn des letzteren gründete in der Mühle eine Streichholzfabrik. Der nächste Besitzer, die Gebrüder Korbion, wandelten die

Mühle in ein Sägewerk um. Heute wird eine Schreinerei darin betrieben. Der stattliche Massivbau trägt ein gewalm-

tes Mansardendach mit einem vorspringenden Zwerghaus. Er trug ehemals eine Skulptur des heiligen Johannes von

Nepomuk, der der Patron der Müller ist.

~.

38 Anspannmiihle, Bergschlößchen und Schmiedel 1895.

Irn Vordergrund verläuft geradlinig die 'Provinzialstraße' Simmern-GemÜnden. Die Anspannmühle (heute Haus Vogelsang) im Vordergrund wurde von dem von rechts kommenden Külzbach getrieben. Als Bannmühle wurde sie von der Landesherrschaft lange Zeit im Zeitbestand verpachtet, in Kriegen oft zerstört, durch Überschwemmungen häufig beschädigt. Parallel zur Gemündener Straße verläuft die Straße Simmern-Kirchberg mit einer Abzweigung zum Schmiedel im Hintergrund. Hinter Bäumen versteckt mit hohem Schornstein und Renaissancegiebel das Bergschlößchen. Es ist die ehemalige Brauerei der Gebrüder Stier, die 1910 an

die Familie Knebel und dann auf die Familie Hubert überging.

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